14. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 15:15 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 13. März 2026

Der koloniale Krieg gegen das Land dauert nun schon in unterschiedlicher Intensität 120 Jahre, wie Alex Krainer erklärte, könnte sich nun aber langsam dem Ende zuneigen. Hier die Ereignisse des 14. Tages des erneuten Angriffs Israels und der USA gegen das Land.

Seit gestern Abend um 22:00 Uhr deutscher Zeit hat sich der anhaltende Krieg gegen den Iran mit wechselseitigen Angriffen weiter zugespitzt. In der Nacht und am frühen Morgen des 13. März 2026 meldeten iranische Staatsmedien mehrere Explosionen in Teheran, die auf eine neue Welle israelischer Luftangriffe zurückgehen; Israel sprach dabei von der Zerstörung von mehr als 200 Zielen im Westen und Zentrum des Landes. Unter den Opfern sind wieder in erster Linie Zivilisten.

Gleichzeitig feuerte die iranische Revolutionsgarde eine Vielzahl von Raketen auf Israel und US-Streitkräfte ab; in Israel wurden nach einem Treffer in einem Wohngebiet im Norden des Landes mindestens 58 Personen verletzt und hospitalisiert. Alle anderen Treffer unterliegen der strengen Zensur.

Ein US-Tankflugzeug vom Typ KC-135 stürzte im westlichen Irak ab, ein weiteres wurde beschädigt; dies ist bereits der vierte Verlust eines US-Flugzeugs seit Kriegsbeginn. Nicht gerechnet mehrere superteuren hochfliegenden Drohnen. Die angreifende Koalition beschießt weiterhin den Iran von außerhalb seines Hoheitsgebiets mit weitreichenden Raketen, was auf eine immer noch aktive Luftabwehr hindeutet, und die Kosten der Angriffe in die Höhe treibt.

Bei einem Drohnenangriff iranisch gestützter Milizen im Irak kam ein französischer Soldat ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. An mehreren Stellen werden Angriffe auf US-Basen im Irak berichtet. Offensichtlich ist die Wut der Menschen über den Krieg kaum noch eindämmbar.

Auch Al Jazeera berichtet noch einmal über die Rede des neuen iranische Staatsoberhauptes und religiösen Führers Mojtaba Khamenei der nach dem Bericht die Schließung aller US-Stützpunkte in der Region forderte, andernfalls drohe eine Fortsetzung der Angriffe; zugleich habe er die Blockade der Straße von Hormus bekräftigt, die den Schiffsverkehr weitgehend lahmlegt und die Ölpreise (Brent) auf über 100 Dollar pro Barrel treibt. Iranische Drohnenangriffe richteten sich zudem gegen Ziele in Saudi-Arabien, Bahrain, Oman, Dubai und Kuwait, wo mehrere Drohnen abgefangen wurden und vereinzelt zivile Schäden entstanden.

US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Interview, der Krieg laufe „sehr gut“, während Israels Ministerpräsident Netanyahu weitere Eskalationen im Libanon androhte.

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Krieg im Nahen Osten – eine Katastrophe auch für Palästina

Von Annette Groth – 13. März 2026

Der Krieg gegen den Iran, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 begonnen haben, hat weitreichende Auswirkungen. Betroffen ist die gesamte Region. Bomben und Drohnen verursachten Schäden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain, im Oman, sogar in Saudi-Arabien und auf einigen Militär-Stützpunkten wie in Zypern.

Besonders in den Golfstaaten, in denen der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist, regt sich Widerstand gegen den Krieg. So schrieb einer der prominentesten Geschäftsleute der Vereinigten Arabischen Emirate, Al Habtoor, der als einflussreiche Stimme im Golf gilt, kürzlich einen Offenen Brief an den US-Präsidenten und fragte: „Wer hat Ihnen die Autorität gegeben, unsere Region in einen Krieg mit dem Iran zu ziehen? Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, unsere Region in ein Schlachtfeld zu verwandeln?“ Weiterhin stellte er die provozierende Frage, „ob die Eskalation gegen den Iran tatsächlich eine souveräne Entscheidung der USA gewesen sei – oder ob sie unter dem Druck des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu zustande kam“.

Al Habtoor erinnert daran, dass Trump im Wahlkampf wiederholt versprochen habe, keine neuen Kriege zu beginnen, nun sei aber genau das Gegenteil eingetreten.

Dass ausgerechnet ein milliardenschwerer Unternehmer Trump öffentlich zur Rede stellt, deutet auf große Spannungen zwischen den regionalen Verbündeten der USA und der amerikanischen Kriegsstrategie hin. Bemerkenswert ist der Schlusssatz dieses Briefes, der sogar in CNN diskutiert wurde: „Wahre Führung wird nicht an Kriegsentscheidungen gemessen, sondern an Weisheit, Respekt für andere und dem Streben nach Frieden.“[1]

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KI für den Krieg: Der Streit zwischen dem Pentagon und einem KI-Unternehmen wirft ein Licht auf die neue militärische Technologiepolitik

Von Günther Burbach – 13. März 2026

Ein aktueller Konflikt zwischen dem US-Verteidigungsministerium und dem KI-Unternehmen Anthropic zeigt erstmals offen, wie eng Technologieunternehmen und militärische Institutionen inzwischen miteinander verbunden sind und wie umstritten diese Kooperationen geworden sind.

Die militärische Nutzung Künstlicher Intelligenz entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem zentralen strategischen Thema der internationalen Sicherheitspolitik. Während in der öffentlichen Debatte häufig über zivile Anwendungen von KI gesprochen wird, etwa über Sprachmodelle, automatisierte Bilderkennung oder digitale Assistenzsysteme, hat sich im Hintergrund ein anderes Feld rasch ausgeweitet: die Integration von KI-Technologie in militärische Analyse- und Entscheidungsprozesse.

Der Streit zwischen US-Verteidigungsministerium und dem KI-Unternehmen Anthropic entzündete sich an der Frage, unter welchen Bedingungen Künstliche Intelligenz im militärischen Bereich eingesetzt werden darf. Anthropic gehört zu den Unternehmen, die in den vergangenen Jahren große Sprachmodelle und KI-Systeme entwickelt haben, die enorme Datenmengen analysieren können. Solche Systeme werden nicht nur in der Wirtschaft genutzt, sondern sind auch für staatliche Behörden interessant, insbesondere für Sicherheits- und Verteidigungsinstitutionen, die täglich riesige Datenströme auswerten müssen.

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Unter Beschuss

Von German-Foreign-policy.com – 13. März 2026

Die USA sind auf militärische Eskorten für Tankschiffe in der Straße von Hormuz „nicht vorbereitet“. Europäische Truppen geraten in Mittelost zunehmend unter Beschuss. Bündnis zwischen Europa und den arabischen Golfstaaten ist im Gespräch.

Versuche der Vereinigten Staaten, die Sperrung der Straße von Hormuz mit militärischen Eskorten von Tankschiffen zu brechen, verzögern sich und werden frühestens Ende März beginnen. Dies teilt US-Energieminister Chris Wright mit. Zur Begründung erklärt Wright: „Wir sind ganz einfach noch nicht vorbereitet.“ Demnach haben die Vereinigten Staaten Iran überfallen, ohne sich eine Antwort auf dessen schon lange angekündigte Hauptabwehrmaßnahme zurechtzulegen. Die Energiekrise spitzt sich weiter zu; der Ölpreis überstieg am Donnerstag erneut die Schwelle von 100 US-Dollar pro Barrel. Für Deutschland und die EU kommt hinzu, dass nicht nur Qatar kriegsbedingt als Lieferant von Flüssiggas ausfällt, sondern womöglich auch Russland, das immer noch rund ein Siebtel aller EU-LNG-Importe stellt; Moskau zieht es in Betracht, die Lieferungen etwa nach Indien oder Bangladesch umzuleiten. Zugleich geraten zunehmend auch Stellungen europäischer Truppen in Nah- und Mittelost unter Beschuss. Die Kritik am Iran-Krieg nimmt in der EU zu; die Staaten Europas könnten sich mit den Ländern der Arabischen Halbinsel zusammentun, heißt es – und dort an die Stelle der USA treten.

Wir sind nicht vorbereitet“

Ein Ende der Energiekrise nach der Sperrung der Straße von Hormuz (german-foreign-policy.com berichtete [1]) ist nicht in Sicht. Irans neuer Oberster Führer, Mojtaba Khamenei, teilte am gestrigen Donnerstag in seiner ersten Stellungnahme nach seiner Ernennung mit, „der Hebel der Schließung der Straße von Hormuz“ müsse „weiterhin benutzt werden“.[2] Nach mutmaßlich iranischem Beschuss schlossen zuletzt Irak und Oman Exportterminals für Öl; das omanische Terminal im Hafen von Mina al Fahal liegt außerhalb des Persischen Golfs jenseits der Straße von Hormuz und hätte, wäre nicht durch die Angriffe seine Schließung erzwungen worden, Öllieferungen aufrechterhalten können. US-Energieminister Chris Wright hat am Donnerstag erklärt, „wahrscheinlich“ würden die US-Streitkräfte ab Ende März mit Kriegsschiffen Öl- und Flüssiggastanker durch die Straße von Hormuz eskortieren.[3] Ein früherer Zeitpunkt sei nicht möglich: „Wir sind ganz einfach noch nicht vorbereitet.“ Seine Aussage belegt einmal mehr, dass die Trump-Administration den Krieg gegen Iran miserabel geplant und in blinder Selbstüberschätzung begonnen hat. Das wird jetzt zur Gefahr für die Weltwirtschaft. Der Ölpreis pendelte am Donnerstag – am Tag nach der Freigabe eines Drittels der strategischen Ölreserven des Westens – erneut bei 100 US-Dollar.

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Europäischer Imperialismus schließt sich USA und Israel beim illegalen Krieg gegen Iran an

Von Alex Lantier – 13. März 2026

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran weitet sich rasch zu einem regionalen – und zunehmend globalen – Flächenbrand mit mehreren Fronten aus. Der Krieg breitet sich im gesamten Nahen Osten aus und zieht die imperialistischen Mächte Europa immer direkter in militärische Operationen hinein.

Im Nahen Osten hat Israel seine Operationen über den Iran hinaus auf den Libanon ausgeweitet. Das israelische Militär greift laufend Ziele im ganzen Libanon an, darunter auch dicht besiedelte Wohngebiete im Zentrum von Beirut. Über 800.000 Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 600 Menschen wurden getötet und 1.444 verletzt.

Der Konflikt erschüttert bereits die Weltmärkte und treibt die Preise in die Höhe. Die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte verkehrt, ist zu einem Brennpunkt direkter Konfrontationen geworden.

Gleichzeitig beteiligen sich die europäischen imperialistischen Mächte unter dem falschen Vorwand des „Schutzes der Seewege“ und der „Verteidigung von Stützpunkten“ sowohl politisch als auch militärisch an dem Konflikt.

Am Dienstag besuchte der französische Präsident Emmanuel Macron den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle, der im Kriegsfall atomar bewaffnete Flugzeuge einsetzen kann. Macron gab dort bekannt, dass Frankreich eine europäische Flotte im Nahen Osten anführen werde. Kaum eine Woche, nachdem er eingeräumt hatte, dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran „außerhalb des Völkerrechts“ geführt werde, orientierte er Frankreich und seine europäischen Verbündeten auf eine Beteiligung an diesem illegalen Krieg.

Angesichts dessen, dass Macron den Krieg für illegal erklärt hatte, kommen einem verschiedene Aussagen in den Sinn, die er hätte machen können. Doch hat er erklärt, dass Frankreich sich gegen den Krieg stellen würde? Hat er die Verbrechen des amerikanischen und israelischen Militärs gegen das iranische Volk kritisiert, etwa das Massaker an 160 Schülerinnen in Minab, die Bombardierung von Krankenhäusern und die Verpestung der Luft im Iran durch die Bombardierung iranischer Treibstoffdepots? Hat er angekündigt, dass französische Luftwaffenstützpunkte für amerikanische Kampfflugzeuge geschlossen würden? Nein, nichts dergleichen.

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Pentagon-Untersuchung: Mädchenschule in Minab wurde von US-Rakete getroffen

Von Kevin Reed – 13. März 2026

Laut einem Bericht der New York Times kommt eine interne Untersuchung des Pentagon zu dem vorläufigen Ergebnis, dass das US-Militär am ersten Tag des illegalen Krieges der Trump-Regierung gegen den Iran in der Stadt Minab ein Kriegsverbrechen verübt hat.

Die Enthüllungen der Times basieren auf Aussagen von „US-Regierungsvertretern und anderen mit den vorläufigen Ergebnissen vertrauten Quellen“. Sie zeigen, dass der Angriff, bei dem mindestens 150 Kinder getötet wurden, Teil des verbrecherischen Kriegs war, dessen strategisches Ziel die koloniale Unterwerfung des Iran durch den US-Imperialismus ist.

Am Samstag, dem 28. Februar, dem ersten Tag des Kriegs gegen den Iran, wurde die Mädchengrundschule in Minab in der Provinz Hormosgan während der Unterrichtszeit von einem Präzisionsangriff mit Raketen vernichtet. Laut Zeugenaussagen wurde die Schule dreimal hintereinander angegriffen, wodurch das Dach einstürzte und die Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren sowie ihre Lehrkräfte unter sich begrub.

Laut iranischen Medien und offiziellen Vertretern des Landes wurden zwischen 168 und 180 Menschen getötet, darunter mindestens 150 Schülerinnen. Damit handelt es sich um den bisher tödlichsten Angriff auf Zivilisten in der Anfangsphase des Konflikts.

Die Mädchengrundschule befand sich in einer ehemaligen Militäranlage, die schon Jahre vor dem Krieg zu einer Schule umgebaut wurde. Sie grenzt zudem an die Marineeinrichtung Sayyid al-Shuhada an, die von den Seestreitkräften der Islamischen Revolutionsgarde genutzt wird. Laut der New York Times und anderen Medien begannen die Angriffe am 28. Februar etwa zu der Zeit, zu der die Kinder samstags (im Iran ein Werktag) üblicherweise an der Schule eintreffen oder bereits in den Klassenzimmern sitzen. Diese Tatsache verdeutlicht, dass die Schule vermutlich voll besetzt war.

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Warum hat die Mehrheit der Staaten der Welt den Iran vor der UNO verurteilt?

Von Andrew Korybko – 12. März 2026

Das Fehlen bedeutender wirtschaftlicher Beziehungen zum Iran hat dazu geführt, dass die meisten Länder jede Resolution gegen den Iran unterstützen würden, wenn sie inoffiziell gezwungen wären, sich zwischen der Islamischen Republik und den Golfstaaten zu entscheiden, von denen sie in gewissem Maße für ihre Energieimporte abhängig sind, meint unser Autor.

Der UN-Sicherheitsrat hat gerade eine Resolution verabschiedet, in der der Iran für seine Angriffe auf die Golfstaaten, darunter auch auf zivile und Wohngebiete, verurteilt wird, während Russland und China sich wie schon bei der Resolution zu Gaza im vergangenen Herbst der Stimme enthalten haben, da ihre arabischen Partner diese beiden Maßnahmen unterstützen. Russland schlug einen zweiten Entwurf vor, der laut seinem ständigen Vertreter „auf eine dringende Deeskalation der Lage abzielt … (und) einfach, direkt und unmissverständlich ist und bewusst keine Konfliktparteien namentlich nennt“.

Die USA legten erwartungsgemäß ihr Veto ein, weshalb sich Russland und China gezwungen sahen, sich bei der Abstimmung über den ursprünglichen Entwurf der Stimme zu enthalten. Dennoch zeigte dies, dass Russland sein Möglichstes [wirklich?; die Red.] tat, um den Iran im UN-Sicherheitsrat zu unterstützen. Die Resolution, die schließlich verabschiedet wurde, wurde von sage und schreibe 135 Ländern unterstützt, was der Korrespondent von Al Jazeera als „die größte Anzahl von Ländern, die jemals einen Resolutionsentwurf des Sicherheitsrats mitgetragen haben“ bezeichnete. Die Gründe für diese historische Verurteilung des Iran sind ziemlich eindeutig.

Einfach ausgedrückt: Der Großteil der Welt ist in gewissem Maße von Energieimporten aus den Golfstaaten abhängig, während der Iran den meisten von ihnen so gut wie nichts liefert, da außer China nur wenige bereit sind, sich den sekundären Sanktionsdrohungen der USA zu widersetzen, indem sie in nennenswertem Umfang mit ihm Handel treiben. Sie haben daher viel mehr durch die Unterbrechung der Energieexporte der Golfstaaten aufgrund der iranischen Angriffe gegen sie zu verlieren als durch die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die die Islamische Republik verwüsten.

Das Fehlen jeglicher bedeutender wirtschaftlicher Beziehungen fast aller Staaten zum Iran zu Beginn des Dritten Golfkriegs steht in scharfem Kontrast zu den Beziehungen, die die Mehrheit der Staaten zu Russland zu Beginn des NATO-Stellvertreterkriegs mittels der Ukraine gegen Russland, der vor vier Jahren eskalierte. Damals und bis heute waren viele von ihnen in gewissem Maße von dessen Agrar-, Energie- und/oder Düngemittelexporten abhängig, weshalb sie sich alle in gewisser Weise den sekundären Sanktionsdrohungen der USA widersetzten.

Obwohl die Mehrheit der Staaten bei der UN-Generalversammlung für eine Verurteilung Russlands gestimmt hat, haben alle Länder, einschließlich der EU, ihre Rohstoffimporte aus Russland in gewissem Umfang beibehalten. Sie und ihr US-amerikanischer Schutzherr haben sich zwar auf eine sogenannte „Preisobergrenze“ zur Begrenzung der russischen Ölgewinne geeinigt, aber der Punkt ist, dass selbst sie anerkannt haben, dass die Welt nicht weiter funktionieren könnte, wenn diese Exporte sofort eingestellt würden. Die USA haben seitdem versucht, alle davon zu entwöhnen, aber angesichts der globalen Ölkrise ist dies nicht länger möglich.

Auf jeden Fall lässt diese Erkenntnis rückblickend den Schluss zu, dass die Missachtung der sekundären Sanktionsdrohungen der USA durch die Weltmehrheit in Bezug auf die Aufrechterhaltung des Handels mit Russland durch ihre Eigeninteressen motiviert war und nicht durch ihr kollektives Bekenntnis zu einem nebulösen multipolaren Prinzip. Das Gleiche gilt auch für die Frage, warum die meisten von ihnen gerade den Iran bei der UNO verurteilt haben, indem sie die jüngste Resolution des Sicherheitsrats mitgetragen haben, was ebenfalls in ihrem Interesse lag, auch wenn dies einige Befürworter der Multipolarität [verständlicherweise; die Red.] enttäuscht haben mag.

Letztendlich war es aufgrund der fehlenden bedeutenden wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran vorprogrammiert, dass die Mehrheit der Welt jede Resolution gegen das Land unterstützen würde, wenn sie inoffiziell gezwungen wäre, sich zwischen der Islamischen Republik und den Golfstaaten zu entscheiden, von denen sie in gewissem Maße für ihre Energieimporte abhängig sind. Das ist die kalte Realität der internationalen Beziehungen, die den wohlmeinenden Aktivisten, die die Funktionsweise der Welt verändern wollen, auf unangenehme Weise vor Augen führt, dass dies viel leichter gesagt als getan ist.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

13. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 14:15 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 12. März 2026

Der gestrige Tag endete mit einer Meldung, die wenig beachtet wurde, aber größere Bedeutung haben könnte, nämlich dass Spanien seinen Botschafter aus Tel Aviv abberufen hat. Aus diplomatischen Gepflogenheiten ist anzunehmen, dass nun Israel auch seinen Botschafter aus Spanien abzieht. Dies bedeutet mehr als sofort zu erkennen ist. Statement des neuen religiösen und staatlichen Oberhaupts Mojtaba Khamenei.

Mit dem Abzug des israelischen Botschafters hat Spanien alle Voraussetzungen erfüllt, welche der Iran für den freien Durchgang zur die Meerenge vor seiner Küste, die Straße von Hormus, aufgestellt hat. D.h. von diesem Augenblick an könnten Schiffe unter spanischer Flagge Öl von den noch intakten Verladestationen der Anrainerstaaten nach Europa bringen. Denn Spanien hat der angreifenden Koalition verweigert, das eigene Staatsgebiet für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu nutzen, was ja prompt zu einer Wirtschaftsblockade durch die USA führte. Und durch die de facto Ausweisung des Botschafters die letzte Bedingung erfüllt. Was ist nun zu erwarten?

Sollte Israel den diplomatischen Gepflogenheiten folgen, und daraufhin Tanker unter spanischer Flagge versuchen die Straße von Hormus zu benutzen, könnte dies die Situation am Ölmarkt entspannen. Vermutungen, dass Israel oder die USA die Tanker selbst angreifen, um Spanien zu bestrafen bestehen, sind aber wenig begründet, weil auch chinesische Tanker das Gebiet passieren konnten, ohne angegriffen zu werden. Auch Schiffe von Bangladesh dürfen passieren.

Hintergründe für den vorsätzlichen Angriff auf die Mädchenschule in Minab

Wie immer klarer wird haben US und Israel den Angriff bewusst und vorsätzlich auf kleine Kinder ausgeführt. Bei Mädchen handelt is um Töchter von Mitgliedern der IRGC, der Iranischen Revolutionsgarde,. die das Rückgrat der militärischen Verteidigung des Iran bilden. Das war den Angreifern durchaus bewusst.

Es ist unfassbar barbarischer Akt mit Elementen von Sippenhaftung.

Wie bewusst der Angriff ausgeführt wurde zeigt, der sogenannte „double Tap“. Das ist ein zweiter Angriff, der so zeitlich versetzt wird, dass Retter und medizinisches Personal getroffen wird. Im Fall der Mädchenschule natürlich vor allem die Eltern der Kinder.

Wie man nur so tief sinken kann! […]

Der Krieg eskaliert weiter

Seit gestern Abend haben sich mehrere militärische Eskalationen ereignet. Nach Angaben israelischer Militärkreise haben der Iran und die Hisbollah erstmals gemeinsam einen massiven Raketen- und Drohnenangriff auf den Norden Israels gestartet. Woraufhin in Jerusalem und umliegenden Regionen Explosionen zu hören waren und die Luftabwehr in höchster Alarmbereitschaft war; die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.

Irakische Behörden meldeten einen Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf, bei dem mindestens ein Mensch getötet wurde; der Vorfall führte zu einem Anstieg der Ölpreise, die zwischenzeitlich wieder etwas gesunken waren, nachdem große Staaten erklärten, die strategischen Ölreserven frei zu geben.

Iranische Streitkräfte bekannten sich zu einem Drohnenangriff auf ein Gebäude in Dubai, während israelische Drohnenangriffe in Teheran mindestens zehn Mitglieder der Basidsch-Miliz getötet haben sollen. Israel setzte auch seine Luftangriffe auf Ziele in Teheran und Beirut gegen angebliche „Hisbollah“-Stellungen fort, was zu weiteren Explosionen in beiden Städten führte.

Zählung der Kriegstage

Während manche Medien den 12. Tag des Angriffskrieges zählen, ist es nach Ansicht von TKP der 13. Tag.

fast alle aktuellen deutschen Live-Ticker und Medien nennen den heutigen 12. März explizit als den „12. Tag des Irankriegs“ oder „zwölften Tag in Folge“. Beispiele: BILD: „Tag 12 im Iran-Krieg“ (aktueller Artikel vom 12. März). Kurier: „Tag 12“ (Lagebericht). BR-Ticker: „Die USA und Israel setzten am Mittwoch den zwölften Tag in Folge ihre Angriffe fort“. Wenn man den Wikipedia-Eintrag und die exakten Startberichte nimmt, ist heute der 13. Tag. Wenn man der Berichterstattung von BILD, BR, Kurier & Co. folgt, ist es der 12. Tag. Wenn man de Tage zählt mit Start 28. Februar, dann kommen wir auf den 13. Tag.

USA drängen auf Waffenstillstand, da iranische Raketenangriffe massive Schäden verursachen

Mangelnde Luftabwehr lässt Ziele ungeschützt. Der Krieg mit dem Iran entpuppte sich als ein Konflikt mit einem Gegner, wie ihn die US-Streitkräfte noch nie zuvor erlebt hatten, so eine aktuelle Einschätzung von Bloomberg.  Darin wird hervorgehoben, dass Versuche, den Verlauf der Feindseligkeiten durch schnelle Angriffe mit überwältigender Gewalt rasch unter Kontrolle zu bringen, nicht zu den gewünschten Ergebnissen führten. Westliche Analysten haben darauf hingewiesen, dass sich der jahrelange Aufbau von Raketen- und Drohnenarsenalen durch den Iran sowie deren Verteilung und Verbergung in Einrichtungen im ganzen Land als äußerst effektiv erwiesen haben.

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„Nein zur US-Blockade – Solidarität mit Kuba!“ – Matinee in Mitte

Von der NDS-Redaktion – 12. März 2026

Am 8. März sprachen bei der „Matinee in Mitte“ die Politikerin Sevim Dağdelen (BSW), Juana Martínez González (Botschafterin der Republik Kuba in der Bundesrepublik Deutschland) und Professor Norman Paech (Professor für Öffentliches Recht an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik) über die zunehmende Konfrontationspolitik der USA, die Rolle von Sanktionen und die Gefahr weiterer Interventionen in der westlichen Hemisphäre. Die NachDenkSeiten stellen hier einen Ausschnitt des Gesprächs als Videomitschnitt zur Verfügung.

Während die Aufmerksamkeit der Welt aktuell auf den Krieg im Mittleren Osten gerichtet ist, geht die Blockade der Republik Kuba durch die USA ungehindert weiter. Hierdurch wird die gesamte Wirtschaft auf der Insel stranguliert, was nach Einschätzung von Sevim Dağdelen (BSW) einer Strategie des Aushungerns der Bevölkerung gleichkommt.

US-Präsident Donald Trump erklärte in einem CNN-Interview, Kuba werde „bald fallen“ und kündigte an, seinen Außenminister Marco Rubio dorthin zu schicken, weil „Kuba reif ist – nach 50 Jahren.“ Die Aussagen stehen im Kontext einer verschärften US-Politik gegenüber der Insel und wachsender Spannungen in der Region. Was bedeutet diese Eskalation für die internationale Ordnung, für Lateinamerika – und für Europa?

Die EU verleiht Selenskyj einen Verdienstorden …

Von Christian Müller – 12. März 2026

Noch immer wird Selenskyj von den westlichen Regierungen und Medien als ukrainischer Präsident akzeptiert, obwohl er diese Funktion nur noch ausüben kann, weil er die verfassungsmäßig vorgeschriebenen Neuwahlen im Frühling 2024 eigenhändig abgesagt hat. Aber jetzt erhält er von der EU für die „Verteidigung der Demokratie“ einen neugeschaffenen Verdienstorden …

Die EU verwandelt sich mehr und mehr in ein Irrenhaus. Jetzt wurden „Verdienstorden“ erfunden, um Leute zu ehren, die sich um die EU besonders verdient gemacht haben. Und wer hat so einen Orden „auf höchster Ebene“ erhalten?

Zitat aus Die Welt:

„Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von der Europäischen Union mit dem höchsten Rang des Europäischen Verdienstordens ausgezeichnet. Den in diesem Jahr erstmals vergebenen Orden erhalten ebenso der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie der ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa, wie Parlamentspräsidentin Roberta Metsola am Dienstag in Straßburg mitteilte.

Mit dem Europäischen Verdienstorden würdigt die EU nach eigenen Angaben Personen, die einen Beitrag geleistet haben zur europäischen Integration oder zur Förderung und Verteidigung der Grundwerte der EU; Achtung der Menschenwürde und -rechte, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit. Sie ist die erste europäische Auszeichnung dieser Art. Verliehen werden die Orden im Mai bei einem Festakt in Straßburg.“

Ende Zitat.

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