Der Verbrecherboss der amerikanischen Oligarchie: Trump hat im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Dollar eingestrichen

Von Barry Grey – 2. Juli 2026

Am Dienstag hat US-Präsident Donald Trump seine gesetzlich vorgeschriebene Vermögenserklärung für das Jahr 2025 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass er sein Einkommen im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit mehr als verdreifacht hat – von 622 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf mindestens 2,2 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.

Das Ausmaß von Trumps Selbstbereicherung lässt die großen Korruptionsskandale der amerikanischen Geschichte geradezu harmlos erscheinen. Bei der Teapot-Dome-Affäre der 1920er Jahre, die ein Jahrhundert lang als Inbegriff politischer Kriminalität galt, ging es um Bestechungsgelder in Höhe von rund 400.000 Dollar – umgerechnet etwa 8 Millionen Dollar nach heutigem Wert. Dieses Geld nahm Innenminister Albert Fall dafür an, dass er staatliche Erdölreserven der Marine zur Förderung verpachtete. Fall musste ins Gefängnis.

Vizepräsident Spiro Agnew musste 1973 wegen Schmiergeldzahlungen zurücktreten. Er hatte von Bauunternehmern aus Maryland insgesamt wohl rund 250.000 Dollar kassiert – in bar, übergeben in Briefumschlägen. Nach Trump’schen Maßstäben sind das Peanuts.

Die Finanzoffenlegung liefert einige Hinweise auf die unverhohlene Selbstbereicherung und Korruption, die es dem Immobilienbetrüger und zum US-Präsidenten aufgestiegenen Medienscharlatan ermöglichten, sein Vermögen und das seiner Familie massiv zu vergrößern. Im vergangenen September belief sich das Gesamtvermögen der Familie Trump auf schätzungsweise 10 Milliarden Dollar – es hatte sich seit der Wahl im November 2024 fast verdoppelt. Das Vermögen von Donald Trump Jr. stieg von 50 Millionen Dollar auf 300 Millionen Dollar und das von Eric Trump verzehnfachte sich auf 400 Millionen Dollar.

Im selben Jahr sank der Anteil der Arbeitseinkommen am Volkseinkommen auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Im dritten Quartal 2025 lag die Lohnquote nur noch bei 53,8 Prozent, gegenüber 70 Prozent im Jahr 1947. Für zig Millionen Arbeiter bedeutet das in der Realität Hungerlöhne, unbezahlbar hohe Mieten und Lebenshaltungskosten sowie längere Arbeitszeiten.

Ein Jahreseinkommen von 2,2 Milliarden Dollar entspricht den Einkommen von 37.931 Autoarbeitern in den USA, legt man den vom Bureau of Labor Statistics geschätzten Durchschnittslohn eines Automobilarbeiters bei einer 40-Stunden-Woche zugrunde.

Ein Jahreseinkommen von 2,2 Milliarden Dollar entspricht 251.000 Dollar pro Stunde. Das sind 70 Dollar pro Sekunde – mehr als doppelt so viel, wie ein UAW-Automobilarbeiter in einer Stunde verdient.

Kein Wunder, dass Trump diese Woche bei einer Veranstaltung im Oval Office seine Ablehnung eines Gesetzes zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus verteidigte. Er forderte, dass der Kongress zunächst seinen Plan verabschieden müsse, der auf die Entrechtung von Millionen Wählern der Arbeiterklasse abzielt. Das Wohnungsbaugesetz tat er mit einem gelangweilten „Gähn“ ab.

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Afghanistans langer und beschwerlicher Weg

Von Andrew Korybko – 2. Juli 2026

Bei seinem seit einem halben Jahrzehnt andauernden Wiederaufbau nach dem Krieg hat Afghanistan noch einen langen Weg vor sich. Vor allem aufgrund der Ineffektivität der UNAMA – deren Arbeit durch den Westen politisiert und daher blockiert wird – verläuft dieser weiterhin äußerst schleppend.

Russlands stellvertretende Ständige Vertreterin bei den Vereinten Nationen, Anna Evstigneeva, legte dem UN-Sicherheitsrat Anfang Juni ein aktualisiertes Briefing zu Afghanistan vor. Sie erklärte eingangs die Notwendigkeit, „Vertrauensbildung zu fördern und die pragmatische Zusammenarbeit zwischen den Behörden und der internationalen Gemeinschaft zu stärken“, um die Präsenz der Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) vor Ort aufrechtzuerhalten. Anschließend ging sie detailliert auf „drei Schlüsselelemente“ dieses Ansatzes ein.

Diese sind „ein wirklich konstruktives Engagement der internationalen Gemeinschaft in der Afghanistan-Frage, die umfassende Berücksichtigung der Bedürfnisse des afghanischen Volkes selbst sowie ein vertrauensvoller Dialog mit den Behörden über alle noch offenen Fragen“. Anschließend erinnerte Evstigneeva ihre Amtskollegen daran, dass dieser Ansatz von „den Teilnehmern des Moskauer Formats und dessen regionalem ‚Quartett‘ sowie von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) geteilt wird, einschließlich der OVKS-Arbeitsgruppe zu Afghanistan und der SOZ-Afghanistan-Kontaktgruppe“.

Evstigneevas Amtskollegen wurden von ihr zudem daran erinnert, dass „der von der UNAMA selbst formulierte ‚Mosaik-Ansatz‘ ebenfalls zielorientiert ist. Der Kern dieses Ansatzes ist die Zusammenarbeit mit den Taliban in allen zentralen Fragen, darunter die Sicherung einer diplomatischen Vertretung, die Aufhebung von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie die Bekämpfung terroristischer und drogenbezogener Bedrohungen und der Schutz der Menschenrechte. Die zeitnahe und bedingungslose Behandlung dieser Themen ist der direkte Weg zur internationalen Wiedereingliederung Afghanistans.“

Im Anschluss an diese Hinweise brachte Evstigneeva ihre Besorgnis über regionale terroristische Bedrohungen zum Ausdruck, insbesondere über die Tehreek-i-Taliban Pakistan (TTP), die Islamische Bewegung Ostturkestans (ETIM) und ISIS-K. Pakistan hat die Taliban beschuldigt, die erstgenannte Gruppe zu unterstützen, während die letztgenannte ihr verhasstester Feind ist, dessen Unterstützung die Taliban zuvor Pakistan vorgeworfen hatten. Die Verurteilung dieser drei wichtigsten regionalen terroristischen Bedrohungen durch Moskau kann somit als ein weiterer Ausdruck des behutsamen afghanischpakistanischen Balanceakts Russlands im vergangenen Jahr gewertet werden.

Evstigneeva beendete ihre Lagebesprechung mit einem Hinweis auf die mit dem Terrorismus verbundenen Drogenbedrohungen und die schwierige sozioökonomische Lage Afghanistans; bei beidem werde Russland durch engere bilaterale Partnerschaften helfen, so Evstigneeva. An sich war ihre aktualisierte Lagebesprechung nichts Besonderes, doch sie zeigte, wie sehr sich Russland für Afghanistan engagiert – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie einen Monat nach dem militärisch-technischen Abkommen erfolgte, in dem Russland sich bereit erklärt hatte, die sowjetische und russische Ausrüstung Afghanistans zu warten.

Es gab zahlreiche Spekulationen über die wahren Absichten Russlands bei der Zustimmung zu dieser Vereinbarung. Doch diese kann sicherlich nicht als Bedrohung Pakistans gewertet werden, da die reparierte sowjetische und russische Ausrüstung Afghanistans dazu realistisch gesehen nicht in der Lage ist. Afghanistan ist zudem zu sehr von den von Evstigneeva dargelegten Problemen geplagt, als dass es eine konventionelle Bedrohung für andere Staaten darstellen könnte. Islamabad argumentiert jedoch, dass Afghanistan eine unkonventionelle Bedrohung für Pakistan darstelle. Dies hat allerdings nichts mit Russland zu tun. Es handelt sich um eine rein bilaterale Angelegenheit.

Mit Blick auf die Zukunft hat Afghanistan bei seinem seit einem halben Jahrzehnt andauernden Wiederaufbau nach dem Krieg noch einen langen Weg vor sich, der vor allem aufgrund der Ineffektivität der UNAMA – bedingt durch die Politisierung ihrer Arbeit durch den Westen – weiterhin äußerst schleppend verläuft. Dem Westen ist Afghanistan völlig egal, hat er derzeit doch genug eigene Probleme zu bewältigen. Eine Ausnahme könnten bald die USA bilden, die nach dem Angriffskrieg gegen den Iran mit Pakistan zusammenarbeiten könnten, um gemeinsam zu versuchen, Afghanistan unter ihre Kontrolle zu bringen – auch mit dem Ziel, US-Truppen auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram zurückzubringen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Trump mit Erdogan einen Quid-pro-quo-Deal abschließt?

Von Andrew Korybko – 2. Juli 2026

Die Türkei spielt derzeit eine wichtige Rolle in der Gesamtstrategie der USA, was auf die im vergangenen August vorgestellte „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP) durch Südarmenien zurückzuführen ist, die gleichzeitig als militärischer Logistikkorridor der NATO nach Zentralasien dient und sich entlang der gesamten südlichen Peripherie Russlands schlängelt.

Euractiv berichtete Anfang der Woche, dass „Israel und Griechenland in Alarmbereitschaft sind, da sich die Rückkehr der Türkei zum F-35-Programm zuspitzt“, während Spekulationen kursieren, dass Trump mit Erdogan einen Quid-pro-quo-Deal bezüglich dieser Flugzeuge und der S-400-Systeme abschließen könnte. Die Türkei wurde 2019 nach dem Kauf dieser russischen Luftabwehrsysteme aus dem F-35-Programm ausgeschlossen, doch nachdem Trump erklärt hatte, er werde „wahrscheinlich etwas tun, das sie (die Türkei) sehr glücklich machen wird“, während des NATO-Gipfels nächste Woche in Ankara, glauben einige, dass ein Deal kurz vor dem Abschluss steht.

Laut einem namentlich nicht genannten regionalen Geheimdienstmitarbeiter mit Kenntnis der Angelegenheit „könnte jeder Durchbruch in der F-35-Frage von einer Vereinbarung abhängen, wonach die Türkei ihr S-400-System an ein Drittland verkauft, anstatt es an Russland zurückzugeben. Südkorea wurde als mögliches Ziel genannt.“ Als im vergangenen Jahr ähnliche Spekulationen kursierten, berichteten indische Medien, dass ihr Land diese Systeme möglicherweise von der Türkei kaufen könnte, da es bereits über mehrere solcher Systeme verfügt – was damals hier analysiert wurde.

Die indisch-amerikanischen Beziehungen haben sich seitdem enorm verbessert, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass dies geschehen könnte; doch die neu entstandene Unsicherheit bezüglich ihres Handelsabkommens könnte dazu führen, dass Trump entweder inakzeptable Forderungen an Indien stellt, im Gegenzug dafür, dass es die S-400 von der Türkei kaufen darf, oder dass er Indien aus Trotz brüskiert. Sollte ein anderes Land als Indien diese Raketen kaufen, würde dies den Beziehungen der Türkei zu Russland wahrscheinlich einen schweren Schlag versetzen, da Moskau niemals beabsichtigt hat, dass Südkorea oder wer auch immer sonst sie in seinen Besitz bringen könnte.

Um auf den Titel des Euractiv-Berichts zurückzukommen: Interessanterweise stehen Israel und Griechenland in dieser Angelegenheit auf derselben Seite wie Russland, wenn auch aus völlig unterschiedlichen Gründen. Es ist ihnen völlig egal, wer die S-400-Systeme kaufen könnte, da für sie nur zählt, dass der anschließende Kauf der F-35 durch die Türkei das regionale Kräfteverhältnis erheblich verschieben könnte – und zwar in einer Weise, die ihren Interessen zuwiderläuft. Israel steht in Syrien im Wettbewerb mit der Türkei, während Griechenland in einen erbitterten Seegrenzenstreit mit ihr verwickelt ist.

Dementsprechend befürchten sie, dass sich die Türkei sowohl durch diese neuen Kampfflugzeuge als auch durch die erneute politische Unterstützung der USA ermutigt fühlen könnte, ihre Interessen in beiden Fällen auf ihre Kosten noch entschlossener durchzusetzen, was das Risiko eines Krieges aufgrund von Fehleinschätzungen erhöht. Entgegen der Wahrnehmung einiger hat sich die Trump-Regierung 2.0 von Israel abgewandt und betrachtet das Land nicht mehr als den außergewöhnlichsten Partner der USA; auch verfolgt sein Team keine „christlich-nationalistische“ Außenpolitik, die eine Unterstützung Griechenlands gegenüber der Türkei zur Folge hätte.

Die Türkei spielt heutzutage eine wichtige Rolle in der Großstrategie der USA aufgrund der im vergangenen August vorgestellten „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP) durch Südarmenien, die dem weiteren Zweck eines militärischen Logistikkorridors der NATO nach Zentralasien dient, der sich entlang der gesamten südliche Peripherie Russlands schlängelt. Dies ist ein entscheidender Teil des „Cordon sanitaire“, der um Russland herum gebildet wird – in der Arktis und im Baltikum durch von Großbritannien geleitete Bemühungen, in Mitteleuropa durch von Polen geleitete Bemühungen und in Nordostasien durch von Japan geleitete Bemühungen.

Weder Israel noch Griechenland spielen auch nur annähernd eine so wichtige Rolle in der großen Strategie der USA, und deshalb erwägt Trump Berichten zufolge, den regionalen Sicherheitsinteressen der Türkei Vorrang vor denen der beiden anderen Länder einzuräumen, indem er möglicherweise einen Kompromiss in Bezug auf die F-35 und die S-400 aushandelt. Ebenso priorisiert die Türkei – gerade weil die USA aufgrund von TRIPP für ihre Gesamtstrategie weitaus wichtiger sind als Russland – ihre eigenen Interessen gegenüber denen Russlands und erwägt dementsprechend den Verkauf der S-400-Systeme an ein anderes Drittland als Indien.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

https://korybko.substack.com/p/how-likely-is-it-that-trump-clinches

Baltische Nationale Sicherheitsberater reden offen über Unterstützung ukrainischer Angriffe gegen Ziele in Russland

Von Thomas Röper – 2. Juli 2026

Die russischen Telefonstreich-Experten haben sich als der ukrainische Nationale Sicherheitsberater ausgegeben und mit den Nationalen Sicherheitsberatern Estlands und Litauens telefoniert, die offen von ihrer Unterstützung der ukrainischen Angriffe auf Ziele in Russland geredet haben.

Stammleser des Anti-Spiegel kennen die russischen Telefonstreich-Experten Vovan und Lexus, die sich darauf spezialisiert haben, berühmte und wichtige Persönlichkeiten unter falschem Namen anzurufen und ihnen dabei interessante – und oft auch brisante – Informationen zu entlocken. Für alle, die von den beiden noch nichts gehört haben, gibt es am Ende dieses Artikels weitere Informationen.

Nun haben sie wieder zugeschlagen und sich als Rustem Umerow, der ukrainische Nationale Sicherheitsberater, ausgegeben. So haben sie mit den Nationalen Sicherheitsberatern Estlands und Litauens telefoniert, die Gespräche finden Sie hier im Original auf Englisch.

Die russischen Prankster veröffentlichen ihre Telefonstreiche immer mit einer gewissen Verzögerung, weil sich nach den Telefonaten oft noch weitere interessante Dinge ergeben. Diese Telefonate haben stattgefunden, nachdem mal wieder eine ukrainische Drohne in Estland abgestürzt ist und die estnische Regierung dazu eine recht deutliche Erklärung abgegeben hat, weil die Unruhe in der estnischen Bevölkerung angesichts der offenen Kriegsbeteiligung ihres Landes, das seinen Luftraum de facto für ukrainische Drohnen geöffnet hat, wächst.

Die baltischen Staaten kritisieren für die Drohnenvorfälle jedoch nicht die Ukraine, deren Drohnen in ihren Ländern abstürzen und auch Schäden anrichten, sondern Russland.

In ihrem neuesten Telefonstreich haben die Prankster mit den nationalen Sicherheitsberatern der Präsidenten Litauens und Estlands Deividas Matulionis und Madis Roll gesprochen, wobei die dachten, sie würden mit dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Rustem Umerow, sprechen.

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Verarmung von (fast) allen in Deutschland beschlossen, der „Spiegel“ fabuliert vom „schwarz-roten Sommermärchen“

Von Thomas Röper – 1. Juli 2026

Inzwischen ist absehbar, wie sehr die Bundesregierung die Reste des Sozialstaates rupfen will. Vor allem die Rentenreform macht Schlagzeilen, aber die Liste der Streichungen und Kürzungen ist noch viel länger.

Wenn die Regierung in Deutschland Reformen ankündigt, ist das längst negativ besetzt, denn all die Renten-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt- oder Sozialreformen der letzten 40 Jahre hatten immer nur zwei Folgen: Die Kosten für die Menschen sind gestiegen, dafür wurden die Leistungen des Staates zusammengestrichen.

Als die Bundesregierung unter Merz einen „Herbst der Reformen“ ankündigte, klang das für die Menschen in Deutschland wie eine Drohung. Zwar wurde nichts daraus, die Reformen schon im letzten Herbst zu beschließen, aber jetzt scheinen die Reformen im Kern beschlossen zu sein – und was da beschlossen wurde, ist nicht bloß eine Drohung, es ist eine so radikale Streichung von Sozialleistungen, wie es sie in der deutschen Geschichte wohl noch nie gegeben hat.

Dass die Medien das nicht thematisieren, sondern dass die Medien diesen Sozialabbau, also Diebstahl bei einfachen Menschen, sogar feiern, zeigt einmal mehr, dass es in Deutschland keine objektiven und kritischen Medien gibt, sondern dass die Medien sich als Helfer und Regierung verstehen, die die sie dabei unterstützen, asoziale und unpopuläre Entscheidungen umzusetzen, ohne dass der Protest dagegen in Deutschland allzu groß wird.

Der Spiegel hat in den letzten Tagen in vielen Artikeln für diese Abholzung des Sozialstaates geworben. Darunter waren so absurde Überschriften wie „Debatte über Achtstundentag – »Viele Leute werden gegen ihren Willen durch das Arbeitszeitgesetz geschützt«“. Natürlich durften die üblichen „Experten“ nicht fehlen, die den Spiegel-Lesern unter Überschriften wie „Wirtschaftsweise Schnitzer zur Reformdebatte – »Vielen ist nicht bewusst, dass wir eigentlich von der Substanz leben«“ erzählen, dass das alles mal wieder alternativlos ist. Sogar für die offensichtliche Lobbyarbeit von Kanzler Merz für seinen alten Arbeitgeber BlackRock fand der Spiegel positiv klingende Überschriften wie „Kapitalgedeckte Altersvorsorge – »Mit Aktien ist eine Rendite von sieben Prozent vor Inflation langfristig möglich«“. Mein persönlicher Favorit in dieser Propaganda-Kampagne des Spiegel für die asozialen Maßnahmen der Regierung war übrigens „Koalition und Reformen – Das schwarz-rote Sommermärchen ist möglich“.

Mit anderen Worten: Hurra, die Armen werden noch ärmer – und das ist auch gut so!

Diese Propaganda hat übrigens den lustigen Nebeneffekt, dass die deutsche Öffentlichkeit anscheinend eine gespaltete Persönlichkeit hat. Das zumindest legt eine aktuelle Umfrage des Politbarometers nahe, in der 87 Prozent angeben, „grundlegende Reformen, die auch zu Belastungen führen“ seien wichtig. Hier wirkt also die Propaganda, mit der die Menschen berieselt werden, aber bei der Frage, ob sie auch selbst bereit sind, Belastungen zu tragen, kommen die Realität und das eigene Erleben der Menschen in Deutschland durch, denn dazu sind 78 Prozent nicht bereit. Wie können die gleichen Leute sagen, Reformen mit Belastungen seien wichtig, aber selbst wollen sie keine Belastungen tragen? Darum sage ich, die Propaganda hat in der deutschen Öffentlichkeit zu einer gespaltenen Persönlichkeit geführt.

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Ein Nazi-Pantheon in Kiew

Von Sevim Dagdelen – 1. Juli 2026

Statue of Stepan Bandera, Haidamac, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Ukraine als Mittel des deutschen Revanchismus.

Kiew plant ein nationales Pantheon – und will darin ausgerechnet Nazi-Kollaborateure wie Bandera und Melnyk ehren. Der Westen schaut weg, Polen reagiert empört, und Berlin schweigt. Doch das Projekt ist mehr als Geschichtspolitik: Es ist die geistige Mobilmachung für einen Revanchekrieg gegen Russland – mit deutscher Finanzierung und stiller Duldung.

Von Heldenverehrung zur Nazi-Apotheose

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Rada einen Gesetzesentwurf für ein „nationales Pantheon“ vorgelegt. Vordergründig geht es darum, alle herausragenden Persönlichkeiten der Ukraine zu ehren. Doch bereits jetzt ist klar, dass Faschisten und Nazi-Kollaborateure wie Stepan Bandera und Andrij Melnyk fest in diese Glorifizierung einbezogen werden sollen. In Deutschland würde ein vergleichbares Projekt die Protagonisten des Völkermords an den europäischen Juden und den Völkern der Sowjetunion, Reinhard Heydrich und Heinrich Himmler, in eine institutionalisierte nationale Verehrung miteinschließen. Kiews Projekt eines Nazi-Pantheons bildet den Abschluss einer Reihe von Ehrungen durch Straßenbenennungen nach Antisemiten und Kriegsverbrechern, die mit der deutschen Wehrmacht bei deren kolonialem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion kollaborierten.

Das geplante nationale Pantheon unter Einschluss der Nazi-Kollaborateure zeigt deutlich, dass sich die Führung der Ukraine von einer Revanche gegen Russland träumt. Doch nicht nur das: Die Ukrainische Aufständische Armee, in deren Tradition man sich mit der Personenauswahl des Pantheons stellt, ist auch für die Ermordung von 100.000 polnischen Zivilisten verantwortlich.

Der Westen stellt den Persilschein – Polen zieht die Notbremse

Vor diesem Hintergrund wachsen auch die Widersprüche im Westen, was die bedingungslose Unterstützung der Ukraine angeht. Während die EU-Kommission der Ukraine mit der Eröffnung von Beitrittsverhandlungen einen demokratischen Persilschein ausstellt, hat der polnische Präsident Karol Nawrocki dem ukrainischen Machthaber Selenskyj den polnischen Orden des Weißen Adlers entzogen, nachdem Selenskyj einer Spezialeinheit der ukrainischen Armee den Ehrennamen „Helden der UPA“ verliehen hatte. UPA – das ist die Abkürzung für die Ukrainische Aufständische Armee, die für antisemitische und antipolnische Massaker im Zweiten Weltkrieg steht.

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Massensterben bei Geflügel und Schweinen in Industriebetrieben

Von Thomas Oysmüller – 1. Juli 2026

Bild „Legehennen“ by Landwirtschaftlicher Informationsdienst is licensed under CC BY-SA 2.0.

Französische Behörden sind mit dem massiven Anstieg toter Schweine und Geflügel überfordert. In industriellen Großbetrieben verenden die Tiere derzeit reihenweise wegen der extremen Hitze.

Die industrielle Landwirtschaft zeigt hier ihr brutales Gesicht: In den Anlagen, in denen Tausende Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht sind, wird die Sommerhitze zum tödlichen Problem. Besonders hart getroffen ist die Bretagne. Die Behörden sind mit der Entsorgung der toten Tiere überfordert und haben deshalb Ausnahmegenehmigungen erteilt, damit Landwirte ihre Kadaver selbst vor Ort vergraben dürfen.

Die DRAAF Bretagne (Direction régionale de l’alimentation, de l’agriculture et de la forêt) hat ein spezielles Verfahren eingerichtet: Landwirte müssen eine massenhafte Tiersterblichkeit online deklarieren, um eine Genehmigung zur Einbettung zu erhalten. Die Kapazitäten der normalen Kadaverentsorgung sind derzeit komplett überlastet.

Ein besonders dramatisches Beispiel kommt aus den Côtes-d’Armor: In einem Betrieb mit 30.000 bis 40.000 Masthühnern starben in einer einzigen Nacht bis zu 10.000 Tiere.Französische Behörden und Medien verweisen schnell auf Klima und Hitze. Der Klimawandel habe die Tiere getötet, heißt es. Tatsächlich liegt das Problem jedoch nicht am „menschengemachten Klimawandel“, sondern an den menschengemachten Belüftungssystemen in den industriellen Anlagen, die man kaum noch als „Stall“ bezeichnen kann. Landwirte berichten von einem psychischen Schock, wenn sie morgens Tausende tote Tiere vorfinden, wie die französische Presse schreibt.

Auch bei Schweinen gibt es erhöhte Mortalität, weshalb die Ausnahmegenehmigungen ausdrücklich für Geflügel und Schweine gelten. Bei Rindern steht weniger die direkte Sterblichkeit im Vordergrund, sondern starker Hitzestress: Viele Betriebe melden einen Rückgang der Milchleistung um 15-20 Prozent.

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Abzocke des EU- Konsumenten und kein Ende?

Von Jochen Mitschka – 1. Juli 2026

Bild:  Wikipedia

Die Pflicht zur Hauptuntersuchung (HU) sichert Prüfkonzernen wie der DEKRA und den TÜV-Gesellschaften verlässliche Milliardenumsätze. Ausgehend von der Kritik der EU-Abgeordneten Anja Arndt an einer drohenden jährlichen „TÜV-Abzocke“ durch neue EU-Straßentauglichkeitsrichtlinien beleuchtet dieser Bericht die historische Entwicklung und die ökonomischen Strukturen hinter dem deutschen Prüfwesen.

Die Wurzeln des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Nach verheerenden Explosionen gründeten Unternehmer im Jahr 1866 selbstverwaltete Dampfkessel-Revisions-Vereine. Der Staat erkannte die Effizienz dieser privaten Kontrollen und übertrug den Vereinen schrittweise Hoheitsrechte.

Die Geburtsstunde der automobilen Pflichtüberprüfung schlug am 1. Dezember 1951. Angesichts steigender Zulassungszahlen führte die Bundesrepublik die regelmäßige Hauptuntersuchung (HU) für Kraftfahrzeuge ein. Was als mechanischer Sicht-Check mit 56 Prüfern bundesweit begann, entwickelte sich rasant: 1961 folgte die Einführung der bekannten HU-Plakette auf dem Nummernschild. Seither wuchs der Prüfumfang kontinuierlich um Abgasuntersuchungen (AU) und die Kontrolle elektronischer Assistenzsysteme.

Die Milliardenindustrie hinter der Plakette

Hinter den scheinbar rein behördlichen Kontrollen steht ein hochgradig lukrativer, privatwirtschaftlicher Markt mit staatlicher Rückendeckung. Die großen Prüforganisationen agieren als beliehene Unternehmen, die hoheitliche Aufgaben im Namen des Staates vollziehen.

  • Marktvolumen: In Deutschland werden jährlich rund 31 Millionen Fahrzeuguntersuchungen durchgeführt.
  • Die Marktführer: Der Markt wird von einer Handvoll Akteuren dominiert. Die DEKRA hält mit über 32 Prozent den größten Marktanteil bei den Hauptuntersuchungen, dicht gefolgt von der TÜV SÜD AG und der TÜV NORD GROUP.
  • Finanzkraft: Die Konzerne erwirtschaften immense Summen. Der Umsatz von TÜV SÜD lag zuletzt bei rund 3,4 Milliarden Euro, während die TÜV Nord Group rund 1,79 Milliarden Euro erlöste.

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Drehbuch für den Massenmord (II)

Von German Foreign-Policy.com – 1. Juli 2026

Kinder flüchten in der sudanesischen Region Nord-Darfur vor einen Drohnenangriff der Rapid Support Forces (RSF) im Oktober 2025 © Privat / Amnesty International

Weiterhin drohen Massaker der RSF-Miliz im sudanesischen El Obeid. Die RSF wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt, dem zentralen Kooperationspartner Berlins in Mittelost.

Die Kritik an der Untätigkeit der Bundesrepublik sowie weiterer westlicher Staaten angesichts drohender Massaker der RSF-Miliz in der sudanesischen Großstadt El Obeid nimmt zu. Die RSF bereiten sich darauf vor, El Obeid zu erobern. Bei der Eroberung zweier Großstädte im westsudanesischen Darfur hatten sie 2023 und 2025 jeweils genozidale Massaker an schwarzafrikanischen Bewohnern begangen. Die RSF werden maßgeblich von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt – auch mit Waffen. Die Emirate wiederum sind ein strategisch wichtiger Kooperationspartner des Westens in Mittelost – auch Deutschlands. Sie sind wichtigster Investitionsstandort und größter Absatzmarkt der Bundesrepublik in der Region. Auch zählen sie zu den Hauptkäufern deutscher Waffen außerhalb der NATO. Sogar Waffen mit deutschen Komponenten wurden bereits im sudanesischen Kriegsgebiet gefunden. Für die Emirate ist die Unterstützung für die RSF Teil eines Einflusskampfs am Roten Meer, der bereits zu den Hauptmotiven des Kriegs im Jemen gehörte. Er zielt nicht zuletzt darauf ab, Kooperationspartner Irans wie etwa die Huthi-Miliz von dem strategisch bedeutenden Gewässer zu verdrängen.

Die Post-Erdöl-Ära

Die Vereinigten Arabischen Emirate besitzen für die Bundesrepublik erhebliche ökonomische und strategische Bedeutung. Zum einen sind sie der größte Standort deutscher Investitionen im gesamten Nahen und Mittleren Osten. Zum anderen sind sie auch größter Absatzmarkt für deutsche Exporte an den Persischen Golf. Beides hat damit zu tun, dass sich die Emirate – wie die meisten Staaten der Region – längst auf die Zeit nach der Erdölära vorzubereiten begonnen haben und in diesem Kontext auf den Aufbau einer eigenen High-Tech-Industrie orientieren. Mit den Vereinigten Staaten haben sie in diesem Zusammenhang Vereinbarungen über den Bau milliardenschwerer KI-Rechenzentren getroffen. Deutsche Unternehmen sind besonders im Aufbau traditionellerer Industrien aktiv. Dort liefern sie unter anderem Anlagen und Maschinen sowie Technologie auf Feldern wie Automatisierung und Energieeffizienz.[1] Schon vor Beginn des Irankriegs ging allerdings die Zahl neuer Vorhaben in den Emiraten und damit auch das Volumen der Neuaufträge zurück. Der Irankrieg hat die wirtschaftlichen Aktivitäten in den Emiraten zusätzlich geschädigt. Zwar wird nach dem Ende des Kriegs mit einem Wiederaufschwung gerechnet; die konkreten Ausmaße und die spezifischen Formen sind allerdings ungewiss.

Deutsche Waffen

Darüber hinaus sind die Vereinigten Arabischen Emirate schon lange ein wichtiger Käufer deutscher Rüstungsgüter. Berlin und Abu Dhabi haben bereits im Jahr 2004 eine strategische Partnerschaft geschlossen – zu einer Zeit, als die Emirate in Reaktion auf den Irakkrieg ihre Streitkräfte hochzurüsten begannen. Deutschland gehört nicht zu den Hauptlieferanten der Emirate; dies sind die USA, die in den Jahren von 2020 bis 2024 rund 42 Prozent aller emiratischen Rüstungsimporte stellten, sowie Frankreich, das auf 17 Prozent kam. Beide unterhalten eigene Militärstützpunkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nummer drei ist mit 11 Prozent die Türkei.[3] Allerdings gehören die Emirate bereits seit Jahren zu den wichtigsten Abnehmern deutschen Kriegsgeräts außerhalb der NATO; sie erwerben jährlich Rüstungsgüter in oft sogar dreistelliger Millionen-Euro-Höhe – unter anderem Spürpanzer Fuchs sowie Minenjagdboote. Zuweilen werden Rüstungsgüter über Drittländer geliefert. So verkaufte Frankreich zwischen 1994 und 2002 mehr als 400 Panzer vom Typ Leclerc in die Emirate; Panzer dieses Modells, die deutsche Motoren haben, kamen etwa im Jemenkrieg zum Einsatz. 2016 und 2017, als der Jemenkrieg auf Hochtouren lief, verkaufte Deutschland laut dem Bonn International Centre for Conflict Studies (bicc) etwa vier Pionierpanzer und 20.000 Mörsergranaten an Abu Dhabi. Hinzu kamen Maschinenpistolen im Wert von 3,5 Millionen Euro.

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Anmerkung der Redaktion: Achtzehn Monate lang belagerten die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) die Stadt Al-Faschir in Nord-Darfur. Ziel war die Eliminierung der nicht-arabischen Bevölkerung der Stadt – Amnesty International dokumentiert in dem heute veröffentlichten Bericht „City Under Siege, Children Under Fire“, wie die Zivilbevölkerung von Anfang 2024 bis Oktober 2025 systematisch an der Flucht gehindert, entführt und getötet wurde. Amnesty ordnet die Menschenrechtsverletzungen durch die RSF als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und ethnische Säuberungen ein.

EU kauft Drohnen für Angriff auf Russland – und neutrale Staaten spielen mit

Von Peter F. Mayer – 1. Juli 2026

Die EU schickt weitere Milliarden in einen Krieg, der längst keiner mehr ist, den man beenden will. Und neutrale Staaten finanzieren mit, als gäbe es das Wort Neutralität nicht mehr.

Wie  TKP bereits berichtete, hat die Europäische Union soeben weitere 3,9 Milliarden € an die Ukraine überwiesen ‒ zweckgebunden für die Beschaffung von Drohnen. Das ist keine humanitäre Hilfe. Das ist Kriegsfinanzierung. Und es ist nur die jüngste Tranche eines neuen €90-Milliarden-Kreditprogramms, mit dem Brüssel Kiew bis mindestens 2027 am Leben erhalten will. Reuters meldete den Transfer am 30. Juni 2026. Kommentar der Kommission? Fehlanzeige. Es läuft halt.

Rechnen wir kurz zusammen: Allein im Juni 2026 flossen zuvor bereits knapp €2,8 Milliarden, dann nochmals 3,2 Milliarden € unter demselben Kreditrahmen, und jetzt eben €3,9 Milliarden ‒ nur für Drohnen. Die Gesamtsumme der EU-Unterstützung für die Ukraine beziffert der Europäische Rat selbst auf 211,3 Milliarden € seit Kriegsbeginn. Militärisch, finanziell, humanitär, flüchtlingsbezogen ‒ alles dabei.

Das ist keine freundliche Unterstützung mehr. Das ist der Aufbau einer permanenten Kriegswirtschaft auf Pump.

Der Krieg, der nicht enden darf

Martin Armstrong von Armstrong Economics schreibt dazu:

Sie sagten den Menschen, es gehe um die Verteidigung der Demokratie. Dann zensierten sie abweichende Meinungen. Sie sagten den Steuerzahlern, dies sei nur vorübergehend. Jetzt finanzieren sie die Ukraine bis 2027. Sie sagten allen, Sanktionen würden Russland zum Einsturz bringen. Stattdessen geriet Europa in eine Depression, während sich Russland anpasste. Jetzt finanzieren sie Drohnen, weil sich das Schlachtfeld in einen technologischen Fleischwolf verwandelt hat.

Am beunruhigendsten ist, dass Europa sich bereits so verhält, als befände es sich im Krieg. Es schränkt den Zugang zu neuem Flüchtlingsschutz für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter ein, erhöht die Verteidigungsausgaben, diskutiert die Wiedereinführung der Wehrpflicht und finanziert die Waffenproduktion. Die Europäische Kommission will den vorübergehenden Schutz bis März 2028 verlängern, doch neu ankommende ukrainische Männer im wehrfähigen Alter ohne Genehmigung aus Kiew könnten davon ausgeschlossen werden.

Kein einziges Versprechen wurde gehalten. Die Sanktionen, die Russland in die Knie zwingen sollten, haben Europa in eine Rezession manövriert, während Russland neue Handelswege erschloss und seine Kriegswirtschaft hochfuhr. Die temporäre Hilfsmission ist zu einem Dauerengagement mutiert. Und die Verteidigung der Demokratie? Die EU-Kommission will den Schutzstatus für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter einschränken ‒ wer keine Genehmigung aus Kiew vorweisen kann, soll künftig keinen Flüchtlingsschutz mehr erhalten. Demokratie heißt dann wohl: Du darfst in unserem Namen sterben, aber nicht in unserem Land leben.

Die Rekonstruktionskosten der Ukraine werden auf 588 Milliarden Dollar über die nächsten zehn Jahre geschätzt. Kiew hat bereits über 160 Wiederaufbauabkommen im Wert von mehr als zehn Milliarden € unterzeichnet. Europa baut nicht wieder auf. Europa baut eine dauerhafte Abhängigkeit.

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