Ukrainische Geheimgefängnisse: die Verzweiflung der Valentina Molodaja

Von Gert-Ewen-Ungar – 5. November 2026

Es war eine Inszenierung, die der Welt vorgeführt wurde. Eine Rettungssanitäterin befreit Männer aus einem Geheimgefängnis in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Rettungssanitäterin ist Fake, die Geheimgefängnisse sind es nicht. Was die Inszenierung öffentlich machte, sind systematische extralegale Inhaftierungen in Verbindung mit Gewalt und Folter durch ukrainische Mobilisierungskräfte. Die Brutalität des Systems Selenskyj gegen die eigene Bevölkerung nimmt zu, denn die Ukraine verliert den Krieg.

Es waren bedrückende Bilder, die am 3. November um die Welt gingen. Sie zeigten die nächtliche Befreiung von Männern aus einem Geheimgefängnis in Petropawliwska Borschtschahiwka, einem Dorf in der Nähe von Kiew. Unter ihnen war ein 14 Jahre alter Junge. Sie zeigten eine wütende Menge, die gegen die Praxis der Zwangsmobilisierung protestierte und dabei in rasender Wut einen Bus in Brand steckte. Zudem zeigten sie eine Rettungssanitäterin, die kniend um Zugang zu Verletzten fleht.

Die Rettungssanitäterin heißt Valentina Molodaja. Sie wurde inzwischen inhaftiert und ihr Name zudem auf der berüchtigten Liste der Feinde der Ukraine, Mirotworetz, gesetzt. Es war insgesamt eine Inszenierung, die man zu sehen bekommen hat – eine Inszenierung aus Verzweiflung.

Die Rekonstruktion der Ereignisse lässt sich zu folgender Geschichte zusammenfügen: Valentina Molodaja wurde die Existenz eines Geheimgefängnisses bekannt – vermutlich, weil ihr Mann dort interniert wurde. Sie sucht den Ort mehrfach auf, denn sie sucht nach Möglichkeiten, nach innen zu gelangen. Die zündende Idee ist ein gefakter Rettungseinsatz.

Sie zieht einen Jungen hinzu, der über den Zaun klettert, vom Inneren des Geländes einen Notruf absetzt und Valentina als Rettungskraft ruft. Im Anschluss entstehen die bekannten Bilder von der Befreiung von Männern, die in einem Geheimgefängnis eingesperrt waren, um an die Front verbracht zu werden. So ungefähr dürfte der Ablauf gewesen sein.

Ja, das Ganze war eine Inszenierung. Aber Valentina Molodaja gelang mit dieser Inszenierung, etwas Wichtiges ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren: Es gibt in der Ukraine Geheimgefängnisse und extralegale Inhaftierungen. Die Nationalgarde, zu der auch das Regiment Asow gehört und die dem Innenministerium untersteht, unterhält diese Geheimgefängnisse und bringt dort Zwangsmobilisierte und gefasste Deserteure unter. Eine gesetzliche Grundlage für die Inhaftierungen gibt es keine, ein rechtsstaatliches Verfahren gibt es ebenfalls nicht. Gewaltanwendung ist dabei wohl an der Tagesordnung.

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Trumps Desaster bei den US-Zwischenwahlen und die internationalen Folgen

Von Sevim Dagdelen – 4. November 2026

Wer sich auf Donald Trump verlässt, ist verlassen. Die republikanische Niederlage bei den Zwischenwahlen hat vor allem mit den Kriegen zu tun, die der Präsident selbst entfesselt hat – und die die USA nun teurer zu stehen kommen als je zuvor. 

Wer sich auf Donald Trump verlässt, der ist verlassen. Das haben viele republikanische Kandidaten bei den US-Zwischenwahlen zu spüren bekommen. Die US-Demokraten haben einen Erdrutschsieg errungen, der ihnen eine sichere Mehrheit sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus verschafft. Selbst in Bundesstaaten wie Texas oder Kansas, in denen demokratische Siege in den letzten 30 Jahren Fehlanzeige waren, verloren die Republikaner. Am Ende gab den Ausschlag für diese deutliche Niederlage die internationale Politik und ihre Konsequenzen für die soziale Frage in den USA. Laut Nachwahlbefragungen halten 62 Prozent der Wähler den Iran-Krieg für „falsch“. 74 Prozent sagen, dass der Krieg ein „entscheidender“ oder „wichtiger“ Faktor für ihre Wahlentscheidung war.

Trumps Kriege als Inflationstreiber

US-Präsident Donald Trump, der einst angetreten war, die ewigen Kriege zu beenden, ist selbst zum Meister des ewigen Krieges geworden. Dabei geht es beileibe nicht nur um den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran und Trumps Drohungen, das Land auszulöschen, sondern auch um seinen Stellvertreterkrieg gegen Russland in der Ukraine, der nunmehr von den Europäern und allen voran den Deutschen bezahlt wird. Infolge von Trumps Kriegen, die die USA geschickt der Ukraine und Israel allein in die Schuhe zu schieben versuchen und sich dabei als bedächtiger Bremser inszenieren, ist der Benzin- und Dieselpreis in den USA massiv gestiegen. Da half auch nicht der kurzfristige symbolische Energieimport aus Russland. Damit wurde die soziale Frage in den Mittelpunkt der Wahlauseinandersetzungen gerückt. Auch angesichts der massiven Umverteilungen durch Trumps autoritären Neoliberalismus zugunsten seiner Oligarchenfreunde fühlten sich viele US-Amerikaner regelrecht im Stich gelassen. Die Frage der Bezahlbarkeit des Lebens bestimmt den Alltag von immer mehr Menschen in den USA. Und genau darauf zielten die Demokraten in ihren Wahlkämpfen, die die Erinnerung verblassen ließen, dass die Demokraten außenpolitisch ebenso für die ewigen Kriege und massive Ausgaben für Aufrüstung und Interventionen stehen.

Die US-Amerikaner haben konsequent an der Zapfsäule abgestimmt. Trumps Kriege sind die Inflationstreiber, die dem durchschnittlichen Amerikaner das Leben schwer machen – so die Botschaft, die entschieden an der Wahlurne geahndet wurde. Krieg und Sozialabbau sind die zwei Seiten derselben Trump-Medaille. Am Ende wurden diese Wahlen mit der Wiederkehr der sozialen Frage entschieden.

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Die „Ulm 5“ in Stammheim – Schauprozess und Schmierentheater

Von Annette Groth – 4. November 2026 um 12:00Ein Artikel von Annette Groth

Seit dem 27. April 2026 wird in Stuttgart-Stammheim gegen die sogenannten „Ulm 5“ verhandelt, die im September 2025 in die Ulmer Niederlassung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems Deutschland in Ulm eingebrochen sind und dabei einen Sachschaden in Höhe von rund einer Million Euro verursacht haben sollen. Die fünf Angeklagten befinden sich seit September 2025 wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Baden-Württemberg, und das über Monate in weitgehender Isolationshaft.In den überregionalen Medien wird kaum über diesen Prozess berichtet, dementsprechend groß ist die Wissenslücke, selbst bei Friedensaktivisten, über den Prozess, den eine Verteidigerin kürzlich als „Schmierentheater“ bezeichnete. Trotz des weitgehenden medialen Schweigens versammeln sich jeden Prozesstag palästinasolidarische Menschen vor dem Gerichtsgebäude und begrüßen die in U-Haft Sitzenden mit Beifall und Parolen, wenn sie in den Gefangenentransportern aus den verschiedenen Gefängnissen nach Stammheim gebracht werden.

Der Gerichtssaal ist ebenfalls gut gefüllt, und auch dort werden die in Handschellen hereingeführten Angeklagten mit lautem Beifall und Gesang begrüßt. Die gezeigte Solidarität ist für die Angeklagten, sie sich selbst als „Ulm 5“ bezeichnen, außerordentlich wichtig, wie die anwesenden Mütter betonen. Ebenso sind Briefe im tristen Gefängnisalltag und insbesondere bei Isolationshaft mehr als willkommen, denn das sind wichtige Zeichen gelebter Solidarität, die nicht zu unterschätzen ist.

Die fünf Menschenrechtsaktivisten mit irischer, britischer, spanischer und deutscher Staatsangehörigkeit haben mit ihrer Aktion gegen den Völkermord in Gaza und die Komplizenschaft der Bundesregierung protestiert, die trotz des Verdachts des Genozids nach wie vor Waffen nach Israel exportiert. Sie dokumentierten ihre Aktion selbst auf Video und hatten sich am Tatort widerstandslos festnehmen lassen.

In ihren Stellungnahmen zum Tathergang betonten sie, dass sie seit Oktober 2023 alle legalen Protestmöglichkeiten gegen den anhaltenden Völkermord ausgeschöpft hätten, sodass sie nur noch eine Möglichkeit sahen: das Eindringen in die Betriebsräume von Elbit, um den Völkermord zu erschweren bzw. zu verhindern.

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Auf dem Weg zur Regierungsfähigkeit

Von German-Foreign-Policy.com – 4. November 2026

Die AfD bekennt sich zur NATO, wünscht das Militärbündnis gemeinsam mit den USA weiterzuentwickeln und will auf einem Gipfel mit Regierungsvertretern Russlands und der USA über die Zukunft der Nord-Stream-Pipelines verhandeln.

Die AfD nimmt auf dem Weg zur Regierungsfähigkeit die zweite große Hürde und bekennt sich nach ihrer Einwilligung in den Verbleib Deutschlands in der EU nun auch zu aktiver Mitarbeit in der NATO. Diese sei „das mächtigste Militärbündnis der Erde“, heißt es in einem aktuellen Positionspapier der AfD-Bundestagsfraktion; man wolle es „zusammen mit den USA und unseren europäischen Partnern fortentwickeln“. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump gelten der AfD-Fraktion, wie ihr außenpolitischer Sprecher Markus Frohnmaier hervorhebt, als „unser wichtigster westlicher Partner“. Den US-Überfall auf Venezuela stuft Frohnmaier als „realpolitisch nachvollziehbar“ ein und lobt, die Trump-Administration fördere energisch die „konservative Renaissance des Westens“. Zugleich dringt die AfD darauf, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren und insbesondere die Nord-Stream-Pipelines wieder in Betrieb zu nehmen, eventuell in Kooperation mit US-Unternehmen. Vorangetrieben werden soll all dies auf einem deutsch-amerikanisch-russischen „Gipfel“ im Frühjahr in Abu Dhabi, den die AfD-Bundestagsfraktion gemeinsam mit „Sonderberatern“ der Präsidenten der USA und Russlands abhalten will.

Der „abendländische Kulturraum“

In ihrem neuen Positionspapier zu den transatlantischen Beziehungen nimmt die AfD-Bundestagsfraktion eine im Kern äußerst positive Haltung gegenüber der Politik der Trump-Administration ein. Einerseits heißt es, diese betreibe eine „konservative Renaissance des Westens“, die der „Ideologie des Wokeismus“ ein Ende setzen werde. Dadurch trage sie zur „Erhaltung Europas als abendländischen Kulturraum“ bei.[1] Andererseits sei sie bestrebt, Washingtons „globale Vormachtstellung in der westlichen Hemisphäre“ – gemeint ist der komplette amerikanische Kontinent – sicherzustellen. Der Überfall auf Venezuela, das Aushungern Kubas sowie die Unterwerfung Panamas bzw. des Panamakanals seien legitim: „Wir begrüßen diese Neuausrichtung der US-amerikanischen Außenpolitik“.[2] Speziell sei der Überfall auf Venezuela „unbenommen der völkerrechtlichen Bewertung realpolitisch nachvollziehbar“. Jenseits der westlichen Hemisphäre jedoch solle Washington die „globale Interventionspolitik“ beenden. Bezüglich Grönlands, das geographisch Amerika und damit zugleich der westlichen Hemisphäre zugerechnet wird, auf das aber auch die EU Ansprüche erhebt, heißt es in dem AfD-Papier, Berlin solle enger mit Washington kooperieren und Zugang zu den Rohstoffen der Insel „im Rahmen von Joint Ventures“ einfordern.

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US-Zwischenwahlen: Eine überwältigende Absage an Trump und die Republikaner

Von Patrick Martin – 4. November 2026

Die Zwischenwahlen 2026 sind eine überwältigende Absage der amerikanischen Bevölkerung an Donald Trump und die Politik seiner Regierung. Die Republikanische Partei hat bei einer deutlichen Wahlniederlage ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren und muss auch die Kontrolle über den Senat abgeben.

Die Republikaner haben Senatssitze in den Bundesstaaten North Carolina, South Carolina, Texas, Ohio, Kansas, Maine und Iowa verloren, während sie keinen einzigen Sitz erobern konnten, der zuvor von den Demokraten gehalten wurde. Die Demokraten könnten im künftigen Senat eine Mehrheit von bis zu 55 der 100 Sitze haben, je nach Ausgang der Wahl in Alaska.

Die Anti-Trump-Welle brachte auch etablierte republikanische Gouverneure wie Greg Abbott in Texas zu Fall. Darüber hinaus scheiterten die milliardenschweren republikanischen Gouverneurskandidaten Vivek Ramaswamy in Ohio und Rick Jackson in Georgia.

Die Demokraten siegten so eindeutig, dass Associated Press und die großen Sender ihren Wahlsieg bereits sehr früh als sicher einstuften und keine nennenswerte Herausforderung durch die republikanischen Kandidaten mehr zu erwarten war. Auch gelang es der Trump-Regierung nicht, die Wähler davon abzuschrecken, an die Urnen zu gehen. Im Gegenteil: Die Wahlbeteiligung scheint die höchste gewesen zu sein, die es je bei einer Nicht-Präsidentschaftswahl gab.

In Texas, dem größten von den Republikanern regierten Bundesstaat, rief der seit drei Amtszeiten regierende Abbott die Demokratin Gina Hinojosa um 22:00 Uhr Ortszeit an, um seine Niederlage einzugestehen, weil er mehr als eine Million Stimmen hinter ihr lag. Hinojosa wird die erste hispanische Gouverneurin von Texas sein, der Demokrat Xavier Becerra der erste hispanische Gouverneur von Kalifornien – eine Absage an Trumps rassistische Dämonisierung von Einwanderern, insbesondere aus Mexiko.

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Zivilklausel ausgemustert! Uni Kassel ab sofort in Uniform …

Von Ralf Wurzbacher – 5. November 2026

Am Mittwoch löschte der Senat der Hochschule in Nordhessen die Verpflichtung aus ihren Statuten, ausnahmslos zu friedlichen und zivilen Zwecken zu forschen. Ansässige Rüstungskonzerne sind zufrieden und bahnen bereits erste Kooperationen an. Der Umfaller könnte Schule machen.

Die Universität Kassel wechselt die Seiten – vom Lager der Friedfertigen an die Front der Krieger. Am Mittwoch hat der Senat der Hochschule in Nordhessen beschlossen, die seit 2013 geltende Zivilklausel aus ihren Statuten zu tilgen. Der Passus, Forschung und Entwicklung, Lehre und Studium „ausschließlich friedlichen Zwecken“ zu verpflichten, wird ausgemustert. Im Zeichen der „Zeitenwende“ trage man den „veränderten politischen Gegebenheiten“ Rechnung, heißt es.

Oder anders: Man beweist „Kriegstüchtigkeit“. Zu Befehl, Herr Oberbefehlshaber! Bumm Bumm Boris Pistorius wird es mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben. Bei einer Stippvisite am Kasseler Standort des Panzerbauers KNDS im Juli hatte der SPD-Bundesminister offensiv für die Abschaffung der Zivilklausel agitiert. An allen Wissenschaftseinrichtungen, versteht sich. Denn es gehe darum, „die Verteidigungsfähigkeit des Landes weiter aufzubauen und für die Zukunft zu stärken“. Also: Schluss mit akademischem Elfenbeinturm, Hochschulen haben sich den harten Realitäten zu stellen. Damit Wissenschaft in Deutschland endlich wieder Waffen schafft.

Heftiger Widerstand

An der Kasseler Uni stößt die Zäsur auf massiven Widerstand. Monatelang hatten Lernende und Lehrende gegen das Vorhaben protestiert. Bei einer Urabstimmung sprachen sich über 80 Prozent der Studierenden für den Erhalt des Status quo aus. Daneben hatte sich die fast 500-köpfige Beschäftigteninitiative „Zivile Uni Kassel“, darunter 50 Professorinnen und Professoren, mit einer Petition für den Erhalt und eine Stärkung der Zivilklausel stark gemacht. Eigentlich wollte die Unileitung ihr Ding schon zu Sommeranfang durchziehen. Nach der ersten Lesung im Senat am 1. Juli, bei der die Vorlage abgesegnet wurde, sah man sich wegen der heftigen Gegenreaktion allerdings genötigt, die abschließende Entscheidung auf Anfang November zu vertagen. Um per Diskussionsprozess eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu finden – angeblich.

Am Ende blieb im Kern alles wie geplant, versehen mit einer dicken Portion Augenwischerei. Man habe mit der überarbeiteten Grundordnung den „Friedensauftrag an die Universität präzisiert“, hielt die Unileitung gestern in einer Medienmitteilung nach der finalen zweiten Lesung fest. Mit der neuen Fassung appelliere der Senat an Forschende und Lehrende, „die eigene Arbeit an friedlichen Zwecken auszurichten und somit Verantwortung für friedliches Zusammenleben der Menschen zu übernehmen und die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu stärken“. Insbesondere seien sie sich „der Problematik einer Abgrenzung zwischen dem zivilen und potenziell militärischen Nutzen ihres Tuns bewusst“.

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Update zum in der Ukraine entdeckten Foltergefängnis der Armee

Von Thomas Röper – 4. November 2026

Zu dem geheimen Foltergefängnis, das in der Nähe von Kiew entdeckt wurde, gibt es Neuigkeiten, denn einige der gestrigen Meldungen müssen korrigiert oder ergänzt werden.

Da ich gestern ausführlich über das Foltergefängnis der ukrainischen Nationalgarde berichtet habe, das in der Nähe von Kiew entdeckt wurde, will ich hier über die neuesten Meldungen dazu berichten, weil die sich von dem unterscheiden, was gestern berichtet wurde. Im Kern hat sich nichts geändert, aber es gibt einige interessante neue Details.

Ich wiederhole hier zunächst kurz, was gestern gemeldet wurde, dann komme ich zu dem, was seitdem bekannt wurde.

Was geschehen ist

Am Abend des 2. November berichteten ukrainische Medien, dass bewaffnete Männer im Keller eines Privathauses nahe Kiew etwa 40 Personen gefangen halten. Eine Sanitäterin berichtete, ihr sei ein Video geschickt worden, das zeige, dass viele der dort festgehaltenen Personen Verletzungen aufwiesen, die auf Folter hindeuten. Das Gebäude wurde von bewaffneten Männern bewacht, die den Sanitätern den Zutritt verweigerten.

Daraufhin versammelte sich eine Menschenmenge vor dem Gebäude, die empörten Anwohner versuchten, das Tor zum Grundstück aufzubrechen und es wurde Tränengas gegen sie eingesetzt. Erst nach erheblichem öffentlichem Aufsehen durften vier Personen mit Misshandlungsspuren das Gebäude verlassen.

Später teilte die Polizei mit, dass in dem Haus Angehörige der Nationalgarde der Ukraine untergebracht seien. Der Kommandeur der Nationalgarde, erklärte, dass es sich bei den vier verletzten Männern um desertierte Soldaten handele. Er bezeichnete das Gebäude als „vorübergehenden Stationierungspunkt“ und räumte ein, dass dort auch zwangsmobilisierte Soldaten festgehalten würden.

Nach weiteren Massenprotesten willigte die Nationalgarde ein, alle festgehaltenen Männer zur medizinischen Untersuchung in eine Klinik zu lassen. Insgesamt seien etwa 45 Personen in dem Haus gefangen gehalten und gefoltert worden, das jüngste Opfer soll erst 14 Jahre alt gewesen sein. Dazu gleich mehr.

Die Sanitäterin, die auf den Folterkeller in der Nähe von Kiew aufmerksam gemacht hatte, wurde Meldungen zufolge von der Polizei festgenommen. Einige ukrainische Medien behaupten, die Frau sei gar keine Sanitäterin. Andere Medien berichten, Journalisten hätten die Anweisung erhalten, die Frau zu diskreditieren, um von dem Foltergefängnis abzulenken.

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Der neue NATO-Verteidigungsplan sieht Angriffe tief im russischen Hinterland vor

Von Daniel Michaels (Übersetzung/Einleitung: Thomas Röper) – 4. November 2026

Wie das Wall Street Journal berichtet, sieht der neue NATO-Verteidigungsplan vor, im Falle eines Konfliktes mit Russland automatisch zu eskalieren und Ziele tief im russischen Hinterland anzugreifen. Wenn diese Strategie Erfolg hätte, wäre das Ergebnis ein Atomkrieg in Europa.

Vor zwei Wochen habe ich über die neue Strategie der NATO für einen Krieg gegen Russland berichtet, die NATO-Oberbefehlshaber Grynkewich in Warschau unter dem Titel „Theory of Victory“ vorgestellt hat. Diese Strategie sieht vor, dass die NATO im Falle eines militärischen Zusammenstoßes schnell zu Langstreckenangriffen tief in russisches Gebiet übergeht. Mit anderen Worten: Die Strategie setzt auf eine schnelle militärische Eskalation anstatt auf den Versuch, einen verheerenden Krieg irgendwie im letzten Moment abzuwenden.

Die Strategie blendet in ihren veröffentlichten Versionen die Gefahr einer nuklearen Eskalation aus, sie wird nirgends erwähnt. Das ist schon deshalb auffällig, weil die Strategie darauf setzt, Russland durch Langstreckenangriffe auf strategische Ziele entscheidend zu schwächen, was jedoch laut der russischen Nukleardoktrin zu einer nuklearen Antwort führen würde. Das ist allgemein bekannt, weshalb sich die Frage stellt, warum die NATO das in ihrer Strategie nicht berücksichtigt.

Die Antwort ist offensichtlich: Natürlich berücksichtigt die NATO das, und sie bereitet sich darauf auch aktiv vor, nur steht das nicht in der veröffentlichten Version der „Theory of Victory“. Dass das so ist, zeigen die eiligen Vorbereitungen der NATO auf die Stationierung von Atomwaffen in Finnland und den baltischen Staaten, also unmittelbar an der russischen Grenze, auf die ich in meinem Artikel von vor zwei Wochen hingewiesen habe.

Mit anderen Worten: Die NATO bereitet aktiv einen Atomkrieg in Europa vor. Und sie bringt Russland – wie schon Anfang 2022 vor der Eskalation in der Ukraine – in eine Zwickmühle, denn damit Russland steht vor der Wahl, entweder abzuwarten, ob die NATO einen Vorfall unter falscher Flagge organsiert, Russland diesen Vorfall vorwirft und dann schnell zu Angriffen tief im russischen Hinterland übergeht – und dazu die dann im Baltikum stationierten Atomwaffen verwendet -, oder aber im Falle eines Konfliktes selbst sofort atomar zuzuschlagen, um die Atomwaffen der NATO an seiner unmittelbaren Grenze auszuschalten.

Das Wall Street Journal bestätigt meine Befürchtungen nun, denn es berichtet über die neue NATO-Strategie, die eine schnelle Eskalation eines militärischen Konfliktes mit Russland vorsieht, wobei auch in deren Artikel explizit darauf hingewiesen wird, dass „eine Eskalation bis hin zum Einsatz von Atomwaffen in dieser Strategie nicht vorgesehen“ sei, was schlicht unrealistisch ist, denn sollte die Strategie Erfolg haben, wäre Russland zum Einsatz seiner Atomwaffen gezwungen, um eine vernichtende Niederlage abzuwenden.

Ich habe den Artikel des Wall Street Journal übersetzt, damit sich jeder selbst seine Gedanken dazu machen kann.

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In der Ukraine wurde ein Foltergefängnis entdeckt, die Existenz weiterer Gefängnisse wurde zugegeben

Von Thomas Röper – 3. November 2026

In der Ukraine wurde ein geheimes Foltergefängnis entdeckt und Selenskys Büroleiter hat erklärt, solche Einrichtungen gäbe es in der Ukraine viele. Deutsche Medien verschweigen das und Kanzler Merz stellt Selensky, der heute in Berlin war, keine lästigen Fragen, sondern verspricht mehr Geld.

In der Ukraine wurde just in der Nacht, bevor der ukrainische Machthaber Selensky wieder mal nach Berlin gereist ist, um um mehr Geld zu betteln, ein Foltergefängnis der Nationalgarde aufgedeckt. Die deutsche Regierung hat daran nichts zu kritisieren, die deutschen Medien verschweigen das und beim Pressetermin von Selensky und Merz in Berlin hat kein Journalist nach dem Foltergefängnis gefragt.

Was passiert ist

Am Abend des 2. November berichteten ukrainische Medien, dass bewaffnete Männer im Keller eines Privathauses nahe Kiew etwa 40 Personen gefangen halten. Eine Sanitäterin berichtete, ihr sei ein Video geschickt worden, das zeige, dass viele der dort festgehaltenen Personen Verletzungen aufwiesen, die auf Folter hindeuten. Das Gebäude wurde von bewaffneten Männern bewacht, die den Sanitätern den Zutritt verweigerten.

Daraufhin versammelte sich eine Menschenmenge vor dem Gebäude. Die Leute riefen „Schande!“ und der Protest eskalierte schließlich in eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Zivilisten und der Polizei. Augenzeugen berichteten von Schüssen und ukrainische Medien wie die Nachrichtenagentur UNIAN und Kiewer Telegram-Kanäle verbreiten Videos der Szenen.

Als die empörten Anwohner versuchten, das Tor aufzubrechen, wurde Tränengas gegen sie eingesetzt. Erst nach erheblichem öffentlichem Aufsehen durfte ein Rettungswagen vier Personen mit Misshandlungsspuren abholen, eine war in kritischem Zustand.

Später teilte die Polizei mit, dass in dem Haus Angehörige der Nationalgarde der Ukraine untergebracht seien. Alexander Piwnenko, der Kommandeur der Nationalgarde, erklärte, dass es sich bei den vier verletzten Männern um desertierte Soldaten handele. Er bezeichnete das Gebäude als „vorübergehenden Stationierungspunkt“ und räumte ein, dass dort auch mobilisierte Soldaten festgehalten würden.

Vor dem Gebäude kam es zu weiteren Massenprotesten, woraufhin die Nationalgarde einwilligte, alle festgehaltenen Männer zur medizinischen Untersuchung in eine Klinik zu lassen. Wie Vertreter des pro-russischen Untergrunds der TASS berichteten, wurde versucht, Männer mit Spuren von Misshandlungen heimlich einzeln durch einen Hinterausgang hinauszuschleusen. Insgesamt seien etwa 45 Personen in dem Haus gefangen gehalten und gefoltert worden, das jüngste Opfer soll erst 14 Jahre alt sein (siehe Titelbild des Artikels).

Wie der ehemalige Abgeordnete der Werchowna Rada Igor Mossijtschuk auf seinem Telegram-Kanal mitteilte, wurde die Sanitäterin, die auf den Folterkeller in der Nähe von Kiew aufmerksam gemacht hatte, von der Polizei festgenommen.

Einige ukrainische Medien behaupten, die Frau sei gar keine Mitarbeiterin jener Klinik, als deren Vertreterin sie sich ausgegeben hatte. Andere Medien berichten, Journalisten hätten die Anweisung erhalten, die Frau zu diskreditieren, um von dem Foltergefängnis abzulenken.

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US-Zwischenwahlen: Progressive stellen sich hinter die Angriffe des Kriegsverbrechers Obama auf Trump

Von Joseph Massad – 3. November 2026

Ein junges Paar, ein Mann und eine Frau, läuft in Teheran an einem Wandbild vorbei. Dieses zeigt eine Karikatur der US-Flagge: Totenköpfe statt Sterne.

Massenabschiebungen, Drohnenangriffe und die Unterstützung für Israels Völkermordkriege hindern die Liberalen nicht daran, den ehemaligen Präsidenten als moralische Alternative zu Trump darzustellen.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama wirbt am 24. Oktober 2026 in Detroit gemeinsam mit dem demokratischen Senatskandidaten aus Michigan, Abdul El-Sayed, und der Gouverneurskandidatin Jocelyn Benson für die Wahl (Kyle Mazza/Sipa USA via Reuters)

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama ist auf Wahlkampftour, um Kandidaten der Demokratischen Partei zu unterstützen. In Reden in Ohio und Michigan hat er die Trump-Regierung für eine Politik verurteilt, die derjenigen, die er selbst während seiner Amtszeit verfolgte, nicht unähnlich ist.

Eine letzte Woche veröffentlichte Harvard-Jugendumfrage ergab, dass zwei Drittel der registrierten jungen Wähler die Leistung der Demokratischen Partei im Kongress ablehnen, während fast zwei Drittel der jungen Demokraten ein Ende der US-Militärhilfe für Israel fordern. Dennoch setzen Demokraten und sogenannte Progressive Obama ein, um Unterstützung für ihre Kandidaten zu gewinnen – trotz seiner eigenen katastrophalen Bilanz.

Obama, der „Chef-Abschieber“, der auf grausame Weise mehr als drei Millionen Einwanderer abgeschoben hat, besitzt nun die Dreistigkeit, Trump als Verursacher von „Chaos und Grausamkeit, Korruption und Inkompetenz“ anzuprangern.

Seine Regierung sperrte zudem Tausende von asylsuchenden Müttern und Kindern ein. Im Jahr 2014 führte sie die Masseninhaftierung von Familien wieder ein und erweiterte die Kapazität von weniger als 100 Betten auf etwa 3.700 bis zum Jahr 2015. Sie verteidigte die Inhaftierung dieser Familien, um andere Migranten abzuschrecken, bis ein Bundesrichter diese Politik stoppte.

Es ist nicht so, dass Trump nicht grausam wäre; es ist vielmehr so, dass Obama gnadenlos grausam ist.

Dass US-Liberale und Progressive immer noch denselben Obama als Leuchtturm der Hoffnung gegen Trumps anhaltende Verwüstungen unterstützen, offenbart einmal mehr den moralischen und politischen Bankrott der liberalen Linken in den USA.

Grausamkeit und Chaos

Dass sich sogenannte Progressive hinter die Angriffe des Kriegsverbrechers Obama auf Trump stellen, ist wahrlich ironisch. Obama glaubt, er habe die moralische Autorität, Trumps Krieg gegen den Iran zu verurteilen, der zum Tod von Amerikanern geführt hat.

Obamas Kriege in Afghanistan und im Irak kosteten während seiner beiden Amtszeiten mehr als 100.000 Afghanen und Irakern das Leben sowie 2.500 Amerikanern, dennoch verurteilt er Trump für den Tod von 21 US-Soldaten im Krieg gegen den Iran.

Das ist derselbe Obama, der als Präsident eine wöchentliche Todesliste führte und dessen Drohnenangriffe 2011 den 16-jährigen amerikanischen Staatsbürger Abdulrahman al-Awlaki im Jemen töteten.

Absurd, töricht und lächerlich war Obamas Entgegennahme des Friedensnobelpreises im Jahr 2009 für seine Kriege gegen Pakistaner, Afghanen und Iraker.

Er bombardierte Hochzeiten im Jemen und in Afghanistan, eine Beerdigung in Pakistan und ein Krankenhaus in Kunduz sowie weitere zivile Ziele und tötete dabei Hunderte von Menschen. Im Jahr 2015 genehmigte Obama zudem logistische und nachrichtendienstliche Unterstützung, einschließlich Luftbetankung, für den von Saudi-Arabien geführten Krieg gegen den Jemen.

Was das „Chaos“ angeht, das er nun beklagt: Obama leitete 2011 die militärische Intervention in Libyen ein, die das Land in jahrelange Kriegshandlungen und den politischen Zusammenbruch stürzte.

Der schamlose Obama doziert nun darüber, wie Trumps Amtsführung nach „Albernheiten und Unsinn“ rieche.

Was unsinnig, albern und völlig lächerlich war, war Obamas Entgegennahme des Friedensnobelpreises im Jahr 2009 für seine Kriege gegen Pakistaner, Afghanen und Iraker, seine Unterstützung für den Sturz der Demokratie in Honduras, seine Begünstigung von Diktaturen in der arabischen und muslimischen Welt, seine Drohungen mit einer möglichen Invasion des Iran und seine begeisterte Unterstützung für die rassistische israelische Siedlerkolonie.

Dass Trump glaubt, auch er verdiene den Preis, ist keineswegs heuchlerisch; vielmehr ist es das Nobelpreiskomitee, das heuchlerisch ist, weil es sich weigert, ihn ihm zu verleihen.

Den Arabern Lektionen erteilen

In seiner berüchtigten Rede an der Universität Kairo im Jahr 2009 wandte sich Obama an die gesamte muslimische Welt als der Präsident, der der Bush-Regierung bereits Straffreiheit für ihre Verbrechen garantiert hatte und der den „Krieg gegen den Terror“ weiter ausweiten und Guantanamo Bay niemals schließen würde.

Er erwähnte mit keinem Wort die Hunderttausende Menschen – nach einigen Schätzungen mehr als eine Million –, die bereits durch US-Kriege vom Irak bis nach Afghanistan getötet worden waren.

Er drückte keinerlei Trauer für die Zehntausenden arabischen Zivilisten aus, darunter auch Ägypter, die durch die damals bereits sechs Jahrzehnte andauernden israelischen Kriege und Massaker gegen sie ums Leben gekommen waren. Ebenso wenig zeigte er Solidarität mit den Millionen Arabern, die durch Israels barbarische Bombardements zu Flüchtlingen geworden waren, darunter eine Million Ägypter während des Zermürbungskriegs.

Obama verurteilte die Palästinenser dafür, dass sie sich weigerten, Israels Recht anzuerkennen, ein rassistischer „jüdischer“ Staat zu sein, und erließ rassistische Anweisungen an Araber und Muslime.

Sein Engagement für ein rassistisches Israel übertraf das seines Vizepräsidenten Joe Biden. Er versuchte, den Arabern eine Lektion in europäisch-jüdischer Geschichte zu erteilen, und forderte sie auf, den von europäischen Christen an europäischen Juden begangenen Holocaust zu würdigen – und nicht die andauernde Nakba, die von europäisch-jüdischen Kolonialisten an Arabern begangen wird.

Obama beschuldigte das arabische Volk auf unmoralische Weise, Holocaustleugner zu sein, weil es den europäisch-jüdischen Siedlerkolonialismus in Palästina in Frage stellte:

„Sechs Millionen Juden wurden getötet – mehr als die gesamte jüdische Bevölkerung Israels heute. Diese Tatsache zu leugnen ist unbegründet, ignorant und hasserfüllt. Israel mit Vernichtung zu drohen – oder abscheuliche Stereotypen über Juden zu wiederholen – ist zutiefst falsch und dient nur dazu, in den Köpfen der Israelis diese schmerzhaftesten Erinnerungen wachzurufen und gleichzeitig den Frieden zu verhindern, den die Menschen dieser Region verdienen.“

Er erinnerte sein Publikum in Kairo zudem daran, dass Amerikas Bindung an Israel „unzerbrechlich“ sei. Anstatt von Israel zu fordern, seine mutwillige Gewalt einzustellen, bestand der Ultra-Zionist Obama darauf, dass „die Palästinenser die Gewalt aufgeben müssen. Widerstand durch Gewalt und Töten ist falsch und führt nicht zum Erfolg.“

Er verbot den Palästinensern und anderen Arabern, jemals zu versuchen, die rassistischen Strukturen zu zerstören, auf denen Israels Herrschaft beruht. Er warnte die arabischen Völker, dass jeder Versuch ihrerseits, die rassistische Grundlage des israelischen Staates zu zerstören, als gleichbedeutend mit einem „Holocaust“ angesehen würde.

Ein Jahr später ging der erste schwarze amerikanische Präsident von der Tribüne der Vereinten Nationen aus so weit, den Palästinensern sowie den arabischen und muslimischen Ländern aufzuerlegen, Israels Recht, ein rassistischer jüdischer Staat zu sein, anzuerkennen, und beharrte darauf, dass „Israels Existenz kein Thema zur Debatte sein darf. Israel ist ein souveräner Staat und die historische Heimat des jüdischen Volkes.“

Geschenke an Israel

Im Februar 2011 legte Obama das einzige Veto seiner ersten Amtszeit im UN-Sicherheitsrat ein, um eine Resolution zu verhindern, die Israels Siedlungen verurteilte und von allen 14 anderen Mitgliedern unterstützt worden war.

Obama drohte 2011 zudem damit, Palästinas Antrag auf UN-Mitgliedschaft mit einem Veto zu blockieren, und stellte die US-Finanzhilfen für die UNESCO ein, als diese Palästina als Mitglied aufnahm.

Mitten in Israels Krieg gegen den Gazastreifen im Jahr 2014, bei dem 2.251 Palästinenser ums Leben kamen, versorgte sein Pentagon die israelische Armee mit Mörsergranaten, Handgranaten und Hellfire-Raketen.

Es waren Obamas jahrelange bedingungslose Unterstützung, gekrönt von seinem Abschiedsgeschenk an Israel in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar an US-Hilfe über zehn Haushaltsjahre von 2019 bis 2028 – das bis dahin größte US-Militärhilfepaket für Israel –, die Israel dabei halfen, seinen seit 2023 andauernden Völkermord im Gazastreifen zu begehen.

Dennoch hat Michigans Senatskandidat der Demokratischen Partei, Abdulrahman „Abdul“ El-Sayed, der behauptet, sich gegen den andauernden israelischen Völkermord und gegen das, was er als US-amerikanischen „Unternehmenssozialismus“ bezeichnet, zu stellen, Obama begeistert umarmt – denselben Obama, der den israelischen Völkermord bewaffnet und finanziert sowie durch seine zionistische Rhetorik ermöglicht hat.

Während seiner Amtszeit setzte Obama zudem das krasseste Beispiel für „Unternehmenssozialismus“ um: die Rettung des korrupten amerikanischen Bankensystems durch Steuergelder in Höhe einer halben Billion Dollar.

Einen Monat zuvor hatte El-Sayed in ganz Detroit Wahlkampf mit der gescheiterten Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris betrieben, die als Vizepräsidentin Israels Völkermord im Gazastreifen und dessen Expansionsbestrebungen weiterhin vorbehaltlos unterstützte.

Nichts davon ist neu. Wir haben dieses beschämende Schauspiel bereits gesehen, als Obama und US-Liberale sowie „Linke“ 2016 für jene anderen Kriegsverbrecher Hillary Clinton und 2020 für Joe Biden Wahlkampf machten und sie als das „kleinere Übel“ darstellten.

Kein Verbrechen, das von demokratischen Präsidenten begangen wurde, egal wie entsetzlich es auch sein mag, würde US-Liberale jemals davon abhalten, sie zu unterstützen.

Als Obama sich auf seinen Amtsantritt vorbereitete, forderte er die Amerikaner auf, „nach vorne zu blicken, anstatt zurückzuschauen“, als er sich weigerte, Beamte der Bush-Regierung wegen Folter strafrechtlich zu verfolgen.

Heute blicken die Demokraten stattdessen auf ihre ehemaligen Führer, um die Politik aufrechtzuerhalten, von der junge Wähler wollen, dass sie sie aufgeben.

Dass genau diese Liberalen von uns erwarten, die Kandidaten derselben Partei zu unterstützen, zeigt, wie reuelos die liberale politische Agenda in den USA ist. Mit ihrem Bestreben, ihren Einfluss auf die Partei aufrechtzuerhalten, tragen sie möglicherweise zu deren Zerfall bei – was für alle Amerikaner eine willkommene Entwicklung sein dürfte.

Joseph Massad ist Professor für moderne arabische Politik und Geistesgeschichte an der Columbia University in New York. Er ist Autor zahlreicher Bücher sowie wissenschaftlicher und journalistischer Artikel. Zu seinen Büchern gehören „Colonial Effects: The Making of National Identity in Jordan“, „Desiring Arabs“, „The Persistence of the Palestinian Question: Essays on Zionism and the Palestinians“ und zuletzt „Islam in Liberalism“. Seine Bücher und Artikel wurden in ein Dutzend Sprachen übersetzt.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf Middle East Eye]

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