Vor zehn Jahren veröffentlichte WikiLeaks die US-Botschafts-Depeschen

Von Thomas Scripps – 30. November 2020

Am letzten Samstag vor zehn Jahren setzte die Operation „Cablegate“ ein: Die Enthüllungsplattform WikiLeaks und ihre Partnermedien begannen, über den Inhalt Hunderttausender geleakter Depeschen der US-Regierung zu berichten. Die Dokumente enthüllten das schiere Ausmaß und die globale Reichweite der Verschwörung des US-Imperialismus gegen die internationale Arbeiterklasse, und sie bezeugten die rücksichtslose Korruption kapitalistischer Regierungen auf der ganzen Welt.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/11/30/assa-n30.html

Kolonie – Okkupation – Massaker: Osttimors dorniger Weg in die Unabhängigkeit

Von Rainer Werning – 29. November 2020

Vor 45 Jahren, am 28. November 1975, hatte die kleine portugiesische Kolonie Osttimor in Südostasien ihre Unabhängigkeit deklariert. Das große „Pech“: Diese währte nur neun Tage. Dann marschierten indonesische Militärs in das Land ein, annektierten es ein Jahr später und blieben dort ein Vierteljahrhundert lang als verhasste Besatzer. Politisch-diplomatisch protegiert und militärisch ausgerüstet von Washington, Bonn, Canberra und London im Zeichen von „freedom & democracy“. Es galt nach dem ein halbes Jahr zuvor erlittenen Desaster der USA in Vietnam, ein „zweites Kuba“ unbedingt zu verhindern. Die bittere Folge: Während der bleiernen Jahre der indonesischen Okkupation starb ein Viertel der damals etwa 800.000 Einwohner Osttimors an den Folgen militärischer Kampfhandlungen, von Gewalt und Vertreibung sowie Hunger und Krankheiten.

200 Jahre seit Engels’ Geburt

Von Peter Schwarz – 28. November 2020

Am 28. November 1820 wurde Friedrich Engels geboren, der zusammen mit seinem zweieinhalb Jahre älteren Freund Karl Marx den wissenschaftlichen Sozialismus begründete. 200 Jahre danach ist ihr Lebenswerk von brennender Aktualität. Sie waren weitsichtiger als die unzähligen Akademiker, deren Bemühungen, den Marxismus zu widerlegen, ganze Bibliotheken füllen.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/11/28/enge-n28.html

Die Nürnberger Prozesse 75 Jahre danach

Von Verena Nees – 20. November 2020

Dieser Artikel ist ursprünglich zum 70. Jahrestag der Nürnberger Prozesse erschienen. Anlässlich des 75. Jahrestags des Beginns der Prozesse am 20. November 1945 wurde er nun erneut veröffentlicht. – Als vergangenen Freitag die Türen zum Schwurgerichtssaal 600 des Nürnberger Justizpalasts geöffnet wurden, konnte man sich eines mulmigen Gefühls nicht erwehren. Hier, am Tag genau vor siebzig Jahren, saßen einundzwanzig der höchsten NS-Politiker und -Militärs auf der Anklagebank und mussten sich für unglaubliche Verbrechen und Millionen Tote verantworten.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/11/21/nuer-n21.html

Wie Henry Kissinger den Putsch in Chile vorbereitet hat

Von Harald Neuber – 14. November 2020

Ehemalige Geheimdokumente der US-Regierung, die vom National Security Archive an der George-Washington-Universität veröffentlicht wurden, belegen, wie die damalige US-Regierung Allendes demokratische Wahl und sein Programm für substantielle Veränderungen als Bedrohung sah. – Einige Tage nach Salvador Allendes Amtsantritt in Chile am 3. November 1970 rief US-Präsident Richard Nixon seinen Nationalen Sicherheitsrat zu einer Sitzung zusammen. Bei der Unterredung sollte es darum gehen, welche Politik die USA gegenüber der neuen chilenischen Regierung und der „Volkseinheit“ Allendes verfolgen würde. Nur wenige der Teilnehmer im Kabinettssaal des Weißen Hauses wussten zu diesem Zeitpunkt, dass die CIA auf Nixons Anweisung zuvor bereits versucht hatte, in Chile einen Militärputsch anzuzetteln, um die Amtseinführung von Allende zu verhindern. Der Versuch war gescheitert. Nun ging es um Plan B.

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Kosovos Präsident Thaçi wegen Kriegsverbrechen angeklagt

Von Peter Schwarz – 7. November 2020

Der Präsident des Kosovo, Hashim Thaçi, muss sich wegen Kriegsverbrechen vor einem Sondergericht in Den Haag verantworten. Ihm und neun weiteren Angeklagten werden hundertfacher Mord sowie Verfolgung und Folter während des Kriegs gegen Serbien 1998/99 vorgeworfen.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/11/07/thac-n07.html

Alles nur eine Metapher: New York Times verteidigt krampfhaft ihr „1619 Project“

Von Tom Mackaman und David North – 26. Oktober 2020

Am 16. Oktober 2020 unternahm der Herausgeber des New York Times Magazine, Jake Silverstein, einen neuen Versuch, das 1619-Projekt zu verteidigen. Er argumentiert nun, dass es sich bei dessen Kernaussage – dass 1619 und nicht 1776 das „eigentliche Gründungsjahr“ der Vereinigten Staaten sei – um eine metaphorische Wendung handele, die nicht wörtlich zu nehmen sei. Ursache für weitere Verwirrung sei ein redaktioneller Fehler, der auf Schwierigkeiten bei der Lenkung eines „Multiplattform“-Medienbetriebs zurückzuführen sei. Silversteins Essay unter dem Titel „On Recent Criticism of The 1619 Project“ („Zur jüngsten Kritik am 1619-Projekt“) ist nichts weiter als ein umständliches Ausweichen vor den inhaltlichen Fragen. Die Geschichtsfälschung wird auf die Ebene unbedeutender Grammatik- und Kommafehler verschoben und als unbedachter Gebrauch von Metaphern abgetan.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/10/26/1619-o26.html

„Ein Unterthan, das ist ein Tropf“

Von Alexander Bahar – 24. September 2020

Eine Neuausgabe erschließt das Werk des fast vergessenen Dichters und Revolutionärs Ludwig Pfau. Dem auf den Deckel seiner Taschenuhr eingravierten Wahlspruch: „Magnis superbus, parvis modestus“ („Stolz gegen die Großen, bescheiden gegen die Kleinen“) blieb der am 25. August 1821 in Heilbronn geborene Schriftsteller und Revolutionär Ludwig Pfau ein Leben lang treu. Ihn der unverdienten Vergessenheit zu entreißen, hat der „Literaturbetrieb“ Günther Emigs mit einer Neuausgabe seiner Gedichte unternommen.

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Trumps Nahost-Deal und die Sackgasse des bürgerlichen Nationalismus

Von Bill Van Auken – 19. September 2020

Das obszöne Spektakel, mit dem die Trump-Administration am Dienstag auf dem Südrasen des Weißen Hauses zwei monarchische Diktaturen, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain, und Israel das sogenannte „Abraham-Abkommen“ unterzeichnen ließ, stellt ein weiteres Glied in der jahrzehntelangen Kette des Verrats der arabischen Bourgeoisie dar.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/09/19/pers-s19.html

Frankreichs Präsident Macron gibt im Libanon den Ton an

Von Jean Shaoul – 7. September 2020

Am 1. September besuchte der französische Präsident Emmanuel Macron die libanesische Hauptstadt Beirut. Es war sein zweiter Besuch seit der verheerenden Brandkatastrophe im Hafen am 4. August 2020, bei der etwa 190 Menschen getötet wurden. Das Datum für den Besuch dieses Repräsentanten der ehemaligen Kolonialmacht war bewusst gewählt. Am 1. September 1920 wurde der libanesische Staat unter französischer Herrschaft gegründet. Das geschah über die Köpfe der Bewohner der Region hinweg und war Teil der imperialistischen Aufteilung des besiegten Osmanischen Reichs nach dem Ersten Weltkrieg.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/09/07/macr-s07.html