Kubanisches Grenzschutzschiff [Photo: Ministerio del Interior de Cuba]
Am Mittwoch kam es vor der Nordküste Kubas zu einem bewaffneten Zusammenstoß, bei dem kubanische Grenzschutzbeamte ein unter US-Flagge fahrendes Schnellboot mit Waffen, Sprengstoff und schwer bewaffneten Exilanten abwehrten. Der Vorfall ist eine ernste Warnung, dass Washingtons Kampagne, die Insel auszuhungern, um sie zur Unterwerfung zu zwingen, in eine noch gefährlichere und provokantere Phase eintritt.
Nach Angaben des kubanischen Innenministeriums näherte sich ein Patrouillenboot einem in Florida registrierten Schnellboot mit der Kennung FL7726SH, das etwa eine Seemeile vor der Küste der Provinz Villa Clara operierte – also weit entfernt von einem plausiblen „Navigationsfehler“. Dabei eröffneten die Insassen des amerikanischen Bootes das Feuer und verwundeten den kubanischen Kommandanten. Die Grenzsoldaten schossen zurück, töteten vier Männer und verletzten sechs weitere.
Die Behörden berichteten von der Beschlagnahme von Sturmgewehren, Pistolen, Molotow-Cocktails und anderen selbstgebauten Sprengkörpern, kugelsichere Westen, Zielfernrohren und Tarnuniformen – Ausrüstung, die auf ein versuchtes „Eindringen mit terroristischen Zielen” hindeutet.
Bei den meisten der bisher identifizierten Personen handelt es sich um in den USA lebende kubanische Staatsbürger; einige von ihnen stehen bereits wegen früherer Terroraktivitäten auf Kubas Fahndungsliste. Einer der Toten war laut CBS News, die sich auf eine Quelle aus dem Weißen Haus beruft, amerikanischer Staatsbürger. Auch einer der Verletzten wurde laut Medienberichten als US-Bürger identifiziert. Das Boot wurde als gestohlen gemeldet. Ein siebter festgenommener Verdächtiger soll gestanden haben, dass er aus den USA geschickt worden war, um Vorbereitungen für Angriffe der bewaffneten Gruppe in Kuba zu treffen.
Der US-Imperialismus hat im Nahen Osten in enormem Umfang Streitkräfte zusammengezogen – angeführt von zwei Flugzeugträger-Kampfgruppen und zahlreichen Kampfflugzeugen der Typen F-35, F-22 und F-16. Damit ist er bereit, in den kommenden Tagen – oder sogar Stunden – einen verbrecherischen Krieg gegen den Iran zu beginnen.
Ein solcher Krieg hätte nicht nur katastrophale Folgen für die belagerte Bevölkerung des Iran, sondern würde auch die gesamte Region in kürzester Zeit in Brand setzen. Vertreter der Trump-Regierung und des Pentagon haben in vertraulichen Gesprächen erklärt, sie bereiteten monatelange Bombardierungen des Iran vor. Dies würde den zwölftägigen unprovozierten Krieg, den die USA und Israel im letzten Juni gegen den Iran geführt haben und der mehr als 1.000 überwiegend zivile Todesopfer gefordert hat, weit in den Schatten stellen.
Während Trump seine Drohungen mit einem bevorstehenden Angriff weiter verschärft, führte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in Genf Gespräche mit den designierten Unterhändlern des amerikanischen Möchtegern-Diktators – seinem Geschäftskumpanen Steve Witkoff und seinem Schwiegersohn Jared Kushner.
Die so genannten Verhandlungen sind eine Farce. Sie erinnern eher an eine Mafia-Erpressung oder, präziser gesagt, an die Ultimaten, die Hitler während seines Amoklaufs durch Europa im Vorfeld und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte.
Von Financial Times (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper) – 27. Februar 2026
Die Deutsche Bank war jahrelang die Hausbank von Epstein, wobei interne Warnungen vor seinen Geschäften ignoriert wurden. Als Epstein dann 2019 verhaftet wurde, gab es bei der Bank Vertuschungsversuche, wie die Financial Times meldet.
Der Epstein-Skandal zieht immer weitere Kreise, wobei es bemerkenswert ist, wie nachdrücklich die Medien – und zwar nicht nur die Mainstream-Medien, sondern auch viele „alternative Medien“ – die neuen Erkenntnisse verschweigen. Ich bin derzeit dabei, Informationen gegenzuprüfen, die Kollegen recherchiert haben, und werde dazu am Wochenende erste Artikel veröffentlichen, wobei ich überrascht war, welche Verbindungen es auch nach Deutschland gibt.
Noch sind da keine „handfesten Skandale“ über die Verbindungen nach Deutschland ans Licht gekommen, aber es gibt reichlich interessante Spuren zu Menschen, die deutsche Politik beeinflussen und dabei von Epstein oder anderen US-NGOs finanziert und unterstützt wurden, und die bisher jeden Kontakt zu Epstein abgestritten haben, tatsächlich aber engen Kontakt zu ihm hatten.
Epstein hatte definitiv gute und enge Kontakte zu Leuten, die in Deutschland hinter den Kulissen sehr einflussreich sind, auch wenn ihre Namen kaum jemand kennt. Was aus den bisher bekannten Informationen daher nicht mehr bestritten werden kann, ist, dass es zumindest einen sehr dicken Filz zwischen Epstein und denen gab, die hinter den Kulissen auf politische Entscheidungen der Bundesregierung einwirken.
Darum soll es hier jedoch noch nicht gehen, hier übersetze ich einen Artikel der Financial Times von vor einigen Tagen, der nachzeichnet, wie die Geschäftsverbindung der Deutschen Bank zu Epstein zu Stande kam und wie Verantwortliche bei der Deutschen Bank interne Bedenken vom Tisch so lange gewischt haben, bis „Wegschauen“ wegen der zunehmenden Aufmerksamkeit der Medien und der darauf folgenden Verhaftung von Epstein nicht mehr funktionierte.
Die Vorbereitungen des US-Imperialismus auf einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran sind so gut wie abgeschlossen; im Nahen Osten befindet sich schon eine massive Kriegsmaschinerie aus zwei Flugzeugträgerkampfgruppen und Hunderten von Flugzeugen. US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag in seiner Rede zur Lage der Nation haltlose Vorwürfe gegen Teheran aus, um den bevorstehenden Angriff zu rechtfertigen.
Trump verurteilte Teherans „bedrohliche“ Bestrebungen, sich eine Atomwaffe zu verschaffen, und behauptete, die USA hätten das Atomprogramm des Landes „ausgelöscht“, aber die Iraner „wollen wieder von vorne anfangen“. Damit spielte er auf den zwölftägigen Krieg an, den Israel und die USA im letzten Juni geführt hatten. Er erklärte weiter, das Teheraner Regime habe nicht auf die Warnungen reagiert, „keine weiteren Versuche zu unternehmen“, ein Atomwaffenprogramm aufzubauen.
Weiter erklärte der Möchtegerndiktator: „Sie haben bereits Raketen entwickelt, die Europa und unsere Stützpunkte in Übersee bedrohen können, und sie arbeiten an Raketen, die bald auch die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden.“ Zuletzt erklärte er, er werde nicht zulassen, dass der „weltweit größte Sponsor von Terrorismus“ gewinnen werde.
Diese Lügen erinnern deutlich an die Vorwürfe über Saddam Husseins „Massenvernichtungswaffen“ im Vorfeld des Überfalls auf den Irak 2003. In Wirklichkeit hat das bürgerlich-klerikale Regime des Iran immer wieder jede Absicht dementiert, Atomwaffen bauen zu wollen, und betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Das Regime in Teheran hat stattdessen versucht, sein Atom- und Raketenprogramm sowie seine Handels- und sicherheitspolitischen Beziehungen zu Russland und China als Druckmittel zu nutzen, um einen Deal mit dem Imperialismus auszuhandeln, der die iranische Wirtschaft in den Weltkapitalismus einbinden sollte.
Die Meldungen der letzten Tage und Wochen zeigen, dass die EU und ihre führenden Mitgliedsstaaten nicht an einem Ende des Krieges gegen Russland interessiert sind, sondern sogar sehr bewusst eine Eskalation und ein Übergreifend des Krieges auf Europa selbst vorbereiten und provozieren.
Ja, ich weiß, ich warne seit Jahren davor, dass zuerst der kollektive Westen und nun die EU den Krieg auf Europa ausweiten wollen, aber bisher ist das nicht passiert, weshalb manche meine Warnungen nicht mehr ernst nehmen oder sich sogar darüber lustig machen. Aber man muss solche Entwicklungen in geschichtlichen Zeitrahmen sehen.
Nehmen wir beispielsweise den Ersten Weltkrieg. Damals gab es schon etwa zehn Jahre vor Kriegsausbruch Stimmen, die vor einem großen Krieg warnten, weil er objektiv in der Luft lag und nur noch ein Zündfunke fehlte. Der Grund dafür war, dass die Briten sahen in Deutschland und seiner wachsenden Flotte eine Gefahr für ihr Weltreich sahen, und dass Frankreich und Deutschland „Erbfeinde“ waren, wobei Frankreich Elsass-Lothringen zurückerobern wollte, das Deutschland im Krieg von 1871 erobert hatte.
Hinzu kam nach dem Ende der Bismarck-Ära eine Änderung der Bündnisse in Europa, die es unvermeidlich machte, dass im Falle eines Krieges von Deutschland mit Frankreich und/oder England auch Österreich-Ungarn und Russland in den Krieg hineingezogen würden.
Der Krieg lag also faktisch schon zehn Jahre in der Luft, aber weil er einfach nicht kommen wollte, wurden die Mahner immer mehr belächelt. Bis dann 1914 der Zündfunke kam und Europa innerhalb von vier Wochen aus dem längsten Frieden seiner Geschichte in den bis dahin schrecklichsten Krieg seiner Geschichte geriet.
Daher fühle ich mich aufgrund der aktuellen Entwicklungen in meinen Befürchtungen bestätigt, auch wenn der Krieg bisher nicht nach Europa gekommen ist, denn die Entwicklungen gehen in nur eine Richtung, in Richtung Eskalation. Und solange sich daran nichts ändert, bin ich leider zu 100 Prozent sicher, dass es nicht die Frage ist, ob die EU den Krieg mit Russland provoziert, sondern dass die Frage nur ist, wann der Zündfunke erfolgt, der diesen Krieg auslöst.
Diese populäre Erzählung, die zuletzt unter anderem von Foreign Affairs verbreitet wurde, ist sehr irreführend.
Foreign Affairs, das offizielle Magazin des einflussreichen Council on Foreign Relations, das unter westlichen Politikern und Entscheidungsträgern weit verbreitet ist, veröffentlichte kürzlich einen Artikel über „Die Grenzen der russischen Macht”. Der Untertitel verrät, dass es darum geht, „warum Putin in Trumps anarchischer Welt nicht erfolgreich ist”. Die Agenda dieser Darstellung besteht darin, die militärischen Sonderoperation als Katalysator für den angeblich unumkehrbaren Niedergang Russlands darzustellen, indem ihre Rückschläge in Syrien, Iran, Armenien–Aserbaidschan und Venezuela zu diesem Zweck übertrieben dargestellt werden.
Die oben genannten Rückschläge, die viele in den alternativen Medien bis heute unehrlich leugnen, werden dann mit dem geostrategischen Status quo ante bellum kontrastiert, um einen dramatischen Effekt zu erzielen und diese Darstellung dem Leser maximal zu vermitteln. Diese Vorbedingungen schaffen den Höhepunkt der Panikmache, dass Russland aus Verzweiflung einen Dritten Weltkrieg riskieren könnte, um in der Ukraine einen Sieg zu erringen, „indem es die Versorgungswege der Ukraine in Osteuropa angreift oder die US-amerikanischen Satelliten, die Kiew mit Zielinformationen versorgen”.
Diese Darstellung mag für manche überzeugend sein, da sie auf der Tatsache basiert, dass Russland in den letzten vier Jahren seiner Sonderoperation einige Rückschläge erlitten hat, worauf Außenminister Sergej Lawrow kürzlich in einem Interview angespielt hat, aber ihre Ursachen werden falsch zugeschrieben und die Folgen werden dramatisiert. Sie sind nicht auf den Konflikt zurückzuführen, sondern auf bereits zuvor bestehende Grenzen, die bisher zu wenig diskutiert wurden, wie beispielsweise die verständliche Zurückhaltung Russlands, wegen Drittländern einen Krieg mit der Türkei, Israel und den USA zu riskieren.
Anstatt dass der normalerweise vorsichtige Putin unerklärlicherweise einen Dritten Weltkrieg riskiert, indem er direkte militärische Maßnahmen gegen die NATO genehmigt, obwohl er sich nach so vielen Provokationen, die eine solche Reaktion rechtfertigen würden, bereits zurückgehalten hat, wird er wahrscheinlich das fortsetzen, was Lawrows FreundPepe Escobar als „Schneckenoffensive” bezeichnet hat. Parallel dazu könnten nach Beendigung der Sonderoperation weitreichende Reformen geplant sein, um die gestörten Rückkopplungsschleifen innerhalb des Militärs, der Geheimdienste und der diplomatischen Bürokratie zu reparieren, die das „Wunschdenken” aufrechterhalten haben.
Auch wenn Russland niemals einen Krieg mit der Türkei, Israel und den USA wegen Syrien, Iran, Armenien-Aserbaidschan und Venezuela riskieren würde, hätte es möglicherweise einige dieser Rückschläge abwenden können, wenn die Mitglieder dieser Institutionen die strategischen Bedrohungen erkannt hätten, bevor sie sich materialisierten. Stattdessen scheint es, als sei das gleiche „Wunschdenken“, vor dem Putin seinen CIA-Kollegen im Sommer 2022 gewarnt hatte, weiterhin ein Problem geblieben, was überzeugend erklärt, warum Russland jedes Mal unvorbereitet war.
Diese systemischen Herausforderungen, auf die während der militärischen Sonderoperation aufmerksam gemacht wurde, für die sie jedoch nicht verantwortlich ist, da sie zeitlich lange vor ihrem Beginn entstanden sind, sind behebbar, wenn der politische Wille und eine angemessene Aufsicht vorhanden sind. Russland könnte sich dann effektiver und flexibler an sie anpassen, wenn es das „Wunschdenken“ aus den Köpfen seiner „Deep State“-Mitglieder verbannen würde. Einige zukünftige Rückschläge könnten ebenfalls vermieden werden, während gleichzeitig eine solide Grundlage für die Politikgestaltung geschaffen würde, um den verlorenen Einfluss Russlands in diesen Regionen nachhaltig wiederherzustellen.
Das anhaltende „Wunschdenken“ innerhalb des russischen Militärs, Geheimdienstes und der diplomatischen Bürokratie, das durch die Schaffung alternativer Realitäten („Potemkinismus“) durch das „globale Medienökosystem“ noch verschlimmert wird und die ohnehin schon gestörten Rückkopplungsschleifen weiter beeinträchtigt, ist für die Rückschläge verantwortlich, nicht die Sonderoperation. Ebenso wird die Folge nicht sein, dass Putin aus Verzweiflung um einen Sieg in der Ukraine die NATO angreift, sondern dass er die „Schneckenoffensive“ fortsetzt und möglicherweise weitreichende Reformen nach Beendigung des Konflikts plant.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Da vielen die Details und Hintergründe nicht bekannt sind, zeige ich hier mit Belegen auf, warum die US-Internetkonzerne keine wirtschaftlich handelnden Konzerne, sondern Instrumente der US-Geheimdienste sind.
Es gibt Themen, die ich als Grundwissen für sehr wichtig halte und über die ich schon vor langer Zeit berichtet habe. Da jedoch längst nicht allen diese Dinge bekannt sind, veröffentliche ich diese Artikel nach einem oder zwei Jahren erneut, um daran zu erinnern. Dies ist so ein Thema, und ich veröffentliche hier erneut einen Artikel, den ich schon am 23. Dezember 2023 aus Anlass der Twitter-Files veröffentlicht habe.
Die meisten Menschen sind immer noch der Meinung, die US-Internetkonzerne seien Konzerne, die nach wirtschaftlichen Motiven handeln und in erster Linie Geld verdienen wollen. Dass das nicht so ist, war an deren Verhalten schon lange zu sehen. Und auch die Entstehungsgeschichten der US-Internetkonzerne enthalten reichlich Anhaltspunkte dafür, dass diese Konzerne im Grunde Tochtergesellschaften der US-Geheimdienste sind.
Nun haben die Enthüllungen der Twitter-Files diesen Verdacht bestätigt: Die US-Geheimdienste lenken die sozialen Netzwerke, geben ihnen vor, welche Meinungen, Meldungen und sogar konkrete Posts und User sie pushen und welche sie zensieren sollen. Auch dir Übergabe von persönlichen Daten von Usern haben die US-Geheimdienste – übrigens an den gesetzlichen Bestimmungen vorbei – gefordert. Das ist zumindest im Falle von Twitter jetzt belegt, denn das FBI hat die Übermittlung dieser Daten von Twitter gefordert.
Den US-Geheimdiensten geht es darum, die öffentliche Meinung nicht nur in den USA, sondern weltweit zu lenken, unangenehme Informationen zu zensieren und es geht um die totale Kontrolle der Menschen selbst.
Deutschland vertieft seine „umfassende strategische Partnerschaft“ mit China, um sich künftig besser gegen die fortgesetzten Attacken der Trump-Administration zur Wehr setzen zu können.
Deutschland wird seine „umfassende strategische Partnerschaft“ mit China vertiefen und insbesondere seine wirtschaftlichen Beziehungen mit der Volksrepublik ausbauen. Dies sind Ergebnisse der Gespräche, die Bundeskanzler Friedrich Merz am gestrigen Mittwoch in Beijing mit Chinas Präsident Xi Jinping sowie mit Ministerpräsident Li Qiang führte. Zudem sollen die Beziehungen zwischen China und der EU wieder verbessert werden. Auslöser für die erneute Annäherung zwischen Berlin und Beijing sind die fortgesetzten Angriffe der Trump-Administration auf Deutschland und die EU, die die Bundesregierung dazu nötigen, ökonomisch und politisch enger mit Drittstaaten zu kooperieren, will sie sich nicht dauerhaft von den USA auspressen lassen. Dabei kommt sie trotz aller Rivalität auch um eine stärkere Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsmacht China nicht herum. Merz teilte mit, man werde ökonomische Differenzen künftig „in einem offenen Dialog miteinander“ lösen. Dazu zählt, dass die Bundesrepublik ein großes und weiter steigendes Handelsdefizit mit China verzeichnet und dass ihre Unternehmen auch auf Drittmärkten mit chinesischer Konkurrenz zu kämpfen haben.
Schroffe Attacken
Noch wenige Tage vor seinem Abflug nach China hatte Bundeskanzler Friedrich Merz sich recht schroff über die Volksrepublik geäußert. So hatte er in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz erklärt, Beijing nutze „Abhängigkeiten anderer … systematisch aus“.[1] Es erhebe heute „einen globalen Gestaltungsanspruch“, für den es „die Grundlagen … über viele Jahre mit strategischer Geduld gelegt“ habe. Bereits „in absehbarer Zeit“ könne es wohl sogar den USA „militärisch auf Augenhöhe begegnen“. Am Mittwoch vergangener Woche fügte Merz auf einer CDU-Parteiveranstaltung hinzu, „plötzlich“ sehe man heute, dass China – „anders als in den letzten 3.000 Jahren der chinesischen Geschichte“ – „aggressiv im Südchinesischen Meer Stützpunkte ausbaut“, zudem „Taiwan einkreist und offen erklärt, dass es notfalls bereit wäre, mit militärischer Gewalt die sogenannte Wiedervereinigung Chinas herbeizuführen“.[2] Was Chinas Stützpunkte im Südchinesischen Meer von denjenigen Vietnams, Malaysias und der Philippinen unterscheidet, erläuterte Merz ebensowenig wie die Frage, wieso Chinas Wiedervereinigung eine „sogenannte“ sein soll; die völkerrechtliche Tatsache, dass Taiwan zu China gehört, hat die Bundesrepublik wie fast alle Staaten weltweit im Rahmen der Ein-China-Politik formal anerkannt. An offizielle Rechtspositionen ist auch ein Bundeskanzler gebunden.
US-Präsident Trump hat seinen „Friedensrat“ gegründet, der laut seiner Charta eine Art Ersatz-UNO werden und Konflikte in aller Welt lösen soll. Was genau ist also der „Friedensrat“, welche Staaten machen dabei mit und was hat die erste Sitzung ergeben?
Ursprünglich hat Präsident Trump seinen „Friedensrat“ im Oktober 2025 in seinem 20-Punkte-Plan zur Regulierung des Gazakrieges angekündigt, aber als die US-Regierung im Januar die Charta des „Friedensrates“ vorstellte, wurde klar, dass Trump viel weitergehende Pläne hat. Der „Friedensrat“ soll seinem Wunsch zufolge nicht nur für Gaza zuständig sein, sondern er soll Konflikte auf der ganzen Welt lösen.
Aber damit nicht genug, denn in der Charta gibt Trump sich selbst den Vorsitz und alle Macht in dem Friedensrat. Alles, was die Mitgliedsstaaten entscheiden, bedarf der Zustimmung des Vorsitzenden, zu dem Trump sich selbst ernannt hat. Sogar seinen Nachfolger darf er selbst aussuchen. Ironisch könnte man sagen, dass Trump sich damit zum König der Welt ernennen will, der bei allen internationalen Konflikten das letzte Wort hat und seinen Thron vererben kann.
Entsprechend verhalten war das Echo darauf und die Zahl der Staaten, die dem „Friedensrat“ tatsächlich beigetreten sind, ist überschaubar. Bemerkenswert ist, dass fast keine Staaten aus Europa beigetreten sind und natürlich ist auch keine der Großmächte Russland, China, Indien oder Brasilien beigetreten.
De facto ist Trumps „Friedensrat“ der Versuch, die UNO auszuhebeln, die den USA schon lange nicht mehr gefällt, weil sie sich immer öfter den Wünschen der US-Regierung widersetzt. Ein UNO-Ersatz, in dem die USA das Sagen und das letzte Wort haben, war daher der feuchte Traum jeder US-Regierung der letzten Jahrzehnte – und Trump versucht nun, das umzusetzen.
Das US-Außenministerium sagte das auch ganz offen, denn dort wurde nach der Erstunterzeichnung der Charta verkündet, die UNO sei in vielem ein riesiger Misserfolg und müsse – natürlich durch Trumps „Friedensrat“ – ersetzt werden.
Das Ziel dieser Absichten besteht darin, die Friedensgespräche zu torpedieren, indem Russland entweder zu einer präventiven Eskalation gegen die Ukraine als Abschreckungsmaßnahme oder aber zu einer unverhältnismäßigen Vergeltungsmaßnahme provoziert wird, die von den Europäern Fall dazu genutzt werden würde, Trump gegen Putin zu manipulieren.
Putin warnte am vierten Jahrestag der militärischen Sonderoperation, dass die Ukraine und ihre westlichen Förderer „eine mögliche Explosion unserer Gaspipelinesysteme – TurkStream und Blue Stream – auf dem Grund des Schwarzen Meeres“ planen. Sie können einfach nicht zurückweichen. Sie wissen nicht, was sie sonst noch tun können, um diesen friedlichen Prozess zu untergraben, der auf eine diplomatische Lösung abzielt. Es ist nicht das erste Mal, dass Russland vor einem solchen Komplott warnt. Frühere Warnungen wurden hier, hier und hier analysiert.
Das Wichtigste an dieser jüngsten Warnung ist, dass sie mit der Warnung des Auslandsgeheimdienstes vom selben Tag vor einem englisch-französischen Komplott zum Transfer von Nukleartechnologie und sogar Bomben in die Ukraine zusammenfiel. Dies wurde hier analysiert, und genau wie bei Putins Warnung vor den jüngsten Verschwörungen gegen Russlands Pipelines in die Türkei besteht das Ziel darin, die Friedensgespräche zu torpedieren, indem Russland entweder zu einer präventiven Eskalation gegen die Ukraine als Abschreckungsmaßnahme provoziert wird oder unmittelbar danach eine unverhältnismäßige Vergeltungsmaßnahme genehmigt wird.
In beiden Szenarien könnte der US-Vermittler der oben genannten Gespräche dann von den Europäern, die die ganze Zeit über versucht haben, Trumps Friedensbemühungen zu untergraben, dazu manipuliert werden, solche Schritte als „unprovozierte Aggression unter falschen Vorwänden“ falsch wahrzunehmen und damit möglicherweise die Verhandlungen zu torpedieren. Als Reaktion darauf könnte Trump dann auch dazu manipuliert werden, eine unverhältnismäßige „Vergeltungsmaßnahme” seines Landes zu genehmigen, wenn die Europäer behaupten, Putin habe ihn „gedemütigt”, was zu einer außer Kontrolle geratenen Eskalation führen könnte.
Die gemeinsamen Ziele der Europäer und Ukrainer bestehen darin, den Konflikt aufrechtzuerhalten, die USA wieder auf das Niveau des Engagements der Biden-Ära zurückzudrängen und dann eine kubanische Krise zwischen Russland und den USA zu provozieren, von der sie glauben, dass sie letztendlich zu erheblichen Zugeständnissen seitens Russlands führen würde. Zu diesem Zweck planen sie, den normalerweise zurückhaltenden Putin zu präventiven Eskalationen oder unverhältnismäßigen Vergeltungsmaßnahmen zu provozieren, ohne die er gezwungen sein wird, eine nukleare Ukraine und weitere gesprengte Pipelines zu akzeptieren.
Der einzige realistische Weg für Russland, dieses Nullsummen-Dilemma zu vermeiden, besteht darin, die Welt öffentlich vor diesen Provokationen zu warnen, in der Hoffnung, dass Trump davon aus den Medien erfährt, selbst wenn die nachweislich unzuverlässige CIA ihn nicht über die Aussagen Putins und seiner Spione informiert. Sie würden dann von ihm erwarten, dass er entweder sein Möglichstes tut, um diese geplanten Provokationen zu verhindern, oder nicht in die Falle tappt, von den Europäern manipuliert zu werden, wenn Russland präventiv eskaliert oder eine unverhältnismäßige Vergeltungsmaßnahme genehmigt.
Russlands Hauptmotiv ist es, die von den USA vermittelten Friedensgespräche mit der Ukraine aufrechtzuerhalten und damit das gefährliche Szenario einer Eskalation durch die USA zu verhindern, die außer Kontrolle geraten könnte. Das zweitwichtigste Motiv ist es, Trump zu zeigen, wie die London, Paris und Kiew hinter seinem Rücken daran arbeiten, seine Friedensbemühungen zu untergraben. Dies spricht für Putins aufrichtigen Wunsch nach Frieden, wenn auch nicht um jeden Preis, weshalb sein Team weiterhin hart verhandelt und die weitreichenden Zugeständnisse, die die Ukraine von ihm verlangt, nicht akzeptieren wird.
Insgesamt weiß niemand, ob die Ukraine und ihre westlichen Gönner nach ihrer Aufdeckung durch Moskau weiterhin versuchen werden, diese beiden Provokationen durchzuführen, aber zumindest kann Trump nicht glaubhaft behaupten, nichts von diesen Plänen zu wissen, falls Russland entweder präventiv eskaliert oder später eskaliert. Derzeit will Russland weder eine Eskalation seitens seiner Gegner noch eine Eskalation, zu der es durch deren Provokationen bald gezwungen sein könnte, aber es signalisiert, dass eine gewisse Eskalation möglich ist, wenn Trump diese Pläne nicht vereitelt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.