Farbrevolution im Iran, Teil 2: Wie der Iran Elon Musks „Spielzeug“ lahmgelegt hat

Von Vlada Krapivina (Übersetzung/Einleitung: Thomas Röper) – 20. Januar 2026

Im ersten Artikel über die Farbrevolution im Iran habe ich gezeigt, dass die Proteste im Iran keineswegs friedlich, sondern sehr brutal waren. Sie endeten praktisch sofort, nachdem es der iranischen Regierung gelungen war, Starlink im Iran abzuschalten. Das war für die ganze Welt überraschend, denn eigentlich soll es unmöglich sein, Starlink flächendeckend zu blockieren.

    Die Technologie dafür ist zwar vorhanden, aber sie gilt als zu teuer, um damit tatsächlich ein ganzes Land abzudecken. Aber der Iran hat es trotzdem geschafft. Da deutsche Medien darüber nicht berichten, habe ich in russischen Medien nach einem Artikel gesucht, der die Geschichte kurz und verständlich erzählt. Ich bin fündig geworden und habe den Artikel übersetzt. […]

    Starlink hat fertig? Iran hat Elon Musks „Spielzeug“ lahmgelegt, haben Russland und China geholfen?

    Plötzlich brachen in Iran sämtliche Kommunikationswege zusammen. Internet, Mobiltelefone, sogar Festnetzanschlüsse. Doch am wichtigsten: Die Behörden konnten sogar die Starlink-Terminals blockieren. Genau diese Geräte wurden genutzt, um die Massenproteste im Land aus dem Ausland zu koordinieren, die schließlich in Pogrome und Gewalt eskalierten.

    Azam Jangravi aus Toronto kann ihre Familie seit Tagen nicht mehr telefonisch erreichen. Sie ist Cybersicherheitsexpertin und kennt sich mit Technologie besser aus als die meisten. Doch nun ist sie genauso hilflos wie Millionen andere Menschen weltweit, deren Angehörige von der Kommunikation abgeschnitten sind.

    „Sie können sich nicht vorstellen, wie wir uns fühlen. Meine Brüder, meine Cousins, sie gehen auf die Straße“, sagt sie. Die Worte spiegeln die Realität wider, die sich in den letzten Wochen im Land abgespielt hat.

    Was als wirtschaftliche Proteste begann, eskalierte schnell zu organisierten Pogromen. Die Koordination erfolgte über verschlüsselte Kanäle, VPNs und illegale Starlink-Terminals. Die Satellitenkommunikation wurde zum wichtigsten Instrument, um die Unruhen zu organisieren, Anweisungen zu übermitteln und Gruppen zu koordinieren.

    Amir Rashidi, Experte für digitales Recht, beobachtet das Internet seit 20 Jahren. In dieser Zeit hat er Blockaden, Abschaltungen und Versuche, die Satellitenkommunikation zu stören, erlebt. Doch so etwas hat er noch nie gesehen. Der Verlust von Datenpaketen erreichte bei Starlink 80 Prozent. Die Terminals wurden zu sinnlosen Kästen.

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    Farbrevolution im Iran, Teil 1: Die ach so friedlichen Proteste im Iran

    Von Thomas Röper – 20. Januar 2026

    Wer westliche Medien konsumiert, der glaubt, im Iran hätten die Menschen friedlich gegen ein brutales Regime protestiert und das brutale Regime habe wahllos friedliche Demonstranten umgebracht. Die exzessive Gewalt der Demonstranten verschweigen die westlichen Medien lieber.

    Ich war selbst mal im Iran, das ist allerdings schon über zehn Jahre her. Ich behaupte nicht, dass die Regierung bei den Iranern beliebt ist, das ist sie auf keinen Fall, im Gegenteil. Schon damals begannen die vielen Gespräche mit Iranern immer gleich: Sie fragten erst, woher ich käme, dann, wie es mir im Iran gefalle, und dann kam als Drittes von ihnen immer: „Übrigens, unsere Regierung ist Scheiße“ („By the way, our gouvernment is shit“).

    Da sich die Lage im Iran danach nicht verbessert hat, dürfte die Regierung heute kaum beliebter sein, als damals.

    Aber es gibt ein dickes „Aber“: Wenn es etwas gibt, was die meisten Iraner noch weniger mögen als die eigene Regierung, dann sind das die USA und Israel, wobei man hier muss trennen, denn gegen Juden hat im Iran niemand etwas, die sind eine besonders geschützte Minderheit, es geht um den Staat Israel und dessen Politik.

    Das konnten wir bei dem 12-Tage-Krieg sehen, den Israel und die USA vor einigen Monaten gegen den Iran entfesselt haben. Damals glaubten die Amerikaner und Israelis, das iranische Regime sitze so unsicher, dass deren Krieg die Bevölkerung dazu bringen werde, die Regierung zu stürzen. Bekanntlich ist das Gegenteil passiert und selbst viele Regimekritiker haben sich hinter die Regierung gestellt.

    Im Iran hat man auch nicht vergessen, dass die USA seinerzeit die gewählte Regierung weggeputscht und den Schah eingesetzt haben, der im Iran nicht eben für Wohlstand gesorgt, sondern sein Öl den Briten und Amerikanern überlassen hat.

    In diesem ersten Artikel über die Unruhen im Iran zeige ich, dass die Proteste im Iran bei weitem nicht so friedlich waren, wie uns die deutschen Medien erzählen, und im zweiten Artikel berichte ich, wie es der iranischen Führung gelungen ist, die Proteste schnell zu beenden. Und nein, dazu war keine Gewalt nötig, nur das Abschneiden der Kommunikation mit den Organisatoren der Unruhen im Ausland.

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    Brisantes Palantir-Programm wird eingesetzt: Erst Migranten, dann der Rest: Wie Überwachungstechnologie jetzt direkt Zielgruppen sucht

    Von uncut-news.ch – 20. Januar 2026

    Jetzt ist es noch Abschiebung per Algorithmus. Wie ICE mit Palantir-Software Stadtviertel kartiert und Menschen zu „Wahrscheinlichkeiten“ macht.

    Ein investigativer Bericht von 404 Media legt offen, wie die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) ein neues, hochgradig invasives Überwachungsinstrument vorbereitet. Das System – eine App mit dem Namen Elite – stammt vom Datenanalyse-Konzern Palantir und verwandelt ganze Wohnviertel in digitale Ziellisten. Menschen erscheinen darin nicht mehr als Individuen, sondern als Punkte auf einer Karte – versehen mit numerischen „Vertrauens-“ bzw. Abschiebungswerten.

    Google Maps für Razzien

    Nach Aussagen eines ICE-Beamten, der in Oregon unter Eid aussagte, funktioniert Elite „im Grunde wie Google Maps“. Ermittler können in der App durch Städte zoomen, Viertel markieren und einzelne Profile anklicken. Zu sehen sind Namen, Fotos, mutmaßliche Adressen – und ein Konfidenzwert, der schätzt, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich eine Person tatsächlich an dieser Adresse aufhält. Werte wie „90 von 100“ oder „75 von 100“ entscheiden darüber, wen Einsatzteams an einem bestimmten Tag aufsuchen.

    Die Logik dahinter ist ebenso simpel wie beunruhigend: Je höher der Wert, desto „lohnender“ das Ziel. Abschiebung wird zur Frage statistischer Wahrscheinlichkeit.

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    Energie, Welthandel und Internet: Trumps Strategie zur Sicherung der US-Vorherrschaft in der Welt

    Von Thomas Röper – 20. Januar 2026

    Während westliche Medien immer noch behaupten, Donald Trump sei unberechenbar und sprunghaft, verfolgt Trump tatsächlich eine sehr durchdachte Strategie, mit der er die Vormachtstellung der USA in der Welt retten will. Und er setzt sie konsequent um.

    Nach nun fast einem Jahr Trump als US-Präsident wird langsam deutlich, mit welcher Strategie er die Vormachtstellung der USA in der Welt retten will. Ob seine Rechnung aufgeht, ist nicht Thema dieses Artikels, das wird die Zeit zeigen, aber Trumps Ziele werden deutlicher. Darum soll es in diesem Artikel gehen.

    Die USA verlieren die Vormachtstellung

    Dass die USA ihre Stellung als einzige Weltmacht, die sie nach dem Ende des Kalten Krieges innehatten, verloren haben, wird inzwischen nicht mehr bestritten. Die aufstrebenden Mächte Russland, China und andere sprechen davon, dass derzeit der Kampf um eine neue Weltordnung im Gange sei, an dessen Ende eine multipolare Weltordnung mit mehreren Machtzentren stehen werde, anstatt der unipolaren Weltordnung mit nur einer Weltmacht, die wir ab den 1990er Jahren erlebt haben.

    Noch nie in der Geschichte hat eine Weltmacht ihre Macht kampflos abgegeben (die einzige Ausnahme war die Sowjetunion), in der Geschichte waren die Übergänge von einer Weltordnung zur nächsten immer von Jahrzehnten der Kriege und Umwälzungen begleitet. Das geschah in den letzten Jahrhunderten etwa alle hundert Jahre.

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    Alastair Crooke: Niedergang, Irrationalität & der Krieg gegen Iran

    Glenn Diesen im Gespräch mit Alastair Crooke – 9. Januar 2026

    Alastair Crooke ist ein ehemaliger britischer Diplomat und Gründer des in Beirut ansässigen „Conflicts Forum“. Zuvor war er Berater für Nahostfragen von Javier Solana, dem EU-Außenpolitikchef. Crooke argumentiert, dass es notwendig ist, den Niedergang, die Verzweiflung und die Irrationalität des Westens zu berücksichtigen, um zu verstehen, warum die USA auf einen weiteren Krieg gegen den Iran zusteuern.

    Die Ursachen und Folgen der raschen Auflösung der kurdischen Autonomie in Syrien

    Von Andrew Korybko – 19. Januar 2026

    Die Festigung des türkischen Einflusses auf Syrien stärkt die regionale Position des Militärblocks, der sich innerhalb der Umma bildet, und trägt somit zum Aufstieg eines neuen Machtpols an der Schnittstelle zwischen Afrika und Eurasien bei, sofern dessen potenzielle Mitglieder ihre Beziehungen formalisieren.

    Die „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF), eine von den USA unterstützte Dachorganisation, die von bewaffneten syrischen Kurden der YPG dominiert wird, die mit der von der Türkei als Terrororganisation eingestuften PKK in Verbindung stehen, brach am Wochenende aufgrund des koordinierten Austritts ihrer arabischen Stammespartner schnell zusammen. Ihr geopolitisches Projekt, eine autonome Region aufzubauen, die nach der sozialistisch-liberalen „demokratisch-konföderalistischen” Ideologie des PKK-Gründers Abdullah Öcalan organisiert ist und von den USA als regionaler Keil genutzt wurde, ist damit beendet.

    Der radikale Wandel des Schicksals der SDF, die jahrelang über Syriens landwirtschaftliche, energetische und hydrologische Reichtümer herrschte und nun durch die sich schnell verändernden Umstände zu einem einseitigen Waffenstillstand gezwungen wurde, der die Kontrolle des Zentralstaates über diese Ressourcen und ihr Land wiederherstellt, ist vor allem auf drei Gründe zurückzuführen. Der erste Grund ist, dass die oben erwähnte Kontrolle der SDF, die darauf beruhte, dass sie ihr sozialistisch-liberales „demokratisch-föderalistisches“ Modell der autoritär-islamistischen Stammesgesellschaft der lokalen Araber aufzwang, zu Spannungen mit diesen führte und deshalb stets instabil war.

    Dies führt zum zweiten Punkt. Dass es bisher keine Massenfluchten gab, ist auf die militärische Unterstützung der SDF durch die USA zurückzuführen. Diese endete erst unter Trump 2.0. Seine neue Nationale Sicherheitsstrategie räumt Westasien keine Priorität mehr ein und zielt insgesamt darauf ab, ausländische Verstrickungen der USA zu vermeiden. Die regionale Keilfunktion der SDF gegenüber den lokalen Verbündeten des Iran, Syrien und der Türkei, war somit überholt. Das erklärt, warum die USA die Auflösung ihres geopolitischen Projekts nicht verhindert haben, sondern sich zurückzogen, um es sich selbst und somit ihre vormaligen Verbündeten von der SDF im Stich zu lassen.

    Der letzte Grund für all dies war, dass der bewaffnete syrisch-kurdische Kern der SDF sich verrechnet hatte, indem er glaubte, die USA seien ein zuverlässigerer Verbündeter als Assad. Hätten sie sich von den USA distanziert, bevor die USA sie im Stich ließen, hätten sie möglicherweise eine Einigung erzielen können, um einen Teil ihrer autonomen Region zu erhalten. Der neue syrische Präsident Ahmed Sharaa hat kurz vor den Ereignissen dieses Wochenendes Sprachrechte und Staatsbürgerschaft für die Kurden verfügt, aber das ist nicht dasselbe wie die politisch-territoriale Autonomie, für die viele Kurden ihr Leben gelassen haben.

    Nachdem wir die Ursachen für den raschen Abbau der kurdischen Autonomie in Syrien erläutert haben, ist es nun an der Zeit, die Folgen zu betrachten. In erster Linie handelt es sich hierbei um einen bedeutenden geostrategischen Sieg für die Türkei, die damit die militärisch-territoriale Bedrohung durch die mit der PKK verbündeten und mit Israel kooperierenden bewaffneten syrischen Kurden beseitigt, ihr Ziel der Unterwerfung Syriens vorangetrieben hat und sich nun stärker auf die Ausweitung ihres Einflusses nach Osten in Richtung Zentralasien konzentrieren kann. Die ersten beiden Ergebnisse stellen eine Herausforderung für die Interessen Israels dar, während das letzte Ergebnis eine Herausforderung für die Interessen Russlands bedeutet.

    Eine Verschärfung der israelisch-türkischen Rivalität in Syrien ist für Tel Aviv bereits besorgniserregend genug, ganz zu schweigen davon, dass Ankara dies durch seine potenzielle Mitgliedschaft in der pakistanisch-saudischen Allianz ausnutzen könnte, um Israel und möglicherweise auch das potenzielle Mitglied Ägypten dazu zu bringen, mehr Druck auf Israel auszuüben. Diese im Entstehen begriffene „islamische NATO“, ermutigt durch Siege im Südjemen und in Syrien, könnte die militärische Zusammenarbeit in der Levante (Syrien und vielleicht Jordanien) und vielleicht eines Tages auch in Zentralasien (Kasachstan) ausweiten, um Israel und Russland zu bedrohen.

    Die Festigung des türkischen Einflusses auf Syrien stärkt die Position des Militärblocks, der sich innerhalb der Umma bildet, und trägt somit zum Aufstieg eines neuen Machtpols an der Schnittstelle zwischen Afrika und Eurasien bei, sofern dessen potenzielle Mitglieder ihre Beziehungen formalisieren. Die USA billigen dies stillschweigend und sehen wahrscheinlich eine „islamische (arabisch-pakistanisch-türkische) NATO” als ultimativen Keil, um die östliche Hemisphäre aufgrund ihrer geostrategischen Lage und ihrer inhärenten Unterschiede zu Russland, Indien, Israel, der EU und SubsaharaAfrika geteilt zu halten.

    Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

    [Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

    EU-Sanktionierung von Jacques Baud: Ist Veröffentlichung seiner Bücher und Interviews jetzt strafbar?

    Von Florian Warweg – 19. Januar 2026

    Die Sanktionierung des Schweizer Militäranalysten Jacques Baud durch die EU, ein Schritt, den die deutsche Bundesregierung explizit unterstützte, hat dazu geführt, dass seine Bücher mitten im Weihnachtsgeschäft von seinem deutschen Verlag aus dem Handel genommen wurden, aus Sorge, gegen das sogenannte Bereitstellungsverbot zu verstoßen. Jenes „Bereitstellungsverbot“ bedeutet, dass von der EU sanktionierten Personen keinerlei wirtschaftliche Vorteile mehr zugutekommen dürfen. Ebenso hatten zahlreiche deutsche Medien nach der Sanktionierung sämtliche Videos und Interviews mit ihm präventiv entfernt. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund von der Bundesregierung wissen, ob sich Verlage und Medien tatsächlich mit der Veröffentlichung von Büchern und Interviews Bauds strafbar machen.

    Hintergrund

    Die Bundesregierung hatte am 15. Dezember im Rat der Europäischen Union zugestimmt, den Schweizer Militäranalysten und mehrmaligen Sachbuchbestsellerautor in Deutschland, Jacques Baud, auf die EU-Sanktionsliste zu setzen: Für den in Brüssel lebenden Analysten gilt seitdem ein umfassendes Einreiseverbot sowie Blockierung aller Konten und Finanztransfers im gesamten EU-Raum. Das heißt, er kann Belgien nicht verlassen und weder Zahlungen leisten noch erhalten: Keine Miete oder Versicherungen zahlen, keine Einkäufe tätigen. Ebenso ist jede Art von wirtschaftlicher Tätigkeit innerhalb der EU untersagt. Das betrifft im konkreten Fall auch die Einkünfte aus den Verkäufen seiner Bücher, darunter mehrere Bestseller.

    Als einzige Begründung für diesen massiven Grundrechtseingriff wird ohne weitere Belege angeführt, er sei „regelmäßig Gast in prorussischen Fernseh- und Radioprogrammen“ und verbreite Theorien zur Entstehung des Ukrainekriegs, die die EU nicht teile: […]

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    Schlechte Arbeitsmoral – Merz’ Unzufriedenheit mit den Deutschen, weil die zu wenig Einsatz und Leistung zeigen

    Von Frank Blenz – 19. Januar 2026

    Cleveres muss der Redenschreiber des Bundeskanzlers sich dabei gedacht haben, als er die Zeilen für die Neujahrsansprache von Friedrich Merz zum Empfang der Industrie- und Handelskammer in Halle-Dessau formulierte: Starke Worte, deutliche Aussagen, Wir-Gefühl ausdrücken, so wie „in die Hände spucken“ und vor allem: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Ziel: Im Sinne des Regierungschefs würden die Zuhörer folgern, dass allein die, die, wie verlangt, in die Hände spucken und mehr als bisher leisten sollen, es so in den Händen haben, das Land „wieder voranzubringen“. Merz’ wahre Absichten sind aber andere, sein Handeln inakzeptabel, ist zu beobachten. Ihm geht es nur darum, zu fordern, statt selbst zu liefern.

    Vom eigenen Zutun, der eigenen Arbeit, klugen Regierungshandeln vernahm sich keine Zeile. Der Redenschreiber von Bundeskanzler Friedrich Merz lieferte geschickt, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung verschleiernd, im Tonfall patriotisch, eifrig und ein „Wir“ einfügend. Dem unsrigen Kanzler sei indes gesagt: Nicht etwa mehr Arbeit bringt mehr und/oder einen gesicherten Wohlstand (wobei die Frage erlaubt sein muss, wie der definiert sein soll). Eine soziale, umsichtige, faire Politik und Bedingungen, die die Deutschen mitnimmt, anstatt ihre Lebensleistungen zu missachten und für andere Zwecke zu missbrauchen – diese Mischung sorgt für Wohlergehen, materiell, finanziell, ideell.

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    „Deutschland macht sich damit gemein mit israelischen Verbrechen“ – Interview mit Shir Hever zum deutsch-israelischen Cyberpakt

    Interview: Maike Gosch – 19. Januar 2026

    Mit einem neuen „Cyber- und Sicherheitspakt“ vertieft die Bundesregierung ihre Zusammenarbeit mit Israel in sensiblen Bereichen wie Cyberabwehr, Polizei und Geheimdienste. Das Abkommen wurde am 11. Januar 2026 vom deutschen Innenminister Dobrindt mit Israels Premierminister Netanjahu abgeschlossen – trotz breit dokumentierter völkerrechtswidriger Taten der israelischen Sicherheitskräfte in den besetzten Gebieten, u.a. Massentötung von Zivilisten, und der Tatsache, dass der israelische Premier „wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit” per internationalem Haftbefehl vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesucht wird (ausführlich zum Abkommen und den Hintergründen hier. Im Interview sprechen wir mit dem israelischen Politökonomen und Friedensforscher Shir Hever über die politische, rechtliche und gesellschaftliche Bedeutung dieser verstärkten Kooperation.

    Zur Person: Shir Hever arbeitet unter anderem zur politischen Ökonomie der israelischen Besatzung, zu Rüstungs- und Sicherheitskooperationen sowie zu den Auswirkungen von Militär- und Überwachungstechnologien auf demokratische Gesellschaften. Er lebt in Deutschland und ist regelmäßiger kritischer Analytiker der deutsch-israelischen Sicherheitsbeziehungen.

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    Kriegsübungen in Grönland (II)

    Von German-Foreign-Policy.com – 19. Januar 2026

    Nach der Entsendung von Militärs aus acht europäischen NATO-Staaten nach Grönland zu einer Erkundungsmission eskaliert der Konflikt mit den USA um die Insel. Trump kündigt bis zu Grönlands Übergang unter US-Hoheit hohe Strafzölle an.

    Nach der Entsendung von Soldaten aus acht NATO-Staaten Europas, darunter Deutschland, nach Grönland eskaliert der Konflikt um die zu Dänemark gehörende Insel mit neuen Zolldrohungen der Trump-Administration. US-Präsident Donald Trump hat am Samstag angekündigt, zusätzliche Zölle in Höhe von 10 Prozent ab dem 1. Februar und von 25 Prozent ab dem 1. Juni auf alle Einfuhren aus den acht Staaten erheben zu wollen – so lange, bis Grönland unter US-Hoheit übergeht. Aus der EU heißt es bislang mehrheitlich, man beuge sich nicht und beharre auf Dänemarks territorialer Integrität. Die Entsendung von Militärs – zunächst nur im Rahmen einer Erkundungsmission – knüpft im Fall der Bundeswehr an eine seit fast zehn Jahren andauernde Ausweitung ihrer militärischen Aktivitäten in Europas Hohem Norden und in der Arktis an, die sich schon jetzt von Norwegen über Island bis nach Kanada erstrecken und im vergangenen Jahr zum ersten Mal auch Grönland erreichten. Sie richteten sich bislang ausschließlich gegen Russland. Jetzt positioniert sich die Bundeswehr mit ihren Grönland-Aktivitäten zum ersten Mal überhaupt unmittelbar gegen das Interesse der USA.

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