Ölkrieg des US-Imperialismus gegen Kuba

Von Sevim Dagdelen – 28. Januar 2026

Die USA forcieren durch Druck auf Mexiko einen Ölboykott gegen Kuba – ein gezielter Schlag, der die Insel wirtschaftlich in die Knie zwingen und einen Regime Change erzwingen soll. Von Sevim Dagdelen.

Die Entscheidung der mexikanischen Regierung, kein Öl mehr nach Kuba verschiffen zu lassen, droht einen Countdown zum wirtschaftlichen Zusammenbruch der Insel einzuleiten. Nach dem Angriff der USA auf Venezuela hatte Washington in der Folge bereits verhindert, dass Öl aus dem Land nach Kuba exportiert werden konnte. Mexiko war kurzfristig eingesprungen und hatte über 40 Prozent der kubanischen Erdölimporte geliefert.

Der Ölstopp und die Belagerung Kubas

In der Konsequenz des mexikanischen Ölstopps, der auf Druck von US-Präsident Donald Trump erfolgt, wird aus dem US-Sanktionsregime gegen Kuba eine Belagerung, die auf die komplette Sabotage der Stromerzeugung, jeder Produktion und des Tourismus zielt. Im Kern zielt die Belagerung durch die USA aber auf einen Regime Change in Kuba binnen Wochen. Es geht darum, die Souveränität des Landes zu brechen.

US-Präsident Donald Trump jubiliert bereits, dass Kuba „kurz vor dem Scheitern steht“. Alle Investitionen, die auf eine Versorgung Kubas durch regenerative Energien setzen, greifen zeitlich zu kurz. Kuba kann die Jahre bis zu einem ordentlichen Funktionieren und einer Substitution der Ölimporte wirtschaftlich nicht durchstehen.

Die USA zielen auf den politischen Kollaps, der die Insel wie vor der kubanischen Revolution wieder unter die totale Kontrolle der USA bringen würde. Auch gezielte militärische Aktionen wie in Venezuela zur Durchsetzung der imperialistischen US-Strategie werden durch die Administration in Washington in Aussicht gestellt.

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Deutschlands 96-prozentige Abhängigkeit von US-Flüssiggas und die Mikrofon-Sabotage des BPK-Moderators

Von Florian Warweg – 28. Januar 2026

Einerseits verkünden EU und Bundesregierung stolz, dass man jetzt „endgültig“ den langfristigen Importstopp für Gas aus Russland beschlossen hat. Andererseits zeigen jüngst veröffentlichte Daten des Bundesverbands der Energiewirtschaft, dass 96 Prozent aller deutschen Flüssiggas-Importe im vergangenen Jahr aus den USA stammten. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund wissen, welche Diversifizierungsstrategien die Bundesregierung derzeit entwickelt, um sich energiepolitisch unabhängiger von Washington zu machen. Der BPK-Moderator, wohl als eine Art „Abschiedsgeschenk“ für Florian Warwegs letzte BPK für die NDS, stellte diesmal das Mikrofon erst gar nicht an. Doch hatte er wohl nicht mit dem Einfallsreichtum unserer Kamerafrau gerechnet – so dass wir, wenn auch mit etwas Knistern, die Tonspur trotzdem erhielten. Im offiziellen Protokoll hingegen heißt es bei allen Fragen zum Thema: „ohne Mikrofon, akustisch unverständlich“.

Hintergrund

Am 26. Januar verkündete Roberta Metsola, die Präsidentin des Europäischen Parlaments, auf X, dass die EU jetzt ein langfristiges Verbot von russischen Gasimporten in die EU in Gesetzesform gegossen hätte:

„Wir haben das Verbot russischer Gaslieferungen soeben in Kraft gesetzt. Europa sichert die Kontrolle über seine Energieversorgung und stärkt seine Autonomie.“

Am selben Tag verkündete Kobessi-Letter, der offizielle Branchen-Newsletter für Entwicklung am weltweiten Kapitalmarkt, dass die US-Erdgaspreise seit dem 16. Januar um sagenhafte 240 Prozent angestiegen sind:

„EILMELDUNG: Die US-Erdgaspreise haben ihren Anstieg auf +40 % im Tagesverlauf fortgesetzt und steuern damit auf einen der größten Tagesgewinne in der Geschichte zu. US-Erdgaspreise sind seit dem 16. Januar um 240 % gestiegen. Das ist so, als würden die Benzinpreise innerhalb von 5 Handelstagen von 3,00 Dollar pro Gallone auf 7,20 Dollar pro Gallone steigen. … “

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Großmächte im Kampf um die neue Weltordnung

Prof. Jiang Xueqin im Gespräch mit Prof. Glenn Diesen – 28. Januar 2026

Prof. Xueqin Jiang argumentiert, dass sowohl historische Muster als auch Spieltheorie genutzt werden können, um zukünftige Ereignisse präzise vorherzusagen. Prof. Jiang erörtert die sozioökonomischen und politischen Herausforderungen einer Welt im raschen Wandel: das US-imperiale Modell, das im Niedergang zunehmend kriegerischer wird, Europas Kampf um Relevanz, die inneren Unruhen, die Asien erschüttern werden, und den zweiten Krieg gegen den Iran, der sehr anders verlaufen wird, da der Iran versteht, dass es sich um einen existenziellen Kampf handelt. Prof. Jiang ist Gastgeber des beliebten Bildungskanals Predictive History: / @predictivehistory

Unter demselben Link finden Sie den Link für die englische Originalversion.

[Zum Manuskript in denglischer Sprache]

Jeder fünfte Minderjährige auf der Welt leidet unter extremer Armut, Tendenz steigend

Von Sergio Ferrari – 28. Januar 2026

In einer Zeit, in der die Militärausgaben die exorbitante Summe von 272 Billionen Dollar erreicht haben, fehlt es Hunderten Millionen Kindern weiterhin an grundlegenden Gütern wie Bildung, sauberes Wasser und angemessener Wohnraum, so der jüngste UNICEF-Bericht.

In den Ländern mit geringen Ressourcen überleben derzeit mehr als 412 Millionen Mädchen und Jungen mit weniger als drei Dollar am Tag. Der vor wenigen Wochen von UNICEF (United Nations Children’s Fund) veröffentlichte Bericht über die Lage der Kinder weltweit stellt jedoch fest, dass „Kinderarmut nicht auf die ärmsten Regionen der Welt beschränkt ist”.

Tatsächlich betrifft sie auch Länder mit mittlerem und hohem Einkommen. Dem Bericht zufolge würde sich, wenn für diese Länder eine realistischere Armutsgrenze zugrunde gelegt würde – beispielsweise 8,30 statt drei Dollar am Tag –, die Zahl der Kinder, die weltweit in „monetärer Armut“ leben, auf zwei von drei, also etwa 1,4 Milliarden, erhöhen.

„In einer Zeit, in der die Militärausgaben die exorbitante Summe von 272 Billionen Dollar erreicht haben”, betonen die Autoren der UNICEF-Studie, „fehlen Hunderten Millionen Kindern weiterhin so grundlegende Güter wie Bildung, sauberes Wasser und angemessener Wohnraum.”

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Bundesbildungsministerin Prien will über „Zersetzung“ reden – Bitte, dann tun wir das!

Von Marcus Klöckner – 28. Januar 2026

Bundesbildungsministerin Karin Prien hat der taz ein Interview gegeben – herausgekommen ist dabei ein Blick in das Innenleben einer Politik, die im Kampf um die Deutungshoheit zu immer härteren Bandagen greift. Da spricht die CDU-Politikerin von „Zersetzung“, von „Delegitimierung“ und den „Feinden der Demokratie“. Damit sind allerdings jene gemeint, die – bei Lichte betrachtet – gerade keine Feinde der Demokratie sind. Im Kern geht es nämlich um eine Gegenöffentlichkeit und alternative Medien, die sich das demokratische Recht herausnehmen, ihre Meinung so zu artikulieren, wie sie es für angebracht halten. Doch gut, wenn Prien von „Zersetzung“ und „Delegitimierung“ reden will: Bitte!

„Was es jetzt braucht, ist nicht mehr Offenheit, sondern ein scharfer Keil. Einer, der die Gesellschaft spaltet. Wenn davon die Rede ist, entsteht schnell ein Zerrbild im Kopf, als würde das Land in zwei gleich große Teile zerfallen. Doch so ist es nicht. Richtig und tief eingeschlagen, trennt er den gefährlichen vom gefährdeten Teil der Gesellschaft.“

So sieht es aus, wenn die Gesellschaft gespalten wird. Diese Zeilen stammen allerdings nicht etwa aus einem von Politikern und Mainstreamjournalisten viel gescholtenen „alternativen“ Medium – nein, sie sind der „liberalen“ Zeitung DIE ZEIT entnommen. Der Artikel trägt das Datum 19. November 2021.

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Trumps Nationale Verteidigungsstrategie fordert Vorherrschaft der USA über die westliche Hemisphäre

Von Andre Damon – 28. Januar 2026

Am Freitag, dem 23. Januar, veröffentlichte die Trump-Regierung ihre 34-seitige Nationale Verteidigungsstrategie 2026. Darin wird offen das Ziel einer militärischen Vorherrschaft der USA über Nord- und Südamerika als Ausgangslage für einen globalen Krieg proklamiert. Die Strategie aus dem kürzlich umbenannten „Kriegsministerium“ ist nur als Blaupause für imperialistische Eroberungen zu verstehen.

Die Nationale Verteidigungsstrategie führt das Konzept von „Heimat und Hemisphäre“ ein und dehnt dabei das amerikanische „Heimatland“ faktisch auf ganz Nord- und Südamerika aus.

Das Dokument erklärt unter Rückgriff auf die Nationale Sicherheitsstrategie vom letzten Dezember, die einen „Trump-Zusatz zur Monroe-Doktrin“ enthielt, die Verteidigung des amerikanischen Staatsgebiets erfordere die militärische Kontrolle über die gesamte westliche Hemisphäre. Wörtlich heißt es: „Wir werden Amerikas Interessen in der gesamten westlichen Hemisphäre aktiv und furchtlos verteidigen. Wir werden den militärischen und wirtschaftlichen Zugang der USA zu wichtigen Gebieten gewährleisten, besonders zum Panamakanal, zum Golf von Amerika und zu Grönland.“

Das Dokument beruft sich ausdrücklich auf den Imperialismus im neunzehnten Jahrhundert: „Unsere Vorväter erkannten, dass die Vereinigten Staaten eine stärkere Führungsrolle in den Angelegenheiten der Hemisphäre spielen müssen. (…) Diese Erkenntnis führte zum Aufstieg der Monroe-Doktrin und später zum Roosevelt-Zusatz.“

Gemäß dem Roosevelt-Zusatz (benannt nach Theodore Roosevelt, dem Präsidenten von 1901 bis 1909) überfielen die US-Marines damals Nicaragua, Haiti, die Dominikanische Republik und Kuba. Diese Verbrechen gelten der Trump-Regierung heute als Vorbilder für die Außenpolitik des einundzwanzigsten Jahrhunderts: „Das ist der Trump-Zusatz zur Monroe-Doktrin – eine vernünftige und starke Wiederherstellung der Macht und der Vorrechte Amerikas in dieser Hemisphäre.“

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Der Griff nach Venezuelas Öl

Von German-Foreign-Policy.com – 27. Januar 2026

Die USA greifen nach Venezuelas Öl und suchen damit Energie als Waffe einzusetzen – insbesondere gegen China. Deutsche Außenpolitikexperten warnen vor US-Energiedominanz und dringen auf die Suche nach Alternativen.

Deutsche Außenpolitikexperten warnen mit Blick auf den US-Überfall auf Venezuela und auf die neue US-Kontrolle über dessen Öl vor dem Streben der USA nach Energiedominanz und dringen auf die Suche nach Alternativen. Das US-Vorgehen ähnele den Bemühungen um Rohstoffkontrolle im 20. Jahrhundert, urteilt die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in einer aktuellen Analyse. Die Strategie der Trump-Regierung habe jedoch eine Schwäche, die von Deutschland strategisch ausgenutzt werden müsse: Es gebe heute die Möglichkeit zur Energiesouveränität durch erneuerbare Energien. Die DGAP fordert eine stärkere politische Absicherung gegenüber den USA – insbesondere bei Flüssiggasimporten, bei denen Deutschland von Importen aus den Vereinigten Staaten abhängig ist. Der Griff nach dem venezolanischen Öl zur Stärkung der US-Energiemarktdominanz richtet sich vor allem gegen China und beinhaltet zudem eine politische Drohung gegenüber Iran. Das Bestreben der Trump-Regierung, Venezuelas Erdölreserven auszubeuten, löst allerdings Widerspruch im eigenen Land aus – sowohl bei den klassischen Ölkonzernen als auch in der Frackingbranche.

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Trumps taktischer Rückzug in Minneapolis: Gefahr der Diktatur bleibt

Von Patrick Martin und Joseph Kishore – 27. Januar 2028

Nach der Hinrichtung des Intensivpflegers Alex Jeffrey Pretti durch Einsatzkräfte der US-Einwanderungsbehörde in Minneapolis wurde die Trump-Regierung in den vergangenen Stunden zu einem taktischen Rückzug gezwungen. Dieser Rückzug bedeutet jedoch keine Abkehr vom autoritären Kurs – es handelt sich vielmehr um ein Nachjustieren und eine Neuaufstellung. Die Gefahr einer Diktatur ist nach wie vor so präsent und ernst wie zuvor.

Angesichts einer Welle öffentlicher Empörung und Proteste hat das Weiße Haus versucht, die provokativsten Lügen und Angriffe zurückzunehmen, die von Trumps Spitzenvertretern unmittelbar nach der Tötung von Pretti verbreitet wurden. Am Montag verteidigte Karoline Leavitt, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, bewusst nicht die Aussagen von Stephen Miller und der Ministerin für innere Sicherheit, Kristi Noem, die Pretti als „inländischen Terroristen“ bezeichneten, der versucht habe, Strafverfolgungsbeamte zu „ermorden“. Leavitt betonte stattdessen, dass „wir uns von den Fakten leiten lassen“. Sie behauptete, was eine offensichtliche Lüge ist, dass „niemand im Weißen Haus, einschließlich Präsident Trump, möchte, dass Menschen verletzt oder getötet werden“.

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Eine „Balkanisierung“ des Iran ist unwahrscheinlich, kann aber dennoch nicht ausgeschlossen werden

Von Andrew Korybkov – 27. Januar 2026

Aserbaidschan, die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan, die alle seit 1979 „Freinde“ des Iran sind und deren militärisch-strategische Interessen zunehmend konvergieren, werden voraussichtlich jede größere Instabilität des Landes ausnutzen, die auf eine weitere mögliche Runde von US-Angriffen folgen könnte, sollte Trump seine Meinung ändern.

Das Wall Street Journal veröffentlichte kürzlich einen provokanten Artikel von Melik Kaylan mit dem Titel „Ein zerbrochener Iran wäre vielleicht gar nicht so schlecht”, dessen Untertitel behauptet, dass „seine Grenzen künstlich sind und eine Spaltung die Absichten Russlands, Chinas und anderer Länder vereiteln würde”. Er argumentiert, dass „die Möglichkeit eines Bürgerkriegs nach einem Regimewechsel sowie einer Einmischung durch externe Interessen durchaus gegeben ist“, was vermutlich durch eine Farbrevolution und/oder US-Angriffe herbeigeführt werden könnte, obwohl er dies nicht ausdrücklich schreibt.

Der offensichtliche Zweck seines Artikels besteht darin, sein vermutlich uninformiertes Publikum darüber zu belehren, dass ein großer Teil der Iraner Aserbaidschaner und Kurden sind, die seiner Meinung nach aufgrund willkürlich gezogener Grenzen Teil des Iran geworden sind, was faktisch nicht zutrifft, da sie seit Jahrtausenden Teil der persischen Zivilisation sind. Die heutigen Grenzen des Iran sind das Ergebnis der Kriege, die er in den letzten Jahrhunderten gegen seine mächtigeren Nachbarn verloren hat, und nicht willkürlich gezogen wie die Grenzen Afrikas in der Kolonialzeit, wie manche aufgrund von Kaylans Ausführungen vermuten könnten.

Nachdem dies „klargestellt” ist, prognostiziert er in seinem Artikel, dass eine „Spaltung“ des Iran den Einfluss Russlands in Zentralasien verringern und zu Verlusten bei chinesischen Investitionen führen würde, was vorhersehbar mit einem Aufruf zur Bewaffnung der Sezessionisten enden würde, um dies zu erreichen. Obwohl dieses Szenario unwahrscheinlich ist, kann es dennoch nicht ausgeschlossen werden, da Trump den Iran möglicherweise bombardieren wird, sobald die regionalen Seestreitkräfte der USA aufgebaut und mehr Abfangraketen nach Israel geschickt worden sind, was zu einem Regimewechsel und dann zu einer „Balkanisierung” führen könnte.

Das soll nicht heißen, dass dies tatsächlich eintreten wird, sondern nur, dass es möglich ist und dass der regionale Kontext den Interessen der nationalen Einheit des Iran zuwiderläuft. Pakistan und Saudi-Arabien, seit 1979 „Freinde“ des Iran, haben im vergangenen September einen gegenseitigen Verteidigungspakt geschlossen, dem nun auch der andere „Feind“ Türkei beitreten will. Der Iran wäre dann umzingelt, da die Türkei bereits gegenseitige Verteidigungsverpflichtungen gegenüber Aserbaidschan hat, was zu einem aserbaidschanisch-iranischen Konflikt führen könnte, in den die Türkei und dann auch die anderen Länder hineingezogen würden.

Wenn US-Angriffe den Iran stark destabilisieren, könnte Aserbaidschan seine ethnischen Verwandten militärisch unterstützen, was dazu führen könnte, dass auch die Türkei interveniert, möglicherweise unter dem Vorwand, neue kurdische Separatistenbedrohungen zu unterbinden. Saudi-Arabien unterstützte den Versuch des Irak, die mehrheitlich arabische Provinz Khuzestan im Iran während ihres Krieges in den 1980er Jahren zu annektieren, sodass es einen Präzedenzfall für eine Wiederaufnahme solcher Einmischungen gibt, während Pakistan unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung, wie es ihn bereits im Januar 2024 für die Bombardierung des Iran genutzt hat, im iranischen Belutschistan intervenieren könnte.

Die umstrittene Niederlage des Iran während des 12-tägigen Krieges mit Israel, der den Höhepunkt des Westasiatischen Krieges nach dem 7. Oktober darstellte, könnte diese vier Länder dazu veranlasst haben, den Iran als „den kranken Mann“ der Region zu betrachten, ähnlich wie das Osmanische Reich seit dem 19. Jahrhundert bis zu seinem Zusammenbruch wahrgenommen wurde. Ebenso könnten einige von ihnen allerdings auch Bedenken hinsichtlich der Folgen eines Zusammenbruchs des Iran haben, was erklären würde, warum die Türkei und Saudi-Arabien Trump Berichten zufolge davor gewarnt haben, Teheran den geplanten Todesstoß zu versetzen.

Dennoch ist zu erwarten, dass diese beiden Länder sowie auch Aserbaidschan und Pakistan jede größere Instabilität im Iran, die durch eine Farbrevolution und/oder US-Angriffe verursacht werden könnte, opportunistisch ausnutzen werden. Wenn einer dieser Staaten unter irgendeinem Vorwand militärisch aktiv wird, könnte dies die anderen ermutigen, ebenfalls zu handeln, insbesondere wenn die Raketenkapazitäten des Iran durch US-amerikanische (und/oder israelische) Angriffe radikal geschwächt werden und es zu ernsthaften Problemen bei der Befehls- und Kontrollstruktur kommt. Um es klar zu sagen: Dies ist nicht wahrscheinlich, sondern nur möglich, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

„Arktische Trittbrettfahrer“: Die Paradoxien der dänischen Wahrnehmung der „russischen Bedrohung“

Von Nikita Beluchin (Übersetzug/Einleitung: Thomas Röper) – 27. Januar 2026

[…] Für nicht-westliche politische Beobachter waren die letzten Tage unterhaltsam, denn während die USA Dänemark wegen Grönland offen mit militärischer Gewalt gedroht haben, haben die europäischen Politiker mit Warnungen vor der „russischen Bedrohung“ Grönlands reagiert und zum Schutz sogar eine Handvoll Soldaten nach Grönland geschickt, was allerdings nicht den angeblichen Gegner Russland verärgert hat, sondern den „Verbündeten“ USA, der umgehend mit Sanktionsdrohungen gegen seine europäischen „Verbündeten“ reagierte.

Die Besessenheit von einer angeblichen russischen Bedrohung ist seit Jahrzehnten ein ständiger Begleiter der dänischen Regierung, obwohl Russland nie irgendwelche Drohungen gegen Dänemark ausgesprochen hat und obwohl Dänemark nicht einmal mit der Befürchtung argumentieren kann, Russland könnte Dänemark entlang einer gemeinsamen Grenze angreifen, schließlich liegen hunderte Kilometer Meer zwischen allen russischen und dänischen Küsten.

Ein russischer Analyst hat die Gründe für die dänische Politik analysiert und ich habe seinen in der TASS erschienen Artikel übersetzt. […]

„Arktische Trittbrettfahrer“: Die Paradoxien der dänischen Wahrnehmung der „russischen Bedrohung“

Nikita Beluchin darüber, warum Kopenhagen von der Konfrontation mit Moskau besessen ist.

Bei seinem Versuch, Grönland in die Finger zu bekommen, war Donald Trump sich nicht zu schade, zu behaupten, dass die gesamte NATO von Russland oder China bedroht würde, sollten die USA die Insel nicht bekommen. Es seien Moskau und Peking, die Grönland beherrschen wollten, und Dänemark könne nichts dagegen tun.

Obwohl Kopenhagen erklärte, es seien keine russischen oder chinesische Schiffe in der Region, folgte schnell eine Rhetorik, die mit der amerikanischen Position übereinstimmte. So erklärte beispielsweise Generalmajor Søren Andersen, Chef des dänischen Arktiskommandos in Grönland, schon Mitte Januar in einem Reuters-Interview, die dänische Armee konzentriere sich gezielt auf die Abwehr potenzieller russischer Aktivitäten, nicht auf die der USA.

Dänemark sei besessen von der Konfrontation mit Russland, was eine Zusammenarbeit beider Seiten unmöglich mache, sagte Wladimir Barbin, der russische Botschafter in Dänemark, in einem Interview mit der TASS.

Das zeigt sich an Vielem.

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