Donald Trump: einsam und unter Zugzwang

Von Ralph Bossard – 1. April 2026

Schon hat US-Präsident Donald Trump US-amerikanischen Zeitungen – und implizit auch jedem Anderen, der nicht die angeblichen Erfolge der US-Streitkräfte im Iran preist – als Verräter gebrandmarkt und damit mit rechtlichen Konsequenzen gedroht (1). Allerdings ist die aktuelle Skepsis kaum verwunderlich angesichts der Aussagen Trumps vom Sommer vergangenen Jahres, als er einen schnellen und triumphalen Sieg über den Iran und die Zerstörung des iranischen Nuklearpotenzials verkündete. Der damalige Fehlschlag und die ausbleibenden Erfolge in den letzten Wochen zwingen nun das US-Kriegsministerium offenbar, eine Bodenoperation ins Auge zu fassen. 

Wer glaubt ihm noch, dem Präsidenten der USA, der weltstärksten Militärmacht, wenn er dreimal am Tag seine Meinung ändert und Neues ankündigt. Was aber sicher ist: Seine Chancen, im Iran die Uran-Anlagen zu zerstören, sind nicht gut. Vielleicht hat er das sogar begriffen. (cm)

Mittlerweile sind zwei Marine Amphibious Units MAU der US-Marineinfanterie bestimmt worden, die an einer Bodenoperation teilnehmen sollen. Während niemand bezweifelt, dass es sich dabei um gründlich ausgebildete und bestens ausgerüstete Soldaten handelt, lässt ihre begrenzte Anzahl auf keine groß angelegte Operation schließen, denn die Landkomponente einer MAU besteht aus einem verstärkten Infanterie-Bataillon. Ausgerüstet mit Rad-Schützenpanzern besitzt so ein Verband gegen einen Gegner, der über Panzer und moderne Panzerabwehrwaffen verfügt, nur eine begrenzte Durchsetzungskraft (2). Dazu kommen noch Fallschirmjäger der 82. US-Luftlandedivision (3). Selbst wenn es diesen Kräften gelingen sollte, eine der Inseln in der Straße von Hormuz zu besetzen oder einen Brückenkopf an der Nordküste des Persischen Golfs zu errichten, bleibt es fraglich, ob Donald Trump das Ziel der Öffnung der Straße von Hormuz für westliche Schiffe erreichen wird. Damit würde er lediglich dasjenige Problem, das erst durch seinen Angriff auf den Iran entstanden ist, lösen, nicht aber jenes, welches ihn überhaupt erst zu einem Angriff auf den Iran veranlasste, nämlich die Liquidation des iranischen Nuklearwaffen-Programms.  

Das Uran in den Bergen

Der Iran soll derzeit circa 440 kg hoch angereichertes Uran besitzen, d.h. solches von über 60% Gehalt an waffenfähigem Material, sowie mehrere Tonnen von niedrig angereichertem Uran.  Lagerort und aktueller Zustand des Materials sind nur teilweise bekannt (4). Wenn Donald Trump das Nuklearwaffen-Programm des Irans auf Jahre hinaus stoppen will, dann muss er dessen Vorräte an angereichertem Uran vernichten oder unter seine Kontrolle bringen (5). Schon vor dem US-amerikanischen Bombardement im vergangenen Juni waren die Iraner gewarnt gewesen und hatten mehrere Wochen Zeit gehabt, um ihr Uran vor fremdem Zugriff zu schützen. Zu diesem Zweck konnten sie entweder einen einzigen Lagerort mit höchsten Sicherheitsmaßnahmen bestimmen, oder die Vorräte auf mehrere Orte verteilen. Möglicherweise haben sie in den vergangenen Monaten beides getan. Im ungünstigsten Fall müssen die Planer im Pentagon folglich davon ausgehen, dass das iranische Uran an mehreren, gut geschützten Orten eingelagert ist. Damit werden gleichzeitig mehrere Aktionen mit Truppen notwendig, welche in die Lager eindringen und das Uran entweder mitnehmen oder unbrauchbar machen müssen. Zuvor müssen sie die Wachmannschaften niederkämpfen und während laufender Aktion eine Intervention von Eingreifverbänden abwehren. 

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„Der Iron Dome fängt jede Chance ab, die wir auf eine normale Zukunft haben könnten“

Von Guevara Bader – 31. März 2026

»Israels Raketenabwehrsysteme haben die Kosten eines Krieges drastisch gesenkt – und eine Gesellschaft, die Krieg nicht fürchtet, ist dazu verdammt, für immer mit ihm zu leben.« Das schreibt Guevara Bader, ein Student an einer israelischen Universität. Seine Beobachtungen und Gedanken sind beachtenswert! (cm)

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die israelische Technik etwas hervorgebracht, das dem ultimativen technologischen Wunder nahekommt: ein mehrschichtiges Raketenabwehrsystem, das anfliegende Geschosse in ein Feuerwerk am Nachthimmel verwandeln kann. Doch unter diesem schützenden Dach hat sich ein unscheinbarer, aber folgenschwerer Wandlungsprozess vollzogen, der gefährlicher ist als die Raketen selbst: Der Iron Dome hat die Angst der Israelis vor dem Krieg beseitigt.

Eine Technologie, die entwickelt wurde, um Leben zu retten, hat ein Gefühl nahezu vollständiger Immunität erzeugt und die Katastrophe des Krieges in eine akzeptable Störung, wenn nicht gar in ein steriles Konsumprodukt verwandelt – etwas, das mit Gleichgültigkeit in den Alltag mit aufgenommen wird, irgendwo zwischen den Abendnachrichten und einer Essenslieferung.

Wenn die Angst vor dem Krieg schwindet, dann auch die Motivation der Öffentlichkeit, ihn zu beenden. In diesem Umfeld verkürzt technologische Sicherheit Kriege nicht, sondern hilft dabei, sie als dauerhaften Zustand aufrechtzuerhalten. (Hervorhebung durch die Globalbridge-Redaktion.)

Israel zeigt sich im Zeitalter des Iron Dome nicht mehr als lebendige Zivilgesellschaft, die auch über ein Militär verfügt; stattdessen ist es stolz darauf, im Wesentlichen eine gewaltige Militärbasis zu sein, um die herum das zivile Leben organisiert ist.

Ein seltener Moment der Aufrichtigkeit von Premierminister Benjamin Netanjahu verlieh dieser Transformation Gestalt, als er im vergangenen September in einer Ansprache vor Finanzbeamten warnte, dass Israel einer wachsenden internationalen Isolation gegenüberstehe und zu einem ökonomisch autarken „Super-Sparta“ werden müsse. Später tat er diese Äußerung als „Versprecher“ ab, nachdem die Aktienkurse an der Tel-Aviv-Börse eingebrochen waren. Doch wenn es tatsächlich ein Versprecher war, dann war es ein aufschlussreicher.

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Nahen Osten ein: Trump droht mit „Zerstörung“ der iranischen Infrastruktur

Von Andre Damon – 1. April 2026

Am Montag dieser Woche, am 30. Tag im US-israelischen Krieg gegen den Iran, drohte US-Präsident Donald Trump damit, alle iranischen Energieerzeugungs- und Wasserentsalzungsanlagen zu zerstören, sofern sich das Land nicht seinen Forderungen beuge. „Sollte aus irgendeinem Grund in Kürze keine Einigung erzielt werden“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, „werden wir unseren schönen ‚Aufenthalt‘ im Iran damit beenden, dass wir alle ihre Stromerzeugungsanlagen, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!) in die Luft jagen und vollständig auslöschen.“

Die Zerstörung aller iranischen Kraftwerke würde die Grundlage des zivilisierten Lebens im Land zerstören – Wasseraufbereitung, medizinische Versorgung in Krankenhäusern und die Kühlung von Lebensmitteln wären nicht mehr möglich. Und die Zerstörung von Entsalzungsanlagen würde die ohnehin schon katastrophale Wasserkrise im Iran verschärfen – das Land ist aktuell mit der schlimmsten Dürre seiner modernen Geschichte konfrontiert.

Was Trump androht, ist ein Kriegsverbrechen – das jüngste in einem Krieg voller solcher Verbrechen. Artikel 54 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Konventionen von 1977 besagt: „Es ist verboten, für die Zivilbevölkerung lebensnotwendige Objekte wie Nahrungsmittel, zur Erzeugung von Nahrungsmitteln genutzte landwirtschaftliche Gebiete, Ernte- und Viehbestände, Trinkwasserversorgungsanlagen und -vorräte sowie Bewässerungsanlagen anzugreifen, zu zerstören, zu entfernen oder unbrauchbar zu machen […].“

Trumps Drohungen stellen eine kollektive Bestrafung dar – eines der ältesten Verbote im Kriegsrecht. Es ist das Gaza-Modell, angewandt auf ein Land mit 90 Millionen Einwohnern: die systematische Zerstörung der Infrastruktur, die für das menschliche Überleben notwendig ist.

Die Kriminalität des Trump-Regimes ist so offensichtlich, dass sogar die Medien gezwungen sind, davon Kenntnis zu nehmen. Als Garrett Haake vom Sender NBC die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, fragte, warum der Präsident „mit etwas drohe, das potenziell einem Kriegsverbrechen gleichkäme“, widersprach sie dem nicht einmal. Leavitt entgegnete vielmehr, dass die US-Streitkräfte „über Fähigkeiten verfügen, die ihre kühnsten Vorstellungen übersteigen. Und der Präsident scheut sich nicht, sie einzusetzen.“

Die New York Times veröffentlichte am Montag einen Kommentar mit der Überschrift „Droht Trump mit einem Kriegsverbrechen?“ Darin räumt die Zeitung ein, dass Trumps Drohung „mit ziemlicher Sicherheit einem Kriegsverbrechen gleichkäme. Einer der zentralen Grundsätze jener Gesetze, die moderne Konflikte regeln, lautet, dass das Angreifen von Zivilisten in militärischen Operationen tabu ist.“

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Palästinensische Aktivistin Nerdeen Kiswani und ihre Anwälte äußern sich zu einem zionistischen Attentatsplan

Von Patrick Martin – 1. April 2026

Nerdeen Kiswani spricht auf der Pressekonferenz in New York am 30. März 2026

Die palästinensische Aktivistin Nerdeen Kiswani hielt am Montagmorgen vor dem New Yorker Rathaus eine Pressekonferenz ab. Sie sprach über einen von Zionisten angezettelten Mordplan, der letzte Woche durch die Festnahme des 26-jährigen Alexander Heifler aus New Jersey im Rahmen einer gemeinsamen Operation des FBI und der New Yorker Polizei vereitelt wurde.

Drei von Kiswanis Anwälten und mehrere andere politische Aktivisten begleiteten sie bei der Pressekonferenz, über die zahlreiche lokale Medien berichteten und die eine unterstützende Menschenmenge anzog.

Kiswani verwies auf die Leute an ihrer Seite und sagte: „Ich möchte nur darauf hinweisen, dass der größte Teil unserer Unterstützer heute tatsächlich aus muslimischen Frauen und aus der jüdischen Gemeinschaft besteht, die sich unmissverständlich gegen diesen Angriff auf mich stellen.“

Sie fügte hinzu: „Heute stehe ich hier nicht nur als Aktivistin, sondern als Mutter, als Palästinenserin und als jemand, der Ziel eines zionistischen Attentatsplans war, vor dem ich schon viel zu lange gewarnt habe. Als ich erfahren habe, dass jemand einen Angriff auf mein Haus vorbereitet und Sprengstoff hergestellt hatte, um mir das Leben zu nehmen, habe ich das nicht nur als öffentliche Person verarbeitet. Ich habe das als Mutter verarbeitet, während ich mein Kleinkind im Arm hielt, und darüber nachgedacht, was es bedeutet, wenn jemand mein Zuhause ins Visier nimmt – wo mein Kind schläft, wo meine Familie eigentlich sicher sein sollte.“

Kiswani erklärte, dass zionistische Organisationen wie die Jewish Defense League (JDL) und die faschistische Betar-Organisation eine koordinierte Kampagne aus Schikanen, Drohungen, Stalking, Doxxing und der Auslobung eines Kopfgeldes auf sie geführt haben. Der Grund dafür ist ihre führende Rolle in der Organisation „Within Our Lifetime“, die sich nachdrücklich für die Verteidigung der palästinensischen Bevölkerung einsetzt.

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Estland lässt offiziell ukrainische Angriffe auf Russland über sein Gebiet zu

Von Thomas Röper – 31. März 2026

Das ist bereits Krieg. Auch letzte Nacht wurde die russische Region St. Petersburg wieder von ukrainischen Drohnen angegriffen, die aus dem Luftraum der baltischen Staaten kamen. Das estnische Militär erklärte dazu, die Drohnen seien gesichtet, aber nicht abgeschossen worden.

Ich berichte nun seit Tagen darüber, dass die Ukraine Ziele im Großraum der russischen Stadt St. Petersburg mit Drohnen angreift, und dass diese Drohnen dazu den Luftraum der EU- und NATO-Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland mit dem ausdrücklichen Einverständnis dieser Länder nutzen. Dieses Einverständnis haben sie zwar nicht öffentlich erklärt, aber die Tatsache, dass sie diese Angriffe auf Russland unter Nutzung ihrer Lufträume zulassen, ohne dagegen auch nur leise zu protestieren, bestätigt deren Einverständnis.

Das estnische Militär hat zu den Vorfällen der Nacht auf den 31. März erklärt:

„In der Nacht zum 31. März wurden als Ergebnis der russischen Aggression gegen die Ukraine in bestimmten Gebieten Estlands Luftbedrohungen entdeckt, während derer potenziell gefährliche Flugkörper in den estnischen Luftraum hätten eindringen können. Die estnischen Streitkräfte entdeckten potenziell gefährliche Flugaktivitäten innerhalb und außerhalb des estnischen Luftraums und gaben daraufhin eine präventive Gefahrenwarnung heraus. Eine gesonderte Meldung gab es, als die Gefahr beendet war. Das war keine Übung. Die potenzielle Gefahrenlage ist beendet. Nehmen Sie Ihre normalen Aktivitäten wieder auf. Über Änderungen der Lage wird berichtet.“

Wie ich in meinen Artikeln der letzten Tage bereits aufgezeigt habe, ist es nicht neu, dass Polen und die Baltenstaaten ukrainische Drohnenangriffe auf Russland über ihr Gebiet zulassen. Das ist spätestens seit letztem Sommer eine begründete Vermutung und seit letztem August de facto erwiesen.

Der Unterschied zu damals ist, dass die baltischen Staaten das nun offen zugeben. Sie erklären offiziell, dass die ukrainischen Drohnen ihren Luftraum für Angriffe auf Russland nutzen, protestieren im Gegensatz zu Finnland aber nicht in Kiew dagegen und erklären auch, dass sie gegen das Eindringen von mit Sprengstoff beladenen ukrainischen Drohnen keinerlei Maßnahmen ergreifen, was im Klartext bedeutet, dass sie diese Angriffe zulassen und mindestens indirekt unterstützen. Das ist bereits eine faktische Kriegsbeteiligung.

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32. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 18:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 31. März 2026

Auch diesen Montag noch keine Ölpreisexplosion auf 200 Euro pro Barrel. Aber wieder dunkle Drohungen von Donald Trump, den Iran vollständig zu zerstören. Und verständnisvolle Zustimmungen zu einem eventuellen Atomschlag Israels durch einen der einflussreichsten Falken der USA. Der Wahnsinn scheint unaufhaltsam seinen Lauf zu nehmen. Hier was in der Nacht und am 31. März 2026 in dem Krieg passierte.

Der Angriffskrieg Israels und der USA (der am 28. Februar 2026 begann) geht nun in die fünfte Woche und konzentriert sich derzeit stark auf den Persischen Golf, Libanon und indirekte wirtschaftliche Folgen. Das passierte in der Nacht:

Iranische Angriffe auf Öltanker und Golfstaaten

Der Iran hat seine Vergeltungsschläge auf die Golfregion intensiviert. In der Nacht zum 31. März wurde ein voll beladener kuwaitischer Öltanker (die „Al Salmi“) vor Dubai von iranischen Geschossen getroffen und in Brand gesetzt. Es besteht die Gefahr einer Ölverschmutzung; die Besatzung ist unverletzt, aber die Schadensaufnahme läuft. Ein weiterer Tanker wurde etwa 57 Kilometer nordwestlich von Dubai getroffen, wobei ein Feuer auf der Steuerbordseite ausbrach – auch hier blieb die Besatzung in Sicherheit. Zusätzlich meldeten Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate weitere Raketen- und Drohnenangriffe; einige wurden abgefangen, in Dubai gab es Trümmer, Brände und vier Leichtverletzte. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi betonte auf X, Saudi-Arabien sei eine „brüderliche Nation“, forderte aber den Abzug der US-Truppen aus der Region.

Entwicklungen im Libanon

Die israelische Bodeninvasion im Südlibanon hielt an. Sie wird begründet mit der Errichtung einer „Pufferzone“. Ein libanesischer Soldat wurde getötet, weitere verletzt. Bei einer Explosion „unbekannter Ursache“ im Südlibanon kamen zwei UN-Blauhelmsoldaten (UNIFIL) ums Leben – ihr Fahrzeug wurde zerstört. Ein israelischer Luftangriff auf einen Vorort Beiruts forderte einen Toten und 17 Verletzte (darunter Kinder und Ausländer). Israel vertrieb die Bewohner mehrerer Dörfer im Bekaa-Tal, was wieder Erinnerungen an die Nakba (die Vertreibung von 800.000 Palästinensern aus Palästina durch zionistische Terrorbrigaden) von 1948 aufkommen ließ.

Indirekte Folgen für Nachbarstaaten

Ägypten und Jordanien spüren die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges massiv. In Kairo müssen Geschäfte, Restaurants und Cafés zur Hauptgeschäftszeit früher schließen, Straßenlaternen und Werbetafeln werden abgeschaltet – eine Sparmaßnahme wegen stark gestiegener Erdgas- und Ölpreise (der Großteil des ägyptischen Stroms wird mit Erdgas erzeugt). Premierminister Mostafa Madbouly begründete dies mit der Notwendigkeit, subventionierte Energie zu sparen. In Jordanien bricht der Tourismus ein (z. B. nur 2.000 Besucher in Petra zu den Feiertagen), und Raketenalarme sind Alltag.

08 Uhr 00:

Im Internet wird diskutiert, dass Donald Trump laut Wall Street Journal berichtete, den Krieg auch ohne „geöffnete“ Straße von Hormus beenden zu können. Die einen meinen, das gäbe endgültig einen neuen Ölschock, die anderen weisen darauf hin, dass es Einnahmen für den Iran von umgerechnet 100 Milliarden US-Dollar jährlich bedeuten könnte. Obwohl der Iran unter Kriegsrecht bereits Gebühren verlangt, ist das entsprechende Gesetz noch nicht in der letzten Lesung im iranischen Parlament beschlossen worden.

Trump kündigt nun Kriegsverbrechen offen an

Trump hat dem Iran ein „letztes Ultimatum“ gestellt und damit angedeutet, dass die USA bereit sind, jegliche Befolgung von Völkerrecht und humanitärem Recht aufzugeben, nachdem sie in einem letzten sadistischen Ausbruch eines schlechten Verlierers die zivile Infrastruktur des Iran angegriffen haben:

„…wir werden unseren reizenden ‚Aufenthalt‘ im Iran damit beenden, dass wir alle ihre Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!) in die Luft jagen und vollständig auslöschen…“

Wie krank und zynisch rachsüchtig kann diese Regierung noch werden? Nach der gezielten Ermordung und der völkerrechtswidrigen Aggression gegen ein friedliches Land Tausende Kilometer von den USA entfernt.

Selbst das verwirrte Pressekorps konnte nicht umhin, Trumps offene Pläne zur Begehung von Massenkriegsverbrechen in Frage zu stellen:

Kommt es zum Atomkrieg zwischen Iran und Israel? Das wären die schrecklichen Folgen

Von Peter F. Mayer – 31. März 2026

Israel hat zwischen 80 und 300 Atombomben aus von den USA gestohlenem Uran gebaut. Der Iran kann etwa elf Kernwaffen aus dem verfügbaren auf 60 Prozent angereicherten Uran 235 bauen. Selbst nach einem atomaren Großangriff Israels ist der Iran in der Lage spätestens nach einigen Wochen zurückzuschlagen, erklärt der MIT-Physiker, Kernwaffenexperte und Pentagon Berater Professor Ted Postol.

Lange Zeit waren Politiker darauf bedacht, alles zu vermeiden, was zu einem Atomkrieg – egal ob lokal, regional oder global – führen könnte. Die aktuelle Politikergeneration hat offenbar keinen Schimmer mehr davon, was Atombomben anrichten können. Nicht zuletzt auch durch Nicht-Naturwissenschaftler, die nicht verstehen was in Hiroshima und Nagaski passiert ist und behaupten, dort wären keine Atombomben zum Einsatz gekommen. Kenner der US-Politik wie der ehemalige Stabschef des früheren Außenministers Colin Powell, Oberst Lawrence Wilkerson, fürchtet, Israel könnte aufhören zu existieren und als letzten Ausweg einen Atomschlag starten.

Theodore Postol, Physiker und Professor für Technologie sowie nationale Sicherheitspolitik am MIT und Experte für Atomwaffen, argumentiert, dass der Iran bereits über eine wirksame nukleare Abschreckung gegenüber Israel verfügt, auch ohne vollständig montierte Atomwaffen. Er warnt vor den katastrophalen Folgen eines israelischen Atomangriffs auf den Iran und betont, dass dies unweigerlich zu einer verheerenden nuklearen Vergeltungsmaßnahme führen würde.

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Warum die USA entschieden, ihre De-facto-Blockade Kubas nicht gegen Russland durchzusetzen

Von Andrew Korybko – 31. März 2026

Trump bescherte Putin einen Sieg im Bereich der Soft Power, der ihm tosenden Applaus von der Mehrheit der Weltbevölkerung einbrachte.

Trump lehnte es ab, die De-facto-Blockade der USA gegen Kuba gegen einen russischen Öltanker durchzusetzen, der genug Treibstoff geladen hatte, um den Bedarf der Insel für etwa eine Woche zu decken. Mit seinen Worten: „Es macht uns nichts aus, wenn jemand eine Ladung Öl bekommt, denn die Menschen müssen überleben. Wenn ein Land gerade jetzt etwas Öl nach Kuba schicken will, habe ich kein Problem damit. Ich lasse es lieber rein, egal ob es Russland ist oder jemand anderes, denn die Menschen brauchen Heizung und Kühlung und all die anderen Dinge, die man braucht.“ Dafür gibt es fünf Gründe:

1. Eine mögliche Eskalation mit Russland verhindern

Der Öltanker, der gerade in Russland eingetroffen ist, ist ein echter russischer Tanker und kein Schiff eines anderen Landes, das plötzlich beschlossen hat, die russische Flagge zu hissen, als der Westen Druck auf es ausübte – so wie es Mitglieder seiner sogenannten „Schattenflotte“ in den letzten Monaten getan haben, bevor sie beschlagnahmt wurden. Trump könnte daher kalkuliert haben, dass Putin die Spannungen möglicherweise eskalieren lassen würde, wenn er die Beschlagnahmung genehmigt hätte, was den USA Unannehmlichkeiten bereiten würde, während sie in den von ihnen gemeinsam mit Israel begonnenen Dritten Golfkrieg verwickelt sind – folglich einer der wahrscheinlichen Gründe, warum er es durchgehen ließ.

2. Putin umstimmen, um die Gespräche am Laufen zu halten

Ein weiterer Grund könnte gewesen sein, dies als Geste des guten Willens darzustellen, um Putin zu besänftigen und die ins Stocken geratenen Gespräche fortzusetzen, angesichts der wachsenden Skepsis gegenüber Trumps Absichten, wie sie Außenminister Sergej Lawrow und russische Experten zum Ausdruck gebracht haben. Indem Trump Putin etwas gibt, das dieser als Soft-Power-Erfolg ausgeben kann – einen, der ihm zudem tosenden Beifall von der Mehrheit der Weltbevölkerung einbringt –, könnte Trump dem russischen Präsidenten zu verstehen geben, dass er ihm gegenüber tatsächlich gute Absichten hat.

3. Eine ausgewachsene humanitäre Krise verhindern

Es besteht kein Zweifel daran, dass die faktische Blockade Kubas durch die USA bereits zu einer humanitären Krise geführt hat. Einem russischen Tanker die Erlaubnis zu erteilen, die Insel mit Treibstoff für etwa eine Woche zu versorgen, könnte auch darauf abgezielt haben, eine eskalierende humanitäre Krise zu verhindern, die auf Florida hätte übergreifen können. Dies lässt sich aus Trumps zuvor zitierten Worten ableiten. Im Grunde genommen könnten die USA aus diesem Grund beschlossen haben, Kuba den Import seines minimalen Ölbedarfs zu gestatten, wodurch die Krise aus ihrer Sicht beherrschbar bleibt.

4. Die Regierung belohnen oder Anreize schaffen

Ein weiterer Grund, warum die USA Russland die Durchbrechung ihrer De-facto-Blockade gegen Kuba gestattet haben, könnte darin bestanden haben, die Regierung in Moskau für etwaige Zugeständnisse zu belohnen, die sie womöglich während der laufenden Gespräche gemacht hat, oder möglicherweise Anreize für solche Zugeständnisse zu schaffen, falls diese noch nicht gemacht wurden. Wie hier erläutert wurde: „‚Regime Tweaking‘ in Kuba ist das realistischste Ergebnis der von den USA ausgelösten Krise“, was sich auf politische Veränderungen bezieht, die die bestehende Machtstruktur grundsätzlich beibehalten. Dieses Ziel könnte daher näher an der Verwirklichung sein, als vielen Beobachtern bewusst ist.

5. TACO („Trump Always Chickens Out“)

Es ist auch möglich, dass Trump „kalte Füße bekam“, nachdem Putin seinen vermeintlichen „Bluff“ bezüglich der De-facto-Blockade Kubas durchschaut hatte. Sicherlich bekommt er nicht „immer kalte Füße“, da die USA gerade zusammen mit Israel den Iran bombardieren, obwohl dieser Angriffskrieg das Risiko eines Rückschlags für ihre hegemonialen Interesen birgt. Allerdings könnte Russland den USA noch mehr Schaden zufügen als der Iran als der Iran mit seinen Vergeltungsschlägen. So hat Trump vielleicht entschieden, Putin nicht auf die Probe zu stellen, nur um auf Nummer sicher zu gehen. Von allen Gründen, warum Trump Russland die Blockade durchbrechen ließ, ist dieser zwar der am wenigsten überzeugende, aber er wird wahrscheinlich bei vielen Anklang finden.

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Alles in allem trägt die Entscheidung der USA, ihre De-facto-Blockade gegen Kuba zugunsten Russlands nicht durchzusetzen, dazu bei, die von Washington selbst verursachte humanitäre Krise dort zu lindern. Trump verschaffte Putin zudem einen Soft-Power-Sieg, der ihm auf Kosten der USA tosenden Applaus von der Weltmehrheit einbrachte, sodass diese Entscheidung definitiv mit immateriellen Kosten verbunden war. Dennoch kontrollieren die USA weiterhin die Dynamik der humanitären Krise in Kuba, und diese wird nur nach Trumps Gutdünken gelindert werden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

China und Pakistan veröffentlichen 5-Punkte-Plan zur Lage am Golf

Von Peter F. Mayer – 31. März 2026

China und Pakistan legen Fünf-Punkte-Vorschlag zur Lage am Golf und im Nahen Osten vor und fordern die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten.

China und Pakistan haben am Dienstag bei Gesprächen zwischen dem chinesischen Außenminister Wang Yi und dem pakistanischen Vizepremierminister und Außenminister Mohammad Ishaq Dar in Peking fünf Vorschläge zur Wiederherstellung von Frieden und Stabilität in der Golfregion und im Nahen Osten vorgelegt, wie zum Beispiel die semi-offizielle chinesische Global Times berichtet.

Am Wochenende empfing Islamabad die Außenminister der Türkei, Ägyptens und Saudi-Arabiens zu einem Vierertreffen, dessen Ziel es war, die Vereinigten Staaten und den Iran zu Verhandlungen zu bewegen. Als das pakistanische Außenministerium am Montag bestätigte, dass der stellvertretende Premierminister und Außenminister Mohammad Ishaq Dar am folgenden Tag nach Peking reisen werde, griff es auf altbekannte Formulierungen zurück und hob die langjährigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor. Nach Angaben des Ministeriums würden beide Seiten „eingehende Gespräche über regionale Entwicklungen sowie bilaterale und globale Themen von gemeinsamem Interesse“ führen, da die beiden Länder „eine strategische Kooperationspartnerschaft für alle Fälle“ pflegen.

Die Vorschläge lauten: sofortige Einstellung der Feindseligkeiten, schnellstmögliche Aufnahme von Friedensgesprächen, Gewährleistung der Sicherheit nichtmilitärischer Ziele, Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt und Wahrung des Vorrangs der UN-Charta.

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Ex-US-Terrorabwehrchef Joe Kent: Entsendung von Truppen verhindern

Von Peter F. Mayer – 31. März 2026

Der wegen des Krieges gegen den Iran zurückgetretene Terrorabwehr-Chef der USA, Joe Kent, fordert die Amerikaner auf, das Weiße Haus und den Kongress anzurufen, um gegen die Entsendung von Truppen in den Iran zu protestieren. Früher hatte er enthüllt, er wie die USA islamistischen Terror finanziert.

Joe Kent, der ehemalige Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, der wegen seiner Ablehnung des US-israelischen Krieges gegen den Iran zurückgetreten war, fordert die Amerikaner auf, sich an das Weiße Haus und den Kongress zu wenden, um ihren Widerstand gegen die Entsendung von Bodentruppen in den Iran durch die USA zum Ausdruck zu bringen. In einem Beitrag auf X teilte Kent die Telefonnummern der Kommentarlinie des Weißen Hauses (202-456-1111) und der Telefonzentrale des Kongresses (202-224-3121) mit. „Sagen Sie ihnen respektvoll, dass wir die Entsendung von Bodentruppen in den Iran nicht unterstützen“, sagte er in einem Video, das dem Beitrag beigefügt war.

„So können wir, das Volk, unserer Stimme Gehör verschaffen. Es ist wichtig, dass wir für den Frieden beten, aber es ist ebenso wichtig, dass wir uns für den Frieden einsetzen. Kontaktieren Sie respektvoll Ihre gewählten Vertreter und lassen Sie sie wissen, dass wir, das Volk, diesen Krieg nicht unterstützen“, fügte er hinzu.

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