von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 31. März 2026

Auch diesen Montag noch keine Ölpreisexplosion auf 200 Euro pro Barrel. Aber wieder dunkle Drohungen von Donald Trump, den Iran vollständig zu zerstören. Und verständnisvolle Zustimmungen zu einem eventuellen Atomschlag Israels durch einen der einflussreichsten Falken der USA. Der Wahnsinn scheint unaufhaltsam seinen Lauf zu nehmen. Hier was in der Nacht und am 31. März 2026 in dem Krieg passierte.
Der Angriffskrieg Israels und der USA (der am 28. Februar 2026 begann) geht nun in die fünfte Woche und konzentriert sich derzeit stark auf den Persischen Golf, Libanon und indirekte wirtschaftliche Folgen. Das passierte in der Nacht:
Iranische Angriffe auf Öltanker und Golfstaaten
Der Iran hat seine Vergeltungsschläge auf die Golfregion intensiviert. In der Nacht zum 31. März wurde ein voll beladener kuwaitischer Öltanker (die „Al Salmi“) vor Dubai von iranischen Geschossen getroffen und in Brand gesetzt. Es besteht die Gefahr einer Ölverschmutzung; die Besatzung ist unverletzt, aber die Schadensaufnahme läuft. Ein weiterer Tanker wurde etwa 57 Kilometer nordwestlich von Dubai getroffen, wobei ein Feuer auf der Steuerbordseite ausbrach – auch hier blieb die Besatzung in Sicherheit. Zusätzlich meldeten Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate weitere Raketen- und Drohnenangriffe; einige wurden abgefangen, in Dubai gab es Trümmer, Brände und vier Leichtverletzte. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi betonte auf X, Saudi-Arabien sei eine „brüderliche Nation“, forderte aber den Abzug der US-Truppen aus der Region.
Entwicklungen im Libanon
Die israelische Bodeninvasion im Südlibanon hielt an. Sie wird begründet mit der Errichtung einer „Pufferzone“. Ein libanesischer Soldat wurde getötet, weitere verletzt. Bei einer Explosion „unbekannter Ursache“ im Südlibanon kamen zwei UN-Blauhelmsoldaten (UNIFIL) ums Leben – ihr Fahrzeug wurde zerstört. Ein israelischer Luftangriff auf einen Vorort Beiruts forderte einen Toten und 17 Verletzte (darunter Kinder und Ausländer). Israel vertrieb die Bewohner mehrerer Dörfer im Bekaa-Tal, was wieder Erinnerungen an die Nakba (die Vertreibung von 800.000 Palästinensern aus Palästina durch zionistische Terrorbrigaden) von 1948 aufkommen ließ.
Indirekte Folgen für Nachbarstaaten
Ägypten und Jordanien spüren die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges massiv. In Kairo müssen Geschäfte, Restaurants und Cafés zur Hauptgeschäftszeit früher schließen, Straßenlaternen und Werbetafeln werden abgeschaltet – eine Sparmaßnahme wegen stark gestiegener Erdgas- und Ölpreise (der Großteil des ägyptischen Stroms wird mit Erdgas erzeugt). Premierminister Mostafa Madbouly begründete dies mit der Notwendigkeit, subventionierte Energie zu sparen. In Jordanien bricht der Tourismus ein (z. B. nur 2.000 Besucher in Petra zu den Feiertagen), und Raketenalarme sind Alltag.
08 Uhr 00:
Im Internet wird diskutiert, dass Donald Trump laut Wall Street Journal berichtete, den Krieg auch ohne „geöffnete“ Straße von Hormus beenden zu können. Die einen meinen, das gäbe endgültig einen neuen Ölschock, die anderen weisen darauf hin, dass es Einnahmen für den Iran von umgerechnet 100 Milliarden US-Dollar jährlich bedeuten könnte. Obwohl der Iran unter Kriegsrecht bereits Gebühren verlangt, ist das entsprechende Gesetz noch nicht in der letzten Lesung im iranischen Parlament beschlossen worden.
Trump kündigt nun Kriegsverbrechen offen an
Trump hat dem Iran ein „letztes Ultimatum“ gestellt und damit angedeutet, dass die USA bereit sind, jegliche Befolgung von Völkerrecht und humanitärem Recht aufzugeben, nachdem sie in einem letzten sadistischen Ausbruch eines schlechten Verlierers die zivile Infrastruktur des Iran angegriffen haben:

„…wir werden unseren reizenden ‚Aufenthalt‘ im Iran damit beenden, dass wir alle ihre Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!) in die Luft jagen und vollständig auslöschen…“
Wie krank und zynisch rachsüchtig kann diese Regierung noch werden? Nach der gezielten Ermordung und der völkerrechtswidrigen Aggression gegen ein friedliches Land Tausende Kilometer von den USA entfernt.
Selbst das verwirrte Pressekorps konnte nicht umhin, Trumps offene Pläne zur Begehung von Massenkriegsverbrechen in Frage zu stellen:







