Freigegebene Akten enthüllen die Kontakte der jüdischen Untergrundmiliz vor der Staatsgründung mit Nazideutschland

Von Ofer Aderet (Haaretz) – 14. April 2026

Im Mai 1941 sprach Eliyahu Golomb, Gründer und de facto Kommandeur der Haganah, der Vorläuferarmee der Juden im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina, in einem kleinen Forum: „Ich habe Informationen … über den Verdacht, dass eine Gruppe von Juden Verbindungen zum Feind unterhält“, sagte er. Zu jener Zeit, während des Zweiten Weltkriegs, waren die Deutschen der Feind, auf den er sich bezog. „Den Informationen zufolge gibt es einen Mann, der Kontakt zu den Deutschen aufgenommen hat. Dieser Mann ist bekannt; sein Name ist S“, fügte er hinzu.

„S“ war Avraham „Yair“ Stern, Anführer der Lehi, der vorstaatlichen Untergrundmiliz, die auch als Stern-Bande bekannt war. Er hatte sich von der Irgun abgespalten, weil er der Meinung war, der Kampf gegen die Briten müsse auch während des Krieges fortgesetzt werden.

„Die Polizei spricht bereits von einer jüdischen ‚fünften Kolonne‘“, fügte Golomb hinzu und bezog sich dabei auf die britische Polizei.

Golombs Äußerungen wurden in Echtzeit in einem Geheimdienstdokument der Haganah festgehalten, das unter „Kontakte mit der Achse“ abgelegt wurde. Die Akte wurde im Archiv der IDF aufbewahrt und später an das Staatsarchiv übergeben. Vor etwa drei Jahren beantragte Haaretz die Freigabe der Akte. Sie wurde kürzlich gescannt und hochgeladen.

Ein Blick in die Akte gewährt Einblick in das Material, das von der Haganah und später vom Shin Bet und der IDF gesammelt wurde und die Versuche der Lehi betrifft, Verbindungen zu den Achsenmächten Italien und Deutschland herzustellen.

Die Idee, Nazi-Deutschland für die Befreiung Palästinas von der britischen Herrschaft zu gewinnen, stammte von Stern, der einen kompromisslosen gewaltsamen Widerstand gegen die Briten befürwortete. Seine Haltung stand im Widerspruch zu der der meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft, die ihren Kampf gegen Großbritannien zugunsten des Kampfes gegen Deutschland ausgesetzt hatte.

Kämpfer der Haganah, der Armee der Juden im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina vor der Unabhängigkeit, während einer Patrouille. „Die Polizei spricht bereits von einer jüdischen ‚fünften Kolonne‘“, sagte Eliyahu Golomb, Gründer und de facto Kommandeur der Haganah, in Bezug auf die britische Polizei. Bildnachweis: Zoltan Kluger / GPO

Ein Dokument beschreibt Sterns Ideologie wie folgt: „Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs … argumentierte Stern, dass es keinen besseren Zeitpunkt für einen Unabhängigkeitskrieg gebe als während des Krieges. Die britischen Streitkräfte sind gebunden … und es wäre möglich, sie zu überwinden. Die Frage der Ausrichtung schien ihm einfach.

„Die Juden sind eine Kriegspartei und können daher nicht neutral sein. Großbritannien hat das jüdische Volk verraten und wird niemals die Gründung eines jüdischen Staates zulassen. Auf der anderen Seite hat Deutschland kein besonderes Interesse an Palästina, und da die Nazis Europa von Juden säubern wollen, ist nichts einfacher, als sie in ihren eigenen Staat zu überführen.“

Das Dokument besagt ferner, dass Stern der Ansicht war, „es sei möglich, eine praktische Vereinbarung mit den Deutschen zu erzielen … Verhandlungen sollten aufgenommen werden, und die Juden Europas sollten in eine Spezialarmee rekrutiert werden, die sich den Weg nach Palästina erkämpfen und es von den Briten erobern würde. Die Deutschen, so argumentierte er, würden zustimmen, da sie dadurch die Juden loswerden und gleichzeitig die Briten aus dem Nahen Osten vertreiben könnten.“

Ein weiteres Dokument vermerkt, dass Stern der Ansicht war, es gäbe in Nazideutschland zwei Denkrichtungen hinsichtlich der jüdischen Gemeinschaft in Palästina. Die eine befürwortete eine Annäherung an die Araber und unterstützte die Führung des Muftis von Jerusalem, Hajj Amin al-Husseini, da sie die dortige jüdische Gemeinschaft als „gefährlicher als jede andere jüdische Gemeinschaft“ ansah, „da sie mit aggressiven Eigenschaften und einem Freiheitsdrang ausgestattet war“.

„Deutschland hat kein besonderes Interesse an Palästina, und da die Nazis Europa von Juden säubern wollen, ist nichts einfacher, als sie in ihren eigenen Staat zu überführen.“

Aus den freigegebenen Dokumenten

Die andere Denkrichtung befürwortete laut Stern die Stärkung der jüdischen Besiedlung durch die Herbeiführung von Juden aus Europa, in der Überzeugung, diese würden dankbar sein und Deutschland unterstützen.

Die Akte, die die Kontakte der Lehi zu den Achsenmächten dokumentiert, enthält auch ein Dokument aus dem Jahr 1949. Sein anonymer Verfasser behauptete, er habe mit Stern in Echtzeit die „ideologische Grundlage“ seiner Position geklärt. Dem Verfasser zufolge sagte Stern:

„Wir werden irgendwie mit den Deutschen zurechtkommen, nachdem sie das Land erobert haben, so wie die Sowjets bei Bedarf mit ihnen zurechtkamen.“

Weitere Dokumente besagen, dass Stern danach strebte, „mit Hilfe einer ausländischen Macht die Kontrolle über ganz Eretz Yisrael mit Gewalt zu erlangen“, und dass „es klar ist, dass er ernsthaft in Erwägung zog, mit Hilfe einer ausländischen Macht ein ‚jüdischer Quisling‘ zu werden“. Der Verweis bezieht sich auf den norwegischen Ministerpräsidenten, der mit den Nazis kollaborierte und dessen Name zum Synonym für Verrat wurde.

Lubenchik versuchte, „den Entscheidungsträgern der Achsenmächte zu beweisen, dass es sich lohnen würde, Eretz Yisrael als diesen Sammelpunkt zu bestimmen und dadurch die Freundschaft des hebräischen Volkes zu gewinnen, das sich zu diesem Zweck im Krieg gegen England engagieren würde.“

Aus den freigegebenen Akten

Diese Pläne waren nicht nur theoretischer Natur. Historische Forschungen belegen mehrere Versuche von Lehi-Gesandten, Kontakt zu deutschen Beamten aufzunehmen. Einer davon mündete in ein Dokument, das eine „aktive Partnerschaft“ mit Deutschland im Krieg vorschlug, basierend auf „gemeinsamen Interessen zwischen deutscher Politik und jüdischen nationalen Bestrebungen“. Darin wurde auch angedeutet, dass ein jüdischer Staat ein Bündnis mit dem Deutschen Reich eingehen würde.

Diese Kontakte blieben erfolglos, wurden jedoch von der Haganah genau beobachtet.

Die Akte enthält zudem weitere Äußerungen von Golomb aus dem Jahr 1941 in zwei geschlossenen Foren: „Es besteht kein Zweifel, dass es einen Versuch gab, Kontakt zu den Deutschen aufzunehmen, und es ist möglich, dass sie etwas versprochen haben, vielleicht eine interne jüdische Polizeitruppe.“ Er fügte hinzu, dass die britische Regierung Material beschafft habe, das politisch gegen die jüdische Gemeinschaft verwendet werden könne. „Mehrere Juden wurden verhaftet, verdächtigt, Verbindungen zu Italienern oder Deutschen zu haben oder solche anzustreben, höchstwahrscheinlich zu den Deutschen.“

Golomb verwies auch auf eine interne Lehi-Broschüre, in der die Ideologie erläutert wurde: „Großbritannien ist ein Verräter. Wer hat entschieden, dass die gegnerische Seite zwangsläufig gegen die Juden sein muss? Auf jeden Fall müssen Juden eine unabhängige Politik betreiben und sich mit jedem verbinden, der es wert ist.“

Bei demselben Treffen war auch Zalman Shazar anwesend, der später Bildungsminister und Staatspräsident werden sollte.

„Ich sprach mit jemandem, der diese Broschüre gelesen hatte, und er gab mir deren Inhalt wieder“, berichtete er. „Die Nazis sind zwar gegen die Juden, aber ihr Hass richtet sich gegen die Juden der Diaspora. Im Nazi-Programm gibt es keinen Widerstand gegen einen Judenstaat (einen jüdischen Staat).“

Die Akte erwähnt auch Naftali Lubenchik, ein Lehi-Mitglied, das zu Treffen mit deutschen Vertretern entsandt wurde. Ein Dokument aus dem Jahr 1951 besagt, dass er der Ansicht war, „die Achsenmächte streben nicht die physische Vernichtung des jüdischen Volkes an, sondern vielmehr dessen Vertreibung aus Europa und dessen Konzentration an einem Ort…“

Weiter heißt es, er habe versucht, „den Entscheidungsträgern der Achsenmächte zu beweisen, dass es sich lohnen würde, Eretz Yisrael als diesen Ort der Konzentration zu bestimmen und sich damit die Freundschaft des hebräischen Volkes zu sichern, das sich zu diesem Zweck im Krieg gegen England engagieren würde.“ „

Lubenchik starb 1946 in Eritrea, wohin er von den Briten ins Exil geschickt worden war. Er wird auf der Gedenkseite Yizkor als einer der Gefallenen Israels gewürdigt. Dort wird angemerkt, dass seine Kontakte zu den Deutschen darauf abzielten, „die Juden Europas zu retten und sie territorial im Land Israel zu konzentrieren“.

Die Akte enthält auch Aussagen von zwei Lehi-Führern, die Versuche zur Herstellung von Beziehungen zu den Nazis unterstützten.

Natan Friedman, später bekannt als Natan Yellin-Mor und späteres Mitglied der Knesset, schrieb 1943: „Deutschland ist noch nicht besiegt und könnte noch unser Verbündeter werden.“

Israel Eldad, der laut der Lehi-Gedenkwebsite „Mitglied des Lehi-Zentralkomitees und dessen führender Ideologe und öffentlicher Intellektueller“ war, wurde 1949 mit folgenden Worten zitiert: „Yair handelte richtig, und er war zu Recht bestrebt, einen Verbündeten gegen Großbritannien zu finden, genauso wie die Sowjetunion in ihrem eigenen Interesse handelte, als sie sich mit Nazi-Deutschland verbündete, um nicht von Großbritannien im Stich gelassen zu werden.“

Die Kontakte der Lehi zu den Nazis verliefen letztlich im Sande. Stern selbst wurde 1942 von den Briten getötet, und am Ende, wie es in einem der Dokumente in der Akte heißt, „wurde nichts daraus.“

[Zum Originalbeitrag in Haaretz]

Die New York Times, die Demokratische Partei und die Vorbereitungen für die zweite Phase des Irankriegs

Von David North – 14. April 2026

Der Redaktionssitz der New York Times in Manhattan [Photo by Credit: Wikimedia Commons/Ajay Suresh / CC BY-SA 4.0]

Am Sonntag veröffentlichte die Redaktion der New York Times eine Erklärung unter der Überschrift „Trumps Krieg schwächt Amerika“. Dieser programmatische Beitrag erscheint zu einem Zeitpunkt, da sich der amerikanische Imperialismus in einer akuten strategischen Krise befindet. Er dient dazu, die innen- und außenpolitischen Bedingungen zu bestimmen, unter denen der Krieg gegen den Iran wieder aufgenommen, neu organisiert und zu einem Abschluss gebracht werden kann und muss, der den grundlegenden Zielen der herrschenden Klasse in den USA entspricht.

Die Times geht von der Annahme aus, dass es eine strategische Katastrophe für die globale Machtpolitik Amerikas wäre, wenn Washington seine Kriegsziele nicht erreicht.

Die USA haben den Krieg gegen den Iran am 28. Februar während laufender diplomatischer Verhandlungen begonnen, bei denen der Iran echte Bereitschaft zu einem Abkommen signalisiert hatte. Es folgte eine Kaskade strategischer Misserfolge, deren Konsequenzen in ihrem vollen Ausmaß erst allmählich sichtbar werden. Die Straße von Hormus bleibt für den Großteil des Handelsverkehrs gesperrt. Am Sonntag erklärte Trump die Gespräche mit dem Iran in Pakistan für gescheitert und kündigte eine Blockade der Straße von Hormus an. Keine Schiffe sollen die Meerenge passieren dürfen, wenn sie einen iranischen Hafen ansteuern oder verlassen. Die weltweiten Ölpreise sind auf über 100 Dollar pro Barrel geklettert.

Das Bündnissystem der NATO ist extrem unter Druck geraten. Japan, Südkorea, Australien, Kanada und die meisten Länder Westeuropas haben sich geweigert, sich direkt am Krieg zu beteiligen oder zur Öffnung der Straße von Hormus beizutragen. Die amerikanischen Bestände an kritischen Waffensystemen sind stark geschrumpft und das Pentagon räumt ein, dass es Jahre dauern wird, bis sie wieder aufgefüllt sind. Der Iran ist keineswegs unter dem Gewicht der amerikanischen Militärmacht zusammengebrochen, sondern hat gezeigt, dass ein Land, das ein Hundertstel des US-Militärbudgets ausgibt, die größte Volkswirtschaft der Welt weitgehend strategisch lähmen kann, indem es einen einzigen geografischen Engpass als Hebel einsetzt. Die Verhandlungen in Islamabad sind nun nach 21 Stunden gescheitert.

Unter diesen Umständen legt die Times dar, was sie für den Erfolg der nächsten Phase des Krieges als wesentlich erachtet: die Zustimmung des Kongresses, um innenpolitische Legitimität zu schaffen; die Unterstützung der Verbündeten, um den Anschein internationaler Einigkeit wiederherzustellen; eine strategische Planung für die Straße von Hormus; und eine klare Zielsetzung zur Beendigung des iranischen Atomprogramms.

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Ungarn: EU vs MAGA

Von German-Foreign-Policy.com – 14. April 2026

Die ungarische Wahl war Schauplatz eines offenen Machtkampfs zwischen EU und USA. Beide griffen massiv in den Wahlkampf ein – mit gegensätzlichen Interessen.

Deutschland und die EU haben sich im Machtkampf um Ungarn gegen die Trump-Administration durchgesetzt. Nach Jahren heftiger politischer Konflikte mit Berlin und Brüssel unter der Regierung von Viktor Orbán, die eng mit der Trump-Administration kooperierte, wendet sich Budapest mit dem Wahlsieg von Péter Magyar nun demonstrativ wieder der Europäischen Union zu – ein strategischer Erfolg für Letztere, zugleich eine empfindliche Niederlage für die USA. Magyars Wahlsieg markiert demnach nicht nur einen innenpolitischen Umbruch, sondern ist zugleich Ausdruck einer offenen geopolitischen Auseinandersetzung. Entsprechend hatten sowohl die EU als auch die USA im Vorfeld massiv auf den Ausgang der Wahl einzuwirken versucht. Während Brüssel mit der Freigabe milliardenschwerer Fördermittel lockte, unterstützte die US-Regierung offen Orbán und sein Umfeld – bis hin zu Wahlkampfauftritten und wirtschaftlichen Versprechungen. Ungarn ist damit zum Schauplatz eines transatlantischen Ringens geworden, in dem es um weit mehr geht als um einen Regierungswechsel: Es geht um Einfluss, um die Ausrichtung und die künftige Rolle eines Schlüsselstaats in Osteuropa.

Reformen gegen Souveränität

Am späten Sonntagabend erklärte der bisherige Oppositionsführer Péter Magyar von der Partei Tisza (Tisztelet és Szabadság Párt, Respekt- und Freiheitspartei) mit Blick auf seinen Wahlsieg: „Gemeinsam haben wir das Orbán-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit“.[1] Ein zentraler Wahlkampfpfeiler von Magyar war das Ziel, die Freigabe von 17 Milliarden Euro an eingefrorenen EU-Mitteln zu erreichen – rund zehn Prozent des ungarischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die EU hatte sie in ihren erbitterten Machtkämpfen mit dem scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán auf Eis gelegt, um den Druck auf Orbán zu erhöhen und seine Regierung zu schwächen. Der Preis, den Magyar zahlen muss, ist hoch. Um die Gelder zu erhalten, muss Budapest 27 von Brüssel vorgegebene Bedingungen erfüllen, darunter Reformen der öffentlichen Vergabepraxis, die Stärkung der richterlichen Unabhängigkeit sowie der Ausbau akademischer Freiheiten.[2] Die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit hat die Tisza erreicht. Der angekündigte Reformkurs läuft damit auf eine vertiefte Integration in die EU-Strukturen hinaus – und auf die mit ihr verbundene weitere Einschränkung nationaler Souveränität.

Jubel in Brüssel

Die Reaktionen aus Brüssel ließen nicht lange auf sich warten. Bereits Minuten nach der Niederlage des ungarischen Ministerpräsidenten Orbán gratulierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen via X: „Ungarn hat sich für Europa entschieden. Europa hat sich stets für Ungarn entschieden. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker“. Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der die Tisza gehört, sprach ebenfalls auf X von einem „Sieg“ der ungarischen Bevölkerung. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola erklärte, Ungarns Platz liege „im Herzen Europas“. Die schnelle und geschlossene Reaktion der EU-Spitze unterstreicht die politische Bedeutung des Wahlausgangs.

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46. Tag im Angriffskrieg Israels und USA gegen Iran und Libanon (Ticker 16:45 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 14. April 2026

Der Vortag war bestimmt von Spekulationen, wie die Blockade des Iran und der Straße von Homburg durch die USA ausgeführt wird, und was wohl China, Indien und Pakistan dazu sagen werden. Das Wort „Blockade“ war von Donald Trump erwähnt [worden] und stellt völkerrechtlich einen Kriegsakt dar, was bedeutet, dass der Waffenstillstand de jure beendet ist. Trotzdem scheinen sich neue Verhandlungen anzubahnen, obwohl an andern Fronten wie im Libanon, Gaza und der Westbank Israel weiterhin bombardiert und Zivilisten tötet. Alle aktuellen Entwicklungen in diesem Ticker.

Eine weitere Runde der Gespräche zwischen den USA und dem Iran könnte „bereits am Donnerstag“ stattfinden. Eine neue Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran könnte bereits am Donnerstag stattfinden, berichtete die Associated Press unter Berufung auf US-Beamte und einen Diplomaten aus einem Vermittlerland.

Beamte sagten, beide Seiten hätten sich grundsätzlich darauf geeinigt, die Gespräche wieder aufzunehmen, auch wenn der Ort noch nicht endgültig festgelegt sei. Islamabad wird erneut in Betracht gezogen, während sich auch Genf als aussichtsreicher Standort herauskristallisiert hat. Reuters berichtete, dass die USA seit dem Treffen in Islamabad mit den Vermittlern in Kontakt geblieben sind, wobei Pakistan Nachrichten zwischen Teheran und Washington übermittelt.

US-Beamte sagen, die Gespräche in Islamabad hätten einen Rahmen für künftige Verhandlungen geschaffen. Die Gespräche in Islamabad hätten zwar keinen Durchbruch gebracht, aber Dynamik erzeugt und einen Rahmen für weitere Verhandlungen mit dem Iran geschaffen, berichtete The Atlantic. Es seien einige Fortschritte bei Fragen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm erzielt worden, während Geheimdienstanalysen darauf hindeuten, dass der Druck durch entgangene Öleinnahmen die Position Teherans beeinflussen könnte.

Die Associated Press berichtete, dass bereits am Donnerstag eine neue Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stattfinden könnte. Reuters berichtete, dass die USA seit dem Treffen in Islamabad in Kontakt mit den Vermittlern geblieben seien, wobei Pakistan Nachrichten zwischen Teheran und Washington übermittle.

Pezeshkian: Der Iran wird nur im Rahmen des Völkerrechts verhandeln

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte gegenüber dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dass „unangemessene“ Forderungen der USA eine Einigung bei den jüngsten Gesprächen in Pakistan verhindert hätten, wie iranische Staatsmedien berichteten. Der Iran halte weiterhin an den Bedingungen des Waffenstillstands fest, werde die Verhandlungen jedoch nur im Rahmen des Völkerrechts fortsetzen.

Er warnte zudem, dass jede Bedrohung der Straße von Hormus weltweit „weitreichende Folgen“ hätte, und bezog sich dabei auf Pläne der USA, eine Blockade zu verhängen. Zuvor hatte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde erklärt, Teheran könne neue militärische Fähigkeiten offenlegen, sollte der Konflikt andauern, darunter auch das, was er als „neue Formen der Kriegsführung“ bezeichnete.

Hisbollah lehnt Israel-Libanon-Gespräche in Washington ab, während Rubio hinzustößt

Die Hisbollah hat Verhandlungen abgelehnt, sie als „sinnlos“ bezeichnet und den Libanon aufgefordert, sich den israelischen Angriffen entgegenzustellen, während israelische und libanesische Vertreter in Washington zu seltenen direkten Gesprächen zusammenkommen sollen. Laut dem Außenministerium wird US-Außenminister Marco Rubio voraussichtlich an den Gesprächen teilnehmen.

Die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh und der israelische Botschafter Yechiel Leiter sollen sich um 11 Uhr Ortszeit (15:00 Uhr GMT) treffen, wobei sich die Gespräche auf einen möglichen Waffenstillstand im Libanon, die Entwaffnung der Hisbollah und ein umfassenderes Friedensabkommen konzentrieren sollen.

US-Vizepräsident sagt, beim Abkommen zur Beendigung des Krieges liege der Ball nun bei Iran

US-Vizepräsident JD Vance erklärt, die USA wären gerne bereit, den von schweren Sanktionen betroffenen Iran „wie ein normales Land“ zu behandeln, sofern dieser nicht nach Atomwaffen strebe. Die Frage ist allerdings, wie oft Iran das noch bestätigen muss, bevor es US-Politiker endlich begreifen.

Die USA, die über mehr als 5.000 Atomsprengköpfe verfügen, geben an, die Bombardierung des Iran eingestellt zu haben, da sie davon ausgehen, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird.

07 Uhr 00:

Israelischer Angriff beschädigt Krankenhaus im Südlibanon, es wird von Opfern berichtet

Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA hat ein israelischer Bombenangriff das staatliche Krankenhaus von Tebnin im Südlibanon beschädigt; es wird von Opfern berichtet. Aufnahmen zeigten zerbrochenes Glas, Trümmer und umgestürzte Geräte im Inneren der Einrichtung, wobei auch Schäden an Fahrzeugen außerhalb sichtbar waren.

Der Angriff erfolgte im Rahmen der anhaltenden israelischen Operationen im Südlibanon, bei denen laut libanesischen Behördenangaben seit dem 2. März mehr als 2.000 Menschen getötet wurden.

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Warum Pakistan Kampflugzeuge in Saudi-Arabien stationiert hat

Von Nikolay Gaponenko (Übersetzung: Thomas Röper) – 14. April 2026

Das neue Bündnis, das Saudi-Arabien und die Atommacht Pakistan kürzlich geschlossen haben, hat kaum Schlagzeilen gemacht. Nun hat Pakistan eine stattliche Anzahl an Kampfjets in Saudi-Arabien stationiert. Was bedeutet das?

Die Atommacht Pakistan und Saudi-Arabien haben im September ein Militärbündnis geschlossen, das kaum Schlagzeilen gemacht hat, obwohl es die Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten und auch weltweit verändern kann. Nun hat Pakistan, das den Iran als Gegner betrachtet, mit dem es im Januar 2024 sogar einen militärischen Konflikt hatte, demonstrativ Kampfflugzeuge in Saudi-Arabien stationiert. Pakistan hatte 2025 außerdem noch einen militärischen Konflikte mit Indien und 2026 einen mit Afghanistan, während Saudi-Arabien als Folge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran gerade erst vom Iran beschossen wurde.

Ein russischer Experte hat für die TASS einen Artikel über die Auswirkungen dieser Entwicklungen geschrieben, den ich übersetzt habe. […]

Ein Wandel in der Sicherheitsarchitektur: Was die pakistanischen Flugzeuge in Saudi-Arabien verändern

Nikolay Gaponenko, promovierter Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlicher Professor am Institut für Recht und Nationale Sicherheit, erläutert, warum die Umsetzung des Verteidigungsabkommens zwischen Riad und Islamabad alle betreffen wird.

Während die Welt die gescheiterten Verhandlungen in Islamabad verfolgte, passierte in Saudi-Arabien etwas, das sich langfristig als noch bedeutsamer erweisen könnte. Pakistanische Kampf- und Unterstützungsflugzeuge trafen auf dem Luftwaffenstützpunkt King Abdulaziz ein. Das sind offensichtlich keine Übung oder Geste des guten Willens. Das ist die praktische Umsetzung des im September 2025 zwischen Riad und Islamabad unterzeichneten Verteidigungsabkommens. Und seine Folgen werden alle betreffen.

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Die Folgen der Abwahl von Orban und wie die EU die Kontrolle über Ungarn übernimmt

Von Thomas Röper – 14. April 2026

Für den Wahlsieg der Opposition werden die Ungarn schon bald mit stark steigenden Preisen und explodierenden Energiekosten „belohnt“. Warum kam es zum Sieg der Opposition und was hat Peter Magyar über seine Pläne mitgeteilt?

Ich denke, es ging vielen so, wie wir, als klar wurde, dass Viktor Orban die Wahl gegen Peter Magyar verloren hat. Es war staunende Ungläubigkeit darüber, dass die Ungarn so dumm wählen konnten. Aber dafür gab es natürlich Gründe, allerdings dürften die Ungarn sich schon sehr bald so fühlen, wie die Briten, Franzosen und Deutschen, die in den letzten Jahren immer neue Regierungen gewählt haben und dann sehr schnell enttäuscht wurden. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass die Ungarn das bis spätestens zum Ende des Jahres auch erleben werden.

Sie hatten genug von Orban

Orban hat sehr viel richtig gemacht, aber da er auch reichlich Fehler gemacht, wussten die Ungarn das nicht zu schätzen. Menschen nehmen das, was gut läuft, als selbstverständlich hin und ärgern sich gleichzeitig über das, was nicht gut läuft. Orban war nun 16 Jahre Regierungschef und es ist wohl in fast allen Ländern so, dass die Menschen irgendwann ein „neues Gesicht“ sehen wollen. So erging es beispielsweise auch Helmut Hohl nach 16 Jahren im Amt, als er von Gerhard Schröder aus dem Amt gefegt wurde.

Auch wenn viele von uns im Vergleich zu dem, was nach Schröder kam, die Schröder-Zeit heute ein wenig glorifizieren, sei daran erinnert, dass die Enttäuschung über Schröder schnell groß wurde. Er hat Deutschland in Jugoslawien in den ersten Krieg nach dem Zweiten Weltkrieg geführt, er hat die „Heuschrecken“-Fonds nach Deutschland eingeladen und denen gigantische Steuergeschenke gemacht. Er hat den Abbau des Sozialstaates begonnen. Die heutige Altersarmut ist eine direkte Folge der Rentenreform, die unter Schröder durchgeführt wurde und die so ausgelegt war, dass sie ihre volle Wirkung erst Mitte der 2020er Jahre, also jetzt, entfaltet. Das Ergebnis sehen wir heute, die Hälfte der Rentner leben nach offiziellen Zahlen in Armut oder sind davon bedroht. Das alles hat Schröders Regierung zu verantworten und die SPD hat sich von der Schröder-Politik bekanntlich nie wieder erholt.

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Ungarn: Wie weiter nach Orbáns Wahlniederlage?

Von Peter Schwarz – 14. April 2026

„Die Demokratie hat gewonnen“, überschrieb Die Zeit ihren Kommentar zu den Wahlen in Ungarn. Ähnlich reagierten zahlreiche weitere europäische Medien und Politiker, die den Wahlsieg der Tisza-Partei von Peter Magyar abwechselnd als „Sieg für die Demokratie“ und als „Sieg für Europa“ bezeichneten. Doch mit der politischen Realität hat diese Einschätzung wenig zu tun.

Viktor Orbán, der sein Regime selbst als „illiberale Demokratie“ bezeichnete und zahlreichen autoritären Politikern – von Donald Trump über Marine Le Pen bis zu Georgia Meloni – als Vorbild diente, erlitt zwar nach 16 Jahren an der Macht eine schwere Niederlage. Bei einer Rekord-Wahlbeteiligung von 78 Prozent erhielt Orbáns Fidesz nur noch 38,3 Prozent der Stimmen, während Tisza auf 53,2 Prozent kam. Da mit der rechtsradikalen Unsere Heimat nur eine einzige weitere Partei den Einzug ins neue Parlament schaffte, verfügt Tisza sogar über die für Verfassungsänderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten.

Doch für die Arbeiterklasse – d.h. die große Mehrheit der ungarischen Bevölkerung – wird der Regierungswechsel in Budapest wenig ändern. Wahlsieger Magyar stammt nicht nur aus dem inneren Machtzirkel von Fidesz, er appellierte im Wahlkampf auch ständig an unzufriedene Mitglieder der Orbán-Partei und verzichtete auf jede Kritik an ihrer politischen Linie. Er will sowohl an ihrer unmenschlichen Flüchtlingspolitik wie an ihrer Diskriminierung von ethnischen Minderheiten und LGBTQ-Menschen festhalten; zumindest ließ er im Wahlkampf nichts anderes verlauten. Den Nationalismus von Fidesz versuchte Magyar zu übertrumpfen, indem er bei Wahlkampfauftritten stets eine ungarische Fahne schwenkte.

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Spannungen zwischen USA und EU wegen Irankrieg – Frankreich führt inoffizielle Gespräche mit China

Von Alex Lantier – 14. April 2026

Die Konflikte zwischen den USA und Europa sind in den Wochen, bevor Donald Trump am letzten Dienstag die plötzliche Waffenruhe mit dem Iran verkündete, eskaliert. Trump griff die europäischen Regime wiederholt heftig an, vor allem den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, und warf ihm vor, im Iran-Konflikt „sehr wenig hilfreich“ zu sein.

Trumps Ausbrüche, die zusammen mit völkermörderischen Drohungen erfolgten, den Iran zurück in die Steinzeit zu bomben, sollen die Situation verschleiern, statt sie aufzuklären. Die französische Regierung wie auch ihre europäischen Partner sind weiterhin tief in den US-Krieg verstrickt. Doch die Schimpftiraden des faschistischen US-Präsidenten verdeutlichen die unversöhnlichen Konflikte zwischen den imperialistischen Großmächten, die dem Angriffskrieg des US-Imperialismus gegen den Iran zugrunde liegen.

Am 30. März bezeichnete Trump Macron auf Truth Social als „sehr wenig hilfreich“, weil er US-Frachtflugzeugen auf dem Weg nach Israel den Überflug über Frankreich verweigert hatte. Am 31. März erklärte er der britischen und französischen Marine, wenn ihre Länder zu wenig Treibstoff hätten, sollten sie „mit etwas Verzögerung den Mut finden, in die Straße [von Hormus] zu fahren und es sich einfach zu NEHMEN“. Am 1. April verhöhnte er Macron, weil ihn seine Frau während eines Besuchs in Vietnam vor laufenden Fernsehkameras geohrfeigt hatte. Er behauptete, Macron würde sich „noch immer von dem rechten Kinnhaken erholen“.

Trump ging es um mehr als nur um Macrons Entscheidung, den USA die Überflugrechte zu verweigern, oder seine Weigerung, französischen Kriegsschiffen die Ausfahrt aus dem Mittelmeer zu gestatten und damit im Persischen Golf in Reichweite iranischer Schiffsabwehrraketen zu geraten. Seine Ausbrüche sind Ausdruck der schweren Konflikte, die sich zwischen den imperialistischen Mächten innerhalb der NATO aufbauen. Während Trump sprach, bereitete Paris eine konkrete, wenn auch begrenzte Annäherung an die Verbündeten des Irans vor, insbesondere an China, was den grundlegenden Zielen der US-Außenpolitik widerspricht.

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45. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran – US-Blockade? (Ticker 20:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 13. April 2026

Die von Trump angekündigte komplette Blockade der Straße von Hormus hat offiziell heute um 16 Uhr begonnen. Schiffe, die sie passieren und Maut bezahlen, befreundet mit dem Iran sind oder dem Iran gehören, sollen gekapert werden. Der Iran nützt die Feuerpause für Reparaturen etwa von bombardierten Bahnlinien. Israel zerstört weiter im Südlibanon systematisch alle Ortschaften, Olivenbäume und alles was zum Leben gebraucht werden könnte. Apple Maps hat die Ortschaften schon gelöscht. Was der heutige 13. April sonst noch brachte, in diesem Ticker.

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nach der Ankündigung einer Seeblockade durch die USA „sofort zum Erliegen gekommen“, wie das Schifffahrtsinformationsunternehmen Lloyd’s List mitteilte. Das Unternehmen erklärte, einige Schiffe, die sich gerade auf der Durchfahrt durch die Meerenge befanden, seien nach der Ankündigung umgekehrt.

Der Schiffsverkehr war über das Wochenende auf einem reduzierten Niveau verlaufen, wobei es am Samstag zu einem leichten Anstieg des Tankerverkehrs kam, da Unternehmen versuchten, ihre Schiffe im Rahmen eines vorläufigen Waffenstillstands zu bewegen. Lloyd’s List berichtete jedoch, dass der Verkehr nach der Ankündigung der Blockade zum Erliegen kam, was Besorgnis über die globalen Energieversorgungswege auslöste.

Trump sagt, es sei ihm „egal“, ob der Iran zu den Verhandlungen zurückkehrt

US-Präsident Donald Trump erklärte, es sei ihm egal, ob der Iran zu den Verhandlungen zurückkehre, und sagte gegenüber Reportern: „Es ist mir egal … wenn sie nicht zurückkommen, ist das für mich in Ordnung“, während die Spannungen nach dem Scheitern der Gespräche anhalten.

Bei einer Rede auf der Joint Base Andrews sagte Trump, der Waffenstillstand mit dem Iran halte „gut“ und bestätigte, dass eine Blockade der iranischen Häfen um 10 Uhr ET (14:00 Uhr GMT) in Kraft treten werde.

Er beschrieb den Iran als „in sehr schlechter Verfassung“ und sagte, die Vereinigten Staaten hätten bei ihren Maßnahmen Zurückhaltung gezeigt.

Asiatische Märkte geben nach, Ölpreis steigt nach Scheitern der Gespräche auf über 100 Dollar

Die asiatischen Märkte eröffneten schwächer, und der Ölpreis stieg auf über 100 Dollar pro Barrel, nachdem die Gespräche zwischen den USA und dem Iran gescheitert waren und Washington eine Seeblockade iranischer Häfen angeordnet hatte. Der japanische Nikkei 225 fiel um 0,84 Prozent und der Topix gab um 0,42 Prozent nach, während der südkoreanische Kospi um 1,83 Prozent sank. Die Ölpreise stiegen stark an: West Texas Intermediate legte um 8,56 Prozent auf 104,84 Dollar pro Barrel zu und Brent-Rohöl um 8,61 Prozent auf 103,38 Dollar.

Die Märkte sind seit Beginn des Konflikts volatil, wobei Störungen in der Straße von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung, die Unsicherheit noch verstärken.

„Leo sollte sich zusammenreißen“: Trump greift Papst wegen Iran-Kommentaren an

US-Präsident Donald Trump kritisierte Papst Leo XIV., nachdem der Pontifex ein Ende des Krieges mit dem Iran gefordert und vor einer von ihm als „Allmachtswahn“ bezeichneten Haltung gewarnt hatte, die den Konflikt antreibe. In einem Social-Media-Beitrag bezeichnete Trump den Papst als „schwach im Umgang mit Kriminalität“ und „schrecklich in der Außenpolitik“ und sagte: „Leo sollte sich zusammenreißen.“

Er fügte hinzu, dass er keinen Papst wolle, der „es für in Ordnung hält, dass der Iran Atomwaffen besitzt“. Trump schrieb sich zudem die Wahl Leos als Verdienst zu und deutete an, der Vatikan habe einen in den USA geborenen Pontifex gewählt, um Washington zu gefallen. „Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan“, sagte Trump.

Zwar erwähnte Papst Leo in seinen kriegsfeindlichen Äußerungen Trump nicht namentlich, doch schienen die Bemerkungen auf den US-Präsidenten und andere Amtsträger gerichtet zu sein, die mit der militärischen Stärke der USA geprahlt und den Krieg mit religiösen Argumenten gerechtfertigt haben.

Hisbollah feuert Raketensalven auf Nordisrael ab

Die Hisbollah gab an, Raketensalven auf Städte im Norden Israels, darunter Kiryat Shmona und Doviv, abgefeuert zu haben, „als Reaktion auf israelische Verstöße gegen den Waffenstillstand“ und anhaltende Angriffe auf Dörfer im Südlibanon. Die Gruppe erklärte, sie habe im Laufe des vergangenen Tages Dutzende Angriffe auf Militärstellungen, Siedlungen und Infrastruktur durchgeführt.

Israelische Medien berichteten, dass zwei Soldaten einer Elite-Fallschirmjägereinheit durch Raketenbeschuss im Südlibanon verwundet und zur Behandlung evakuiert wurden.

Über 6.500 Verletzte im Libanon, Zahl der Todesopfer steigt angesichts unerbittlicher israelischer Angriffe

Israelische Angriffe im Libanon haben seit dem 2. März mindestens 2.055 Menschen getötet und 6.588 weitere verletzt, teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit, während die israelischen Bombardements und Luftangriffe weitergehen. „Wir wollen nicht, dass uns jemand täuscht … und uns mit Verhandlungen ablenkt“, sagte Hussein Meslmani, der in einer Schule in Tyros Zuflucht gesucht hat, gegenüber Reuters und forderte ein endgültiges Ende des Konflikts.

Die israelische Aggression hat 20 Prozent der libanesischen Bevölkerung vertrieben. In weniger als einem Monat wurden 1,1 Millionen Menschen im Libanon, darunter mehr als 390.000 Kinder, gewaltsam vertrieben.

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Die Ursachen und Folgen von Orbáns Sturz

Von Andrew Korybko – 13. April 2026

Die meisten Ungarn haben Orbans Errungenschaften als selbstverständlich hingenommen und werden erst dann zu schätzen wissen, was sie hatten, wenn es schon verloren ist, meint unser Autor.

Die von der EU und der Ukraine unterstützte ungarische Opposition hat bei den jüngsten Parlamentswahlen, die Viktor Orbáns 16-jährige Amtszeit beendeten, gerade eine Zweidrittelmehrheit errungen. Seine vernichtende Niederlage folgte auf das frühere Einfrieren von 17 Milliarden Euro an zugewiesenen Mitteln durch die EU unter dem Vorwand der Rechtsstaatlichkeit, auf „Russiagate“-Verschwörungstheorien, die aus Abhörprotokollen von Orbán und seinem Außenminister abgeleitet wurden, sowie auf ukrainische Energieerpressung und Drohungen. Liberale Globalisten wie Ursula von der Leyen, Alex Soros und Donald Tusk feierten dies vorhersehbar.

Zwar spielten die oben genannten Faktoren eine Rolle dabei, die öffentliche Meinung gegen Orbán zu wenden, doch waren mehrere andere wohl noch wichtiger. Zum Beispiel ist er ein älterer Politiker, der natürlich die Jugend nicht so sehr anspricht wie sein relativ jüngerer Rivale, Peter Magyar. Außerdem ist er seit 16 Jahren im Amt, sodass die Opposition auf die Stimmung gegen den Amtsinhaber setzte und ihm die stagnierende Wirtschaft anlastete, obwohl er unter den gegebenen Umständen sein Bestes gab. Auch Korruptionsvorwürfe gab es zuhauf.

Das von Orbán aufgebaute gesellschaftspolitische System wird nun demontiert werden, da die Zweidrittelmehrheit der Opposition es ihr ermöglicht, die Verfassung zu ändern. Auch Hexenjagden gegen konservative Nationalisten, beginnend mit ihm selbst und seinem Außenminister unter dem Vorwand des „Russiagate“, sind nicht auszuschließen. Seine Politik zur Unterstützung traditioneller Werte könnte bald der Vergangenheit angehören. Obwohl Magyar behauptet, ein Hardliner in Einwanderungsfragen zu sein, könnte er einen Kurswechsel vornehmen, um der EU zu gefallen, und damit Ungarn überfluten.

Auf wirtschaftlicher Ebene könnte die Abkopplung von russischer Energie zu Preisspitzen führen, obwohl Magyar möglicherweise schrittweise vorgehen wird, um den guten Willen, den er bei der Wählerschaft genießt, nicht zu verspielen. Dasselbe gilt für seine Pläne, den Forint, Ungarns Landeswährung, durch den Euro zu ersetzen. Auch wenn also bedeutende Veränderungen bevorstehen, werden sie möglicherweise nicht sofort eintreten. Dennoch wird das Endergebnis eine Schwächung der ungarischen Souveränität und möglicherweise deren völliger Verlust sein, wodurch Orbáns hart erkämpfte Errungenschaften zunichte gemacht würden.

Ebenso ist nicht zu erwarten, dass Ungarn seinen Ruf als konservativ-nationalistische Hochburg Europas behalten wird; dieser Titel dürfte stattdessen auf Polen übergehen, das sich mit Ungarn in einem freundschaftlichen Wettstreit um diesen Titel befand, bis seine eigenen (zugegebenermaßen sehr unvollkommenen) konservativ-nationalistischen Kräfte im Herbst 2023 „demokratisch abgesetzt“ wurden. Im vergangenen Jahr wählte Polen jedoch knapp einen konservativ-nationalistischen Präsidenten, und die ehemalige Regierungspartei, mit der er verbündet ist, könnte nach den nächsten Parlamentswahlen im Herbst 2027 wieder an die Macht kommen.

Der polnische Konservatismus unterscheidet sich von seinen bekannteren ungarischen und deutschen Varianten dadurch, dass er ausdrücklich antirussisch ist. Er sieht Europa zudem in einer untergeordneten Partnerschaft mit den USA statt als wahrhaft souverän und den USA gegenüber oppositionell, wenn deren Interessen auseinandergehen. Aus polnischer Sicht ist dies ein notwendiger Preis für die Sicherung der fortgesetzten US-Unterstützung gegen Russland. Der polnische Konservatismus erkennt „pragmatisch“ die Grenzen der europäischen Führungsrolle an, ist aber natürlich außerhalb Polens und der baltischen Staaten umstritten und unpopulär.

Insgesamt werden die EU, die Ukraine und die liberal-globalistischen Kräfte im gesamten Westen durch den dramatischen Ausgang der „Schlacht um Ungarn“ ermutigt, was den Übergang der EU in eine de facto kriegsähnliche Lage erleichtern wird. Orbán stand dem im Weg, doch nun wurde er „demokratisch abgesetzt“. Andere Länder wie die gleichgesinnten Nachbarn Tschechien und die Slowakei könnten versuchen, die Rolle Ungarns zu übernehmen, doch sie gelten als anfälliger für den Druck der EU, einschließlich Farbrevolutionen. Der Marsch der EU in den Krieg mit Russland könnte daher unvermeidlich sein.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.