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Die falsche Frage: Warum tun Peking und Moskau nichts, um Trump in Venezuela zu stoppen?

Von Rainer Rupp – 10. Januar 2026

Ist in Washington der Wahnsinn ausgebrochen? Viele stellen sich diese oder ähnliche Fragen, vor allem aber: Warum greift China nicht in Venezuela ein, wo es doch Investitionen von zig Milliarden Dollar in die venezolanische Infrastruktur und Ölindustrie gesteckt hat?

Die Welt schaute voller Unverständnis zu, wie am 3. Januar US-Spezialkräfte in Caracas einfielen und in einer Kommando-Operation den gewählten Präsident Venezuelas, Nicolás Maduro, und seine Frau in deren eigener Wohnung überfielen, kidnappten und nach New York verschleppten, wo sie beide unter nachweislich falschen Anschuldigungen ins Gefängnis steckten. Tage später droht dieselbe US-Regierung offen mit militärischen Optionen zur Annexion Grönlands und rasselte mit dem Säbel gegen das seit Ende Dezember von Protesten erschütterte Iran, wobei Washington mit Schaum vor dem Mund dem religiösen und politischen Oberhaupt Irans sogar mit der Ermordung drohte.

Warum tut Peking mit all seinen großen Investitionen in Venezuela nichts, um die Amerikaner dort zu stoppen? Das ist derzeit ein viel diskutiertes Thema unter Unterstützern Venezuelas. Die meisten Menschen erklären das mit einer – allerdings nur auf den ersten Blick – plausiblen Antwort: China will wegen der Verteidigung seiner Interessen in Venezuela keinen Atomkrieg mit den USA riskieren. Andere wiederum behaupten, China habe ganz einfach Angst vor einer Konfrontation mit den USA, die Peking verlieren würde. In der Tat fühlen sich viele durch Pekings Verhalten in der Venezuela-Krise in ihrem Glauben bestätigt, dass China ein Papiertiger ist und die glänzenden Waffen, die das chinesische Militär auf internationalen Ausstellungen präsentiert, in Wirklichkeit gegen US-Waffen nichts ausrichten können.

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Hierzu auch: Warum Venezuelas Militär nicht gekämpft hat

Nach dem ICE-Mord an Renee Nicole Good: Trump-Vertreter drohen mit massiver Repression

Von Jacob Crosse und Joseph Kishore – 10.Januar 2026

Ein digitales Porträt von Renee Nicole Good, die am 7. Januar 2026 von einem ICE-Beamten getötet wurde. (Screenshot Hyperallergic via @nikkolas_smith auf Instagram)

Die Ermordung der 37-jährigen Renee Nicole Good durch einen Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) sorgt in den Vereinigten Staaten und weltweit für wachsende Wut. Die vorsätzliche Hinrichtung dieser Mutter von drei Kindern am helllichten Tag verdeutlicht die Kriminalität der Trump-Regierung und der Gestapo-Beamten, die sie in Städten im ganzen Land eingesetzt hat.

Am Donnerstagnachmittag schossen Grenzschutzbeamte in Portland (Oregon) am helllichten Tag auf zwei Menschen. Während noch keine vollständigen Informationen vorliegen, geht aus einem von lokalen Nachrichtensendern erhaltenen Audio-Mitschnitt hervor, dass ein Anrufer berichtete, ICE-Beamte hätten auf ihn und seine Frau geschossen. Wie im Fall Good rechtfertigte das Heimatschutzministerium den Angriff mit der Standardformulierung, der Fahrer habe „sein Fahrzeug als Waffe eingesetzt” und versucht, die Beamten zu überfahren.

Gleichzeitig entsendet das Heimatschutzministerium mehr als 100 Grenzschutzbeamte aus Chicago und New Orleans nach Minnesota. Bei einem Vorfall Anfang dieser Woche in Minneapolis, nach dem Mord an Good, waren DHS-Beamte in eine Verfolgungsjagd verwickelt, die mit einem Unfall vor einer Schule endete, gerade als der Unterricht zu Ende war. Die ICE hat den Einsatz chemischer Kampfstoffe bestritten, doch Videoaufnahmen bestätigen den Einsatz von Tränengas, und mindestens ein Lehrer wurde festgenommen, bevor er wieder freigelassen wurde.

Der bewusste und vorsätzliche Charakter der Ermordung von Good wird durch die offene und reuelose Verteidigung des Mordes durch Vertreter der Trump-Regierung unterstrichen. Indem sie die Ermordung begrüßen, machen Trump und die Clique von Faschisten in der Regierung deutlich, dass es sich um eine Konsequenz der offiziellen Regierungspolitik handelt.

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US-Sicherheitskräfte jetzt im Israel-Modus

Von Jochen Mitschka – 10. Januar 2026

Bild: Screenshot von Video über die Erschießung von Renee Good

Seit Jahren kooperieren US-Behörden mit israelischen Sicherheitsbehörden und lassen ihre Agenten dort in „Aufstandsbekämpfung“ ausbilden. Das Ergebnis wurde nun offensichtlich, als bei einer versuchten Personenkontrolle eine unbewaffnete Frau erschossen wurde.

Am 7. Januar erschossen ICE Agenten, jene Bundesbeamten, welche illegale Migranten fassen und für die Ausweisung verhaften sollen, Renee Good drei Mal, durch das Fenster ihres Autos, als sie versuchte, an einer Straßensperre in Minneapolis entgegen den Befehlen der Beamten loszufahren. So weit könnte man es noch als normalen US-Schusswaffeneinsatz einordnen. Aber dann kommt das Training in Israel ins Spiel. Die Beamten blockierten Ersthelfer, welche die Verletzte behandeln wollten, ganze fünfzehn Minuten, während die Verletzte auf dem Fahrersitz verblutete. Und es folgte ebenfalls sofort die Reaktion der Behörden, wie in Israel, als Kristi Noem, die Heimatschutzministerin erklärte, es sei Notwehr, die Getötete sei eine „inländische Terroristin“ gewesen, die versucht habe, einen Beamten mit dem Auto zu überfahren und zu töten.

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Trump erklärt: „Ich brauche kein Völkerrecht“ – und plant Beschlagnahme weiterer Öltanker im Atlantik

Von Andre Damon – 10.Janar 2026

Die New York Times veröffentlichte am Donnerstag ein Interview mit US-Präsident Trump, in dem er uneingeschränkte Befugnisse des Präsidenten beanspruchte, um auf der ganzen Welt Kriege zu führen, und erklärte: „Ich brauche kein Völkerrecht“.

Auf die Frage nach den Grenzen seiner Macht als Oberbefehlshaber antwortete Trump: „Ja, da gibt es etwas. Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich aufhalten kann.“

Dieses Bestehen auf unbegrenzten präsidialen Befugnissen äußerte Trump fünf Tage nachdem das US-Militär Drohnen- und Raketenangriffe auf Caracas und andere venezolanische Städte geführt hatte, bei denen 100 Menschen getötet wurden. Anschließend hatten Spezialkräfte Präsident Nicolás Maduro entführt. Seit dem Angriff hat die Trump-Regierung Kuba, Kolumbien, den Iran, Russland, China und sogar die Europäische Union bedroht und ihre Absicht erklärt, Grönland mit militärischer Gewalt vom Nato-Partner Dänemark zu erobern.

Hubschrauber der US-Küstenwache vor der Beschlagnahme der Centuries, einem mit venezolanischem Öl beladenen Tanker, der sich auf dem Weg nach China in internationalen Gewässern befindet, 20. Dezember 2025 [Photo: @Sec_Noem]

Am Dienstag kündigte Trump auf Truth Social an, die USA würden zwischen 30 und 50 Millionen Barrel venezolanisches Öl im Wert von drei Milliarden US-Dollar beschlagnahmen. Weiter schrieb er: „Dieses Öl wird zum Marktpreis verkauft, und dieses Geld wird von mir, als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kontrolliert werden.“

Als das Times-Interview veröffentlicht wurde, verfolgte die US Navy gerade Öltanker, die in Verbindung zu Venezuela, dem Iran, Russland und China standen und aus der Karibik über den Atlantik flohen. Am Mittwoch beschlagnahmten US-Streitkräfte zwei weitere Tanker in internationalen Gewässern – die „Marinera“, die unter russischer Flagge fuhr, im Nordatlantik zwischen Schottland und Irland, und die „M Sophia“ in der Karibik.

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USA eskaliert gegen Khamenei. Teheran droht mit präemptiven Schlägen

Von Rainer Rupp – 9. Januar 2026

Die jüngsten Unruhen im Iran begannen am 28. Dezember 2025 in Teheran. Auslöser war ein massiver Einbruch der iranischen Währung, des Rial (auf ein Rekordtief), was zu starken Preissteigerungen bei importierten Waren, vor allem Lebensmitteln führte. Das wiederum hatte Streiks und Schließungen von Geschäften im Großen Basar der Hauptstadt zur Folge.

Die Proteste richteten sich zunächst gegen die anhaltende Wirtschaftskrise durch den kollektiven Westens seit Jahren mit Handelssperren sanktionierten und boykottierten Landes. Die wirtschaftlich motivierten Protestdemonstrationen weiteten sich in den nachfolgenden Tagen auf weitere große Städte im Iran aus.

Dann erschienen plötzlich politische Parolen auf den mitgebrachten Plakaten, mit Slogans zum Sturz der Regierung, der Entmachtung des Obersten religiösen Staatsführers Ali Khamenei und mit Forderungen nach einem Regimewechsel. Letztere steigerten sich in den letzten Tagen sogar Forderungen – wenn auch vereinzelt – nach der Rückkehr des im US-Exil lebenden Sohns der von der islamischen Revolution davon gejagten US-Marionette Schah Reza Pahlavi. Derweil war vor wenigen Tagen Seine Königliche Majestät Reza Pahlavi Junior in einer aufwendig inszenierten Massenveranstaltung in den USA als „rechtmäßiger Thronfolger“ und „der Opposition“ in Iran gefeiert worden.

Bis Anfang Januar 2026 hatten sich die Demonstrationen laut westlicher Medien auf zahlreiche Städte und knapp 20 von 31 Provinzen des Landes ausgeweitet. Sicherheitskräfte gingen laut der Westmedien hart vor, mit Berichten über Tote unter den Demonstranten (Schätzungen zwischen 19–36) und Hunderte Verletzte und über 2.000 Festnahmen. Diese Welle wird von den gleichgeschalteten Westmedien als eine der größten Herausforderungen für das Regime seit den Protesten von 2022/2023 dargestellt, weil die wirtschaftliche Not noch durch regionale Konflikte und internationale Spannungen (u. a. Drohungen aus den USA) verstärkt würde.

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Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU

Von Appeal Jacques Baud – 9. Januar 2026

Mit ihrem jüngsten Sanktionspaket hat die EU den Militärhistoriker und ehemaligen Oberst der Schweizer Armee und des Schweizer Strategischen Nachrichtendienstes sowie Mitglied des Schweizer Generalstabs Jacques Baud mit Sanktionen belegt. Jacques Baud ist Schweizer Staatsbürger und lebt in Brüssel. Er darf Belgien nicht mehr verlassen, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, seine Konten sind eingefroren, seine Bücher dürfen nicht mehr verkauft werden.

Jacques Baud hat unter anderem für die NATO und die Vereinten Nationen gearbeitet. Er ist ein untadeliger Wissenschaftler und ein Ehrenmann. Seine Bücher erfüllen die höchsten Maßstäbe der fachlichen historischen Analyse. Er arbeitet strikt neutral nach dem Grundsatz: Beide Seiten müssen gehört werden.

Es ist kein Verbrechen, die wahren Gründe des Ukraine-Krieges zu nennen. Es ist kein Verbrechen, die Leser auf Unwahrheiten und die eigene Propaganda der EU und der NATO aufmerksam zu machen. Es ist kein Verbrechen, auf die gedankenlose Kooperation des Westens mit ukrainischen Kräften hinzuweisen, die eine gefährliche Nähe zu Faschisten aufweisen.

Der Ministerrat der EU zerstört mit willkürlichen Strafmaßnahmen gegen Jacques Baud und insgesamt gegen 59 Journalisten und Wissenschaftler die Grundlagen der Meinungsfreiheit.

Diese Sanktionen sind illegal und völkerrechtswidrig, denn sie wurden nicht durch den UN-Sicherheitsrat verhängt. Das Gutachten der ehemaligen Richterin am Europäischen Gerichtshof Prof. Dr. Ninon Colneric und der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Alina Miron von der Universität Angers zeigt, dass die zugrundeliegenden Rechtsakte auch gegen EU-Recht verstoßen. Die EU nutzt die Sanktionsliste als Instrument, Kritiker mundtot zu machen, und manövriert sich immer tiefer in einen Abgrund der Gesetzlosigkeit.

Wir rufen das Europäische Parlament, die Parlamentarische Versammlung des Europarates, den Deutschen Bundestag, die deutschen Landes- und Kommunalparlamente, das gesamte deutsche Volk und die Menschen in allen Ländern der Europäischen Union auf, den Zerstörern der Demokratie und den Kriegstreibern jetzt mit aller Macht entgegenzutreten.

Die Präambel des Grundgesetzes verpflichtet Deutschland, dem Frieden zu dienen.

Das Grundgesetz legt in Art. 5 fest: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Die Handlungen von EU-Kommission und EU-Rat stehen im Widerspruch zu unserem Grundgesetz. Wir fordern die Bundesregierung auf, gemäß ihrem Amtseid auf diesen ungesetzlichen Vorgang hinzuweisen.

Wir fordern die sofortige Aufhebung der illegalen Sanktionen gegen Jacques Baud sowie gegen alle Journalisten, Wissenschaftler und EU-Bürger.

Wir fordern Bundesregierung und EU auf, konstruktiv am Frieden in der Ukraine mitzuwirken und alle verfassungswidrigen Versuche einzustellen, den Krieg zu verlängern.

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Russlands zweiter Einsatz der Oreshniks war eine Reaktion auf die drei jüngsten Provokationen

Von Andrew Korybko – 9. Januar 2026

Bei diesen Provokationen handelt es sich um den versuchten Mordanschlag der Ukraine auf Putin kurz vor Neujahr, die offiziellen Pläne Frankreichs und Großbritanniens, Truppen in die Ukraine zu entsenden, falls ein Waffenstillstand vereinbart wird, und die Beschlagnahmung eines unter russischer Flagge fahrenden Tankers im Atlantik durch die USA.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte am Freitagmorgen, dass die Oreshniks zum zweiten Mal eingesetzt wurden, nachdem mehrere davon auf Ziele in der Region Lemberg abgefeuert worden waren. Berichten zufolge gehörten das Gasfeld Stryi und eine Gasspeicheranlage zu den getroffenen Zielen. Zum ersten Mal waren die Oreshniks im November 2024 eingesetzt worden, nachdem die USA und Großbritannien der Ukraine erlaubt hatten, ihre Langstreckenraketen für Angriffe tief im Inneren Russlands einzusetzen. Die drei jüngsten Provokationen waren wohl für ihren zweiten Einsatz verantwortlich.

In der oben genannten Bestätigung wurde ausdrücklich erwähnt, dass der Versuch der Ukraine, kurz vor Neujahr einen groß angelegten Angriff auf Putins Residenz in der russischen Region Nowgorod zu verüben, der Auslöser für diese Vergeltungsmaßnahme war. Diesbezüglich wurde die Einschätzung abgegeben, dass „die CIA Trump gegen Putin manipuliert“, nachdem dieser seine Meinung geändert hatte und nun nicht mehr Putins Behauptung glaubte, dass es sich bei diesem Angriff um ein Attentat handelte, sondern der Meinung des CIA-Chefs, dass er angeblich nur auf eine nahegelegene Militärbasis abzielte. Dies kann also als Putins Antwort auf Trump interpretiert werden.

Auch wenn das russische Verteidigungsministerium keine weiteren Provokationen der letzten Zeit als Grund für den zweiten Einsatz der Oreshniks durch sein Land genannt hat, kann man davon ausgehen, dass Putin wahrscheinlich noch zwei weitere im Sinn hatte, als er die Genehmigung für diesen jüngsten Angriff erteilte. Dabei handelt es sich um die offiziellen Pläne Frankreichs und Großbritanniens, Truppen in die Ukraine zu entsenden, falls ein Waffenstillstand vereinbart wird, sowie um die Beschlagnahmung eines unter russischer Flagge fahrenden Tankers im Atlantik durch die USA. Beide Vorfälle sind auf ihre Weise provokativ.

Putin selbst hatte erst im September gewarnt, dass Russland westliche Truppen in der Ukraine als „legitime Ziele für Zerstörung“ betrachten würde. Zwar gab der russsiche Auslandsgeheimdienst SVR später im selben Monat bekannt, dass sich bereits britische und französische Truppen in Odessa befänden, doch ist dies nicht mit dem konventionellen Einsatz vergleichbar, zu dem sich diese beiden Länder verpflichtet hatten. Noch beunruhigender ist, dass Trumps Sondergesandter Steve Witkoff die britisch-französischen Pläne unterstützte, was Russland möglicherweise zu der Frage veranlasst hat, ob die USA ihre offizielle Position, dass Artikel 5 nicht für NATO-Truppen in der Ukraine gilt, revidieren könnten.

Was die dritte Provokation betrifft, die Putin wahrscheinlich im Sinn hatte, als er den zweiten Einsatz der Oreshniks durch Russland genehmigte, so hatte die Beschlagnahmung eines unter russischer Flagge fahrenden Tankers im Atlantik durch die USA den schmerzhaften Anschein, dass Washington Moskau extraterritorial sein innerstaatliches Recht aufzwingt. Hätte Russland danach keine starke Botschaft gesendet, wenn auch indirekt und asymmetrisch, könnten die USA ermutigt worden sein, weitere Schiffe der russischen „Schattenflotte” an anderen Orten der Welt, darunter in der Ostsee und im Schwarzen Meer, zu beschlagnahmen.

Diese beiden zugegebenermaßen spekulativen Motive hinter dem jüngsten Oreshnik-Angriff erklären, warum Ziele in der Region Lemberg getroffen wurden und nicht andere Ziele irgendwo anders in der Ukraine. Russland wollte Frankreich, Großbritannien und ihrem gemeinsamen Schutzherrn, den USA, wohl zeigen, dass es in der Lage ist, Ziele innerhalb der NATO bei Bedarf schnell und unentdeckt zu treffen. Dies könnte der Fall sein, wenn auf die geplante Truppenentsendung der beiden ersten Länder in die Ukraine eine beispiellose Krise folgt oder wenn die USA hypothetisch weitere russische Schiffe beschlagnahmen sollten.

Putin ist fast schon pathologisch abgeneigt, die Lage in der Ukraine zu eskalieren, da dies zu einem Dritten Weltkrieg eskalieren könnte. Daher ist es bezeichnend, dass er trotz allem gerade den zweiten Einsatz der Oreshniks genehmigt hat. Er hat dies nicht einmal nach der „Operation Spiderweb” der Ukraine getan, von der Trump möglicherweise im Voraus wusste und mit der Kiew im vergangenen Sommer auf Russlands nukleare Triade abzielte. Dies zeigt, wie ernst er den Mordversuch der Ukraine an ihm und wahrscheinlich auch die beiden anderen Provokationen nimmt.

*Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Im Gespräch: Jacques Baud | Sanktioniert, entrechtet und festgesetzt!

Von Ulrich Mies – aktualisiert am 9. Januar 2026

Der geopolitische Analyst Jacques Baud ist Schweizer Staatsbürger. Er lebt in Belgien. Mitte Dezember 2025 wurde Baud von der EU-Kommission mit Sanktionen belegt. Ein offizielles Dokument der EU hat er nie erhalten. Das selbe Schicksal teilen mit ihm etwa 60 Personen unter ihnen auch Thomas Röper und Alina Lipp.

Die Übergriffigkeiten der EU-Kommission werden immer unverschämter, immer unerträglicher. Wer andere Meinungen vertritt als die offizielle Propagandalinie und nicht gewählte EU-Bürokraten es gestatten, landet schnell im existentiellen Abseits.

Jacques Baud arbeitete für den Schweizer Strategischen Nachrichtendienst und war in der Zeit des Ersten Kalten Krieges für die Ostblockstaaten und den Warschauer Pakt zuständiger Analyst. Auch befasste er sich mit friedenserhaltenden Operationen der Vereinten und war an der Bekämpfung der Proliferation von Kleinwaffen bei der NATO sowie an NATO-Missionen in der Ukraine beteiligt.

Sein letztes Buch „Putin – Herr des Geschehens?“ ist im Westend Verlag erschienen.

In dem Gespräch mit Jacques Baud geht es um die Sanktionierung durch die EU, deren Hintergründe sowie um geopolitische Zusammenhänge.

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Die Lügen der EU über Russlands angebliche Aggressivität

Von Thomas Röper – 9. Januar 2026

Die EU verstrickt sich immer mehr in Lügen, wenn es um Russland geht. Nun musste die EU als Antwort auf eine offizielle Anfrage eines Europa-Abgeordneten eine weiter Lüge, dieses Mal von Kaja Kallas, einräumen

Kaja Kallas, ihres Zeichens EU-Chefdiplomatin, ist für ihren ausgeprägten Russenhass, für ihre mangelnden intellektuellen Fähigkeiten und ihren Mangel an Bildung bekannt. Am 26. November behauptete Kallas öffentlich, Russland habe in den letzten hundert Jahren 19 Länder angegriffen und begründete die aggressive Politik der EU gegenüber Russland damit, dass die EU das angeblich aggressive Russland abschrecken müsse.

Diese von deutschen Medien kaum bis gar nicht beachtete Aussage von Kallas hat in Russland hohe Wellen geschlagen, denn die Aussage war offensichtlich gelogen.

Der luxemburgische EU-Abgeordnete Fernand Kartheiser hat dem Europäischen Auswärtigen Dienst, dessen Chefin Kallas ist, daher am 1. Dezember eine offizielle Anfrage geschickt und darin unter anderem um eine Erklärung zu der Aussage von Kallas und vor allem um eine Liste der 19 Länder gebeten, die Russland angeblich in den letzten hundert Jahren angegriffen haben soll. Seine Anfrage und die nun erhaltene offizielle Antwort der EU hat er auf X veröffentlicht. […]

In der auf den 7. Januar datierte Antwort des EU-Außenministeriums heißt es unter anderem:

„Russland – und davor die UdSSR – hat in den vergangenen 100 Jahren unprovozierte Aggressionen, darunter Invasionen und Besetzungen, gegen zahlreiche Länder in Europa und darüber hinaus verübt. Dieser Hinweis unterstreicht den systematischen und andauernden Charakter dieser Aggressionen.“

Das Schreiben des Diplomatischen Dienstes der EU enthält jedoch nicht nur keine vollständige Liste der 19 angeblich von Russland angegriffenen Staaten, sondern nennt nicht ein einziges Land, das angeblich von Russland angegriffen wurde.

Das bedeutet, dass die Behörde von Kallas de facto eingestehen musste, dass ihre Chefin gelogen, oder aus Dummheit und mangelnder Bildung die Unwahrheit gesagt hat. Beides wirft kein gutes Licht auf Kallas.

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Gipfeltreffen in Paris: Europa am Rande eines Kriegs gegen Russland und Amerika

Von Alex Lantier – 9. Januar 2026

Am 6. Januar trafen sich führende europäische Regierungschefs mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dem kanadischen Premierminister Mark Carney und den beiden Russland-Unterhändlern der Trump-Regierung Steve Wittkoff und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn.

Die versammelten NATO-Vertreter erklärten ihre Bereitschaft, die Ukraine mit Waffen zu beliefern und dort auf unbefristete Zeit Truppen zu stationieren, um das Land als Militärbasis an der Grenze zu Russland aufzubauen, sobald ein Waffenstillstand vereinbart ist. Russland wollte eben diese Situation durch seinen Überfall auf die Ukraine verhindern und hat bereits gedroht, auf NATO-Truppen zu schießen, wenn sie in der Ukraine ankommen. Angesichts dessen ist die Behauptung der USA und Europas, sie wollten mit Russland über ein Ende des Krieges verhandeln, eine Farce. Vielmehr zielt die Pariser Erklärung darauf ab, Russland zu einer Fortsetzung des Krieges zu provozieren und potenziell die Bedingungen für eine Eskalation zu einem totalen Krieg in ganz Europa zu schaffen.

Der Elefant im Raum waren jedoch Trumps offen illegaler Überfall auf Venezuela und die gefährlichen Konflikte zwischen Washington und seinen NATO-Verbündeten, nachdem der amerikanische Präsident damit gedroht hatte, das zu Dänemark gehörige Grönland zu besetzen. Die BBC berichtete, die „Grundatmosphäre bei dem Gipfeltreffen war äußerst angespannt“, während die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen neben Witkoff und Kushner saß. Laut BBC war Frederiksen „von ihren europäischen Kollegen unter Druck gesetzt worden, sich wegen Grönland nicht mit den USA anzulegen, um deren Unterstützung für die Ukraine nicht zu gefährden“.

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