Aufrufe & Appelle

Hervorgehoben



Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Wie der Iran den Überraschungssieg des Jahrhunderts hingelegt hat

Von Andrew Korybko – 16. Juni 2026

Nur wenige außerhalb Irans, seiner „Achse des Widerstands“ und deren internationaler Unterstützer hatten es für möglich gehalten, dass das Land dem Schicksal des Iraks, Libyens und Syriens entgehen würde. Doch das Land hat überlebt, angesichts der Voraussetzungen unbestreitbar ein großer und überraschender Sieg.

Viele gingen davon aus, dass Iran mit Beginn des US-israelischen Angriffskriegs denselben Weg einschlagen würde wie der Irak, Libyen und Syrien. Deshalb kann der Ausgang dieses militärischen Konflikts als der größte Überraschungssieg des Jahrhunderts bezeichnet werden. Iran hat Israel nicht zerstört, wie es lange gedroht hatte, und es hat auch keine US-Schiffe versenkt, wie es seine medialen Sprachrohre den Unterstützern immer wieder in Aussicht gestellt hatten. Dennoch wurden beide Angreifer – vor allem Israel – schwer getroffen. Iran hat, wenn natürlich auch geschwächt, dank fünf Faktoren überlebt.

1. Enormes Drohnen- und Raketenarsenal

Iranische Strategen haben schon vor Jahren weitsichtig erkannt, dass die Zukunft der konventionellen Kriegsführung bei weitreichenden und unbemannten Systemen liegt. Sie verstanden auch die Notwendigkeit, einen möglichst autarken militärisch-industriellen Komplex aufzubauen, falls es zu einer Blockade kommen sollte. Deshalb lagerten sie rechtzeitig alle ausländischen Rohstoffe, die für den Ausbau ihres Drohnen- und Raketenarsenals benötigt wurden. Dadurch war Iran auch nach der Zerstörung seiner Luftabwehrsysteme noch in der Lage, zurückzuschlagen.

2. Bereitschaft zur gegenseitigen Eskalation

Zu Irans Verdienst gehört, dass es sich nicht gescheut hat, gegen Israel, die USA oder die Golfstaaten, deren Luftraum und Einrichtungen (Luftwaffenbasen, Radaranlagen, Häfen usw.) von diesen gegen Iran genutzt wurden, reziprok zu eskalieren. Iran setzte dies fort, obwohl seine Gegner nuklear bewaffnet waren – und im Fall von Trump sogar angedeutet hatten, solche Waffen einzusetzen, um seine jahrtausendealte Zivilisation zu zerstören. Indem es die Kosten für seine Gegner systematisch in die Höhe trieb, während es selbst noch größere Verluste hinnahm, überraschte Iran alle.  

3. Dezentralisierte Mosaik-Verteidigung

Iranische Strategen haben ebenfalls früh erkannt, dass die Gegner versuchen würden, die Führung zu enthaupten. Deshalb dezentralisierten sie die vom IRGC geführte Landesverteidigung, um die drohnen- und raketenbasierte gegenseitige Eskalation auch nach möglichen Führungsverlusten fortsetzen zu können. Das Ziel war, die verwundbareren Gegner langfristig zu erschöpfen. Dieser Ansatz war nicht risikofrei – er hatte fast einen Krieg mit Aserbaidschan ausgelöst und damit potenziell auch mit dem NATO-Mitglied Türkei –, erwies sich insgesamt jedoch als äußerst erfolgreich und übertraf alle Erwartungen.

4. Patriotisch geeinte Bevölkerung

Trotz vereinzelter politischer Gewalt (die offenbar von außen durch die Ausnutzung bestehender Missstände geschürt wurde) stellte sich die große Mehrheit der Iraner patriotisch hinter die Verteidigung ihres Landes. Die meisten Menschen – unabhängig von politischer, religiöser, ethnischer oder regionaler Zugehörigkeit – erkannten die existenzielle Dimension des Konflikts, nachdem Israel und die USA diese offen angesprochen hatten. Es kam daher zu keinen kriegsbedingten Aufständen, die den Gegnern in die Hände gespielt hätten. Die Bevölkerung ertrug ihr Leid geduldig.

5. Strategische diplomatische Geduld

Schließlich akzeptierten Irans Verhandler trotz der wachsenden Belastung für den Staat nicht das erste Angebot. Ein Grund war, den Druck auf die Gegner weiter zu erhöhen, in der Hoffnung, Spaltungen unter ihnen zu fördern und so ein günstigeres internationales Umfeld für einen Waffenstillstand zu schaffen. Gleichzeitig rechneten sie damit, dass die eigene Bevölkerung weiterhin geschlossen bleiben würde – eine Einschätzung, auf der diese Strategie beruhte. Genau deshalb scheiterte auch die US-amerikanische „Maximum-Pressure“-Politik und führte nicht zu Irans „bedingungsloser Kapitulation“.

Iran hat militärische, strategische, politische und diplomatische Faktoren meisterhaft miteinander verknüpft und so den US-israelischen Angriffskrieg überlebt. Das ist angesichts der Erwartungen vieler Beobachter, das Land werde dem Schicksal des Irak, Libyens und Syriens folgen, unbestreitbar ein Sieg. Zwar hat Iran Israel nicht zerstört – was viele seiner Unterstützer vor Kriegsbeginn als eigentlichen Maßstab für Erfolg gesehen und was ihnen versprochen worden war –, doch es hat seinem Gegner beispiellosen Schaden zugefügt. Israel hat Iran ebenfalls schwer getroffen, verlor aber dennoch, weil es keines seiner Ziele vollständig erreichte.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Fotos entdeckt: NS-Massaker von Kaisariani an 200 griechischen Kommunisten am 1. Mai 1944

Von Katja Rippert – 16. Juni 2026

Griechische Kommunisten werden zum Schießstand von Kaisariani geführt, 1. Mai 1944 [Photo: Ypourgeio Politismou]

Aufrecht, mit festem und entschlossenem Blick, ein letztes Lied auf den Lippen marschieren die Gefangenen in Zweierreihen zum Schießstand von Kaisariani im Osten der griechischen Hauptstadt Athen. Ein Unteroffizier der deutschen Besatzer hält die Szene mit der Kamera fest.

Es sind 200 griechische Widerstandskämpfer, die an diesem ersten Mai 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtet werden – überwiegend Mitglieder der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) sowie zwölf Trotzkisten.

Wehrmachtssoldaten führen die Gefangenen durch ein Tor zur Hinrichtung, zwei Kommunisten haben die Faust erhoben. Am Boden liegen Kleidungsstücke der zuvor erschossenen Gruppe [Photo: Ypourgeio Politismou]

Die meisten von ihnen saßen zuvor jahrelang im berüchtigten Festungsgefängnis von Akronafplia auf der Peloponnes-Halbinsel und wurden dann in das von der SS geleitete Konzentrationslager Chaidari im Nordwesten Athens verlegt. Folter, Hunger und Zwangsarbeit gehörten hier zum Alltag. Vom KZ Chaidari wurden sie nun in Militärlastwagen zum Schießstand Kaisariani gebracht.

Die Gefangenen vor der Mauer von Kaisariani, kurz vor ihrer Ermordung [Photo: Ypourgeio Politismou]

Am Hinrichtungsort angekommen müssen sie sich in Gruppen von 20 Mann nebeneinander vor einer Mauer aufreihen, Auge in Auge mit den deutschen Schützen. Einige haben kämpferisch die Faust erhoben. Die gesichtslosen Wehrmachtssoldaten, von denen nur schwarze Stiefel, Stahlhelm und Gewehrlauf zu erkennen sind, eröffnen das Feuer auf die wehrlosen Menschen. Zehnmal wiederholt sich das brutale Schauspiel, bis alle 200 Gefangenen getötet sind.

[Hier weiterlesen]

„Ein iranischer Sieg“

Von German-Foreign-Policy.com – 16. Juni 2026

Bundesregierung dringt nach Waffenstillstand zwischen den USA und Iran auf Marineeinsatz in der Straße von Hormuz. Über diese hat sich nun jedoch Teheran die Kontrolle gesichert; es sucht zudem einen Libanon-Waffenstillstand zu erzwingen.

Die Bundesregierung dringt nach der Einigung der Vereinigten Staaten und Irans auf einen Waffenstillstand auf einen baldigen Einsatz deutscher Kriegsschiffe in der Straße von Hormuz. Frankreich und Großbritannien wollen den Einsatz „binnen Tagen“ beginnen; Deutschland allerdings werde zumindest zwei bis drei Wochen benötigen, bis der erforderliche Beschluss des Bundestags vorliege, heißt es in Berlin. Allerdings ist bislang unklar, auf welcher Grundlage der Einsatz erfolgen soll. Teheran hat im Krieg seine Kontrolle über die Straße von Hormuz durchgesetzt, die es vor dem Krieg noch nicht hatte; es behält sich sogar das Kassieren von Gebühren – nicht jedoch von Maut – für die Durchfahrt durch die Meerenge vor und müsste in der Praxis jedem deutsch-europäischen Marineeinsatz dort zustimmen: ein wichtiger Erfolg Irans. Ein zweiter Erfolg zeichnet sich darin ab, dass Teheran einen Waffenstillstand auch für den Libanon durchzusetzen sucht. US-Experten urteilen trocken, der Deal zwischen den USA und Iran sei für Washington deutlich schlechter als eine Einigung mit Teheran, die man vor dem Krieg hätte erzielen können. Von einem „iranischen Sieg“ ist die Rede.

Die Straße von Hormuz

Den ersten großen Erfolg konnte Iran laut aktuellem Kenntnisstand mit Blick auf die Straße von Hormuz erzielen. Vor dem Überfall der Vereinigten Staaten und Israels auf das Land war die Meerenge für alle frei und ohne jegliche Beschränkung passierbar. Teheran hat im Krieg bewiesen, dass es die Durchfahrt von Handelsschiffen per Beschuss praktisch verhindern und schon durch die Drohung mit Beschuss faktisch unmöglich machen kann. Es hat erklärt, die Kontrolle, die es dadurch erlangt, auf seine Hoheitsgewässer anwenden zu wollen. Oman, der die Gegenküste kontrolliert, soll laut Irans Plan das Gleiche auf seiner Seite der Meerenge tun. Ob das Land dazu bereit ist – zumindest Gespräche darüber hat es laut Berichten gegeben –, ist noch nicht bekannt. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wird Iran keine Maut (englisch: toll) von durchfahrenden Schiffen kassieren. Dies war der ursprüngliche Plan der Regierung in Teheran. Es steht aber im Widerspruch nicht nur zum UN-Seerechtsübereinkommen, das Iran nicht unterzeichnet hat, sondern auch zum Gewohnheitsrecht auf See. Erlaubt ist es aber, Gebühren (englisch: fees) für Dienstleistungen zu erheben, die bei der Passage der Straße von Hormuz erbracht werden. Genau dies behält Iran sich vor. Zur Abwicklung der Formalitäten hat Iran bereits eine Behörde gegründet – die Persian Gulf Strait Authority (PGSA, german-foreign-policy.com berichtete [1]).

Waffenstillstand im Libanon

Irans zweiter Erfolg betrifft Libanon; allerdings ist er unvollständig, und es ist unklar, ob das Land ihn auf Dauer verteidigen kann. Vor dem Krieg hatte Teheran dort nur die Möglichkeit, die Hizbollah etwa mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Jetzt scheint es ihm allerdings gelungen zu sein, den Waffenstillstand im Krieg mit den USA mit einem Waffenstillstand im Libanon zu verknüpfen. Dass an beiden Fronten die Waffen ruhen sollen, bestätigt jedenfalls Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, der den aktuellen Deal zwischen den USA und Iran vermittelt hat.[2] Bleibt es dabei, dann hätte Teheran politisch signifikanten Einfluss auf den Libanonkrieg erhalten. Israel wäre dann dort erstmals in seinem Handeln und in seinen Aggressionen ein Stück weit eingeschränkt. Dagegen setzt es sich mit Händen und Füßen zur Wehr. Es hat bereits am Sonntag mit einem Angriff auf Beirut den Deal zwischen den USA und Iran in letzter Minute zu torpedieren versucht – vergeblich. Am Montag bestätigte Israels Verteidigungsminister Israel Katz, die israelischen Streitkräfte würden das Territorium, das sie okkupiert haben, besetzt halten, dort sämtliche Bewohner vertreiben und auch alle Häuser zerstören.[3] Die Absicht, den Krieg am Laufen zu halten – schon, um Irans neuen Einfluss abzuwehren – ist klar erkennbar. Ob Teheran zumindest Angriffe auf Beirut unterbinden kann, muss sich zeigen.

[Hier weiterlesen]

Warum hat Lukaschenko angedeutet, russische Truppen seien „Kanonenfutter“?

Von Andrew Korybko – 15. Juni 2026

Möglicherweise spiegelt der belarussische Präsident damit auf subtile Weise die mutmaßliche Ablehnung der russischen Invasion durch seine Landsleute wider.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko bekräftigte Anfang Juni angesichts eskalierender Spannungen mit der Ukraine, dass Belarus nicht die Absicht habe, gegen das Land in den Krieg zu ziehen. Mit seinen Worten: „Sollen wir nach dem Willen anderer in der Ukraine kämpfen gehen? Wollen wir dort Kanonenfutter sein? Nein, das wollen wir nicht.“ Seine Rhetorik war außerordentlich wichtig, weil sie Aufschluss darüber gibt, wie das Thema unter den Belarussen wahrgenommen wird, von denen die meisten russlandfreundlich sind und sich sogar stolz als Teil der Russischen Welt betrachten.

Zwischen den Zeilen signalisiert Lukaschenko, dass sein Volk glaubt, die direkte Beteiligung ihres Landes an der Sonderoperation – ähnlich dem, was Selenskyj behauptet hatte, dass es zu Beginn dieses Frühjahrs geplant sei – würde dem Willen Russlands entsprechen, nicht dem von Belarus. Die Andeutung lautet, dass Belarus von ihnen als Russlands Juniorpartner wahrgenommen wird, an den aus diesem Grund eines Tages eine solche Bitte herangetragen werden könnte, obwohl Belarus tatsächlich Russlands privilegierter Partner ist, wie die großzügigen Energiesubventionen beweisen.

Diese Wahrnehmung könnte heutzutage sogar von Lukaschenko selbst geteilt werden, der im Laufe der Jahrzehnte bei seinen gelegentlichen Auseinandersetzungen mit Russland bereits darauf angespielt hat – eine Spekulation, die nicht weit hergeholt ist, da Trumps Sonderbeauftragter John Coale, mit dem er sich mehrfach getroffen hat, ein Interesse daran hat, ihn davon zu überzeugen. Das Gleiche gilt für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der kürzlich Lukaschenko anrief – zum ersten Mal seit vier Jahren – und damit als erster europäischer Staatschef die Politik der „Isolierung“ durchbrach.

Auch der nächste Teil seiner Rhetorik, wonach die Belarussen Kanonenfutter wären, sollten sie nach Russlands Willen in der Ukraine kämpfen, ist sehr aufschlussreich. Sie deutet stark darauf hin, dass diejenigen, die an dem kriegerischen Konflikt teilnehmen, sinnlos sterben, was viele als die derzeitige Pattsituation beschreiben, die durch das nahezu ausgecverursacht wird. Die Teilnehmer, insbesondere im Zusammenhang mit denjenigen, die auf russischer Seite kämpfen, als „Kanonenfutter“ zu bezeichnen, ist dennoch ausgesprochen unsensibel.

Diese Beobachtung untermauert die oben geäußerten Spekulationen über Lukaschenkos Ansichten darüber, wie er Weißrussland und Russlands Juniorpartner wohl derzeit sieht – eine Fehlwahrnehmung, die der Westen ausnutzt, um zu versuchen, ihn zum „Überlaufen“ zu bewegen – und nun lehnt er wohl auch die militärische Sonderoperation ab. Denn wenn er sie wirklich unterstützen würde, würde er die russischen Streitkräfte nicht als „Kanonenfutter“ bezeichnen. Seine mutmaßliche persönliche Abneigung gegen die Sonderoperation könnte sogar von vielen Belarussen geteilt werden.

Ausgehend von der Erkenntnis, die sich aus Lukaschenkos „Kanonenfutter“-Witz ableiten lässt, lässt sich schließen, dass zwischen Belarus und Russland einige gravierende Wahrnehmungsunterschiede hinsichtlich der Natur ihrer Beziehungen sowie des Ukraine-Kriegs bestehen, die umgehend angegangen werden sollten. Werden diese ignoriert – sei es aus Wunschdenken oder aus politischer Zweckmäßigkeit –, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Lukaschenko eines Tages „überläuft“ und/oder westliche Informationskriege diese Differenzen ausnutzen, um Belarussen und Russen weiter zu spalten.

Was Lukaschenko persönlich betrifft, sollte Putin seinem Ego auf eine selbstbewusste Weise entgegenkommen, während die russischen Medien mehr tun könnten, um den Belarussen überzeugend zu erklären, dass die militärische Sonderoperation darauf abzielt, die Souveränität ihres Landes ebenso wie die Russlands zu sichern. Selbst wenn viele von ihnen die Sonderoperation nach wie vor womöglich ablehnen, ist es entscheidend, dass sich diese Stimmung nicht zu einer Radikalisierung verschärft, wie es der Westen anstrebt. Russland kann diese Probleme erfolgreich bewältigen, wenn es endlich anerkennt, dass sie offenbar tatsächlich existieren.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Und diese Leute bestimmen heute das Schicksal von Europa!

Von Christian Müller – 15. Juni 2026

Es ist ein echter Skandal: Eine elfköpfige Jury, der sowohl der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz angehören, haben beschlossen, den »Westfälischen Friedenspreis« der NATO und NATO-Generalsekretär Mark Rutte zuzusprechen! Der Westfälische Friede beendigte im Jahr 1648 den 30-jährigen Krieg in Europa, dem mehrere Millionen Menschen zum Opfer gefallen waren. Was aber hat die NATO mit Frieden zu tun, nachdem sie sich entgegen allen Versprechungen nach Osten bis an die Grenze Russlands erweitert hat, die Interoperabilität mit der ukrainischen Armee vorantrieb und nach Aussage von exGeneralsekretär Jens Stoltenberg den Plan hatte – und vermutlich noch immer hat – , sich sogar in ihren Statuten auch präventive Angriffe auf andere Länder zu erlauben?

Am 24. Oktober 1648 endete der 30-jährige Krieg, dessen Feldzüge und Schlachten überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches stattgefunden hatten. Die Kriegshandlungen und die durch sie verursachten Plünderungen, Hungersnöte und Seuchen hatten ganze Landstriche verwüstet und entvölkert. Heutige Historiker gehen von bis zu 8 Millionen militärischen und zivilen Kriegsopfern und einem Bevölkerungsrückgang im Reich von mindestens 15 bis 20 Prozent aus. In Relation wäre der Dreißigjährige Krieg damit der zerstörerischste Konflikt der europäischen Geschichte gewesen. In den am schwersten betroffenen Regionen wie der Kurpfalz, Württemberg und Brandenburg überlebten nur etwa 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen benötigten einige Gebiete mehr als ein Jahrhundert, um sich von den Kriegsfolgen zu erholen. Und um dieses grauenhafte gegenseitige Morden zu beenden, wurde der Westfälische Friede geschlossen – ein Frieden! So sieht es in Kürze zum Beispiel Wikipedia.

Die NATO und Frieden?

Wo aber hat die NATO zu einem Frieden beigetragen? Wo war sie an einem Frieden interessiert? Die NATO wurde im April 1949 gegründet, ihr „Sinn“ war die Zusammenarbeit der US-amerikanischen und westeuropäischen Armeen im Kampf gegen die Sowjetunion, die damals noch ein kommunistisches System vertrat. Aber obwohl Russland unter einem allzu gutgläubigen Verantwortlichen Michail Gorbatschow die Wiedervereinigung Deutschland ermöglichte, den Warschau-Pakt freiwillig schloss und alle russischen Einrichtungen in der ehemaligen DDR bis 1995 abzog, intensivierte die NATO ihre Kräfte gegen Russland. Frieden war nie das Thema der NATO! Sie setzte immer auf militärische Stärke und beteiligte sich an etlichen internationalen Konflikten auch in anderen Ländern. Man denke nur schon an die Bombardierung von Belgrad im Jahr 1999! Und jetzt soll ausgerechnet diese NATO, die immer nur an militärischer Stärke und nie an Frieden interessiert war, den «Westfälischen Friedenspreis» erhalten? Es ist einfach grauenhaft, wie hier die wirkliche Geschichte bewusst verfälscht wird! Im Westfälischen Frieden wurde festgelegt, dass jedes Land seinen eigenen Glauben haben darf und dass die betroffenen Länder einander achten statt bekämpfen sollen. Und die NATO? Sie investiert und trainiert unentwegt zugunsten der weltweiten Hegemonie der USA und gegen Russland, das sich – zum Glück! – weigert, den Anspruch der USA auf die Weltherrschaft zu unterstützen.

Der Westfälische Friede war ein Friede mit dem Ziel, den einzelnen Regionen und Ländern die eigenen kulturellen und wirtschaftlichen Ziele zuzugestehen. Hat die NATO irgendeinmal erklärt, dass sie ihren Mitgliedern eine eigene Kultur erlaubt? Noch einmal: Die NATO ist ein Militärbündnis, historisch und aktuell gegen Russland gerichtet! Wer einem solchen Club einen Friedenspreis übergibt, benannt nach dem Westfälischen Frieden, ist entweder total ungebildet und dumm, oder, was wahrscheinlicher ist, ist bereit, die Geschichte Europas bewusst zu verfälschen, um die Kriegstreiberei in Deutschland und anderen EU-Ländern zu rechtfertigen und mit Hilfe der Öffentlichen Meinung ausdrücklich zu unterstützen. Sie alle elf gehören von ihren hohen Funktionen und Ämtern abgesetzt, da ein solches Vorgehen nur eines bewirken kann: einen neuen großen, einen dritten Weltkrieg zu initiieren!

Die NATO gehört, wie der Warschauer Pakt, geschlossen, da Europa Frieden braucht, nicht einen neuen großen Krieg!

Siehe dazu auch eine Petition auf CHANGE.ORG

(Red.) Zum Glück gibt es in Deutschland auch Leute, die die NATO schließen wollen! Und Geschichtskenner, die auf die verhängnisvolle Funktion der NATO aufmerksam machen. Und eine deutsche Online-Plattform »rausausdernato«».

Und siehe auch zur Mitverantwortung der NATO am Krieg in der Ukraine hier!

[Zum Originalbeitrag auf Globalbridge]

Karaganow zum möglichen Atomwaffeneinsatz: „Deutschland wird als Erstes leiden“

Von RT DE – 15. Juni 2026

Sergei Karaganow hat erneut davor gewarnt, dass Russland gezwungen sein könnte, erst einen konventionellen und im Falle eines Gegenschlags auch einen nuklearen Schlag gegen einzelne europäische Länder zu führen. Dabei stellte er heraus, dass Deutschland neben Rumänien und Polen das primäre Ziel sei.

Karaganow zum möglichen Atomwaffeneinsatz: "Deutschland wird als Erstes leiden"
Von links nach rechts: John Mearsheimer, Glenn Diesen, Sergej Karaganow im am 14. Juni 2026 veröffentlichten Videopodcast (Screenshot aus dem Video)

In dem Videopodcast des norwegischen Politologen und Geopolitikexperten Glenn Diesen hat der Politikwissenschaftler und Berater des russischen Präsidenten Sergei Karaganow erneut gewarnt, Russland könnte demnächst gezwungen sein, durch einen beschränkten Einsatz von Nuklearwaffen gegen ein europäisches Land der nuklearen Abschreckung, die ihre Wirkung verloren hat, neues Gewicht zu verleihen. Dabei stellte Karaganow Deutschland als mögliches Ziel besonders in den Vordergrund.

„Deutschland ist die schlimmste Gefahr in der Geschichte der Menschheit,“ begründete er seine Auffassung. „Es wird Deutschland niemals erlaubt sein, eigene Atomwaffen zu beschaffen. Sollten sie es auch nur versuchen, werden sie von der Erdoberfläche ausgelöscht werden“ (im englischen Original: be obliterated, an anderer Stelle: be evaporated).

Damit beantwortete Karaganow den Einwand des ebenfalls im Podcast zugeschalteten US-Wissenschaftlers John Mearsheimer, Deutschland könnte versucht sein, Nuklearwaffen zu beschaffen. 

"Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt" – Karaganow warnt Europa vor russischem Atomwaffeneinsatz

Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt – Karaganow warnt Europa vor russischem Atomwaffeneinsatz

Gleiches gelte für Japan als Mitschuldigen des Zweiten Weltkriegs. Karaganow behauptete, dass es diesbezüglich Gespräche mit chinesischen Freunden und Verbündeten“ gebe. Sollte Russland sich jemals (if and when) gezwungen sehen, erst konventionelle und nach einem Gegenschlag auch nukleare Waffen gegen Europa einzusetzen, werde es Deutschland sein, das als erstes leiden wird“, betonte Karaganow (ab Timecode 43:55 im Video): be obliterated

Wenn und sobald – und ich hoffe, dass es dazu nie kommen wird – Russland gezwungen sein wird, erst konventionelle und dann nukleare Flugkörper einzusetzen, wird das primäre Ziel nicht nur Rumänien oder Polen sein, das primäre Ziel wird – Gott bewahre – Deutschland sein. Deutschland wird als Erstes leiden, und das sollten sie begreifen.

John Mearsheimer sagte im Verlauf des Gesprächs mehrmals, dass er nachvollziehen kann, dass Russland die Wirkung der nuklearen Abschreckung wiederherstellen muss. Was sich der Westen aktuell gegenüber Russland leistet, wäre zu Zeiten des Kalten Krieges absolut undenkbar gewesen. Und es sollte gegenüber einer Atommacht absolutes Tabu sein.

[Hier weiterlesen]

Oberste US-Geheimdienstchefin: Die Existenz von US-finanzierten Biolaboren in der Ukraine wurde verschleiert

Von Florian Rötzer – 15. Juni 2026

DNI-Chefin Tulsi Gabbard veröffentlichte kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt Informationen über US-finanzierte Biolabore. Screenshot von DNI-Video

Kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt als oberste Geheimdienstchefin (Director of National Intelligence – DNI) hat Tulsi Gabbard noch Dokumente über 120 von amerikanischen Steuergeldern seit langem unterstützte Biolabs auf der ganzen Welt veröffentlicht. Es geht aber vor allem um diejenigen in der Ukraine. Die Öffentlichkeit seien diese Informationen absichtlich vorenthalten worden: „Die Informationen über die Existenz, die Geschichte, die Standorte und die Finanzierung dieser von den USA finanzierten Biolabore wurden von mächtigen Menschen bewusst verschleiert, indem fälschlicherweise behauptet wurde, sie existierten nicht, und jeder, der etwas anderes behauptete, wurde als ausländischer Agent und Verräter Amerikas beschuldigt.“

Das ist harter Tobak und könnte direkt aus Moskau stammen. Die paar Dokumente, teils noch geschwärzt, die Gabbard „nach monatelanger Suche“ veröffentlichte, sind allerdings dürftig. [Das ändert nichts an ihrer Existenz, zumal es inzwischen zahlreiche Beweise für die langjährigen Forschungen und Experimente des Pentagon mit Biowaffen in der ganzen Welt gibt – siehe etwa hier; die GG-Red.]

Die Biolabore des Pentagon weltweit, aber vor allem in der Ukraine, die mit gefährlichen Erregern hantieren sollen, um sie möglicherweise zu Biowaffen zu machen, wurden von China und Russland während der Covid-19-Pandemie und vor allem nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine zum Thema auch vor die Vereinten Nationen gebracht. Sie seien, so Valentina Matviyenko, die Sprecherin des Föderationsrats, im April 2023 nach Veröffentlichung des Berichts der Parlamentarischen Kommission über die Untersuchung der Biologischen Labors der USA in der Ukraine, „exklusiv militärisch und keineswegs für eine friedliche medizinische Forschung“. Ukraine, so der Bericht, sei zu einem Testgebiet für Biowaffen geworden, es sei an ethnischen Waffen geforscht und mit gefährlichen Fledermaus- und Vogelviren, aber auch Milzbrand und Tularämie (Hasenpest) geforscht worden. Putin sprach von einem „Netzwerk von westlichen Biowaffenlaboren“. Über die Jahre hielt man an der Bedrohung durch die Biolabore fest.

[Hier weiterlesen]

Vertrag zwischen Iran und USA steht – und Israel bombardiert weiter

Von Peter F. Mayer – 15. Juni 2026

Bild: tkp

Es ist vollbracht. Oder zumindest: angekündigt. Am Sonntagabend, dem 14. Juni 2026 – zufällig sein 80. Geburtstag – verkündete Donald Trump auf Truth Social die Worte, auf die die Welt seit drei Monaten gewartet hat: „Der Deal mit dem Iran ist jetzt komplett. Glückwunsch an alle!“ Dann folgte ein Satz, der in die Geschichte eingehen wird — als pathetisch, als erlösend oder als beides: „Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“

Die Straße von Hormus soll wieder öffnen. Die US-Seeblockade soll fallen. Der Krieg, der am 28. Februar begann und die Welt an den Rand einer Ölkrise, einer regionalen Eskalation und eines Flächenbrands brachte, soll enden – auf allen Fronten, einschließlich des Libanon. Doch während in Washington, Teheran und Islamabad die Sektkorken knallen, fallen in Beirut und im Südlibanon weiter Bomben.

Die Konturen des Memorandums of Understanding (MoU), das unter pakistanischer und katarischer Vermittlung ausgehandelt wurde, sind nun klarer als je zuvor. Wie Middle East Eye berichtet, bestätigte der iranische Sicherheitsrat in einer offiziellen Erklärung:

Was im Abkommen steht

  • Sofortige und dauerhafte Einstellung aller militärischen Operationen auf allen Fronten, einschließlich des Libanon – wirksam ab Sonntagnacht
  • Sofortige und vollständige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen
  • Wiedereröffnung der Straße von Hormus, zunächst angekündigt als sofortig, später von Trump präzisiert: die tatsächliche Öffnung erfolgt mit der formellen Unterzeichnung
  • Formelle Unterzeichnungszeremonie am 19. Juni in der Schweizwie Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X verkündete
  • 60-tägige Verhandlungsperiode für ein endgültiges Abkommen, das die Nuklearfrage und umfassende Sanktionserleichterungen regeln soll

Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi bestätigte gegenüber Tasnim, das MoU sei finalisiert und werde am Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet. Eine informierte Quelle erläuterte gegenüber Tasnim die Bedingungen für die Aufnahme der weiteren Verhandlungen: Die zweite Phase beginne nur, wenn die Verpflichtungen aus dem MoU eingehalten würden. Andernfalls werde Teheran nicht weitermachen.

Iranische Staatsmedien berichteten zudem, dass die USA im Rahmen des Abkommens zwölf Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte freigeben werden.

[Hier weiterlesen]

Elon Musk, erster Billionär der Welt: Der Börsengang von SpaceX und wie die Oligarchie Gestalt annimmt

Von Joseph Kishore – 14. Juni 2026

Am Freitag wurde Elon Musk zum weltweit ersten Billlionär. Ein Konsortium von Investmentbanken legte den Ausgabepreis für SpaceX an der Nasdaq am Donnerstagabend auf 135 Dollar pro Aktie fest. Bei Handelsbeginn am Freitag sprang die Aktie auf 150 Dollar, kletterte im Tagesverlauf um bis zu 30 Prozent und schloss mit einem Plus von rund 19 Prozent bei 161 Dollar, wodurch sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf rund 2,1 Billionen Dollar erhöhte.

Basierend auf der Aktienbewertung zum Börsenschluss am Freitag beläuft sich Musks persönliches Vermögen auf rund 1,1 Billionen Dollar. Vor dem Börsengang lag es bei etwa 810 Milliarden Dollar. Die Kursfestlegung und das Börsendebüt ließen es innerhalb von zwei Tagen um mehr als 300 Milliarden Dollar anwachsen, davon allein am Donnerstag um rund 188 Milliarden Dollar – der größte jemals verzeichnete Vermögenszuwachs, der aus dem Nichts gezaubert wurde.

Die Mainstream-Medien begrüßten das Ereignis mit Euphorie und berichteten über die Feierlichkeiten der Oligarchie in Tönen atemloser Bewunderung. Über dem Nasdaq-Bildschirm am Times Square, wo sich SpaceX-Mitarbeiter in Astronautenkostümen versammelt hatten, wurde die Silvesterkugel – umgestaltet als rot-orangefarbener Mars – gehoben, um die Schlussglocke einzuläuten. Am Abend veranstaltete JPMorgan Chase, eine der federführenden Konsortialbanken, im Park-Avenue-Tower eine Gala, welche die New York Times wiederum als „intergalaktisch“ bezeichnete.

Die Bewertung von SpaceX in Höhe von 2,1 Billionen Dollar steht in keinem Verhältnis zu einem tatsächlichen Produktionsprozess. SpaceX verlor im Jahr 2025 4,9 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar. SpaceX wird mit dem etwa 95-fachen seines Jahresumsatzes bewertet, während ein durchschnittliches Unternehmen im S&P 500 zu weniger als dem Vierfachen des Jahresumsatzes gehandelt wird – und auch hier ist die Blase von historischem Ausmaß nicht zu übersehen.

[Hier weiterlesen]

Mit einem Trump-Abkommen in Sichtweite wechselt der Iran von Überleben zu Macht

Von Zvir Bar’el – 14. Juni 2026

Teheran hat wiederholt erklärt, „die Atomfrage sei verhandelbar“, während es in den Gesprächen vor dem Krieg bereits Grundsätze wie die Rückkehr der Inspektoren und die Verdünnung von Uran akzeptiert hatte. Selbst nach dem Rückzug der USA blieb es ein Jahr lang im Abkommen, bevor es dieses schrittweise verletzte, und strebt nun bessere Bedingungen als 2015 an.

Es ist besser, keine Einigung zu erzielen, als eine schlechte zu unterzeichnen – das war von Anfang an das Motto, das die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran begleitete. Es ist nicht überflüssig anzumerken, dass über das ursprüngliche Atomabkommen, das 2015 unterzeichnet wurde und aus dem sich Präsident Donald Trump 2018 zurückzog, weitaus unverblümtere und schärfere Worte fielen.

Es scheint, als würde Trump heute viel dafür geben, um ein ähnliches Abkommen zu erzielen wie das, das sein Erzfeind Obama unterzeichnet hat. Doch bevor man das Memorandum verreißt, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass es sich hierbei nicht um ein Abkommen handelt. Vielmehr handelt es sich um ein Arbeitspapier, das eine Liste von Grundsätzen und Verfahren vorschlägt, auf denen die Verhandlungen basieren werden, die (theoretisch) 60 Tage lang als Teil eines gegenseitigen Waffenstillstands andauern und letztendlich, falls erfolgreich, zu einem unterzeichneten Abkommen führen sollen.

Derzeit gibt es keine Einigung über den Zeitpunkt der Unterzeichnung des Memorandums, über die Art der Unterzeichnung – ob aus der Ferne, per elektronischer Signatur oder persönlich –, über den Ort der Unterzeichnung oder darüber, wer auf beiden Seiten unterzeichnen wird. Es scheint, dass der auffälligste gemeinsame Nenner die gemeinsamen Bemühungen beider Seiten sind, Medienberichte über den Inhalt des Memorandums zu dementieren, insbesondere über Klauseln, die sich auf die Zugeständnisse beziehen, die jede Seite angeblich gemacht hat, um die endgültige Formulierung zu erreichen.

Unbestritten sind die tiefgreifenden Änderungen, die das 15-Punkte-Dokument, das Trump im März über Pakistan an den Iran übermittelt hatte, erfahren hat.

Es wurde als Ultimatum übermittelt, sieht nun aber ganz anders aus. Nach bisherigen Berichten ist von diesen Klauseln nicht mehr viel übrig, nachdem sie vom Iran abgelehnt wurden. Im Gegensatz zur ursprünglichen Forderung der USA wird das iranische Atomprogramm erst nach der Öffnung der Straße von Hormus, der Aufhebung der amerikanischen Blockade des iranischen Seeverkehrs und der Freigabe eines Teils der Milliarden Dollar, die weltweit auf Bankkonten eingefroren sind, diskutiert werden. Das Programm für ballistische Raketen, ein Thema, das im Mittelpunkt der Versprechen von Trump und Außenminister Marco Rubio stand, wird offenbar zu keinem Zeitpunkt überhaupt zur Sprache kommen. Das Gleiche gilt für die Verbindungen des Iran zu seinen Stellvertretern im Irak, im Libanon und im Jemen sowie für die Unterstützung, die er diesen gewährt.

In dieser Angelegenheit legte der Iran eine Liste von Forderungen vor, zunächst indem er drohte, die Verhandlungen einzufrieren, sollte das Kreuzfeuer im Libanon nicht aufhören – eine Drohung, die zu einer amerikanischen Forderung an Israel führte –, und später, indem er festlegte, dass der Waffenstillstand mit den Amerikanern am Golf einen Waffenstillstand „in jeder Region“, einschließlich des Libanon, beinhalte. Diese Klausel wurde von der amerikanischen Regierung nicht zurückgewiesen, obwohl noch unklar war, ob sie einen Rückzug Israels aus den Gebieten beinhaltete, die es im Libanon eingenommen hatte. Es scheint, dass die Frage der Stellvertreter damit auskommen muss, dass die USA auf jedes Land einzeln Druck ausüben, wie sie es im Irak und im Libanon getan haben.

Der Iran kam mit einer gut durchdachten Strategie zu den Verhandlungen, von der ein Teil die USA und viele Analysten überraschte. Er ersetzte seine Politik der „Null-Probleme mit den Nachbarn“ durch eine Strategie, die darauf abzielte, sich einen diplomatischen Schutzmantel zu verschaffen, der den Einfluss der Golfstaaten auf Trump nutzen und gleichzeitig massive Angriffe auf diese Länder vermeiden sollte; er übernahm die Kontrolle über die Straße von Hormus und machte sie zu einer mächtigen strategischen Waffe, während er das Geflecht aus politischem und regionalem Druck, in dem Trump verstrickt war, genau einschätzte.

Gleichzeitig untergrub es die amerikanischen Arbeitshypothesen, wonach militärische Maßnahmen und eine Seeblockade die Golfstaaten dazu veranlassen würden, sich direkt am Krieg zu beteiligen und eine aktive Militärkoalition an der Seite der USA zu bilden, sowie die Annahme, dass China sich dem amerikanischen Druck auf den Iran anschließen würde. Der Iran trat nach seiner Konzeption mit strategischen Druckmitteln an den Verhandlungstisch, die Auswirkungen auf die regionale und globale Wirtschaft hatten, und zwang die USA dazu, taktische Schritte zu entwickeln, die sich nicht zu einer anwendbaren Strategie verdichteten, die den Krieg entscheiden würde.

Ein wichtiges Ergebnis aus iranischer Sicht war der Erfolg, die USA dazu zu zwingen, die Diskussion über das Atomabkommen von der über die Meerenge zu trennen und damit die Gefahr unmittelbaren wirtschaftlichen Drucks zu neutralisieren. Sollten zudem noch vor einer Diskussion über das Atomabkommen Teile seiner Gelder freigegeben werden, wäre dies ein weiterer Erfolg, wenn auch ein weniger bedeutender als die Öffnung der Meerenge.

Das umsichtige Management seiner militärischen Schritte und die uneingeschränkte Ausnutzung seiner geopolitischen Lage haben den Iran über die Formel hinausgeführt, wonach Überleben gleichbedeutend mit Sieg ist – die Vorstellung, dass der Iran nur nicht verlieren musste, um zu gewinnen. Dieser Übergang markiert die nächste Phase, in der der Iran plant, eine Wirtschaftsmacht und eine Kraft zu werden, die die regionale Politik bestimmt.

Darin liegt aus seiner Sicht die Stärke der Atomfrage, die als starker Hebel dienen soll, deren Lösung von der Aufhebung des Systems amerikanischer und internationaler Sanktionen, der Rückkehr des Iran auf den globalen Ölmarkt und der Kanalisierung von Investitionen in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar in den Iran abhängt. Dies wäre nicht nur ein gewaltiger wirtschaftlicher Erfolg, der der Islamischen Republik globale Legitimität verleihen würde, sondern auch die Erfüllung des Versprechens der Revolution, den iranischen Bürgern ein besseres Leben zu bieten als das, das sie unter dem Schah hatten, sowie ein Beweis für die Gültigkeit der Ideologie, die die Revolution leitete.

Doch der Preis für die Verwirklichung dieser Vision ist umstritten und findet im Iran keine breite Unterstützung. Genau wie vor und nach der Unterzeichnung des Atomabkommens im Jahr 2015, als das Eingreifen des Obersten Führers Ali Khamenei erforderlich war, um die unverhohlene Kritik der Revolutionsgarden und anderer radikaler politischer Kräfte zu besänftigen, sind auch jetzt ähnliche Stimmen zu hören.

Im iranischen Parlament wurde gefordert, alle Vereinbarungen und sonstigen Abkommen dem Parlament zur Genehmigung vorzulegen. Radikale Sprecher verurteilen die Verhandlungen mit den USA an sich, da diese ihre Perfidie bereits unter Beweis gestellt hätten. Der neue Führer, Mojtaba Khamenei, wuchs mit von seinem Vater geprägten Konzepten wie „heroischer Flexibilität“ und „strategischer Zurückhaltung“ auf, doch als jemand, der seine politische und ideologische Position noch festigen muss, hat er bereits eine harte Haltung gezeigt, wobei seine Bedingungen möglicherweise strenger sind als die seines Vaters.

Die Grundprinzipien, die er den Verhandlungsführern diktiert hat, sind unverändert geblieben. Der Iran ist nicht bereit, sein Atomprogramm oder die Urananreicherung auf seinem Staatsgebiet aufzugeben. Es wird erwartet, dass er bei jeder Klausel eine harte Haltung einnehmen wird, angefangen bei der Erteilung von Genehmigungen für die Rückkehr von IAEO-Beobachtern über die Verdünnung von auf 60 Prozent angereichertem Uran oder dessen Abtransport aus dem Iran, den Abbau von Zentrifugen, den Anreicherungsgrad und die Laufzeit eines Abkommens bis hin zur Durchsetzung einer Auslaufklausel, die es ihm ermöglichen würde, die Anreicherung nach einer bestimmten Zeit wieder aufzunehmen.

In den vor dem Krieg geführten Verhandlungen stimmte der Iran einer Liste von Grundsätzen zu, wie der Rückkehr der Inspektoren, der Verdünnung von angereichertem Uran und einem Einfrieren der Urananreicherung für drei bis fünf Jahre (im Vergleich zu den von den USA geforderten 15–20 Jahren). Er hat zudem bei mindestens drei Gelegenheiten klargestellt, dass die Atomfrage verhandelbar ist. Er fror sein Programm 2003 ein und trat 2009 in Verhandlungen ein, die er systematisch untergrub. Er unterzeichnete 2015 ein Abkommen, das seine Fähigkeiten stark einschränkte. Es ist wichtig anzumerken, dass der Iran selbst nach dem Rückzug der USA aus dem Abkommen [was de facto einem Vertragsbruch gleichkommt; die GG-Red.] dieses noch ein Jahr lang einhielt, bevor er allmählich begann, gegen dessen Klauseln zu verstoßen.

Doch nun wird der Iran versuchen, ein besseres Abkommen als das von 2015 zu erzielen, und steht dabei einem US-Präsidenten gegenüber, der sich durch erstaunliche Flexibilität auszeichnet. Er ist offenbar davon überzeugt, dass er das neue Abkommen ausarbeiten kann.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf Haaretz]

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.