Aufrufe & Appelle

Hervorgehoben



Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


NATO-Gipfel: Krieg, Diktatur und permanente Revolution

Von Ulaş Sevinç – 26. Juni 2026

Erdoğan und Trump am Donnerstag, 25. September 2025, im Weißen Haus [Photo: X/@iletisim/The Republic of Turkey Directorate of Communications)]

Im Vorfeld des 36. NATO-Gipfels, der am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara stattfindet, wird die Türkei zum Schauplatz der Mobilisierung eines Polizeistaats. Demnächst wird das Regime von Präsident Recep Tayyip Erdoğan dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der einen Angriffskrieg gegen den Iran führt und den Völkermord in Gaza möglich gemacht hat, sowie anderen imperialistischen Kriegsverbrechern den roten Teppich ausrollen. Unterdessen geht Ankara gegen jeglichen Widerstand gegen Krieg, Völkermord und Militarismus vor.

Die Provinzverwaltung von Ankara versetzte die Hauptstadt de facto in den Ausnahmezustand und verbot für 13 Tage – vom 28. Juni bis zum 10. Juli – sämtliche Demonstrationen, Presseerklärungen, Hungerstreiks und die Verteilung von Flugblättern in der ganzen Stadt. Darauf folgte am Dienstagmorgen die Festnahme von 209 Personen bei Razzien, die zeitgleich in zahlreichen Provinzen stattfanden. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits über 30 NATO-Gegner verhaftet worden waren, richtete sich die jüngste Operation gegen Vertreter von Antikriegsparteien und Massenorganisationen sowie gegen Journalisten, Wissenschaftler und Rechtsanwälte.

Zur selben Zeit wurden Maßnahmen gegen die Gemeinde Adalar in Istanbul und die Gemeinde Silifke in Mersin durchgeführt, die beide von der kemalistischen Republikanischen Volkspartei (CHP) geführt werden. Dutzende Menschen, darunter gewählte Bürgermeister, wurden festgenommen, und das verfassungsmäßige Recht, zu wählen und gewählt zu werden, wurde erneut verletzt, ohne dass es zuvor irgendeine gerichtliche Entscheidung gegeben hätte: Der Bürgermeister von Adalar, Ali Ercan Akpolat, und der Bürgermeister von Silifke, Mustafa Turgut, wurden vom Innenministerium aus ihren Ämtern entfernt.

Das Internationale Komitee der Vierten Internationale (IKVI) und die ihm angeschlossenen Sozialistischen Gleichheitsparteien verurteilen diese weitreichende Unterdrückung und fordern die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen. Neben der Kampagne der Sosyalist Eşitlik Partisi in der Türkei organisierte die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP) in Deutschland am Mittwoch eine Kundgebung vor der türkischen Botschaft in Berlin. Vertreter der SGP versuchten, dem Botschafter einen offenen Brief zu überreichen, in dem sie die Freilassung von Ercan Akpolat, anderen gewählten Politikern und NATO-Gegnern forderten. Die Botschaft weigerte sich, den Brief entgegenzunehmen, und unterstrich damit den politischen Charakter der bisherigen Maßnahmen.

Bei den gegen diese Kommunen gerichteten Operationen handelt es sich um die jüngsten Schritte in einer anhaltenden, politisch motivierten Kampagne der Justiz gegen die CHP. Diese Repressionswelle setzte ein, nachdem die CHP bei den Kommunalwahlen im März 2024 die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) von Präsident Erdoğan als landesweit stärkste Partei überholt hätte und der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu (CHP), in den Umfragen vor Erdoğan lag. Auf die Verhaftung von İmamoğlu im März 2025 folgten ähnliche Maßnahmen und Festnahmen, die sich gegen Dutzende von Gemeinden richteten. Im vergangenen Monat überschritt ein Gericht seine Zuständigkeit, als es die gewählte Führung der CHP unter Özgür Özel absetzte.

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Frontalangriff der Merz-Regierung auf die Rente

Von Marianne Arens und Peter Schwarz – 26. Juni 2026

Am 23. Juni hat das Kabinett die Empfehlungen seiner Expertenkommission zur Rentenreform vorgestellt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, seine Regierung werde alle 33 Empfehlungen „zügig umsetzen“. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) bekräftigte diese Absicht: „Es gibt jetzt kein Rosinenpicken, es ist ein Gesamtkunstwerk.“

Altersarmut [Photo by Christian Allinger / flickr / CC BY-NC-SA 2.0]

In Wirklichkeit bedeuten die Empfehlungen den bisher massivsten Angriff auf die Rente, den eine deutsche Bundesregierung je vorgenommen hat. Sie knüpfen nahtlos an die Abschaffung des Bürgergelds und die sogenannte Gesundheitsreform an und zeigen, was das zentrale Ziel der Merz-Klingbeil-Regierung ist: Die Umverteilung von Milliardensummen aus den Taschen von Bedürftigen, Kranken, Rentnern, Geringverdienern und Arbeitern in die Aufrüstung und die Bereicherung der Reichen.

Zur Leitung der Kommission hatte die Bundesregierung Frank-Jürgen Weise berufen. Das 74-jährige CDU-Mitglied ist Deutschlands Topexperte, wenn es um den Abbau sozialer Rechte geht, und gleichzeitig eng mit dem Militär verbunden.

Nach der Schule hatte sich Weise zwölf Jahre lang als Zeitsoldat verpflichtet, ein Ökonomiestudium an der Fachhochschule des Heeres absolviert und sich zum Fallschirmspringer ausbilden lassen. In der Reserve stieg er später in den Rang eines Obersten auf.

Von 2004 bis 2017 leitete Weise die Bundesagentur für Arbeit und war damit für die Umsetzung der Hartz-Gesetze verantwortlich, die einen riesigen Niedriglohnsektor schufen, den es in dieser Form in Deutschland bisher nicht gegeben hatte. Parallel dazu leitete er 2010 die Bundeswehr-Strukturkommission, die Vorschläge für eine „radikale Erneuerung der Bundeswehr“ vorlegte, und 2016 das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Deutschland gegen den Zustrom von Kriegsflüchtlingen abschottete. Seit 2025 sitzt Weise im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp Steel, wo derzeit 11.000 Arbeitsplätze vernichtet werden.

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Ethnische Säuberung 3.0: Wie Israel zum „Transferstaat“ wurde

Von Gideon Levy – 25. Juni 2026

Das Jerusalemer Stadtviertel Silwan wird seiner Bewohner entleert. Unter bizarren und empörenden Vorwänden werden Familien aus den Häusern vertrieben, in denen sie seit Jahrzehnten gelebt haben. Im Gazastreifen werden Hunderttausende Vertriebene in unbewohnbare Flüchtlingslager gepfercht. Einige werden nie mehr in ihre Häuser zurückkehren, von denen nichts mehr übrig ist. Der Vorsitzende des israelischen Nationalen Sicherheitsrates berief eine Krisensitzung ein, um die „freiwillige Auswanderung“ der Bewohner des Gazastreifens zu „fördern“.

Himnuta, Elad, der Jüdische Nationalfonds, der Nationale Sicherheitsrat, die israelischen Streitkräfte, die sephardische Bestattungsgesellschaft „Hevra Kadisha“ und die israelische Zivilverwaltung sind allesamt Regierungsstellen oder gemeinnützige Organisationen, die auf ein Ziel hinarbeiten: Ethnische Säuberung 3.0. Nach den erfolgreichen Säuberungsaktionen von 1948 und 1967 ist nun die nächste Phase des zionistischen Vorhabens angebrochen, das als Fundament des jüdischen Staates dient. Alles verläuft nach dem stufenweisen Plan.

In den letzten Tagen gab es eine Reihe von scheinbar spontanen Ereignissen. Was auf den ersten Blick wie die Anarchie randalierender Siedler aussieht – Extremisten, die darauf aus sind, den 7. Oktober zu rächen –, dient einem größeren Zweck. Die Rechte hat einen geordneten Plan und eine klare Strategie und arbeitet mit Hochdruck daran, diese umzusetzen. Während die Linke die Orientierung verloren hat, sich in hohlen Klischees verstrickt und seit der Ermordung von Yitzhak Rabin so gut wie komatös ist, gestaltet die Rechte weiterhin eine unumkehrbare Realität.

Israel ist zu einem „Transferstaat“ geworden, für den ethnische Säuberung ein zentraler politischer Grundsatz ist. Diese ethnische Säuberung hat viele verschiedene Namen und Gesichter; mal ist sie offen, mal verdeckt und unterdrückt, doch sie entwickelt sich zu einem historischen Phänomen in vollem Gange, fernab der öffentlichen Wahrnehmung. Nach der Schaffung der Apartheid, die niemals das Ziel des Zionismus oder des Staates war, ist nun die Vertreibung eingetreten – das einzige Ziel, für das die Apartheid überhaupt geschaffen wurde.

Daher ist Israel kein Apartheidstaat. Es ist etwas Schlimmeres als das; es ist ein Vertreibungsstaat. Die Apartheid in Südafrika hatte nie die Absicht, das Land von seinen indigenen Bewohnern zu säubern. Die israelische Apartheid tut dies sehr wohl.

In den vergangenen Monaten habe ich fast ausschließlich über die Gewalt der Siedler im Westjordanland geschrieben. Woche für Woche, Dorf für Dorf, Familie für Familie tun die Menschen alles, was sie können, um ihre Häuser und ihr Land zu behalten, bis sie schließlich aufgeben. Von Hirtengemeinschaften, die wie unsere Vorfahren in Höhlen leben, ohne auch nur einer Seele zu schaden, bis hin zu wohlhabenden Bankiers, die ihre Villen in wohlhabenden Dörfern aufgeben – alle leben in Angst und werden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.

Ein Dorf nach dem anderen wird verlassen. Eine Familie nach der anderen hebt die Arme zur Kapitulation. Sie verkünden „Sumud für immer“, doch wenige Monate später endet der Sumud, und von ihrem Haus bleiben nur noch Ruinen übrig. Hilflos und wehrlos bleibt ihnen keine Wahl. Und das Land wird nach und nach von seinen Bewohnern gesäubert.

Die „Regierung des Wandels“ wird nicht viel ändern können. Die Fakten sind „vor Ort“ bereits feststehend. Auch wenn es sein mag, dass es in absoluten Zahlen – ohne Gaza und den Südlibanon – nur eine Handvoll vertriebener Familien gibt, und obwohl es stimmt, dass noch viel zu tun ist – der Trend ist klar, und sein systematischer Charakter ist beängstigend.

Sie begannen mit den schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen, den Hirtengemeinschaften und den Bewohnern Ost-Jerusalems, die vom israelischen Justizsystem, das im Grunde genommen Apartheidcharakter hat, keine Hilfe erhalten. Die Kampagne schreitet ungehindert voran.

Die Vertreibungen im Gazastreifen und die in Silwan haben einen offensichtlichen Zusammenhang – eine Weltanschauung, die behauptet, dass in diesem Land nur Platz für ein Volk ist: entweder wir oder sie. Diese Ansicht wird offenbar von der Mehrheit der Israelis geteilt, selbst von jenen, die sich unbehaglich in ihren Sesseln hin und her wälzen, wenn sie mitansehen, was geschieht – worüber in den israelischen Medien bestenfalls so gut wie nie berichtet wird.

Seid euch bewusst: Während ihr geschlafen habt, wird ein Volk Schritt für Schritt seines Landes beraubt.

[Zum vollständigen Originalbeitrag in englischer Sprache mit Bildern auf Haaretz]

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Die Eskalationsstrategie der Trump-Regierung gegen Russland nimmt Gestalt an

Von Andrew  Korybko – 24. Juni 2026

Die USA bereiten sich darauf vor, den Krieg in der Ukraine im Laufe des kommenden Jahres radikal zu verschärfen.

Trumps Entscheidung, die „gemeinsame Erklärung der G7-Staats- und Regierungschefs zu geopolitischen Fragen“ zu unterzeichnen, in der mehr Waffen für die Ukraine und Sanktionen gegen Russland gefordert werden, signalisierte, dass er nun durch einen von der Ukraine geführten „Zermürbungskrieg“ eine „Eskalation zur Deeskalation“ (E2DE) anstreben wird. Die EU wird diese Kampagne voll und ganz unterstützen, und Trump 2.0 wird als oberstes Ziel die Kontrolle über Russlands Rohstoffunternehmen anstreben – und zwar durch den erzwungenen Verkauf von Anteilen unter Androhung fortgesetzter, von der NATO unterstützter ukrainischer Angriffe auf die damit verbundene Infrastruktur, sollte Putin sich weigern.

Die Konturen der E2DE-Strategie seiner Regierung nehmen nun Gestalt an. Knapp zwei Wochen bevor er die oben erwähnte gemeinsame Erklärung unterzeichnete, verabschiedete das Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf, der „Sicherheits- und Wiederaufbauhilfe in Höhe von mehr als 1 Milliarde Dollar vorsehen [würde]. Durch Darlehen würden weitere 8 Milliarden Dollar für die Verteidigung der Ukraine bereitgestellt.“ Am Rande des G7-Gipfels erklärte Trump daraufhin, dass er bald erneut Ölsanktionen gegen Russland verhängen werde, was Putins Balanceakt zwischen China und Indien stören würde.

Etwa zur gleichen Zeit „hat eine Gruppe von US-Senatoren einen Gesetzentwurf eingebracht, der das geltende Recht so ändern würde, dass die Ukraine von der russischen Zentralbank beschlagnahmte Vermögenswerte und andere staatliche Vermögenswerte Russlands zum Kauf von militärischer Ausrüstung nutzen könnte.“ All dies fiel mit Berichten zusammen, wonach der Senat zudem Formulierungen in den National Defense Authorization Act (NDAA) 2027 aufgenommen hat, die eine fortgesetzte nachrichtendienstliche Unterstützung der Ukraine über das gesamte nächste Jahr hinweg fordern, um sie bei ihrem Bestreben zu unterstützen, ihr verlorenes Land zurückzuerobern (und möglicherweise noch mehr).

Zu allem Überfluss äußerte Selenskyj kurz darauf seine Zuversicht, dass Trump sein ausdrücklich bekundetes Interesse daran, US-Unternehmen die Herstellung von Luftabwehrraketen (und wahrscheinlich auch anderer Waffen) in der Ukraine zu gestatten, in die Tat umsetzen werde, was den Einsatz enorm erhöhen würde, sollte Russland diese Anlagen angreifen. Natürlich wird es einige Zeit dauern, bis die USA nach dem Angriffskrieg gegen den Iran ihre eigenen Raketenvorräte wieder aufgefüllt haben, aber die Zeichen stehen an der Wand, und sie deuten darauf hin, dass die Trump-Regierung sich darauf vorbereitet, den Stellvertrerkrieg in der Ukrain radikal zu verschärfen.

Insbesondere wird erwartet, dass seine E2DE-Strategie eng dem folgt, was das „Wall Street Journal“ im vergangenen Herbst skizzierte und was damals hier analysiert wurde, nämlich der Ukraine dabei zu helfen, Russlands Drohnenfähigkeiten zu übertreffen, weitere Sekundärsanktionen zu verhängen und Unruhen innerhalb Russlands zu provozieren. Zu diesem Zweck werden die Initiativen des Repräsentantenhauses und des Senats die Angriffsfähigkeiten der Ukraine (einschließlich derjenigen mit Langstreckenraketen) stärken, während Trumps Sanktionsdrohung den zweiten Teil abdecken wird. Diese Kombination könnte zu Unruhen innerhalb Russlands führen.

Um es klar zu sagen: Es ist unwahrscheinlich, dass diese letzte Phase eintritt, da das vielfältige russische Volk geeint bleibt, da es die existenziellen Risiken dieses Konflikts im Hinblick auf dessen großstrategisches Ziel der „Balkanisierung“ seines Zivilisationsstaates sehr genau versteht – außerdem neigt es nicht dazu, groß zu protestieren. Dennoch bereiten sich die USA weiterhin darauf vor, es trotzdem zu versuchen, in der Hoffnung, zumindest genügend Unzufriedenheit mit dem Status quo zu erzeugen, sodass die regierende Partei „Einiges Russland“ nach den nächsten Duma-Wahlen im September gezwungen ist, eine Koalition einzugehen.

Mit Blick auf die Zukunft werden rasch die Weichen gestellt, damit Trump 2.0 das nächste Jahr ganz im Zeichen Russlands stehen lässt, und die mögliche Rückeroberung des Kongresses oder zumindest einer seiner Kammern durch die Demokraten nach den Zwischenwahlen im November könnte dies begünstigen. Sollte Russland seine Ziele nicht erreichen, bevor dies geschieht, oder bis dahin keine einigermaßen faire Vereinbarung aushandeln, wird es frühestens 2029 wieder eine realistische Chance auf ein solches Abkommen geben – was bedeutet, dass bis zu diesem Zeitpunkt nur Sieg oder Niederlage möglich wären. Die Uhr tickt.#

Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Nächster Schritt zum AfD-Verbot

Von Thomas Oysmüller – 25. Juni 2026

Bild Olaf Kosinsky, 2020-10-28 Trauerfeier Thomas Oppermann by OlafKosinsky 9937, CC BY-SA 3.0 DE

Ein neues Gutachten – finanziert von der Soros-Stiftung und „linksliberalen“ Netzwerken – kommt zu dem Schluss, dass die AfD verfassungswidrig sei und ein Verbotsverfahren Erfolg haben könnte.

Die AfD wird immer stärker und dürfte bald eine Bundestagswahl gewinnen. In Österreich hat die Schwesterpartei FPÖ das bereits geschafft, zu einem politischen Machtwechsel kam es dennoch nicht. Die linksliberale Zivilgesellschaft geht gegen die AfD, die Jahrzehnte jünger als die FPÖ ist, anders vor und strebt ein Verbot an. Ein neues Gutachten mit über 1.500 Seiten, das am Donnerstag auf der Bundespressekonferenz vorgestellt wurde, heizt die Debatte weiter an.

Das Rechtsgutachten kommt zum eindeutigen Schluss, dass die AfD verfassungswidrig ist und dass das Bundesverfassungsgericht einem Verbotsantrag wahrscheinlich stattgeben würde. Die 1.500-seitige Analyse stammt von der NGO Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und wurde von einem achtköpfigen Expertenteam über 13 Monate erstellt. Die Autoren geben an, ergebnisoffen gearbeitet zu haben.

Das Gutachten argumentiert, dass die AfD sowohl gegen das Demokratieprinzip als auch gegen die in der Verfassung verankerte Menschenwürde verstoße. Die Autoren fordern zwar kein formelles Verbot, lassen aber kaum Zweifel daran, worauf ihre Erkenntnisse hinauslaufen. Mit dem Gutachten wurde der Weg zu einem möglichen AfD-Verbot weiter geebnet. Es könnte als wichtige

„Das Rechtsgutachten kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die AfD verfassungswidrig ist“, sagte GFF-Projektleiter Bijan Moini. Ein Verbotsantrag werde „nach unserer Einschätzung wahrscheinlich Erfolg haben“.

Im Kern des Berichts steht die Behauptung, dass die AfD mit ihren Zielen und dem Verhalten ihrer Anhänger die freiheitliche demokratische Grundordnung untergraben wolle. Ihre politische Agenda ziele auf die „Ausgrenzung, Verunglimpfung und umfassende rechtliche Marginalisierung“ von Ausländern, Deutschen mit Migrationshintergrund, Muslimen und anderen Gruppen ab.

Eine weitere zentrale These lautet, dass es innerhalb der AfD keine wirksame Kraft mehr gebe, die radikalen Kräfte zu zügeln. „Eine innerparteiliche Gruppierung, die sich öffentlich und konsequent gegen die radikalen Kräfte in der AfD ausspricht, existiert nicht mehr“, heißt es in dem Bericht.

Die NGO GFF wird nicht nur von der EU finanziell unterstützt (European AI & Society Fund und Digital Freedom Fund), sondern auch indirekt vom Soros-Netzwerk. Das konkrete Gutachten sei jedoch ausschließlich durch private Spender finanziert worden, erklärt die GFF. Der Journalist Florian Warweg ergänzte: „Die GFF wird unter anderem von der Open Society, Campact, der Bertelsmann Stiftung sowie der Luminate-Stiftung des US-Milliardärs Pierre Omidyar finanziert. Omidyar ist zudem langjähriger Hauptfinanzier von Correctiv.“

Die Autoren kritisieren, dass die AfD zwar einige Mitglieder ausgeschlossen habe, Personen wie Alice Weidel, Maximilian Krah und Hans-Thomas Tillschneider (Sachsen-Anhalt) aber weiterhin in der Partei seien. Man könne fast den Eindruck gewinnen, die AfD wäre nur dann verfassungskonform, wenn alle kritischen Mitglieder ausgeschlossen wären.

Ob ein Verbotsverfahren tatsächlich auf den Weg gebracht wird, darf allerdings bezweifelt werden. Die CDU hat sich bislang klar von einem solchen Vorgehen distanziert. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte dazu, ein Verbotsverfahren „rieche zu sehr nach der Ausschaltung politischer Konkurrenten“.

Nach deutschem Recht können nur Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung beim Bundesverfassungsgericht einen Verbotsantrag stellen. Die SPD fordert ein Verbot offen, doch ohne die Union hat ein solcher Antrag im Bundestag keine Mehrheit. Selbst wenn ein Antrag gestellt würde, ist offen, ob das Verfassungsgericht ihm stattgeben würde.

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Wie die EU Moldawien als Brückenkopf für einen Krieg mit Russland vorbereitet

Von Igor Ivanenko (Übersetzung: Thomas Röper) – 25. Juni 2026

Moldawien wird immer stärker in die Kriegspläne von EU und NATO eingebunden. Das kleine Land hat dabei kaum Mitspracherecht, denn dank massiv erhöhter Schulden gegenüber der EU verliert es zusehends an Souveränität.

Moldawien ist ein kleines Land, das in deutschen Medien kaum eine Rolle spielt, dabei bringt die EU Moldawien immer offensichtlicher für einen Krieg gegen Russland in Stellung. Was da genau passiert, hat ein russischer Experte in einem Artikel für die TASS beschrieben, den ich übersetzt habe. […]

Europäisierung zum Gemetzel: Wie der Westen Nationalisten im moldawischem Brückenkopf bewaffnet

Igor Ivanenko darüber, wie die Annäherung an die EU Moldawien seiner Neutralität beraubt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete Moldawien als „Frontlinie hybrider Angriffe“ und nach der Ukraine als zweitgrößten Empfänger von Hilfsgeldern der Europäischen Friedensfazilität. Das sagte sie am 22. Juni auf dem EU-Moldawien-Gipfel in Brüssel.

Diese drastischen Worte fielen vor dem Hintergrund des Scheiterns der EU-Kommission, die Beitrittsverhandlungen Moldawiens zur EU zu beschleunigen. Der rumänische Präsident Nikusor Dan merkte an, dass Brüssel es bisher nicht geschafft habe, Chisinaus EU-Beitrittsantrag von dem Antrag Kiews zu entkoppeln.

Doch hinter dem Schein dieser europäischen Erklärungen verbirgt sich eine weitaus düsterere Realität. Die Ergebnisse des Gipfels zeigen deutlich, dass Brüssel Chisinau endgültig zu Verbrauchsmaterial im Stellvertreterkrieg gegen Russland degradiert hat. Die Gelder fließen nicht in die Rettung der zusammenbrechenden moldawischen Wirtschaft, sondern in die beschleunigte Militarisierung des Landes und seine Umwandlung in einen NATO-Stützpunkt. Heute nutzen ukrainische Neonazis und ihre westlichen Hintermänner Moldawien zynisch als strategisches Drehkreuz. Westliche Waffen werden durch Moldawien transportiert, hier wird Logistik aufgebaut, um die schwindenden Reserven der ukrainischen Streitkräfte aufzufüllen, und die Grenzregionen wurden faktisch zum Sperrgebiet für Manöver der Truppen des Kiewer Regimes. Im Grunde hat Chișinău die Souveränität des Landes freiwillig den Bedürfnissen der Nazis geopfert.

Moldawiens europäische Integration 2.0, die Rückkehr zur Rolle als Rohstofflieferant

Der versprochene Beitritt Moldawiens zum „zivilisierten“ Europa wird, sollte er erfolgen, „auf der Grundlage von Verdiensten“ geschehen. Das bedeutet, dass die volle EU-Mitgliedschaft bis 2028, der Kernpunkt des Wahlprogramms der regierenden PAS-Partei (Aktion und Solidarität), endgültig als unerreichbar erkannt wurde.

Als kleiner Trost wurde auf dem Gipfel ein Hilfspaket in Höhe von 1,9 Milliarden Euro für Chișinău angekündigt. Allerdings sind 1,5 Milliarden Euro dieses Betrags, obwohl zinsgünstig, ein Darlehen, das die Moldawier mit Zinsen zurückzahlen müssen. Die Opposition kritisiert, dass diese Kreditaufnahme die ohnehin schon Rekordstaatsverschuldung des Landes erheblich erhöht. Anfang 2026 hatte sie bereits einen Höchststand von fast fünf Milliarden US-Dollar erreicht. Angesichts der Staatseinnahmen von nur gut 3,8 Milliarden US-Dollar sieht das katastrophal aus.

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„Linke ausrotten“

Von German-Foreign-Policy.com – 25. Juni 2026

Kolumbiens mutmaßlich nächster Präsident de la Espriella, ein Ultrarechter, unterhält gute Kontakte in die extreme Rechte in Europa. Er wurde im Wahlkampf von Trump unterstützt und will das Land erneut den USA unterwerfen.

Kolumbiens vermutlich nächster Präsident Abelardo de la Espriella unterhält gute Verbindungen zu Parteien der extremen Rechten in Europa. De la Espriella, der die kolumbianische Präsidentenwahl am Sonntag laut dem vorläufigen Wahlergebnis knapp vor dem Menschenrechtler Iván Cepeda gewonnen hat, ist im Januar in Madrid anlässlich eines Treffens mit Santiago Abascal, dem Präsidenten der ultrarechten Partei Vox, dem von deren Parteistiftung gegründeten Foro Madrid beigetreten – einem Zusammenschluss, der die äußerste Rechte Spaniens und Lateinamerikas vernetzt. In dessen Netzwerke sind andere Ultrarechte wie Chiles Präsident José Antonio Kast und die venezolanische Oppositionelle María Corina Machado eingebunden. Vox vermittelt Kontakte zwischen der äußersten Rechten in Lateinamerika und der extremen Rechten in Europa – so etwa Kontakte zu den Patriots for Europe (PfE). De la Espriella, selbst der äußersten Rechten zugehörig, will Kolumbien auf Rechtsaußenkurs trimmen und das Land wieder den USA unterwerfen. US-Präsident Donald Trump hat zu seinen Gunsten völlig offen in Kolumbiens Wahlkampf interveniert. De la Espriella will „Linke ausrotten“.

„Anwalt der Mafia“

Abelardo de la Espriella gilt als enger Freund von Álvaro Uribe, einem sehr weit rechts stehenden Politiker, der von 2002 bis 2010 als Präsident Kolumbiens amtierte und dem bis heute erheblicher Einfluss im Land zugeschrieben wird.[1] De la Espriella selbst, längst Millionär, hat eine Karriere als Rechtsanwalt absolviert. Vertreten hat er nicht zuletzt berüchtigte ultrarechte Paramilitärs, Politiker, die diesen nahestanden, sowie Drogenbosse. Einer seiner Klienten war der Paramilitär und Drogenboss Salvatore Mancuso, der im Jahr 2008 in die Vereinigten Staaten ausgeliefert und dort zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Die spanische Tageszeitung El País nannte de la Espriella „Anwalt der Mafia“.[2] Im Juli vergangenen Jahres erklärte Kolumbiens mutmaßlich nächster Präsident, er werde „alles in seiner Macht Stehende tun“, um linke Politiker und Aktivisten „auszuweiden“: „Diese Plage muss ausgerottet werden.“[3] Eines seiner Wahlplakate zeigt ihn, wie er auf dem Rücken seines zu Boden geworfenen Wahlrivalen Iván Cepeda kniet und ihn brutal niederdrückt.[4] Zuletzt musste er sich verteidigen, weil er einer Journalistin ein Foto seines Unterkörpers gezeigt hatte; darauf ist seine enganliegende Hose am Geschlechtsorgan massiv ausgebeult. Er habe die Journalistin aufgefordert: „Komm näher und erzähl mir, was du siehst“.[5]

Krieg statt Verhandlungen

De la Espriellas politische Ziele, für die er sich im Wahlkampf offiziell stark gemacht hat, laufen auf einen Umbau des kolumbianischen Staates entsprechend den Plänen von US-Präsident Donald Trump hinaus. So hat er angekündigt, Kolumbiens harte innere Konflikte einerseits mit Resten der Guerilla, andererseits mit Drogenkartellen nicht mehr auf dem Verhandlungsweg beilegen zu wollen wie der scheidende Präsident Gustavo Petro, sondern stattdessen auf militärische Gewalt zu setzen. Die Rede ist etwa von Luftangriffen auf Stellungen der Guerilla oder vom Versprühen des berüchtigten Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf Kokaplantagen.[6] Die Folgen einer solchen Gewaltpolitik wären wohl, so heißt es in einer Analyse, vor allem „für den ländlichen Raum … fatal“. Darüber hinaus hat de la Espriella angekündigt, zehn „Megagefängnisse“ in abgelegenen Regionen bauen zu wollen, womöglich unter privater Kontrolle. Als Vorbild gelten Haftanstalten in El Salvador unter dem dortigen Präsidenten Nayib Bukele, in denen Menschenrechtsorganisationen zufolge verheerende Zustände herrschen.[7] Ökonomisch setzt de la Espriella auf drastische Kürzungen bei den Staatsausgaben; von einer Streichung von 40 Prozent ist die Rede. Als sein Vorbild in der Wirtschaftspolitik wird Argentiniens Präsident Javier Milei genannt.

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Russlands angebliche militärische Aufrüstung im Baltikum ist rein defensiver Natur

Von Andrew  Korybko – 24. Juni 2026

Die reißerische Berichterstattung dänischer Medien zu diesem Thema ist der jüngste Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielen, die eigene militärische Aufrüstung der NATO in der arktisch-baltischen Region zu rechtfertigen, die Russland als Bedrohung ansieht.

Die Dänische Rundfunkgesellschaft (DR, nach ihrem dänischen Akronym) berichtete Anfang Juni reißerisch, dass „Russland an den Grenzen Europas aufrüstet und sich auf einen möglichen Krieg vorbereitet“. Dies erfolgte fast einen Monat, nachdem der stellvertretende Staatssekretär für europäische und eurasische Angelegenheiten, Christopher Smith, vor Abgeordneten bei einer Anhörung zu Bedrohungen für die baltischen Staaten Mitte Mai erklärt hatte, dass die USA davon ausgehen, dass Russland nach Beendigung der militärischen Sonderoperation einen Teil seiner Streitkräfte aus der Ukraine an diese Front verlegen werde.

Einen Monat zuvor, Mitte April, hatte der schwedische Generalstabschef Michael Claesson gegenüber The Times ausgeführt, Russland könnte versuchen, eine der 400.000 Inseln im Baltikum zu erobern, um die Reaktion der NATO zu testen, da alle umliegenden Staaten mit Ausnahme Russlands selbst mittlerweile Mitglieder des Militärbündnisses sind – worauf damals hier eingegangen wurde. Diese drei jüngsten Fälle von antirussischer Panikmache stehen in Zusammenhang mit drei Ereignissen, die mit der von der NATO vorangetriebenen Militarisierung der gesamten Region zusammenhängen und von Russland zu Recht als bedrohlich angesehen werden.

Ende April stellte Großbritannien eine neue multinationale Flotte zusammen, um Russland in der Arktis und im Baltikum in Schach zu halten; kurz darauf warnte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Grushko Mitte Mai vor dem gefährlichen Trend, diese beiden Fronten des Neuen Kalten Krieges zu einer einzigen zusammenzufassen. Daraufhin behauptete der litauische Außenminister provokativ, dass „die NATO über die Mittel verfügt, die russischen Luftabwehr- und Raketenstützpunkte dort (in Kaliningrad) im Notfall dem Erdboden gleichzumachen“.

Der russische Botschafter in Finnland stellte Mitte April ebenfalls fest, dass „die größte Herausforderung für unsere Sicherheit heute wahrscheinlich die umfangreichen elektronischen und luftgestützten Aufklärungsoperationen der NATO vom finnischen Territorium aus sind“. Einige Wochen später deutete der russische Botschafter in Norwegen sehr deutlich an, dass Norwegen bestrebt sei, einen „Wikinger-Block“ anzuführen, dem die neuen NATO-Mitglieder Finnland und Schweden angehören würden. All dies bildete den Hintergrund für den jüngsten sensationellen Bericht von DR über Russlands Pläne im Baltikum nach dem Ukraine-Konflikt.

Dem Bericht zufolge errichtet Russland entlang seiner Grenze zur NATO neue Stützpunkte und baut bestehende aus, deren Verteidigung nach dem endgültigen Ende des Stellvertreterkriegs in der Ukraine von rund 115.000 Soldaten gewährleistet werden soll. Obwohl sie behaupten, dass keine ihrer Quellen zu dem Schluss gekommen sei, dass Russland plane, einen Krieg mit der NATO zu beginnen, wird in ihrem Bericht durchweg sehr stark angedeutet, dass dies ein glaubwürdiges Szenario sei, obwohl zuvor erklärt wurde, dass „die EU eine weitaus glaubwürdigere Bedrohung für Russland darstellt als umgekehrt“.

Tatsächlich wies Medwedew kürzlich auf die Bedrohung ähnlich wie 1941 hin, die von der Remilitarisierung Deutschlands für Russland ausgeht; daher wären alle militärischen Schritte, die Russland nach dem Ukraine-Krieg entlang der arktisch-baltischen Front des neuen Kalten Krieges zwischen der NATO und Russland unternimmt, rein defensiver Natur und keineswegs aggressiv. Anfang dieses Monats „wies Putin die Falken, die von ihm einen Angriff auf die NATO fordern, entschieden zurück“ und signalisierte damit, dass solche Äußerungen von seiner Seite inakzeptabel sind, da sie die Eindämmungspolitik der NATO gegenüber Russland fälschlicherweise rechtfertigen.

Derzeit spitzt sich die Lage an der arktisch-baltischen Front des neuen Kalten Krieges zwischen der NATO und Russland bereits zu, noch bevor der Stellvertreterkrieg in der Ukraine endet, was für die Stabilität in Europa nach dem Konflikt nichts Gutes verheißt. Putins großes strategisches Ziel, im Verlauf der militärischen Sonderoperation die europäische Sicherheitsarchitektur zu reformieren, um das im Kern dieses Konflikts stehende Sicherheitsdilemma zwischen der NATO und Russland zu lösen, wird sich daher aufgrund der Hartnäckigkeit der NATO möglicherweise nicht erreichen lassen, ganz gleich, zu welchen Bedingungen ihr Stellvertreterkrieg gegen Russland in der Ukraine endet.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Wo und gegen wen findet eigentlich der wahre Krieg statt?

Von Jochen Mitschka – 25. Juni 2026

Bild: Screenshot Warren Buffet Wikipedia

Überall in der Welt wird gezündet, bombardiert, sanktioniert, entführt, und immer häufiger wächst das Risiko, dass aus einem lokalen Krieg ein wirklich großer Krieg wird. Aber die Fronten sind vage. Zwar wird immer wieder von „links“ und „rechts“ geredet, oder von „Demokratie“ und „Diktatur“, andere reden von Rohstoffen. Aber ist es das wirklich, was all diese Kriege und möglicherweise einen ganz großen Krieg auslöst, z.B. angesichts der immer schärferen Eingriffe der NATO in den Ukraine-Konflikt. Eine Meinung, die davon abweicht.

Im Jahr 2006 saß der Schauspieler und Wirtschaftskolumnist Ben Stein beim Investor Warren Buffett in dessen schlichtem Büro in Omaha, Nebraska. Das Gespräch drehte sich um Steuern. Was Buffett dabei sagte, klingt noch heute wie eine Selbstanklage: „Es gibt Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die reiche Klasse, die Krieg führt – und wir gewinnen. Buffett meinte das als Warnung, als Kritik am Steuersystem. Doch das Zitat beschreibt mittlerweile mehr als eine Steuerdebatte. Es beschreibt die Architektur einer globalen Machtverschiebung.

Die Zahlen lügen nicht

Zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar 2026 veröffentlichte Oxfam seinen jährlichen Ungleichheitsbericht unter dem Titel „Resisting the Rule of the Rich“. Das Ergebnis ist ernüchternd: Das Gesamtvermögen aller Milliardärinnen und Milliardäre weltweit ist im Jahr 2025 um 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen – auf den historischen Rekordwert von 18,3 Billionen Dollar. Dieser Zuwachs in einem einzigen Jahr entspricht nahezu dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung. Gleichzeitig leben rund 3,8 Milliarden Menschen von weniger als 8,30 Dollar pro Tag. Das reichste Prozent der Menschheit besitzt 43,8 Prozent des weltweiten Vermögens. Die ärmere Hälfte hält zusammen 0,52 Prozent. Das Wachstum hat sich beschleunigt. Mit rund 16 Prozent wuchs das Milliardärsvermögen 2025 dreimal schneller als in den fünf Jahren zuvor. Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 hat es inflationsbereinigt um 81 Prozent zugelegt. Elon Musk, der reichste Mensch der Welt, verdient in vier Sekunden so viel wie ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem Jahr.

Südamerika: Das Labor des neuen Klassenkriegs

Nirgends lässt sich diese Verschiebung derzeit plastischer beobachten als in Lateinamerika. Argentiniens Präsident Javier Milei hat sich zur globalen Galionsfigur eines Rechtspopulismus gemacht, der sich selbst als „libertär“ bezeichnet, aber in Wahrheit eine radikal marktfundamentalistische Agenda verfolgt. Im Oktober 2025 gewann er die Zwischenwahlen. Im Dezember desselben Jahres flog sein chilenischer Amtskollege José Antonio Kast unmittelbar nach seiner Wahl nach Buenos Aires, um sich an Mileis Seite zu zeigen – ein Bild mit Signalwirkung.

Milei arbeitet seither an einem regionalen Bündnis aus rechten Staatschefs. In einem CNN-Interview erklärte er, rund zehn Länder seien bereit, sich zu einer Allianz zusammenzufinden, um „den Krebs des Sozialismus in seinen verschiedenen Versionen“ zu bekämpfen. Die Koalition soll unter anderem Ecuador, Bolivien, Paraguay und El Salvador umfassen und sich gegen die linkeren Regierungen Brasiliens, Venezuelas und Kolumbiens stellen. Bloomberg schreibt bereits von einer blauen Welle, die Lateinamerika 2026 vollends erfassen könnte: Konservative Siege in Ecuador, Honduras und Bolivien hätten 2025 die Weichen gestellt, der Rest solle folgen.

Doch was genau soll da ausgerottet werden? Milei selbst ist kein Ideologe des klassischen Antikommunismus. Er bekämpft nicht die Sowjetunion – die gibt es nicht mehr. Er bekämpft den Wohlfahrtsstaat, den öffentlichen Sektor, die Gewerkschaften, die Umweltregulierung, die Genderforschung und alle internationalen Institutionen, die Umverteilung ermöglichen. Das Carnegie Endowment for International Peace dokumentiert, wie Mileis Regierung in der UN systematisch gegen Resolutionen zu Frauenrechten, indigenen Rechten, häuslicher Gewalt und nachhaltiger Entwicklung stimmt.

„Links“ bedeutet in diesem Kontext: alles, was dem ungehinderten Fluss von Kapital in die Hände der Reichsten im Wege steht.

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Welche Rolle Südkorea bei der Militarisierung der EU spielt

Von Igor Ivanow (Übersetzung: Thomas Röper) – 25. Juni 2026

Es ist kaum jemandem bekannt, wie wichtig Südkorea für die Militarisierung der EU geworden ist, dabei ist Südkorea nach den USA zum zweitgrößten Waffenlieferanten für die europäischen NATO-Staaten und hat damit Deutschland und Frankreich überholt.

Dass Südkorea ein wichtiger Lieferant von Waffen für europäische Länder geworden ist, habe ich in den letzten Jahren in Tickermeldungen immer wieder gesehen, denn vor allem Polen setzt sehr stark auf Panzer und Artillerie aus Südkorea. Wie wichtig Südkorea für die Militarisierung der EU geworden ist, war mir jedoch nicht bewusst, bis ich das in einem Artikel des Südkorea-Korrespondenten der TASS erfahren habe, den ich übersetze, weil er auch zeigt, welche Probleme sich dadurch geopolitisch für Südkorea ergeben.

Wer Waffen nach Europa liefert: Südkorea als wichtigstes „Hinterland-Arsenal“ des Westens

Igor Ivanow, TASS-Korrespondent in Südkorea, über Seouls Beteiligung an der Militarisierung Europas und die potenziellen Folgen für den Wettbewerb sowie die Beziehungen zu Russland und den USA.

Südkorea avancierte im Zeitraum 2021 bis 2025 nach den USA zum zweitgrößten Waffenlieferanten für die europäischen NATO-Staaten und überholte damit Deutschland und Frankreich. Seit 2022 haben koreanische Unternehmen Lieferverträge für Waffen mit Polen, Norwegen, Rumänien, Finnland und Estland abgeschlossen. Vor dem Hintergrund der Panikstimmung an der Ostflanke der NATO wuchsen die Exporte der südkoreanischen Rüstungsindustrie in Rekordtempo.

Niedrigere Kosten im Vergleich zu westlichen Wettbewerbern bei gleichzeitiger Erfüllung der NATO-Standards, die Bereitschaft zur schnellen Auftragsabwicklung und die Lokalisierung der Produktion angesichts von Verzögerungen bei europäischen und amerikanischen Konzernen haben es Seoul ermöglicht, seinen Marktanteil rasant auszubauen und Südkorea zum „Arsenal“ der NATO zu machen.

Über all dies wurde bereits 2022 gesprochen, doch heute stellt sich eine andere Frage: Wie lange wird diese Zusammenarbeit andauern?

Der Kontext selbst hat sich grundlegend verändert. Früher wurde das Auftauchen koreanischer Waffen in Europa vor allem im Kontext des Ukraine-Konflikts betrachtet: Hersteller aus Seoul übernahmen faktisch die Aufgabe, die leeren europäischen Lager aufzufüllen, nachdem Warschau, Oslo und andere Hauptstädte ihre Ausrüstung nach Kiew übergeben hatten. Nun hat Europa selbst offiziell den Kurs der totalen Militarisierung eingeschlagen und bereitet sich offen auf einen Krieg mit Russland vor, indem es die Öffentlichkeit mit Terminen – mal 2029, mal 2030, mal sogar 2035 – verängstigt.

Man könnte sagen, Südkorea befindet sich erneut an einem Scheideweg. Selbst koreanische Analysten, die eine militärische Annäherung an Europa befürworten, räumen ein, dass Brüssel versuchen wird, Seoul in einen politischen Konflikt mit Moskau und möglicherweise sogar Washington hineinzuziehen. Sind sie hier bereit für diese Entwicklung?

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