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Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


7. Tag im Angriffskrieg gegen den Iran (Ticker 20:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 6. März 2026

Hauptgewinner des Krieges ist bisher Russland auf Grund der sich entwickelnden Energiekrise. Ansonsten entwickelt sich bisher alles, wie vom Iran im Fall eines Angriffs auf das Land gewarnt und von Experten und Analysten befürchtet.

Zunächst ein Rückblick auf die vorgestrige Versenkung eines iranischen Schiffes durch ein US-U-Boot. Ein iranisches Kriegsschiff wurde eingeladen, unbewaffnet an einer indischen Marineübung gemeinsam mit den Vereinigten Staaten teilzunehmen. Die Seeleute wurden an Land willkommen geheißen und dem Präsidenten als Zeichen der Kooperation vorgeführt. Doch im letzten Moment zogen sich die Vereinigten Staaten abrupt aus der Übung zurück, nur um dann das Schiff, neben dem sie eben noch gestanden hatten, zu torpedieren. Was folgte, war noch viel grausamer. Nach dem Angriff auf ein unbewaffnetes Schiff weigerten sich die USA, die ins Meer geworfenen Seeleute zu retten und überließen sie dem Ertrinken. Auch die grausame Bergung der Leichen wurde der sri-lankischen Marine überlassen. Ein Hinterhalt unter dem Deckmantel der Diplomatie, gefolgt von der kalten Weigerung, die Ertrinkenden zu retten und den Sterbenden auch nur die grundlegendste Menschlichkeit entgegenzubringen. Selbst deutsche U-Boote hatten sich im 2. Weltkrieg anders verhalten, wenn es die Situation zuließ.

Derweil erklärte US-Senator Lindsey Graham, was Deutsche ähnlich auch schon einmal hörten: „Dies ist ein Religionskrieg, und wir werden den Kurs des Nahen Ostens für tausend Jahre bestimmen“.

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US-Imperialismus führt Vernichtungskrieg gegen Iran

Redaktion der WSWS – 6. März 2026

Bombardierung Teherans durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte am 4. März 2026


Mit Beginn des sechsten Kriegstages hat der Angriff der USA und Israels auf den Iran immer offener den Charakter eines Vernichtungskriegs angenommen.

Am Mittwoch wurde in internationalen Gewässern mehr als 3.000 Kilometer von der iranischen Küste entfernt ein iranisches Schiff versenkt. Dies ist einer der jüngsten Akte in einer Zerstörungskampagne ohne rechtliche oder geografische Schranken. An Bord befanden sich 180 Menschen und die sri-lankische Marine rettete 32 von ihnen, was bedeutet, dass 148 Menschen getötet wurden.

In den ersten Tagen des Krieges ermordeten die Vereinigten Staaten und Israel einen großen Teil der iranischen Führung, darunter Ayatollah Ali Chamenei. Teheran und andere Städte wurden im Zuge wiederholter Luftangriffe aggressiv bombardiert. Krankenhäuser wurden getroffen, ebenso eine Grundschule für Mädchen in Minab, wobei über 150 Kinder getötet wurden. Insgesamt liegt die Zahl der Todesopfer bereits bei deutlich über 1.000 Menschen.

In den Medien wird immer wieder die Behauptung verbreitet, dass Trump „keine Strategie“ habe. Das ist eine Lüge. Es gibt eine Strategie: die Auslöschung des Iran als Staat und eine Terrorkampagne gegen die Bevölkerung. Die von den Vereinigten Staaten und Israel in Gaza entwickelten Methoden werden nun von einer Enklave mit zwei Millionen Einwohnern auf ein Land mit mehr als 90 Millionen Einwohnern übertragen und entsprechend potenziert.

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Der Iran greift das Nervensystem der amerikanischen Machtprojektion an

Von Elena Fritz/Global Affairs – 6. März 2026

Wer die aktuelle Eskalation im Nahen Osten verstehen will, muss zunächst einen Schritt zurücktreten. In unseren, westlichen Medien dominiert weiterhin ein vertrautes Narrativ: Die USA und Israel greifen iranische militärische Fähigkeiten an, während Teheran mit Raketen und Drohnen reagiert. Die Schlussfolgerung lautet dann meist: Der Iran werde militärisch zurückgeworfen.

Doch diese Perspektive übersieht einen entscheidenden Punkt. Die iranische Strategie zielt offenbar nicht primär auf den direkten militärischen Schlagabtausch. Teheran versucht vielmehr, die strukturellen Schwachstellen der amerikanischen Militärarchitektur im Nahen Osten freizulegen.

Genau hier liegt der strategische Kern der aktuellen Operationen.
Denn moderne Militärsysteme funktionieren längst nicht mehr als einzelne Waffenplattformen. Sie sind komplexe Netzwerke aus Sensoren, Kommunikationssystemen und Abfangkapazitäten. Raketenabwehrsysteme etwa sind ohne ihre Radare und Frühwarnsensoren weitgehend blind. Werden diese Komponenten beschädigt oder zerstört, verliert das gesamte System seine operative Wirksamkeit.

Vor diesem Hintergrund erscheint die iranische Vorgehensweise deutlich rationaler, als sie oft dargestellt wird. Teheran konzentriert seine Angriffe zunehmend auf die sensorische und infrastrukturelle Ebene der amerikanischen Militärpräsenz. Dazu gehören insbesondere:

▪️ Frühwarnsysteme und strategische Radare
▪️ Kommunikations- und Datenübertragungszentren
▪️ Sensorik der Raketenabwehrsysteme
▪️ Infrastruktur amerikanischer Militärbasen

Diese Anlagen bilden das technologische Rückgrat der amerikanischen Militärmacht in der Region. Ohne sie verlieren selbst hochentwickelte Systeme wie Patriot einen erheblichen Teil ihrer Wirksamkeit. Die operative Logik lässt sich daher relativ nüchtern beschreiben:
Iran versucht nicht, die amerikanische Raketenabwehr zu überlasten. Iran versucht, sie blind zu machen.

Das ist eine klassische asymmetrische Strategie. Sie zielt darauf ab, die Kostenstruktur eines technologisch überlegenen Gegners zu verändern. Während iranische Raketen und Drohnen vergleichsweise günstig produziert werden können, ist die Infrastruktur moderner Raketenabwehr extrem teuer und nur schwer kurzfristig zu ersetzen.
Ein strategisches Radar oder ein komplexes Kommunikationszentrum lässt sich nicht einfach über Nacht wieder aufbauen. Wird diese Infrastruktur beschädigt, entsteht eine längerfristige operative Lücke.

⚡️ Wenn Militärbasen zum Sicherheitsrisiko werden
Ein zweiter, oft übersehener Effekt betrifft die Rolle amerikanischer Militärbasen im Nahen Osten. Über Jahrzehnte wurde die Präsenz amerikanischer Streitkräfte als Garant regionaler Stabilität dargestellt. In einer Eskalationssituation kann sich diese Logik jedoch umkehren.

Militärbasen sind nicht nur Instrumente der Machtprojektion. Sie sind auch hochwertige strategische Ziele. Das bedeutet: Staaten, die amerikanische Militärinfrastruktur beherbergen, geraten im Konfliktfall automatisch in die Rolle eines potenziellen Zielraums – selbst wenn sie selbst gar nicht aktiv an den Kampfhandlungen beteiligt sind.

Diese strategische Realität betrifft nicht nur den Nahen Osten. Sie hat auch unmittelbare Bedeutung für Europa.

Denn auch in zahlreichen europäischen Staaten befinden sich amerikanische Militärbasen, Raketenabwehrsysteme und logistische Knotenpunkte.

Die zentrale Frage lautet daher:
Sind solche Strukturen im Ernstfall Schutz – oder werden sie selbst zum Risiko?

Irak 2003 und Iran 2026: Parallelen eines amerikanischen Angriffskrieges

Von Jürgen Hübschen – 6. März 2026

Irakkrieg 2003
U.S. Army Europe, Public domain, via Wikimedia Commons

Ist der aktuelle Krieg der USA gegen den Iran eine Blaupause des amerikanischen Angriffs auf den Irak in 2003?

Nach jahrelangen Sanktionen gegen den Irak begann am 20. März 2003 mit der Operation „Iraqi Freedom“ der Krieg der USA gegen den Irak. Begründet wurde der Krieg am 5. Februar 2003 durch den damaligen US-Außenminister Colin Powell vor dem UN- Sicherheitsrat im Wesentlichen mit drei Behauptungen:

  • Der Irak verfügt über biologische und chemische Massenvernichtungswaffen und ein geheimes Atomwaffenprogramm.
  • Der Irak entwickelt Raketen, die auch die USA erreichen werden.
  • Der Irak unterstützt den internationalen Terrorismus.

Alle drei Behauptungen waren falsch, und der Weltsicherheitsrat verweigerte den USA das Mandat für einen Angriff auf den Irak. Trotzdem begann am 20. März 2003 die völkerrechtswidrige Operation „Iraqi Freedom“. Bagdad wurde am 9. April eingenommen, und die große Saddam-Hussein-Statue gestürzt. Ende 2003 wurde der ehemalige Präsident festgenommen und am 30. Dezember 2006 hingerichtet. Der fragwürdige Prozess hatte vor einem irakischen Gericht stattgefunden und hatte sich nur mit Vorwürfen gegen Saddam Hussein bis zum Jahre 1984 befasst, also der Phase, in der er noch kein Verbündeter der USA gewesen war. Im Jahr 2011 zogen die letzten US-Soldaten aus dem Irak ab und hinterließen ein zerstörtes und auch heute noch politisch instabiles Land.

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Wenn ein versenktes Schiff „Stiller Tod“ genannt wird

Von Moritz Müller – 6. März 2026

Am Mittwoch hat ein Unterseeboot der US-Marine die iranische Fregatte IRIS Dena vor der Küste Sri Lankas torpediert und versenkt. Am gleichen Tag zeigte US-Kriegsminister Pete Hegseth auf einer Pressekonferenz ein Video des Angriffs und kommentierte dies nebenbei mit den Worten „quiet death“ – „Stiller Tod“. Wie kann es still sein, wenn ein Schiff explodiert und danach mindestens 87 iranische Seeleute sterben? Der Versuch einer Einordnung von Moritz Müller.

Man sieht auf dem Video, wie die hintere Hälfte des 95 Meter langen Schiffes durch die Detonation des Torpedos einige Meter aus dem Wasser gehoben wird und sich auflöst, während der Bug untertaucht. Die entstehende Wasserfontäne ist höher als das Schiff mit allen Aufbauten. Wie man hier von stillem Tod sprechen kann, ist mir vollkommen schleierhaft, selbst wenn man mangelndes Mitgefühl bei US-amerikanischen Ministern als nicht ungewöhnlich ansieht.

Pete Hegseth hat wohl nicht nachgedacht, bevor er diese Worte sagte. Sehr nachdenklich wirkt dieser Befehlshaber der schlagkräftigsten und teuersten Armee der Welt sowieso nicht. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man das Transkript der Pressekonferenz liest. Bei Hegseth scheinen sich Empathielosigkeit mit mangelndem Überblick gepaart zu haben. Wie er offen über die Zerstörung des Irans und die Tötung von Iranern redet, ist erstaunlich.

Die IRIS Dena war auf dem Weg nach Hause, von einer Übung, zu der Indien Schiffe aus 74 Nationen eingeladen hatte. Eine der Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem Manöver ist, dass die teilnehmenden Schiffe nicht bewaffnet sind. Dies sagte auch der iranische Botschafter in Indien und auch die indische Seite bestätigte dies.

Warum die USA dieses unbewaffnete Schiff über 1.000 Seemeilen vom Iran entfernt ohne Vorwarnung versenkt haben, lässt sich mit normalem Menschenverstand nicht erklären. Von dem Schiff ging zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gefahr für die USA oder Israel aus. Die USA hätten mit Versenkung drohen können und das Schiff zur Umkehr in einen neutralen Hafen zwingen können. Das iranische Tankschiff IRIS Buschehr ist nach Sri Lanka umgekehrt und die dortige Regierung hat die Besatzung in Sicherheit gebracht und das Schiff in Gewahrsam genommen. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, der Besatzung des Schiffes Zeit zu geben, die Rettungsboote zu besteigen, bevor man es torpediert und versenkt.

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US-Angriffskrieg gegen den Iran greift auf den Nahen Osten über und zieht die imperialistischen Mächte in seinen Strudel

Von Jordan Shilton – 5. März 206

Nur wenige Stunden nachdem der Möchtegern-Diktator Donald Trump vor einer Woche mitten in der Nacht den illegalen amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran ankündigte, sprach die World Socialist Web Site in ihrer ersten Reaktion von einem „massiven politischen Verbrechen“. Sie erklärte: „Der Krieg selbst wird unweigerlich eskalieren und den gesamten Planeten erfassen.“

Fünf Tage nach Beginn des Konflikts werden diese Einschätzungen mehr als bestätigt. Laut den jüngsten Schätzungen haben Washington und sein zionistischer Verbündeter in Israel mehr als 1.000 Zivilisten im Iran massakriert, das Staatsoberhaupt und über 50 Mitglieder der zivilen und militärischen Führung ermordet und wahllos Schulen, Krankenhäuser und Orte von historischer Bedeutung für die ganze Menschheit angegriffen.

Die Barbarei der Führungsspitze in der US-Kriegsmaschinerie zeigte sich am Mittwochmorgen, als ein amerikanisches U-Boot ein iranisches Schiff im Indischen Ozean bei Sri Lanka versenkte. Auf dem Schiff, das von einer Ausbildungsmission in Indien zurückkam und keine unmittelbare Gefahr darstellte, befanden sich etwa 180 Matrosen, von denen bisher nur 32 gerettet wurden, sodass die Zahl der Toten vermutlich bei fast 150 liegt.

Der faschistische Kriegsminister Pete Hegseth schwelgte in dem Blutbad und prahlte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Pentagon, niemand habe je behauptet, es werde ein „fairer Kampf“ werden. Mit Blick auf das zionistische Regime, das in Gaza einen Völkermord begeht und bereits über 75.000 Palästinenser abgeschlachtet hat, erklärte Hegseth begeistert, Israel kämpfe mit „unerreichtem Geschick“, und bezeichnete den Kampf an der Seite Israels als „frischen Wind“ für die USA.

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6. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 18:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer – 5. März 2026

Laut iranischen Militärs hat der Krieg noch nicht einmal begonnen. Der Iran hat Schritt für Schritt militärische Installationen und Basen in Westasien ausgeschaltet. Möglicherweise kommt es heute zu einer weiteren Ausweitung etwa Richtung US-Basen in der Türkei. Zu beobachten ist auch eine Koordinierung mit der Hisbollah im Libanon. USA und Israel setzen ihre massiven Bombardierungen gegen die iranische Zivilbevölkerung, Schulen, Spitäler und Polizeistationen fort, denn die iranischen unterirdischen Abschussbasen für alle Arten von Raketen und Drohnen sind nicht auffindbar.

Die Zahl der Todesopfer durch die anhaltenden Angriffe der USA und Israels auf den Iran ist auf 867 gestiegen, teilte der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpour, am Mittwoch mit. „Von den 5.946 Verletzten werden 2.184 weiterhin in verschiedenen Krankenhäusern behandelt“, sagte Kermanpour in einer Erklärung, die von der iranischen Nachrichtenagentur ILNA verbreitet wurde.

Das Weiße Haus wird den Kongress voraussichtlich um zusätzliche 50 Milliarden Dollar für Militärausgaben bitten, um die Vorräte an Waffen aufzufüllen, die im Iran-Krieg und anderen jüngsten Konflikten im Nahen Osten verbraucht wurden, berichtet Reuters.

Quellen teilten Reuters mit, dass der stellvertretende Kriegsminister Steve Feinberg die Bemühungen des Pentagon leitet, ein zusätzliches Militärausgabenpaket zu entwerfen, das bereits am Freitag veröffentlicht werden könnte. Die Zahl von 50 Milliarden Dollar ist vorläufig und kann sich noch ändern.

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Der dritte Golfkrieg könnte sich stark ausweiten, sollte Trump die kurdische Karte ausspielen

Von Andrew Korbykov – 5. März 2026

Wenn die Türkei eine militärische Intervention im Iran startet, ähnlich ihren früheren Interventionen im Irak und in Syrien, um das zu stoppen, was sie für kurdische Terroristen hält, dann könnte ihr aserbaidschanischer Verbündeter einen Vorstoß in das Gebiet unternehmen, das er als „Süd-Aserbaidschan“ betrachtet, und dann könnten sich auch die Golfstaaten und Pakistan ermutigt fühlen, sich in die Kämpfe einzumischen.

CNN berichtete, dass die CIA daran arbeitet, kurdische Kräfte zu bewaffnen, um einen Aufstand im Iran zu entfachen, berichten Quellen, was durch das benachbarte irakische Kurdistan erleichtert werden soll. Einer ihrer Quellen zufolge „besteht die Idee darin, dass kurdische Streitkräfte die iranischen Sicherheitskräfte angreifen und sie festnageln, um es unbewaffneten Iranern in den großen Städten zu erleichtern, auf die Straße zu gehen, ohne erneut massakriert zu werden, wie es während der Unruhen im Januar der Fall war“. Der dritte Golfkrieg wird sich jedoch erheblich ausweiten, wenn Trump die kurdische Karte ausspielt.

Das liegt daran, dass die Türkei eine Geschichte darin hat, in den Irak und Syrien zu intervenieren, um dort gegen bewaffnete kurdische Gruppen dort zu kämpfen, die ihrer Meinung nach mit der als terroristisch eingestuften PKK in Verbindung stehen, die nach jahrzehntelangem unkonventionellem Krieg gegen den türkischen Staat im vergangenen Jahr endlich ihre Waffen niedergelegt hat. Es ist daher möglich, dass jeder bedeutende Erfolg, den die iranischen Kurden nicht zuletzt dank der Luftunterstützung durch die USA und Israel erzielen könnten, eine weitere groß angelegte türkische Intervention nach dem Vorbild der oben genannten Kampagnen auslösen könnte.

Die syrischen Kurden verloren nach dem Sturz Assads die Unterstützung der USA und unterwarfen sich schließlich Anfang dieses Jahres der Autorität des neuen Führers Ahmed Sharaa, nachdem eine von der Türkei unterstützte syrische Offensive den autonomen Kleinstaat, den sie sich seit 2011 aufgebaut hatten, rasch zerschlagen hatte. Dieser Präzedenzfall sollte bei den iranischen Kurden und ihren irakischen Brüdern keinen Optimismus wecken, angesichts des von Trump geplanten kurdisch geführten Aufstands im Iran, der de facto auch als Invasion dienen würde, sollten sich die irakischen Kurden direkt daran beteiligen.

Dennoch könnten sie ihr Glück versuchen, in der Hoffnung, dass sich die Geschichte nicht wiederholt und die USA sie nicht erneut im Stich lassen, aber Trump könnte zynischerweise genau das vorhaben, um eine türkische Intervention zu provozieren, die dann eine Kettenreaktion weiterer Interventionen auslösen könnte. So ist beispielsweise Aserbaidschan ein Verbündeter der Türkei  und betrachtet den Norden Irans, wo mehr Aserbaidschaner leben als in Aserbaidschan selbst, als „Süd-Aaserbaidschan“, sodass es parallel zur antikurdischen Kampagne der Türkei dort aktiv werden könnte.

Schließlich könnten, sobald sich ein anderes Land an einem regionalen Krieg gegen einen vermeintlich geschwächten Nachbarn beteiligt, weitere Länder folgen, um ihre militärische Macht zur Abschreckung zu demonstrieren und/oder sich an der Beute zu beteiligen, wenn es darum geht, das zu plündern, was dann als unmittelbar bevorstehende geopolitische Leiche angesehen würde. Der selbsternannte Führer der Golfstaaten, Saudi-Arabien, könnte dann einige seiner kleineren Nachbarn in den Kampf gegen ihren gemeinsamen Rivalen Iran führen, mit oder ohne die Vereinigten Arabischen Emirate, die aufgrund ihrer eigenen Rivalität möglicherweise einseitig angreifen würden.

Saudi-Arabien und Pakistan haben jedoch gegenseitige Verteidigungsverpflichtungen, sodass letzteres sich ebenfalls anschließen könnte, um entweder eigene Angriffe gegen den Iran durchzuführen und/oder eine begrenzte Bodenoperation auf ähnlichen antiterroristischen Gründen wie die Türkei gegenüber den als terroristisch eingestuften belutschischen Separatisten zu starten. Diese Kettenreaktion von Interventionen könnte damit beginnen, dass Trump die kurdische Karte spielt und so die Türkei dazu provoziert, sich als erste dem Krieg gegen den Iran anzuschließen, auch wenn weder sie noch die anderen sich mit Israel abstimmen, sondern nur mit den USA.

Die „Balkanisierung“ des Iran wäre in diesem Fall eine vollendete Tatsache, wobei nur noch die Frage nach ihrer Form offen bliebe. Einige Randregionen mit Minderheitenmehrheit könnten eine bosnienähnliche Autonomie erhalten, um als de facto unabhängige Kleinstaaten zu funktionieren, während andere sich formell als abtrünnige Staaten abspalten könnten. Andere Szenarien umfassen die Annexion durch ihre Nachbarn oder die Besetzung durch diese unter dem Vorwand der Friedenssicherung oder Terrorismusbekämpfung, möglicherweise auch mit „Flugverbotszonen“. Die kurdische Karte könnte sich daher als tödlich für die iranische Staatlichkeit erweisen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

DER REICHSTAGSBRAND von 1933

Wen will die Alleintäterthese schützen? Wem nützt sie bis heute: Cui bono?

Von Heidewig Feuerherdt ‒ 5. März 2026

Bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 verpasste die NSDAP deutlich die absolute Mehrheit. Zusammen mit ihrem deutschnationalen Koalitionspartner konnte sie dennoch die Regierung stellen. Hitler, der am 30. Januar auf Drängen einer rechtsnationalen Kamarilla von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, wurde erneut Regierungschef. Obwohl die Erfolgsaussichten der NSDAP, die bei vorangegangen Wahlen deutliche Einbußen hatte hinnehmen müssen, denkbar schlecht waren, bestand eine der ersten Amtshandlungen Hitlers als Reichskanzler, die Reichstagswahlen auf den 5. März vorzuziehen. Da brannte am Abend des 27. Februar 1933 das Reichstagsgebäude in Berlin – und alles änderte sich. (ab)

Merz küsst Trumps Ring: Berlin stellt sich offen hinter den verbrecherischen Angriffskrieg gegen den Iran

Von Johannes Stern – 5. März 2026

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die herrschende Klasse Deutschlands zu denselben verbrecherischen Methoden fähig ist wie die amerikanische, dann war es der unterwürfige und abstoßende Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag im Weißen Haus. Merz hat sprichwörtlich den Ring des faschistischen Gangsters und Kriegstreibers Trump geküsst.

Vor laufenden Kameras konnte es Merz gar nicht schnell genug gehen, US-Präsident Donald Trump seine volle Unterstützung für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran zuzusichern. Er begann sein Eingangsstatement mit den Worten:

Danke, Herr Präsident, dass ich jetzt zum dritten Mal hier im Oval Office sein darf. Ja. Ich bin wirklich froh, die Gelegenheit zu haben, in diesen schwierigen Zeiten mit Ihnen zu sprechen. Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran weg muss, und wir werden darüber reden, was am Tag danach passieren wird, wenn sie weg sind.

Das ist unmissverständlich. Berlin unterstützt den US-israelischen Vernichtungsfeldzug gegen den Iran, um sich seinen Anteil an der imperialistischen Beute zu sichern. Die bereits begangenen Kriegsverbrechen – darunter der Angriff auf eine Mädchenschule mit über 150 Toten – erwähnte Merz mit keinem Wort. Im Gegenteil: Er grinste immer wieder zustimmend in die Kameras, wenn sich Trump im Stil eines faschistischen Gewaltherrschers mit der Zerstörung des Irans und der gezielten Ermordung seiner politischen Führung brüstete.

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