Aufrufe & Appelle

Hervorgehoben



Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Ukrainischer Regimentskommandeur: „Schießt auf die eigenen Leute, schießt auf alle, die unbefugt fliehen“

Von Florian Rötzer – 31. Juli 2026

Eine der Gruben, die ukrainische Regimenter zur Bestrafung von Soldaten benutzen. Foto zur Verfügung gestellt von der Schwester eines vermissten Soldaten des Shkval-Bataillons. Bild: texty

Schon seit einiger Zeit wurde von Misshandlungen, Todesfällen und Folter in ukrainischen Regimenten berichtet. An erster Stelle stand das 425. Sturmregiment  „Skala“, das direkt dem Oberkommandierenden Syrsky unterstand ‒ und das größte Angriffsregiment der ukrainischen Streitkräfte ‒ ist, der von Selenskij zögerlich entlassen wurde, nachdem Kritik an der vorhergehenden Entlassung von Fedorov als Verteidigungsminister laut geworden war. Bislang wurde von brutalen Bestrafungen meist nur in der russischen Armee gesprochen.

Im Juni machte Babel.ua auf die Zustände in „Skala“ aufmerksam, das auch Syrsky-Regiment genannt wird. 25-26 Rekruten, also Zwangsmobilisierte, seien dort seit Ende 2025 in den Ausbildungslagern, nicht im Kampfeinsatz, gestorben. Berichtet wurde von Schlägen, Misshandlungen, Einsperren und verspäteter medizinischer Hilfe. Rekruten würden zu Tode geprügelt. So gelang Alexander Semjonow die Flucht aus dem Stützpunkt seines Regiments in ein Krankenhaus in Kropywnyzkyj. Dort wurden schwere Verletzungen am Kopf, gebrochene Fingern, eine Schnittwunde am Rücken und zerkratzte Händen dokumentiert. Es gibt Fotos.

Die meist eingefangenen Rekruten, darunter offenbar viele Drogensüchtige und Alkoholiker, aber auch psychisch Kranke, kamen zuerst in das Verteilungslager, eine große Baracke ohne Fenster, wo sie wie Gefangene eingesperrt wurden. Ihnen wurde das Handy weggenommen, sie mussten sich ausziehen, wurden durchsucht und durch bewaffnete Wärter eingeschüchtert: „Die erste Erfahrung mit dem Toilettengang war ‚unbezahlbar‘ – in Gruppen, unter den Mündungen von Maschinengewehren, mit ‚raffinierten‘ Beleidigungen und harten Tritten, wenn die Formation oder das Erscheinungsbild nicht ausreichend einheitlich waren. Endlose Kniebeugen, Übungen, Planks“ … Damit sie „erkennen, in welcher Situation sie sich befinden“, keine Zeit verschwenden, sondern sich auf die bevorstehende „Mission“ vorbereiten. Auf der Toilette, im Speisesaal – überall mit bewaffneter Eskorte.“

Von dort wurden sie in Ausbildungslager verteilt, wo sie wieder wie Gefangene gehalten wurden und nicht einmal allein auf die Toilette gehen durften. Wenn jemand zu flüchten versuchte, wurde auf ihn geschossen. Einer, der wieder eingefangen wurde, erzählte: „Kurz gesagt: Sie haben uns gefunden. Sie haben uns die Zähne ausgeschlagen und die Rippen gebrochen. Und dieser Wachmann, vor dem ich weggelaufen bin, sagt: ‚Willst du, dass ich an deiner Stelle an die Front gehe, du Schlampe?‘“ Die derart Gequälten und Unterworfenen galten als „disposable“, als Wegwerfware, für die Front. Natürlich haben sich Männer der Tortur und Demütigung auch durch Suizid entzogen.

Babel hat einen weiteren Bericht über die Erfahrungen von vier Soldaten in dem Regiment veröffentlicht.

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Warum Griechenland sich trotz Drucks aus Brüssel weigert, der Ukraine Luftabwehr zu schicken

Von Wladimir Prochorow (Übersetzung: Thomas Röper) – 1. August 2026

Kiew hat bekanntlich einen akuten Mangel an Luftabwehr und die Europäer wollen Kiew helfen. Weniger bekannt ist, dass Griechenland noch immer große Reserven an Luftabwehr hat, sich aber trotz wachsendem Druck aus Brüssel weigert, sie an Kiew zu liefern. Warum stellt Athen sich quer?

Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten verfügt Griechenland immer noch über sehr große Reserven an Patriot-Luftabwehrraketen, die Kiew so dringend braucht, während die anderen EU-Staaten ihre Patriotraketen schon weitgehend an die Ukraine übergeben haben. Angesichts des akuten Mangels der Ukraine an Luftabwehr wächst nun der Druck aus Brüssel auf Griechenland, der Ukraine seine Raketen zu liefern, aber Athen weigert sich. Über die Gründe dafür ist in der TASS ein Artikel erschienen, den ich übersetzt habe. […]

Der Druck der NATO und die türkische Bedrohung: Warum Griechenland Angst hat, seine Luftverteidigungssysteme an Kiew abzugeben

Wladimir Prochorow darüber, wie Athen die Erfüllung seiner Bündnisverpflichtungen, die Gewährleistung der nationalen Sicherheit und der Wählergunst vor den Wahlen in Einklang bringen muss.

Im Juli berichteten griechische Medien vermehrt darüber, dass die NATO und die EU den Druck auf Athen erhöhen. Sie fordern von Griechenland, der Ukraine einen Teil seiner Patriot-Luftverteidigungssysteme und sein beeindruckendes Arsenal von bis zu 200 PAC-2-Raketen zu geben. Kyriakos Velopoulos, Vorsitzender der Oppositionspartei „Griechische Lösung“, rief die Regierung unterdessen dazu auf, diesen Schritt nicht zu machen.

Welche Chancen hat Athen in diesem Konflikt? Ist die griechische Regierung bereit, aus Solidarität mit Kiew ihre eigene Luftverteidigung zu opfern? Und welchen weiteren Risiken könnte sie ausgesetzt sein, wenn sie dem Beispiel ihrer transatlantischen Verbündeten folgt?

Der außenpolitische Faktor und der Preis der nationalen Sicherheit

Vom Beginn der Militäroperation an ist Griechenland bedingungslos dem transatlantischen Kurs gefolgt. Das Land verfolgt eine pro-ukrainische Haltung und ist der sogenannten Koalition der Willigen außerhalb der NATO und der EU zur Koordination der direkten Hilfe für Kiew beigetreten.

Im Verlauf der Militäroperation hat Athen der Ukraine bereits eine Reihe wichtiger Waffensysteme geliefert, darunter Haubitzen M-114 und M-101A1, Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen AIM-7M und Schützenpanzer BMP-1. Im Juli 2026 wurde diese Liste unter dem Vorwand „veralteter Ausrüstung“ um die Kurzstrecken-Seezielflugkörper RIM-7 Sea Sparrow sowie um Raketen für die Boden-Luft-Raketensysteme Crotale-NG erweitert.

Was die Luftverteidigung betrifft, erhält Griechenland seit 2022 sowohl aus der Ukraine selbst als auch von EU- und NATO-Verbündeten, darunter den USA, regelmäßig Anfragen zur Übergabe dieser Systeme an das Regime in Kiew. Bislang hat die griechische Regierung das konsequent abgelehnt. Athens Hauptargument ist die Notwendigkeit, angesichts der angespannten Beziehungen zur Türkei ein ausreichendes Arsenal zur nationalen Verteidigung aufrechtzuerhalten. Die jüngsten Schritte Ankaras haben die Besorgnis der griechischen Führung zusätzlich verstärkt. Konkret stationierte die türkische Regierung im März sechs F-16-Kampfjets in Nordzypern und formalisierte die Doktrin des „Blauen Vaterlandes“, die darauf abzielt, die Vorherrschaft in den umstrittenen Gewässern der Ägäis und des Mittelmeers zu sichern.

Vor dem Hintergrund der Eskalation im Nahen Osten durch die Aktionen der USA und Israels gegen den Iran ist die Stärkung der Sicherheit des griechischen Luftraums aufgrund der geografischen Nähe Griechenlands zu dieser Region noch dringlicher geworden. Zu diesem Zweck wurde im März gemäß NATO-Empfehlungen ein Patriot-System auf der griechischen Insel Karpathos in der Ägäis stationiert.

Griechenland hat so ein Luftverteidigungssystem seit 2021 in Saudi-Arabien stationiert. Schon im April 2025 drängten die USA auf dessen Verlegung in die Ukraine. Im vergangenen Monat wurde diese Batterie jedoch zum Abfangen mehrerer ballistischer Raketen und Drohnen aus dem Jemen eingesetzt. Um eine ernsthafte Schwächung der Luftverteidigung ihrer Verbündeten im Nahen Osten zu vermeiden, haben die USA kein Interesse mehr an einer Verlegung dieses Systems. So wird ein Teil der griechischen Luftverteidigungssysteme de facto für Verteidigungsaufgaben im Nahen Osten genutzt, was für Washington und Athen eine höhere Priorität hat.

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Warum Russland die ukrainischen Häfen ausgeschaltet hat

Von Pavel Kucharkin (Übersetzung: Thomas Röper) – 1, August 2026

Russland hat in den letzten Tagen die ukrainischen Häfen ausgeschaltet. Derzeit können die ukrainischen Tiefseehäfen keine Schiffe mehr abfertigen. Was sind die Folgen?

Da sie damit beschäftigt sind, dem deutschen Publikum Märchen über die angebliche Wende im Ukraine-Krieg zu erzählen, berichten deutsche Medien nicht darüber, dass Russland in den letzten Tagen die Tiefseehäfen der Ukraine de facto ausgeschaltet hat. Beim Versuch der deutschen Medien, dem Publikum eine angebliche militärische Wende im Ukraine-Krieg zu präsentieren, würde die Wahrheit darüber, was derzeit mit den ukrainischen Häfen los ist und welche Folgen das hat, natürlich stören.

In Deutschland wird darüber bestenfalls berichtet, wenn die Medien Russland vorwerfen, mit den Angriffen auf ukrainische Häfen den Getreideexport der Ukraine zu behindern, was angeblich die Gefahr einer Hungersnot in Afrika zur Folge hat. Das ist allerdings Unsinn, denn spätestens seit dem Getreideabkommen von 2022 wissen wir, dass das ukrainische Getreide gar nicht an die ärmsten Länder der Welt geht, sondern vor allem nach Europa, China und in die Türkei.

Da die deutschen Medien verschweigen, was gerade mit den ukrainischen Tiefseehäfen passiert, übersetze hier einen Artikel der TASS über die russischen Angriffe und die Folgen für die Ukraine. […]

Maritimer Kreislauf: Vor welche Entscheidungen Kiew der Kollaps der Häfen stellt

Pavel Kucharkin darüber, wie die Europäer die Häfen der Ukraine im Stich lassen und welche Bedrohung das für die Wirtschaft des Landes darstellt.

Die Ukraine ist keine Seemacht mehr. Nicht, dass sie mal eine „Herrin der Meere“ gewesen wäre, doch der Juli war für Kiew eine Katastrophe. Der größte Containerreeder, das dänische Unternehmen Maersk, stellte den Betrieb in Tschernomorsk (Oblast Odessa) offiziell ein. Kurz darauf stellte der deutsche Logistikriese Hapag-Lloyd erneut seine maritimen Aktivitäten in der Region ein, und der ukrainische Getreideexporteur Kernel schloss seine Terminals. Der Verkehr entlang des Schwarzmeerkorridors ist praktisch zum Erliegen gekommen.

Ein schmerzhafter Schlag

Um die Tragweite der Folgen des Zusammenbruchs der maritimen Logistik für das Kiewer Regime zu verstehen, muss man die Zahlen betrachten. Laut dem Ausschuss für Agrar- und Bodenpolitik der Werchowna Rada und dem Zoll werden bis zu 80 Prozent aller ukrainischen Exporte und wertmäßig etwa 50 Prozent der Importe über Häfen abgewickelt. Seewege sind daher ein Schlüsselelement der ukrainischen Wirtschaft. Die systematischen Angriffe auf Schiffe mit militärischer Ausrüstung und Logistikeinrichtungen der ukrainischen Streitkräfte haben das zwangsläufige Ergebnis gebracht: Seit dem 22. Juli hat kein einziges Schiff einen der Häfen angelaufen. Zum Vergleich: Laut Taras Wyssozki, dem ukrainischen Minister für Agrarpolitik und Ernährung, wurden in den aktiven ukrainischen Häfen zuvor täglich etwa vier bis fünf Schiffe abgefertigt.

Das klingt mehr als beeindruckend und überzeugend. Das ist nicht einfach um eine logische Fortsetzung der Aktionen der russischen Streitkräfte, sondern in erster Linie um eine Reaktion auf die regelmäßigen Angriffe Kiews auf russische Logistik und Schiffe. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor deutlich gewarnt, dass unsere Gegenmaßnahmen stärker und schmerzhafter ausfallen würden, als der Feind sich vorstellen könne. Und so kam es auch.

Strategische Güter wie Erdölprodukte, Kohle für Energie und Metallurgie sowie Mineraldünger wurden über Schwarzmeerhäfen in die Ukraine verschifft. Kiew wiederum exportierte Getreide, Rohstoffe und Metalle und erwirtschaftete damit den Löwenanteil seiner Devisen- und Staatseinnahmen. Nun hat sich die Lage für das Kiewer Regime weiter verschärft.

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Masseninvasion von Ceuta. Ein organisierter Angriff

Von Florian Rötzer – 1. August 2026

50.000-60.000 Menschen, vor allem junge Männer und Marokkaner, haben versucht, die spanische Enklave Ceuta zu stürmen, was vorübergehend auch gelungen ist. Die Stadt wurde überschwemmt von Menschen aus Marokko.

Die spanischen Sicherheitskräfte haben keine Schusswaffen eingesetzt, trotzdem starben 67 Menschen, mehr als bei ähnlichen Anstürmen zuvor. Ganz offensichtlich handelte es sich um eine organisierte Aktion, hinter der vermutlich die marokkanische Regierung steckt, möglicherweise angestiftet durch die Trump-Regierung, die ebenso wie rechte europäischen Parteien die Bilder, die an die Flüchtlingsmassen von 2015 erinnern, für ihre Antimigrationspolitik ausschlachteten (dazu siehe auch Ralf Steck: Erneut setzt Marokko seine Bevölkerung in Ceuta zur Erpressung ein).

Es wurden in Marokko nicht nur gezielte Falschmeldungen verbreitet, die Hoffnung auf eine erfolgreiche Einwanderung bei jungen Menschen erweckten, Menschen wurden auch in dicht bepackten Lastwagen Richtung Ceuta gebracht, die Polizei spielte mit oder unterstützte zunächst die Aktion. Das zeigen Videos. Zwar wurden die Zugänge zur Grenze am Donnerstagnachmittag blockiert, aber  die Sicherheitskräfte ließen Zehntausende Mole schwimmend und gehend überqueren, die Ceuta von Castillejos trennt. Rabat zieht es vor, nichts zu sagen, nur die marokkanische Botschafterin in Spanien, Karima Benyaich, machte allein „kriminelle Mafiagruppen“ für den Ansturm auf die Grenze von Ceuta verantwortlich. Der spanische Regierungschef Sánchez übernahm diese Interpretation, wohl um eine Verständigung mit Marokko nicht zu verhindern.

Motiviert wurden die Auswanderungswilligen wohl durch die Verbreitung der vermutlich bewusst falsch interpretierten Information, dass der Oberste Gerichtshof Spaniens geurteilt hatte, dass direkte Ausweisungen von aus dem Meer geretteten Flüchtlingen nicht legal seien. Wenn sie über das Meer kommen oder schwimmen, glaubten die Menschen offenbar, sie würden nach Spanien und in die weitere EU gelangen. Entsprechend jubelten sie, als sie nach Ceuta kamen.

Aber Ceuta und Melilla haben aus gutem Grund einen Sonderstatus. Und anstatt weiter reisen zu dürfen, wie sie erwartet hatten, erhielten die Eindringlinge, die oft nur mit einer Hose bekleidet waren und sonst nichts bei sich hatten, weder Essen und Trinken, mussten im Freien und  in der Sonne ausharren und erkannten die Vergeblichkeit ihres Tuns. In der Stadt kam es zu Auseinandersetzungen von Bewohnern mit den Migranten.

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Welche Rolle die USA bei der Flüchtlingskrise in Ceuta möglicherweise spielen

Von Thomas Röper – 1. August 2026

Im Zuge der neuen Flüchtlingskrise in den spanischen Exklaven Ceuta and Melilla sorgt ein Bericht des US-Parlaments für Aufsehen, denn die USA haben darin ihren Standpunkt zu den Exklaven geändert und bezeichnen sie nun nicht mehr als spanische, sondern als „spanisch verwaltete Städte“.

Die Flüchtlingskrise in den spanischen Exklaven Ceuta and Melilla beherrscht die Schlagzeilen in Deutschland und der EU, wobei die Medien sich fragen, wie es nun zu dieser Situation kommen konnte, in der immer mehr EU-Staaten sogar fordern, Spanien aus dem Schengen-Abkommen über offene Grenzen in der EU auszuschließen, bis es die Lage in den Griff bekommt.

Ich möchte hier auf einen Bericht des US-Parlaments vom 30. April 2026 hinweisen. Der Bericht wurde im Zuge der Planung des US-Haushaltes für 2027 erstellt und sein Thema waren „Nationale Sicherheit, das Außenministerium und verwandte Programme“. Auf Seite 88 finden sich dort über Marokko folgende Hinweise:

„Der Ausschuss setzt seine Unterstützung für Marokko zur Wahrung der nationalen Sicherheitsinteressen der USA fort und stellt im Rahmen von Investitionsprogrammen in die Nationale Sicherheit mindestens 20.000.000 US-Dollar und im Rahmen des Programms zur Finanzierung ausländischen Militärs mindestens 20.000.000 US-Dollar bereit. Der Ausschuss verweist auf das historische Bündnis zwischen den USA und Marokko, das 1786 durch den marokkanisch-amerikanischen Friedens- und Freundschaftsvertrag besiegelt wurde. Der Ausschuss stellt fest, dass die spanisch verwalteten Städte Ceuta und Melilla auf marokkanischem Territorium liegen und weiter Gegenstand langjähriger Ansprüche Marokkos bleiben. Der Ausschuss unterstützt die Bemühungen des Außenministers, den diplomatischen Dialog zwischen Marokko und Spanien über den künftigen Status von Ceuta und Melilla zu fördern.“

Entscheidend ist hier, dass das US-Parlament plötzlich von „spanisch verwalteten“ Städten spricht, während die USA zuvor nie Zweifel daran haben aufkommen lassen, dass sie Spaniens Autorität über die Städte anerkannt haben. Das war also eine wichtige Änderung der US-Position, die zu dem Zeitpunkt natürlich nur Experten und Medien bemerkt haben, die auf das Thema spezialisiert sind.

Als nun im Zuge der aktuellen Flüchtlingskrise die ersten Analysten auf diesen Bericht gestoßen sind, haben die meisten von ihnen geschrieben, dass der Kurswechsel der USA eine Strafe für die spanische Regierung sei, weil sie den USA im Irankrieg die Unterstützung verweigert hat.

Das ist natürlich möglich, aber das dürfte kaum der ursprüngliche Grund sein, denn solche Berichte entstehen nicht spontan, sondern an ihnen wird lange gearbeitet. Und dazu passt, dass die spanische Regierung bei der Trump-Regierung schon letzten Sommer in Ungnade gefallen ist, als Spanien sich beim NATO-Gipfel 2026 offen geweigert hat, 5 Prozent seines BIP in Rüstung und Kriegsvorbereitung zu stecken, worauf die US-Regierung sehr wütend reagiert hat.

Es dürfte also so sein, dass die US-Regierung schon im letzten Jahr entschieden hat, der spanischen Regierung das Leben schwer zu machen, indem sie beispielsweise Marokko im Streit um die Städte Ceuta und Melilla unterstützt. Und vielleicht hat die US-Regierung bei der Gelegenheit noch weitere Ideen entwickelt, mit denen sie der spanischen Regierung das Leben schwer machen will.

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Polens „East Shield“ ist trotz zweijähriger Arbeit peinlich unterentwickelt

Von Andrew Korybko – 1. August 2026

Die regierende liberale Koalition in Warschau glaubt offensichtlich nicht an ihre eigene Rhetorik über einen bevorstehenden russischen Angriff.

Die auf Satellitendaten basierende Einschätzung des französischen Open-Source-Intelligence-Analysten Clément Molin zum polnischen „East Shield“-Programm im Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar (10 Milliarden PLN) – bei dem es sich um das im Mai 2024 unter der Regierung des liberalen Ministerpräsidenten Donald Tusk angekündigte Programm zur Befestigung der Grenzen handelt – hat große Aufmerksamkeit erregt. Seinem kurzen Bericht auf X zufolge sind sowohl die Kaliningrader als auch die belarussische Flanke unzureichend verteidigt und weisen jeweils eklatante Schwachstellen auf.


Was die erste Flanke betrifft: „Befestigungen gibt es nur in vier Zonen, wobei die größte sich über 2 km erstreckt (bei einer Gesamtlänge der Grenze zu Russland von 210 km). Die Verteidigungsanlagen weisen keine Tiefe auf; wo Bunker oder Schützengräben vorhanden sind, befinden sie sich auf offenem Feld, und der überwiegende Teil der Grenze, einschließlich wichtiger Straßen, ist nach wie vor ungeschützt.“ Was die zweite Flanke betrifft: „Es sind lediglich Barrieren gegen Migranten zu sehen, wobei derzeit nur minimale Verstärkungsmaßnahmen durchgeführt werden. Eine große Schwachstelle ist das Fehlen von Verteidigungslinien, die die strategisch wichtige Suwalki-Lücke abdecken.“


Der polnische Europaabgeordnete Michał Dworczyk, der die neu gespaltene konservative Oppositionspartei „Recht und Gerechtigkeit“ vertritt, die das Land von 2014 bis 2023 regierte, brachte in seinem Beitrag auf X die allgemeine Stimmung der Opposition zum Ausdruck.

Darin hieß es unter anderem: „Es lässt sich jedoch kaum leugnen, dass mehr als zwei Jahre nach der Ankündigung des Projekts ‚East Shield‘ (Mai 2024) und der Erklärung von Ministerpräsident @donaldtusk, dass ein Krieg nur noch eine Frage von Monaten sein könnte, @MON_GOV_PL und @MSWiA_GOV_PL es nicht eilig haben.“

Zum Hintergrund: Tusk schürte in seinem Interview mit der Financial Times Ende April Ängste, dass Russland Artikel 5 bereits in wenigen Monaten auf die Probe stellen könnte, und nicht erst in mehreren Jahren, wie andere behauptet hatten. Später wurde bekannt, dass seine regierende liberale Koalition bereits im Frühjahr, auf dem Höhepunkt des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran, heimlich zugestimmt hatte, fünf Patriot-Abfangraketen an die Ukraine zu liefern – obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass diese in den nächsten Jahren knapp werden würden. Diese Entscheidung allein ließ Zweifel an seiner Vorhersage aufkommen.

Während Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz versuchte, diesen Schritt als Schutz Polens vor Russland darzustellen, ist es mittlerweile eine Tatsache, dass „East Shield“ unter seiner Führung so gut wie keine Fortschritte gemacht hat, wodurch sein Land weiterhin einer hypothetischen russischen Invasion aus Kaliningrad und/oder Weißrussland ausgesetzt bleibt. Wie Dworczyk andeutete: Hätte Tusks Regierung wirklich befürchtet, dass so etwas auch nur im Entferntesten im Bereich des Möglichen läge, hätte sie bei „East Shield“ inzwischen weitaus größere Fortschritte erzielt als die wenigen, die sie vorweisen kann.

Diese Beobachtung untermauert die Behauptungen der Zyniker, dass Tusks antirussische Panikmache und die Hexenjagd seines Außenministers Radek Sikorski gegen die „fünfte Kolonne“ in Polen Teil eines Manövers im Vorfeld der nächsten Sejm-Wahlen im Herbst 2027 sind, um die Polen einzuschüchtern, die Opposition zu diskreditieren und die Macht zu behalten. Dies gilt übrigens nicht nur für Polen, denn Molins kurzer Bericht kam zu dem Schluss, dass auch die „Baltische Verteidigungslinie“ der baltischen Staaten, die zusammen mit „East Shield“ die „EU-Verteidigungslinie“ bildet, beschämend unterentwickelt ist.

Fast ein halbes Jahrzehnt nach dem Ausbruch der groß angelegten Phase des NATO-Stellvertreterkriegs gegen Russland in der Ukraine hat sich herausgestellt, dass vier der Länder, deren Vertreter am lautesten vor einer angeblich bevorstehenden russischen Invasion der NATO gewarnt haben, praktisch nichts unternommen haben, um ihre Grenzen zu verteidigen. Dies zeigt, dass sie selbst nicht wirklich an ihre eigene Rhetorik glauben, die eindeutig von innenpolitischen Motiven getrieben ist und nicht von Erkenntnissen über Russlands Pläne. Das wachsende Bewusstsein für diese Tatsache könnte tiefgreifende Auswirkungen auf Wahlen haben.

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USA nehmen Angriffe auf den Iran wieder auf – der globale Krieg eskaliert

Von Jordan Shilton – 31. Juli 2026

Nach einer fünftägigen Pause haben amerikanische Kampfflugzeuge am Donnerstagmorgen Ortszeit erneut Ziele im Iran angegriffen. Das stundenlange Bombardement, bei dem laut den iranischen Staatsmedien eine dreiköpfige Familie mit einem zweijährigen Kind auf der Insel Qeschm getötet wurde, wurde von Washington als Vergeltung für Teherans Angriffe auf US-Einrichtungen in Jordanien und Ägypten am Dienstag und Mittwoch dargestellt.

Im Vorfeld der US-Angriffe erklärte Präsident Donald Trump am Mittwoch im Weißen Haus im Stil eines Mafia-Killers, die USA würden „den Iran windelweich prügeln.“ Er fügte hinzu: „Wir werden hart zuschlagen, denn jetzt sind wir an der Reihe. Sie wissen, dass es kommt. Sie haben uns gebeten, es nicht zu tun.“

Die iranische Revolutionsgarde bekannte sich zu den Vergeltungsangriffen, die am Donnerstag gegen Militärstützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain – wo US-Militärkräfte stationiert sind – geführt wurden. Washington dementierte iranische Behauptungen, bei dem Angriff in Jordanien seien drei F-35-Kampfjets zerstört und drei weitere beschädigt worden. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen ist das bürgerlich-klerikale Regime in Teheran eindeutig weiterhin in der Lage, US-Stützpunkte in der gesamten Region anzugreifen. Es behält zudem die Kontrolle über die wichtige Straße von Hormus, auf die vor dem Krieg etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports per Tanker entfiel.

Trump ordnete letzten Freitag eine Pause in den seit dreizehn Nächten andauernden US-Luftangriffen an – vor dem Hintergrund schwindender US-Munitionsbestände, insbesondere bei den Raketenabwehrsystemen. Doch die letzten Tage haben gezeigt, dass der US-Imperialismus und seine Verbündeten den Krieg weiterhin systematisch eskalieren. Am letzten Samstag attackierte die Ukraine erstmals ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer, wobei ein iranischer Seemann getötet wurde. Der Vorfall zeigt, wie der US/NATO-Krieg gegen Russland und der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran rasch zu einem globalen Flächenbrand verschmelzen.

Die US-Angriffe auf den Iran erfolgten kurz nach dem ersten öffentlich angekündigten koordinierten Angriff Saudi-Arabiens und der USA auf die mit dem Iran verbündeten Milizen im Irak. Riads zunehmende Aggression folgt auf die Warnung der Huthi im Jemen Anfang letzten Monats, sie würden die Straße von Bab al-Mandab im Roten Meer blockieren, was ein erhebliches Risiko für die saudischen Energieexporte darstellt.

Die Volksmobilisierungskräfte, schiitische Milizen, die in die Sicherheitskräfte des Landes eingebunden wurden, meldeten zwanzig Todesopfer und über dreißig Verwundete infolge der Angriffe. Die Gruppe veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die saudisch-amerikanischen Angriffe als „gefährliche Eskalation, Verstoß gegen die Souveränität des Irak und Angriff auf seine offiziellen Sicherheitsbehörden“ verurteilte.

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Ukrainischer Angriff auf iranisches Schiff entlarvt globalen Charakter des imperialistischen Kriegs

Von Johannes Stern – 31. Juli 2026

Der ukrainische Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer markiert eine neue Stufe in der Verschmelzung des NATO-Kriegs gegen Russland mit dem US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran. Er bestätigt David Norths Warnung in seiner Rede am 1. Mai 2026: „Ein Weltkrieg ist keine zukünftige Bedrohung, sondern eine Realität, die sich bereits entfaltet.“

Der Weltkrieg entsteht nicht durch eine einzelne Erklärung. Er entfaltet sich als Prozess: durch die Verknüpfung regionaler Kriege, Stellvertreteroperationen, Sanktionen, Blockaden, Marineeinsätze und Langstreckenangriffe. Die Intervention der Ukraine gegen ein iranisches Ziel bringt diesen Prozess scharf zum Ausdruck.

Der ukrainische Langstrecken-Drohnenangriff tötete einen Matrosen und verletzte einen weiteren. Er richtete sich gegen das iranische Schiff Ana im Kaspischen Meer – einem Gewässer, an das Russland, Iran, Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan grenzen, nicht aber die Ukraine. Kiew behauptete, das Schiff habe Drohnen und Raketen nach Russland transportiert. Teheran verurteilte den Angriff als Aggression gegen ein Handelsschiff.

Der Angriff entlarvt die offizielle Propaganda über den Ukrainekrieg als Betrug. Seit Jahren wird der Krieg von den imperialistischen Mächten und ihren Medien als rein defensiver Kampf der Ukraine gegen eine „unprovozierte“ russische Invasion dargestellt. Diese Lüge wird vor allem in Deutschland benutzt, um die größte Aufrüstung seit Hitler und eine erneute Militäroffensive gegen Russland zu rechtfertigen.

Die Invasion der Ukraine durch den Kreml im Jahr 2022 war reaktionär. Sie war die Antwort eines kapitalistischen Oligarchenregimes auf die unerbittliche Einkreisung und Provokation Russlands durch die NATO. Sie spaltete die russischen und ukrainischen Arbeiter, stärkte die NATO und lieferte den imperialistischen Mächten einen Vorwand zur Eskalation. Aber sie war weder „unprovoziert“, noch ändert sie den Charakter des Kriegs, der nun von der NATO durch ihre ukrainische Marionette geführt wird.

Der ukrainische Angriff auf ein iranisches Schiff macht dies unmissverständlich deutlich. Ein Krieg, der angeblich zur Verteidigung der ukrainischen Souveränität geführt wird, hat einen ukrainischen Angriff auf ein iranisches Schiff weit entfernt von den Grenzen der Ukraine hervorgebracht – genau in dem Moment, in dem die Vereinigten Staaten und Israel einen verbrecherischen Angriffskrieg gegen den Iran führen.

Die Kriegsfronten sind nicht voneinander getrennt. Sie werden bewusst miteinander verbunden. Die Ukraine ist nicht mehr nur der Stellvertreter der NATO gegen Russland; sie wird zu einer Hilfstruppe in der umfassenderen imperialistischen Offensive gegen den Iran und alle Staaten, die als Hindernisse für die Vorherrschaft der USA und Europas über Eurasien betrachtet werden.

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Pakistans mögliches Dilemma

Von Andrew Korybko – 31. Juli 2026

Pakistans Balanceakt zwischen China und den USA, der ohnehin schon stark zugunsten der USA ausfällt, geriete in Gefahr, sollte ein Bericht zutreffen, wonach China plant, MANPADS an den Iran zu liefern

Reuters berichtete, dass „der Iran voraussichtlich innerhalb weniger Wochen eine erste Lieferung von bis zu 400 in China hergestellten schultergestützten Luftabwehrraketenwerfern erhalten wird“, die angeblich über Pakistan verschickt werden sollen. China und Pakistan haben den Bericht erwartungsgemäß dementiert, und Trump hatet zuvor behauptet, dass „Präsident Xi mir bei unserem jüngsten Treffen in Peking, China, gesagt hat, dass er unter keinen Umständen Waffen an die Islamische Republik Iran liefern oder verkaufen würde – und diese Aussage bezog sich auch auf chinesische Unternehmen.“

Sollte der Bericht jedoch zutreffen, wäre Pakistan in einer Zwickmühle. Reuters berichtete kürzlich, dass Pakistan ein Rettungspaket in Höhe von mehreren Milliarden Dollar von den USA anstrebt, was die Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und dem Iran in einem neuen Licht erscheinen lässt: Sie sind nun eher als Versuch zu sehen, das besagte Rettungspaket zu erhalten, statt als selbstloser diplomatischer Dienst für den regionalen Frieden. Für diejenigen Leser, die es nicht wissen: Pakistan praktiziert seit Jahrzehnten einen Balanceakt zwischen China und den USA, neigt jedoch seit dem postmodernen Putsch im April 2022 deutlich stärker zu den USA.

In den vergangenen fast fünf Jahren kam es zu einer Reduzierung des China-Pakistan Economic Corridor (CPEC), dem Vorzeigeprojekt der Belt & Road Initiative (BRI), sowie zu einer Verlangsamung der Projektumsetzung. Parallel dazu hat Pakistan unter Trump 2.0 eine rasche Annäherung an die USA vollzogen, was dazu führen könnte, dass die USA Pakistan im Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan unterstützen – im Gegenzug dafür, dass Pakistan die Rückkehr der US-Militärpräsenz auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram, wie von Trump gewünscht, und/oder nach Zentralasien erleichtert.

Kürzlich wurde berichtet: „Lawrow warnte, dass westliche Waffen und Munition von der Ukraine an ISIS-K in Afghanistan geliefert werden“, die realistisch gesehen nur über Pakistan ins Land gelangen könnten. Dies wiederum untermauert die hier bereits im Frühjahr geäußerte Einschätzung hinsichtlich der latenten Bedrohungswahrnehmung Russlands gegenüber Pakistan. Der Grund für die Erwähnung all dieser Punkte liegt darin, zu unterstreichen, wie eng Pakistan heutzutage mit den USA verbunden ist – weitaus enger als mit China –, da alles, was gerade beschrieben wurde, die Agenda der USA vorantreibt.

Gleichzeitig bleibt China ein wichtiger Handels- und Investitionspartner und teilt Pakistans Bedrohungsanalyse in Bezug auf Indien. Wichtig ist, dass China den überwiegenden Teil der militärtechnischen Ausrüstung Pakistans liefert, obwohl Pakistan den Status eines „wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten“ hat; laut einem Bericht des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) belief sich dieser Anteil im Zeitraum 2021–2025 auf satte 80 Prozent der pakistanischen Importe. Pakistan wäre daher kaum in der Lage, eine chinesische Anfrage zur Nutzung seines Hoheitsgebiets für den Versand von MANPADS (Man-Portable Air-Defence Systeme) in den Iran abzulehnen.

Seine Annäherung an die USA könnte augenblicklich zunichte gemacht werden, sollte sich herausstellen, dass Pakistan eine Rolle bei Chinas angeblichen Plänen gespielt hat, dem Iran dabei zu helfen, amerikanische Piloten zu töten – sei es auch nur zur Selbstverteidigung –, insbesondere wenn tatsächlich welche durch eben diese MANPADS getötet würden. Pakistan könnte zudem mit Strafzöllen seitens der USA bestraft werden, die sein wichtigster Exportmarkt sind, was die sozioökonomischen Probleme im eigenen Land möglicherweise verschärfen würde. Auch sein traditioneller Balanceakt zwischen China und den USA würde zusammenbrechen, was wahrscheinlich dazu führen würde, dass sich die USA entschieden Indien zuwenden.

Aus diesen Gründen wäre Pakistan sicherlich in einer Zwickmühle, sollte der Bericht über Chinas Pläne, MANPADS über sein Territorium an den Iran zu liefern, wahr sein, da es gezwungen wäre, sich zwischen seinen Schutzmächten zu entscheiden. Angesichts der Tatsache, wie eng Pakistan inzwischen mit den USA verbunden ist, würde das Land jedoch eine solche Bitte Chinas wahrscheinlich ablehnen. Ob China Pakistan daraufhin bestrafen würde, ist ungewiss, aber die USA würden dies mit Sicherheit tun, sollte Pakistan China dabei unterstützen, dem Iran bei der Tötung US-amerikanischer Piloten zu helfen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Roger Waters veröffentlicht Neuinterpretation des Pink-Floyd-Klassikers „Comfortably Numb“ als Plädoyer für Rechte der Palästinenser

Von Kevin Reed – 31. Juli 2026

Roger Waters, einer der Gründungsmitglieder der britischen Rockband Pink Floyd, hat zusammen mit der palästinensischen Sängerin Mona Miari eine neue neunminütige Version des bekannten Pink-Floyd-Songs „Comfortably Numb“ aufgenommen. Es ist eine starke Neuinterpretation eines klassischen Rock-Klageliedes in Form einer Anklage gegen den Völkermord im Gazastreifen und eines Plädoyers für internationale Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung.

Roger Waters und Mona Miari

Mehrere neue englische und arabische Verse verändern den ursprünglichen satirischen Refrain der Resignation „I have become comfortably numb“ zu dem Schwur „I will never become comfortably numb / لن أسمحَ أن أُصبحَ مُخدَّرًا ومرتاح.“ Die neue Version endet mit der Aussage „Palestine must be free… with equal rights, for everyone, from the river to the sea.“

„Comfortably Numb Re-Imagined“ wurde am 12. Juni veröffentlicht, als Interpreten werden Waters und Miari genannt. Der Song ist um Piano, Streich- und Schlaginstrumente und mehrschichtigen Gesang arrangiert. Waters und Miari erklären ausdrücklich, das Projekt sei eine Antwort auf den „anhaltenden Völkermord im Gazastreifen“.

Die Veröffentlichung geht zudem mit einer Spendensammlung für den Palestine Children’s Relief Fund einher und steht in Verbindung mit einem Netzwerk von Gruppen, die Projekte für politische Bildung, Graswurzelorganisation und unabhängige Medien betreiben, bei denen Palästina im Mittelpunkt steht.

Das Musikvideo zeigt abwechselnd Aufnahmen von Waters und Miari im Studio in New York und Schwarzweißaufnahmen des palästinensischen Fotografen Suhail Nassar und seines Teams von den Trümmern im Gazastreifen. Es stellt das Bildmaterial des Projekts als etwas dar, das denjenigen gehört, die den Krieg durchgemacht haben.

Für Miari, die unter israelischer Besatzung aufwuchs, ist die Zusammenarbeit einen Akt des Erzählens. Sie erklärt: „Ich bin mein Volk, ich erzähle meine Geschichte.“ Waters beschrieb die Komposition als „organische“ Korrespondenz zwischen „einem alten Typen in New York City“ und einer palästinensischen Künstlerin auf der anderen Seite des Ozeans.

Waters erklärte die Abweichung von der bekanntesten Zeile des Originals eine Botschaft der bewussten Verweigerung gegenüber dem Druck, sich angesichts der Gräueltaten, die an den Palästinensern verübt werden, herauszuhalten, auf politische Aussagen zu verzichten und sich in Taubheit zurückzuziehen.

Ausschnitt aus dem Musikvideo

In einem Interview mit Wired erklärt Waters, er hoffe darauf, dass seine Hörer schließlich erkennen werden, dass „es ein Richtig und ein Falsch gibt. Das ist nicht kompliziert und dieser Song steht auf der richtigen Seite der Geschichte“. Er verbindet die Weigerung, passiv zu sein, mit moralischer Klarheit und politischem Bewusstsein.

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